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Kackfrech am Gartenzaun! 28. Mai, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Sollte ich je geglaubt oder zumindest doch gehofft haben, die Gartenzaungeschichte habe endlich  ein Ende, sehe ich mich jetzt aller Friedensträume beraubt.

Der Nachbar hat wieder zugeschlagen.

Ein wenig müde, aber ansonsten guter Dinge waren der Liebste und ich am späten Freitagabend von einem längeren und arbeitsreichen Aufenthalt auf unserer Wiese am Meer zurückgekehrt, hatten uns schlafen gelegt und waren am nächsten Morgen relativ früh aufgestanden, um die Betreuung unseres Enkelkindes zu übernehmen, dessen Eltern zu einer Hochzeitsfeier im Bergischen Land geladen waren und darum früh die Reise antreten wollten.

Herrliches Wetter im Land!

Wir beschlossen den Zoo in Hannover zu besuchen, was eigentlich an so wunderbaren Tagen, noch dazu an einem langen Wochenende,  nicht unbedingt  empfehlenswert ist, hatten doch außer uns noch viele tausend andere Menschen diese Idee. Als Dauerkartenbesitzer schreckten wir aber vor der Herausforderung eines „überlaufenen Zoos“ nicht zurück, wir kennen ein paar stille Plätzchen und konnten ja ohne finanzielle Einbuße bei zu großer „Herausforderung“ den Zoo auch wieder verlassen.

Im Hof vor unserer Reihenhausreihe waren „der“ Nachbar und sein Vater damit beschäftigt, rote Rasenkantensteine und Rasenmähkantensteine ins, bzw. durchs nachbarliche Haus zu schleppen. „Es kann etwas laut werden“, meinte der Nachbar, „wir setzen eine Rasenkante und müssen ein paar Steine zusägen!“   „Kein Problem“ erwiderte der Liebste, „wir sind jetzt ohnehin ein paar Stunden im Zoo.“

Nichts Böses ahnend fuhren wir los.

Es war ganz wunderschön im Zoo, trotz der vielen Menschen. Das Enkelkind begrüßte vergnügt alle ihm bekannten Tiere – und es kennt sehr viele Tiere, da der Zoo kein unbekanntes Land ist – aß und trank ein wenig und hielt auch noch sein Mittagschläfchen in der Karre, derweil die stolzen Großeltern Kaffee und Kuchen samt kostenloser  Unterhaltung durch die Menschen drumherum genossen.

So fuhren wir erst am späten Naachmittag zurück zu Heim und Gärtchen.

Dort werkelten Vater und Sohn Nachbar am Gartenzaun. Der Zaun war deutlich höher als früher, seine Pfähle hatten eine bedenkliche Schieflage und als der Liebste die fleißigen Nachbarn darauf ansprach meinten diese, sie seien ja noch nicht ganz fertig mit ihrem Werk.

Das Enkelkind verlangte unsere Aufmerksamkeit und so wurde es später Abend bis wir uns das Werk in Ruhe betrachten konnten – und waren zunächst erstaunt, dann aber voller Grimm und Ärger.

Die Nachbarn hatten eine neue Rasenkante genau an die „Grenze“ gesetzt, was aber nur möglich war, indem sie unseren Zaun um eine Pfostenbreite auf unsere Seite verschoben. Denn der Zaun stand ja (mit gerichtlicher Anerkennung!!) AUF der Grenze.

Da aber im Laufe der Jahre die Bäume und Büsche nicht nur höher gworden waren und mehr und ausladende Äste bekommen hatten, sondern sich auch unter der Oberfläche ausgebreitet hatten, war es den Nachbarn nicht möglich gewesen, die Zaunpfähle ausreichend tief am neuen Platz im Erdreich zu versenken, schon gar nicht ohne unser Grundstück zu betreten  – und so wurde sehr schnell offensichtlich, was wir vielleicht erst im Herbst beim Zurückschneiden der Büsche und Pflanzen bemerkt hätten:

Die Nachbarn hatten entgegen dem Gerichtsbeschluss den Zaun auf unsere Seite versetzt. Und nicht nur das, sie hatten ihn außerdem um knapp einen Meter in der Länge gekürzt, so dass das Rankgitter zwischen dem ursprünglich letzten Zaunpfahl und dem Gartenhäuschen nun an der Zaunpfahlseite ohne Halt dasteht und seltsam schief und verdreht ist.

Darf man das?

