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Es ist an der Zeit…. 30. Juni, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Als ich mit „Himmel und Erde“ begann   (Wie sich das anhört!  😉 ) und mein „ani“ schrieb, war ich noch berufstätig, lebte mit dem Liebsten in trauter Zweisamkeit, hatte weder Enkel noch Krach mit den Nachbarn und dreiviertel meiner Kinder lebten als fröhliche Single.

Ich müsste das „ani“ ändern.

Ich bin im Ruhestand. Nur noch die Hälfte meiner Kinder leben als fröhliche Singles, der Nachbar nervt ohne Ende (Nachbarn sind allerdings im „ani“ auch kein Thema!), und ich bin

GROSSMUTTER!

Glückliche, stolze Großmutter!

Deshalb ist es an der Zeit, das „ani“ zu aktualisieren, aber dazu komme ich grad nicht. Keine Zeit für gar nichts.

Deshalb an dieser Stelle:

ZWEI nette Schwiegertöchter bereichern unser Leben!

Das zweite Enkelkind ist Anfang der Woche geboren.

Wir sind glücklich!

Eine Wiese am Meer bietet Ruhe und Entspannung.

 

Das mit dem Nachbarn kriegen wir auch noch hin.

Mein „ani“ wird geändert.

Später.

Wenn ich Zeit habe.

 

 

Kleine Ursache – große Wirkung…. 28. Juni, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, islam, judentum, meine persönliche presseschau.
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Die zwar sachgemäße, aber dennoch nicht komplikationslose Beschneidung eines muslimischen Knaben hat unabsehbare Folgen nach sich gezogen.

Ganz sicher habe die Eltern des Kindes nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, als sie, gemäß ihrer religiösen Überzeugung und Tradition den Sohn von einem Arzt beschneiden ließen. Und ebenso sicher war es vernünftig mit dem Kind eine Klinik aufzusuchen, als sich Komplikationen einstellten, die wohl weder die Eltern, noch der Arzt willentlich-wissentlich in Kauf genommen hatten.

In dem Artikel des focus – der „natürlich“ die Empörungs des Zentralrates der Juden in der Artikelüberschrift hervorhebt – heißt es lapidar:

Davon erfuhr die Kölner Staatsanwaltschaft und erhob Anklage gegen den Arzt. Das Amtsgericht Köln sprach den Mediziner in erster Instanz frei, weil eine Einwilligung der Eltern vorgelegen habe.

(Einschub: das „natürlich“ bezieht sich auf die Tatsache, dass hier der focus Juden in ein negatives Licht rückt – wieder einmal und das in einer Zeit, in der antisemitische Tendenzen stärker und stärker werden – und nicht etwa den Zentralrat der Muslime zitiert, die ja genauso und mit Recht empört sind, zumal es ein muslimisches Kind war, das den Stein ins Rollen brachte.)

Wer hat da gepetzt und warum?

Ich will weder meine Vermutungen als „Tatsachen“ darstellen   noch böswillige Unterstellungen betreiben. Aber es scheint doch so zu sein, dass das „Beschneidungsritual“ jemandem ganz schön gegen den Strich ging und er / sie die Gunst der Stunde nutzte, um grundsätzlich feststellen zu lassen, inwiefern die Entfernung der Vorhaut aus religiösen Gründen rechtens ist oder nicht.

Denkbar ist aber auch, dass der oder die Jemand dem behandelnden Arzt ein bisschen in die Suppe spucken wollte… die Abgründe des menschlichen Seins sind unergründbar….!

Vermutlich hat die Staatanwaltschaft aber davon erfahren, weil die Komplikation in Zusammenhang mit einer religiösen Handlung steht, denn es ist mir so gut wie noch nie zu Ohren oder Augen gekommen, dass die Staatsanwaltschaften generell vom Pfusch am Menschen erfahren, zumindest nicht von „Tatzeugen“, sonst müssten nicht so viele Menschen ihr Recht auf Wiederherstellung oder Wiedergutmachung oder Schmerzensgeld in teuren und langwierigen Prozessen einklagen. Sage mir nämlich niemand, dass es nicht immer wieder zu Komplikationen nach Operationen kommt …. meistens hacken die Krähen nicht und singen tun sie auch nicht!

Nun aber ist der Fall öffentlich und zu einem Rechtsfall mit eindeutigem Urteil geworden. Vermutlich – ich bin juristisch nicht bewandert – ist das Urteil mit deutschem Recht „kompatibel“, bzw. basiert auf Gesetzen, die hierzulande das Miteinander wie auch das sträfliche Gegeneinandern regeln.

Mein Kopf, mein Herz und mein Bauch sagen mir allerdings, dass es ein ungeheuerliches Urteil ist, eines, dass das Miteinander der religiös empfindenen Menschen zutiefst verstört! Es kann doch nicht sein, dass sich ein Gericht in geradezu grotesker Weise  über eine jahrtausende alte religiöse Bestimmung hinwegsetzt und damit darüber entscheidet, wie jüdisches oder muslimisches Leben auszusehen habe.   Aber vielleicht urteilt ja demnächst ein Gericht in Köln auch darüber, dass ein von aller Sexualität befreites Leben gegen die Menschenwürde und die Unversehrtheit der menschlichen Seele ist und somit die Pflicht zu Ehelosigkeit und Keuschheit, wie sie katholischen Geistlichen abverlangt wird, gegen die Menschenrechte verstößt. Wobei ich natürlich schon weiß, dass der Vergleich ein wenig hinkt, schließlich kann ein 8 Tage altes Kind seinen Willen  als Jude in die jüdische Gemeinschaft aufgenommen zu werden oder nicht noch nicht äußern. Und vermutlich hat ein 4 oder 5 jähriger muslimischer Knabe auch noch nicht die nötige Weitsicht, ein eigenes Urteil über seine Beschneidung zu fällen. Das ist bei erwachsenen Priesterkandidaten oder Mönchen schon ein wenig anders.

Und auch die Unversehrtheit, bzw. die Versehrtheit des Körpers ist sehr viel offensichtlicher als die Unversehrtheit oder Versehrtheit der menschlichen Seele oder der Psyche. Wobei letztere ebenso schwerwiegende Folgen haben kann wie eine körperliche Beeinträchtigung, wie auch immer diese entstanden sein mag.  (Von den vielen durch elterliche Erziehungsmaßnahmen nachhaltig gestörten Kindern und Jugendlichen, die später  auch als Erwachsene noch schwer an den Folgen der durch Eltern erlittenen psychischen Grausamkeit tragen, will ich hier gar nicht reden! Und auch nicht davon, dass die Staatsanwaltschaften das nur äußerst selten zur Anklage bringen!)

Mich verstört dieses erschreckend anstößige Urteil aber noch aus einem anderen Grund:

Ich bin Christin aus Überzeugung und Glauben und habe schon sehr früh von der Erwählungsgeschichte Abrahams erfahren und dem Bund, den Gott mit Abraham schloss und der eben durch die Beschneidung der männlichen Nachkommen als sichtbares Zeichen für alle Welt deutlich wurde. Für die Anhänger Jesu – der übrigens AUCH IM ALTER VON ACHT TAGEN BESCHNITTEN WURDE  -,  so hat es Paulus gelehrt, war die Beschneidung nicht  notwendig, an die Stelle der Beschneidung folgte für Christen das Symbol / das Sakrament der Taufe. In den meisten christlichen Gemeinschaften wird die Taufe am unmündigen Kind vollzogen, das auch nicht für sich entscheiden kann, ob es einmal als Christ leben möchte oder nicht. Ich selbst bin als Jugendliche auf meinen eigenen Wunsch und auf das Bekenntnis meines Glaubens getauft worden, wie es in meiner Freikirche auf der Basis biblischer Erkenntnis üblich ist.