Darf man einfach so den Zaun des Nachbarn aus seiner Verankerung nehmen und ihn nach „seinen Rechtsvorstellungen“ mal eben dahin versetzen, wo er (nach der eigenen  Rechtsauffassung) hingehört?

Ist das nur Sachbeschädigung oder nicht doch auch  Hausfriedensbruch?

Ich weiß nicht, was die Nachbarn sich dabei gedacht haben und ob sie einkalkuliert haben bei ihren Unternehmungen, dass wir eigentlich gar keine Lust auf weitere Prozesse vor Gericht haben und darum zwar nicht stillschweigend, aber in letzter Konsequenz doch ohne größere Gegenwehr die Aktion hinnehmen werden.

„Fakten schaffen und gucken was kommt“ scheint ihre Devise zu sein, wie sie es ja auch schon bei den freundlichen Nachbarn, die zwischen den beiden Häusern von Vater und Sohn wohnen, durchexerziert haben.  Die netten Nachbarn sind übrigens gerade verreist und der Liebste versorgt Briefkasten, Zeitungsröhre und die Pflanzen auf der Terrasse. Von dort hat er den Zaun – unseren Zaun – fotografiert…

Die Kante ist wirklich hübsch geworden….

Noch hübscher hätte ich es allerdings gefunden, wenn der Nachbar uns gründlich darüber aufgeklärt hätte, dass es nicht nur eine Rasenkante setzen, sondern dabei auch noch die Lage des Zauns in seinem Sinn korrigieren will…

Man kann doch über alles reden – aber eben VOR Beginn der Bautätigkeit und nicht erst, wenn man Fakten geschaffen hat, die sich nicht ohne großen Aufwand wieder zurücknehmen lassen.

Aber diese Strategie wendet der Herr häufiger an… vermutlich wähnte er uns in einem langen Pfingsturlaub und wollte die Gunst der Stunde nutzen – schließlich waren wir ja schon vor zwei Wochen zur Wiese aufgebrochen und wer kommt schon vor dem langen Wochenende aus dem „Urlaub“ zurück.  Vermutlich war der Nachbar auch sehr erleichtert, als wir ihm bei der für ihn unverhofften Begegnung mitteilten, wir wollten in den Zoo, denn wären wir zuhause gewesen, hätten wir die Entfernung des Zauns ganz bestimmt nicht zugelassen. So hatte er freie Hand und freie Bahn und wir haben nun das Nachsehen und den Ärger….

Die ganze Geschichte des Streits am Gartenzaun kann man in verschiedenen Beiträgen  zurückverfolgen…

Von Nachbarn und Bäumen, Grenzen und Zäunen…

Herr Nachbar will zum Schiedsgericht…

Irgendwie irre…

Verhoben haben wir das Häuschen

Sonnenschein und Frühlingsgefühle…

Das schlägt dem Fass den Boden aus…

Ruhe am Gartenzaun…

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Kommentare»

1. theomix - 28. Mai, 2012

Doofe Geschichte 😦
– die jetzt auch noch eine Fortsetzung bekommt.
Gute Nerven!

2. Martin - 28. Mai, 2012

Je nun. Es gibt nur eine richtige Art, mit dieser Art Menschen umzugehen und das ist die ganz harte Kante.
Wenn man dieser Art dummdreister, völlig egoistischer Menschen nicht für jede ihrer Dreistigkeiten weitaus mehr Schaden zufügt, als sie angerichtet haben oder anrichten wollen, geht man immer weiter zurück. Es gibt bei dieser Art Leute keine Selbstbeschränkung. Je öfter es klappt, desto dummdreister werden sie.

3. julia - 29. Mai, 2012

Ich stimme ja eigentlich Martin zu, andererseits bin ich eher die, die deeskaliert. Wie wärs denn, wenn ihr den Gartenzaun ganz entfernt, es stehen ja eh genug Hecken und Büsche und Bäume auf der Grenze, dazu gibt ja jetzt die scheußliche Rasenkante eine klare Linie-und schöner ist so ein zaunloser Garten allemal?

4. Paul - 29. Mai, 2012

Es ist schwer in dieser Angelegenheit guten Rat zu geben.
Durch die Vorgeschichte seid Ihr auch schon in gewisser Weise in einem Teufelskreis, aus dem es sehr schwer ist raus zu kommen.
Durch den Gerichtsbeschluss hatte die Angelegenheit einen Abschluss gefunden, der, aus welchen Gründen auch immer, jetzt durch den Nachbarn wieder aufgehoben wurde.