Wenn nun durch ein Gerichtsurteil die fundamentalen religiösen Überzeugungen ausgehebelt und rituelle Handlungen unter Strafe gestellt werden, ist das für mich ein sichtbares Zeichen dafür, dass GOTT und  die von ihm gesetzten Gebote keinerlei Achtung  mehr in unserem gesellschaftlichen System erfahren. Das finde ich persönlich erschreckend. Weil es über kurz oder lang vielleicht dazu führen wird, dass Menschen für sich in Anspruch nehmen, oberste Instanz in allen Entscheidungen des Menschseins zu sein.

Wie schwierig aber das Eintreten für gottgegebene Ordnungen ist, wird deutlich in der Auseinandersetzung mit Religionsvertretern, die für sich und ihre Überzeugungen in Anspruch nehmen, göttliches und weltliches Recht gleichermaßen in eins zu sehen und zu vertreten.

Ich begrüße es ausdrücklich, dass Christen und kirchliche Amtsträger entschieden gegen das Kölner Urteil auftreten und sich dabei auf die vom GG garantierte Religionsfreiheit berufen.

Ich gehe allerdings auch davon aus, dass das Abhacken von Händen oder Füßen, das Steinigen von Ehebrechern oder das Aufhängen von Menschen, die in gleichgeschlechtlicher Liebe einander zugetan sind, nicht unter „Religionsfreiheit“ zu führen ist.

Das macht dieses Urteil eben auch so sehr prekär und bedeutsam. Wenn wir aus religiöser Überzeugung der Beschneidung kleiner Jungen zustimmen, können wir dann mit gleicher religiöser Überzeugung gegen die Einführung shariarechtlicher Urteile sein?

 

NACHTRAG:

Ein ernsthafter Einwand gegen die Beschneidung muslimischer Jungen, den ich nicht ignorieren will, da die betroffenen Jungen die Beschneidung bei vollem Bewusstsein erleben.

Die Beschneidung, ein unnützes Opfer für Allah“

„Der Klang der Solidarität ….“ 27. Juni, 2012

Posted by Rika in araber-"palästinenser", gesellschaft, israel, meine persönliche presseschau.
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Dem Deutschlandfunk gelingt es immer wieder, Israel in Misskredit zu bringen. Heute war es die Sendung „Corso – Kultur nach 3„. Der Moderator (dessen Name ich leider vergessen habe und nicht im Internet finden kann) wählte als Aufhänger für den „Solidaritäts-Beitrag“ Kerstin Poppendieks die jüngst bekannt gewordene Verweigerung einer Übersetzung  des Romans „Die Farbe Lila“ ins Hebräische durch die Autorin,  Alice Walker, die das mit der Apartheidpolitik Israels begründet. (Vielleicht grassiert gerade das GraSS-Virus unter alternden Dicherinnen und Dichtern:::!)  Offensichtlich, so beeilte  sich der Moderator  zu erklären,  sei es das  Ziel bedeutender Intellektueller und Künstler Israel „künstlerisch zu boykottieren“ und leitete so über zu „Der Klang der Solidarität“:

Zu Zeiten der Rassentrennung in Südafrika galt der kulturelle Boykott als Mittel, politische Veränderung zu fordern. Heute rufen Künstler des Landes zu einem solchen Boykott in Israel auf. Weltstars wie Madonna oder die Red Hot Chili Peppers, die dort auftreten, müssen sich deshalb den Vorwurf anhören, ihnen sei Geld wichtiger als Moral.

Ich weiß ja nicht, welchen Anforderungen die Redakteure und Moderatoren des Deutschlandfunks genügen müssen, zweifellos gehören aber weder politische / geschichtliche Grundkenntnisse noch die Kunst der Recherche zur Grundausbildung der Kerstin Poppendiek. Der verdanken wir nämlich das Pamphlet, mit dem  ordentlich Stimmung gegen Israel gemacht wurde.