Ich versuche mir vorzustellen, wie ihr reagiert hättet, wenn der Nachbar mit seinem Plan auf Euch zugekommen wäre und seine Gründe für diese Veränderung genannt hätte? Da wäre es sicherlich auf seine Gründe angekommen, ob ihr einverstanden gewesen wäret. Nun kann man dieses Versäumnis nicht mehr „reparieren“?

Welche andere Möglichkeit hättet ihr?
Wieder zum Gericht gehen und versuchen gerichtlich die Wiederherstellung des alten Zustandes zu erreichen.
Obwohl diese Maßnahme des Nachbarn wie eine Fortsetzung des alten Zwistes aussieht, könnte man ihn auch als ein völlig neues Ereignis betrachten?
Wenn man das unterstellt, könnte man auch wieder die Schiedsstelle oder wie das heißt, einschalten, um so auch noch die Meinung eines unbeteiligten Dritten zu erhalten.

Um die Sachlage aus der Entfernung besser beurteilen zu können, wäre es hilfreich, wenn Ihr noch ein Foto vom vorhergehenden Zustand hättet.

5. Paul - 29. Mai, 2012

Nachtrag:
Habe mir gerade das Foto noch einmal angesehen. Mir ist völlig schleierhaft, warum der Nachbar diese Steine verlegt hat. Es macht Arbeit, verursacht Kosten. Welchen Sinn soll das haben? Nun gut, über Geschmack kann man immer streiten und die Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters.
Also ich hätte sowas an der Stelle nicht gemacht, weil ich es weder schön noch praktisch finde.

6. Rika - 29. Mai, 2012

Der Nachbar hat ein sehr eigenwilliges Verständnis von Recht. Seiner Meinung nach war es nicht rechtens, dass wir den Zaun damals auf die Grenze gesetzt haben, obwohl dies ausdrücklich mit der Hilfe des damaligen Nachbarn und Freundes geschah. Unsere damaligen Freunde haben sich bald nach dem Hausbau getrennt und mussten das Haus verkaufen. Der neue Nachbar war mit den Gegebenheiten vollkommen einverstanden und stimmte auch dem Bau des Gartenhäuschens zu. Der Nachbar machte beruflich Karriere und kaufte sich ein neues riesiges Haus, sein Reihenhaus verkaufte er an zwei junge Leute, die auch kein Problem mit Zaun und Häuschen hatten, aber auch nach gut dreieinhalb Jahren das Haus wieder verkauften… Und nun Nachbar Nummer vier, der der Sohn des Ehepaares ist, das seit dem Bau der Häuser im ersten Haus der Reihe wohnt .
Ich vermute, dass Herr M.M. nun, nachdem „sein“ Recht hergestellt ist, Ruhe am Zaun geben wird. Dass das unter Missachtung des Gerichtsurteils, das er selbst ja angestrengt hat, geschehen ist, spielt für ihn gar keine Rolle, die Hauptsache ist, dass sein Recht hergestellt worden ist, zur Not eben auch in eigener Regie.

Wir werden es wohl dabei belassen, wobei mein Mann ihm schon sehr deutlich machen will, was wir von der Vorgehensweise halten. Aber selber vor Gericht zu ziehen mit allem Stress und Theater, das wollen wir nicht.

@ Julia,
Deine Idee ist prima!
Ich finde zaunlose Grenzen in Reihenhausgärten auch viel schöner … vermute aber, dass, wenn wir den Zaun ganz entfernen, das Theater mit dem Nachbarn aufs Neue losgehen wird, weil er dann auf Einfriedung bestehen könnte. Mir ist sie Rechtslage nicht ganz klar. Sollte aber der Zaun aufgrund der Veränderungen „seinen Geist aufgeben“, werde ich bestimmt keinen neuen setzen und könnte dann ja auf die unsachgemäße Behandlung durch den Nachbarn verweisen.

Es bleibt vermutlich spannend in der Nachbarschaft…
Wie gut, dass wir ab und zu auf unsere Wiese am Meer flüchten können oder in den Schrebergarten unseres Sohnes hier am Ort…
Dort war es gestern sehr ruhig und sehr idyllisch und absolut entspannend!
🙂

7. Paul - 29. Mai, 2012

Rika, nach Kenntnis der ganzen Vorgeschichte und der Entstehung der jetzigen Situation, halte ich Eure Entscheidung für richtig.
Das Verhalten des Herrn M.M. ist irrational und lässt auch Schlussfolgerungen auf sein sonstiges Sozialverhalten zu. Als Nachbarn wünscht man sich wirklich etwas anderes.