Sicher hatten (und hat vermutlich immer noch) die USA ein gravierendes Problem rassistischer Diskriminierung und ganz sicher war Südafrika über viele Jahre ein Apartheidsstaat. Der jüdische  Staat Israel jedoch ist alles andere als ein Apartheidsstaaat.  Alle Staatsbürger Israels genießen die demokratischen Freiheiten eines demokratischen Staates, Araber sind in der Knesset vertreten, Drusen dienen in der Armee, Christen genießen Religionsfreiheit, was man übrigens von den Christen in den Gebieten unter arabischer Selbstverwaltung nicht gerade sagen kann.

Wenn man aber schon im Nahen Osten von Apartheid reden will – oder reden muss – kommt man an den Gebieten unter arabischer Selbstverwaltung nicht vorbei, nur sind diese nicht „Opfer“, sondern Täter:

Juden dürfen in den „Palästinensergebieten“ nicht wohnen, ein Staat „Palästina“, wie er Herrn Abbas vorschwebt, hat „judenrein“ zu sein.  Im Gazastreifen gibt es keine Juden mehr, dafür Raketen aus Gaza auf Juden in Israel,  und die wenigen Christen leiden unter der Knute der Hamas. Der Exodus arabischer Christen aus dem Verwaltungsgebiet der PLO ist dramatisch,  auf der Geburtskirche Jesu weht die Fahne des Propheten , Nichtmuslimen ist das Betreten des Tempelbergs verboten,  Muslime schänden immer wieder das Jakobsgrab und reklamieren Bethlehem als „Weltkulturerbe der ‚Palästinenser“  , inklusive Jesus als ‚palästinensischen Märtyrer‘. Aber das alles ficht die von keinerlei Kenntnissen gesegnete Frau Poppendiek nicht an. Sie stellt muntere Vergleiche zwischen dem Südafrika der Apartheid und Israel an und lässt die „Kenner“ aus Südafrika ausführlich zu Wort kommen, samt einem schrecklichen Lied über Gaza. Leider sieht sich auch der Moderator nicht in der Lage, diesem Unsinn zu widersprechen.

So bleibt einmal mehr der schale Eindruck, dass der Deutschlandfunk eine antiisraelische Position vertritt und jede Gelegenheit nutzt, selbt mit falschen Informationen und Behauuptungen Stimmung gegen Israel zu machen.

Dass es auf dieser Welt ECHTE Krisen und Probleme gibt, denen sich der Deutschlandfunk getrost einmal widmen könnte, scheinen die verantwortlichen Redakteure nicht zu wissen….

Ach, noch ‚was:

Wenn alle jüdischen Künstler, Wissenschaftler und Intellektuelle im Ausgleich zu den propagierten Boykottmaßnahmen NUR noch in Israel auftreten würden, hätten alle übrigen Länder ein erhebliches künstlerisches und wissenschaftliches Defizit zu verkraften.

Kein Wissentransfer von Israel in die übrige Welt, keine Beteiligung jüdischer Künstler am Kulturbetrieb der Institutionen, an denen die lieben Kollegen zum Boykott Israels aufrufen… usw. usw.

Das wäre doch eine eine interessante Variante und eine bedenkenswerte Aktion…….. 🙂

Sollen sie doch spielen…. 19. Juni, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen, neues vom gärtchen.
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Ich sitze nach dem schweren Tagwerk auf meiner Terrasse und genieße das Abendkonzert der Vögel.

Schwer war mein Tagwerk, weil ich endlich, endlich die Terrasse sommerfein gemacht habe, dazu war ich einfach noch nicht gekommen. Keine Zeit nirgends!

Nun haben die Kästen und großen Töpfe nicht nur neue Erde, sondern sind auch neu bepflanzt. Das war ein bisschen schwierig, denn das üppige Blumenangebot, das noch vor Wochenfrist in nahezu allen Gartenmärkten zu bestaunen war, ist wie von Geisterhand mir nichts dir nichts verschwunden – bis auf einen sehr kleinen, aber  gar nicht feinen Rest. So habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und diesmal nur ein paar wenige, noch einigermaßen ansehnliche Blumen in die Kästen gepflanzt und die „Lücken“ mit Kräutern ausgefüllt, habe Rosmarin, Strauchbasilikum, Minze und Salbei „erneuert“, in der Hoffnung, dass der nächste Winter, der vermutlich kommt, nicht ganz so grausam kalt wird wie der letzte. Der hatte ja – ich schrieb darüber – allen meinen Kräutern den Garaus gemacht.

Und nun sitze ich hier auf der Terrasse, genieße den Feierabend, die gute Luft, den Gesang der Vögel und den Duft des Gartens. Der Liebste ist außerhäusig bei dem guten Freund aus Kindertagen und wird erst morgen zurück sein…. Ich halte hier die Stellung, denn ich bin in Rufbereitschaft. Unser zweites Enkelkind kann jetzt oder in den nächsten Tagen den Weg ins Leben antreten (ins öffentliche Leben 🙂  leben tut es ja schon eine ganze Weile und wir sind schon lange voll freudiger Erwartung!)  Und damit das erste Kind nicht mutterseelenallein zu Hause ist, wenn Mama mit Papas Unterstützung für die Verstärkung der kindlichen Fraktion sorgt, ist die stolze Oma eben in Rufbereitschaft….

Fußball wird auch gespielt …. aber was ist das schon gegen das Abenteuer auf ein neues Kind zu warten  oder den Feierabend auf der frisch heraus geputzten  Terrasse zu genießen.

Eine Amsel sitzt auf dem Schornstein der freundlichen Nachbarn. Ich kann sie sehen – und hören.

Sie flötet wunderlieblich  – und ich bilde mir ein, nur für mich!

Kinder? Nein, danke, woll’n wir uns nicht leisten! 12. Juni, 2012

Posted by Rika in gesellschaft, Kinder - Famile, meine persönliche presseschau.
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Fachkräfte müssen her, für die Wirtschaft natürlich!

Kinder stören da eher – selbst wenn sie die Fachkräfte von morgen sein könnten. Kinder hindern ihre Mütter an selbstbestimmter und gesellschaftlich wertvoller Arbeit bei Schlecker oder Lidl, in Versicherungen, Banken  oder Krankenhäusern.

Und Kinder sind teuer!

Viele Kinder sind ihren Eltern teuer, so teuer, dass Mama und Papa alles für ihre Kinder tun (würden), und wenn es das letzte Hemd kostet.

Der Staat sieht das nicht so eng.

Da dürfen Kinder vor allem eines NICHT:   Etwas kosten!

Leicht lässt sich das ablesen an den Einrichtungen, die für die außerhäusige Betreuung und Bildung unserer Kinder zuständig sind, an Kindergärten – neumodisch Kitas genannt – an Schulen und den weiter führenden Bildungseinrichtungen, ja sogar an so profanen Dingen wie Spielplätzen oder  Kinderstühlen und Wickelräumen in Restaurants, z. B.

Besonders „kostbar“ sind Kinder aber für die Kommunen, die die Gehälter des pädagogisch tätigen Personals in den pädagogisch wertvollen Kitas bezahlen müssen. Und da kommt man doch schon mal auf die eine oder andere Idee, wie man dieses Problem kostengünstig, am besten sogar kostenneutral lösen könnte.  Soviel Qualität wie möglich für so wenig Geld wie möglich. Schließlich können wir es ja der Gesellschaft nicht zumuten, viel Geld in (unsere) Kinder zu investieren.

Und so spart man doch am besten an den Gehältern der Erzieherinnen und Erzieher. Das sind in den Augen der meisten Menschen die „Kindergärtnerinnen“, die auf die lieben Kleinen aufpassen, ihnen die Nase oder den Po putzen, schöne Liedchen mit ihnen trällern und Geschichten erzählen oder vorlesen. Hartnäckig hält sich diese Vorstellung von Kindergarten und Personal.