Deshalb wäre es, glaube ich, gut, Ihr würdet nicht nur „A“ sagen sondern auch „schloch“. (So sagen wir es hier in Berlin. :lol:) Damit meine ich, Du solltest versuchen, Deinen Liebsten davon abzuhalten dieses Thema mit dem Nachbarn zu „besprechen“. Es bringt nichts! Höchstens neuen Zoff. Jedenfalls schätze ich den Charakter des Nachbarn so ein.

Wirklich entwaffnen könntet Ihr ihn nur dadurch, dass Ihr ihn wegen dieser „Gartengestaltung“ lobt.
Aber das ist jetzt wirklich nur ein „gut“ gemeinter „Rat“, den auch ich nicht befolgen könnte.

8. Paul - 29. Mai, 2012

Mir fällt noch was ein:
In solchen Situationen pflegte meine Oma zu sage:
„Was tut es einer Eiche, wenn sich eine Sau an ihr schubbert.“

Damit auch das klar ist: Ihr seid die Eiche!

9. Rika - 30. Mai, 2012

@ Paul, 🙂

Gestern führte der liebste Gatte eine nette Unterhaltung am Gartenzaun und wir bekamen auf diese Weise
a) erstaunliche Einblicke in die Denkstrukturen der Nachbarn, die ich hier aber nicht weiter ausbreiten will – wäre zu raumgreifend – und erfuhren
b) zu unserem großen Erstaunen, dass Nachbar Junior M. bis zum 18. JuNi “Urlaub macht” und erst danach zu einem umfassenden Gespräch über die Lösungsmöglichkeiten zur Rettung des nachbarschaftlichen Friedens bereit stehen werde.
Erstaunt sind wir deshalb, weil Herr Nachbar doch am Gymnasium der schönen Stadt, in der unserer Altbundespräsident wohnt, in Sachen Religion und Sport pädagogisch tätig ist. Aus meinem langen Lehrerinnendasein weiß ich aber zu Genüge, dass man nie und nimmer außerhalb der unterrichtsfreien Zeit – besser bekannt als „Ferien“ – “Urlaub machen” kann, schon gar nicht drei lange Wochen und das vor Zeugnissen und Sommerferien (die beginnen in Niedersachen am 23. JuLi) !
Man könnte wohl aber eine Reha zur Wiederherstellung der Arbeitskraft in Anspruch nehmen. Und so mache ich mir nun Gedanken über die leiblich-geistige Gesundheit meines Nachbarn — Steine und schwere Dinge kann er ja schleppen, “Rücken”, Knie oder andere Beeinträchtigungen einer Sportlehrertätigkeit können es also nicht sein, was einer Reha bedarf …
Aber ich weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, dass man durchaus krank sein kann, auch wenn alle Welt glaubt, man sei pumperlgesund weil man Steine schleppt und im Gärtchen werkelt!

Es bleibt interessant am Gartenzaun …

10. Paul - 30. Mai, 2012

Liebe Rika, seid vorsichtig. Nicht das Ihr Euch noch ansteckt. 😀
Ich beneide Euch um Euren Nachbarn nicht, weil ich das Hohe Lied vom guten Nachbarn singen kann. Ja, das gibt es in Mietshäusern auch noch. Und dann auch noch in Berlin.
LG Paul

PS:
Aber Du hast schon recht, manchmal kann man einem Menschen seine Krankheit nicht ansehen.
In solch einer Situation hat ein Arzt meiner Frau, die sich deshalb bei ihm „beschwerte“, gesagt: „Wollen Sie jetzt auch noch einen Buckel haben?“
Wir lachen heute noch darüber, weil sich meine Frau immer noch in dieser Situation befindet.

PPS:
Eigentlich hätte ich es ahnen müssen. Wer solch eine Aktion startet wie Euer Nachbar, der kann nicht ganz gesund sein.
Bei der von Dir festgestellten Denkstruktur wird er vermutlich in seinem Leben von einer Schwierigkeit in die andere stolpern.
Eigentlich ein bedauernswerter Mensch. Das meine ich jetzt nicht ironisch.
Aber womit habt Ihr es verdient solch einen Nachbarn zu haben?
Das Beste wird es sein Abstand zu halten.

11. Das Gärtchen… mal wieder… | himmel und erde - 5. November, 2013

[…] er wieder unsere Abwesenheit nutzen, um Fakten zu schaffen? Ich meine […]


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