Dabei verkennen die meisten Menschen – oder wissen es vielleicht auch nicht -, dass die Erzieher, Erzieherinnen eine anspruchsvolle, mehrjährige Berufsfachschulausbildung durchlaufen. Hier in Niedersachsen dauert sie 4 Jahre. Die Ausbildung umfasst eine umfangreiche pädagogisch – psychologische Grundausbildung mit einem hohen Anteil an Fachpraxis, den die Berufsfachschüler in Kindertagesstätten erhalten.

Wer aber denkt, dass diese Ausbildung auch angemessen honoriert wird durch ein Gehalt, von dem Mann oder Frau eine eigene Familie gut ernähren könnte, sieht sich getäuscht. Noch immer gehen nämlich die Finanzstrategen der Kommunen von der Vorstellung aus, dass die „Kindergärtnerin“ sich lediglich ein Zubrot zum Einkommen ihres Mannes verdient. Männliche Erzieher als „Haupternährer“ der Familie sind in diesen Vorstellungen ohnehin nicht vorgesehen.

Ein Sachbearbeiter bei einer Bank oder Versicherung mit gleichen Zugangsvoraussetzungen (qualifizierter Realschulabschluss) und gleicher Ausbildungsqualität und -dauer kann vermutlich ein höheres Einkommen vorweisen, als Erzieherinnen und Erzieher in der Regel erhalten.

Nun werden einige vermutlich sagen, dass Bank- oder Versicherungsangestellte ja auch einen hohen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg unseres Gemeinwesens leisten und daher die höhere Entlohnung auch gerechtfertigt sei.

Was kann für die Gesellschaft wichtiger sein als eine wirklich gute Bildung und Betreuung ihres Nachwuchses? Und wenn schon  die wirtschaftlichen Gegebenheiten unserer Gesellschaft es notwendig machen, dass Mütter so früh wie möglich wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, dann sollte doch die Gesellschaft auch dafür sorgen, dass es den Kindern an nichts mangelt: Nicht an ansprechenden Räumen, nicht an qualifizierten Mitarbeitern in den Kitas, nicht an liebevoller Betreuung.

Das aber kostet!

Kostet richtig viel Geld!

Und darum ist es eine hanebüchene Veranstaltung, die wir in der Frage von „Herdprämie versus Kitaplatz“ derzeit erleben.

Völlig grotesk aber wird die Geschichte  durch die „netten“ Überlegungen, die zur „kostengünstigen Kita“ angestellt werden, wie spon berichtet:

1000 Euro brutto pro Monat – so niedrig ist laut Linkspartei das Gehalt mancher Erzieherinnen in Sachsen. Die Frauen liegen damit rund 50 Prozent unter Tarif. Der „Saarbrücker Zeitung“ zufolge gibt es einen drastischen Anstieg von Leiharbeit in Kindergärten.

Und wie man in der Regierung über die Wertarbeit  „Erziehung“ denkt, macht dieser Absatz aus dem spon-Bericht deutlich:

Auch der jüngste Plan von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen dürfte kaum zu einer besseren Bezahlung von Erziehern beitragen. Sie setzt auf die Umschulung von Arbeitslosen – zum Beispiel von den Tausenden Schlecker-Mitarbeiterinnen, die im Zuge der Pleite ihren Job verloren haben. Gewerkschafter kritisieren den Plan als „beschämend“ da von der Leyen suggeriere, der Erzieherberuf sei leicht zu erlernen und von jedem ausführbar.

„Erziehen kann jeder, schließlich war ja jeder mal selbst ein Kind und ist irgendwie damit klar gekommen und unsere Mütter waren ja in den meisten Fällen auch keine Fachkräfte“, könnte man als gedankliche Argumentation hinter diesen abstrusen Plänen der Ministerin vermuten.  (Übrigens ein ähnliches Denkschema, das vielen Lehrern bei Eltern begegnet, die meinen, Schule machen könne jeder und sie ganz besonders!)

Kinder,  so wird mir wieder einmal an diesem Artikel deutlich,  sind „uns“  offensichtlich nichts wert…

„Deutschland schafft sich ab“  schrieb Tilo Sarrazin und entfachte einen Sturm der Empörung…

Die Empörung angesichts einer desaströser Familienpolitik bleibt hingegen aus.

Ich halte das für den eigentlichen Skandal.

„Was hat es mit mir gemacht“? 5. Juni, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Das Bloggen nämlich!

Seit fünf Jahren schreibe ich hier mehr oder weniger regelmäßig – über meine Befindlichkeiten, Ansichten, Meinungen.

Himmel und Erde war mein Raum als ich begann, mein Thema das Leben und der Glaube „mit allen möglichen Facetten“.  Meinen Horizont wollte ich erweitern und weit sein für die Welt und ihre Menschen.

Bin ich das?

Gegenwärtig erlebe ich mich ganz anders.

In der Fülle der Informationen und der sich so oft widersprechenden Meinungen drohe ich manchmal unterzugehen. Mein Blick ist weiter geworden, dafür empfinde ich meinen Standpunkt umso enger, kleiner, beschränkter.

Muss das so sein?

Wird man selbst „einseitiger“ wenn man sich für das Weite öffnet?

Mir kommt es so vor.  Ich erlebe mich im ständigen Abgleich mit den Meinungen und Ansichten anderer Menschen und je mehr ich aufnehme von dem, was andere denken, meinen, schreiben, umso mehr werde ich mir meines eigenen Standpunktes bewusst und stelle immer wieder fest, dass ich nicht großartig und weitherzig bin. Nein, ich habe keine weltmännisch-weitläufigen Ansichten, ich bin oftmals kleinkariert, engstirnig und  engherzig, statt großzügig und tolerant.

Ich bin eindeutiger geworden durch das Bloggen.

Dabei fällt es mir nicht  leicht eine Stellung zu beziehen und eine Meinung zu vertreten, die nicht im „Mainstream meiner Blogroll“ anzutreffen ist oder gar den dortigen „Meinungsmachern“ entgegensteht.

Das erlebe ich besonders deutlich in der Auseinandersetzung mit dem Thema „Islam“, bei dem mir jegliche Toleranz abhanden gekommen ist. Das war früher anders.   Manchmal werde ich beschämt ob meiner Engherzigkeit und dann wieder denke ich, dass gerade bei diesem Thema ein klarer und eindeutiger Standpunkt gefragt ist.  Gleichmacherei,  Abwiegeln, Schönreden oder nach dem Munde reden nicht angebracht sind, weder in die eine, noch in die andere Richtung.

Ich erlebe diese Situation als schwierig. Ich möchte nicht in eine rechte, islamophobe Ecke gestellt werden und merke aber beim Lesen anderer Meinungen,  dass man meine Äußerungen in genau diese Ecke stellen könnte. Das löst Unbehagen aus. Wer steht schon gern allein oder, was noch schlimmer wäre, in einer Gruppe mit Leuten, mit denen man eigentlich nichts zu tun haben will?

Als junges Mädchen habe ich gern ein Lied in meiner Junschargruppe gesungen,  das mit diesen Worten begann: „Du Mensch im Strudel unserer Zeit, so steh doch endlich still…“  Der Strudel unserer Zeit ist in den 50 Jahren seither eher noch heftiger noch größer noch schneller geworden und das „was Gott der Herr der Herrlichkeit“ mir sagen will, wie es in dem Lied weiter heißt, noch mehr unterzugehen droht in der Flut der Informationen und Meinungen. Ich möchte hören können, was „Gott der Herr der Herrlichkeit“ sagt, aber ich kann manchmal seine Stimme von denen der vielen anderen „Sagern“ nicht unterscheiden.   Und was mache ich dann?  Will ich zu denen gehören, die man mit dem unschönen Begriff „Fundamentalist“ belegt, weil sie sich (einzig) darauf verlassen, was ihnen die Bibel, das Wort Gottes sagt?    Und was ist mit den vielen Möglichkeiten zur freien Interpretation, zu einem „sollte Gott gesagt haben“?

Nehme ich mich selbst wahr und ernst?

Und wenn ich völlig darauf verzichte in meinem Blog über Gott nachzudenken und mich nur noch auf das Gärtchen und Kochrezepte beschränke oder auf meine Wiese am Meer und allenfalls noch auf Israel, dem anderen Thema, das mich hier sehr beschäftigt und bei dem ich sehr eindeutig bin? Geht das? Kann ich alles Schwierige, Uneindeutige, Mehrdimensionale aus meinem Denken, Fühlen, Schreiben ausklammern, um besser klar zu kommen in einer Welt, die alles andere als eindeutig und eindimensional ist, deren Probleme schwieriger und unlösbarer erscheinen, je mehr man sich mit ihnen beschäftigt?

Will ich das?

„Was macht das mit dir?“

Eine beliebte Frage in Selbsterfahrungsgruppen  – und inzwischen  zu oft zum „running gag“ verkommen.

Was macht das mit mir?

Was mache ich damit?

Ich behalte „es“ im Blick – das um mich herum und meine innere Auseinandersetzung damit.

Damit ich eindeutig und offen sein kann, heute und morgen.

Aber vielleicht werde ich nicht mehr so viel aufschreiben von dem, was mich bewegt und vielleicht doch mehr über die Wiese am Meer und das Gärtchen erzählen.

Weil es mir und meiner Seele einfach besser bekommt.

Die „muslimisch-morgenländischen Beine des Abendlandes“….. 1. Juni, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, islam.
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über die Herr Mayzek so blumenhaft redet

„Das europäische Abendland steht ganz klar auch auf muslimisch-morgenländischen Beinen. Wer das leugnet, betreibt Geschichtsfälschung“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mayzek, der „Passauer Neuen Presse“.

haben gegenüber den sonst vielfach beschworenen  „Wurzeln“ unserer kulturellen Werte den unschätzbaren Vorteil, dass sie laufen können.

Das haben nicht zuletzt die Soldaten vor Wien gezeigt, deren „muslimisch-morgenländische Beine“ schleunigst die Flucht ergriffen.

Aber um im hübschen Bild zu bleiben: Ganz unbestreitbar laufen auch heute sehr viele „muslimisch-morgenländische Menschen“ auf muslimisch-morgenländischen Beinen“  im Abendland herum…

Ob aber das ein ausreichender Grund ist zu behaupten, der Islam gehöre zu Deutschland….  so ganz selbstverständlich und von allen Zeiten an?

Da habe ich so meine Zweifel!

Und müssten wir dann nicht ausdrücklich alle anderen schätzungsweise 127 Religionen, die auch durch Menschen hier in Deutschland vertreten sind, als ebenso zu Deutschland gehörend explizit benennen, um wirklich gar kein Ungleichgewicht aufkommen zu lassen zwischen denen, die schon immer hier waren (ab wann ist „immer schon“?) und denen, die im Laufe der Jahre hierher gekommen sind, aus welchen Gründen auch immer!?!

Es war ein überaus unglücklich, um nicht zu sagen, gänzlich falsch formulierter Satz, den Herr Wulff in die Welt gesetzt hat und den wir nicht mehr loswerden. Die Einwanderer nach ihrer Religion als zu Deutschland gehörend zu benennen, war das Falscheste und Schlechteste,  das man in der Debatte um Migration überhaupt machen konnte. Schon gar in einer Zeit, in der viele Terroranschläge gegen den Westen ausdrücklich im Bezug auf den Islam und seiner kulturellen Grundlage, den Koran, passieren.

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Bei Wiki gibt es eine gute Übersicht über diverse Religionszugehörigkeiten in Deutschland, wobei Naturreligionen, wie etwa altgermanische Baumanbeter nicht vertreten sind.

Aus der Tabelle lassen sich auch Rückschlüsse auf die Migranten ziehen, die von Herrn Wulff nicht ausdrücklich als zu Deutschland gehörend bezeichnet wurden…… etwa syrisch-orthodoxe Christen oder Hindus!