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Erleichterung…. 7. November, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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(Nein, hier folgt ganz gewiss kein Kommentar zur Wahl in den Vereinigten Staaten von Amerika!)

Ich bin erleichtert!

Vor 14 Jahren um diese Zeit merkte ich zum ersten Mal, dass meine von Natur aus leicht kratzige Stimme noch kratziger geworden war, mir das Singen Beschwerden machte und ein langer Unterrichtstag Halsschmerzen verursachte.  „Berufskrankheit“, dachte ich und vermutete außerdem, eine dem herbstlichen Wetter geschuldete Erkältung sei die Ursache für die Befindlichkeit meiner Stimme. Es würde bestimmt wieder besser werden.

Aber es wurde nicht besser. Im Gegenteil, es wurde immer schlechter.

Im Frühjahr bat ich einen befreundeten Artzt um eine Empfehlung für einen HNO-Experten. Die kam prompt. Der gute Doktor schaute mir in den Hals und legte mir dringend nahe, mich noch am gleichen Tag in der HNO-Ambulanz der MHH zu melden, denn es bestehe der Verdacht auf ein Stimmbandkarzinom.  Das war nicht besonders feinfühlig vorgetragen und in mir ratterten die Gedanken und Befürchtungen, zumal mein Großvater an Kehlkopfkrebs gestorben war….

Mein Mann begleitete mich in die Medizinische Hochschule Hannover – und nach einer schier endlos langen Wartezeit und mehren Besichtigungen meines Halses durch verschiedene Ärzte meinte eine sehr nette Oberärztin, „es“ sei vermutlich nur eine Leukoplakie, die sei in aller Regel harmlos, man wolle die entsprechende Stelle „abschälen“, gleich am nächten Montag.

(Wie man ein nur Millimeter „dickes“ Stimmband noch schälen kann verwundert mich bis heute … 😉 !)

Gesagt, getan.

Eine Woche verbrachte ich im Krankenhaus, durfte kein einziges Wort sprechen, wurde täglich mehrmals benebelt und von den Gesprächen meiner Bettnachbarinnen berieselt…. Das Ergebnis der histologischen Untersuchung gab Entwarnung. Kein Krebs. Gott sei Dank!

Sechs Wochen später stand die nächste Schälung an, denn wieder hatte sich „etwas“ gebildet, was nicht auf das Stimmband gehört. Diesmal schälte man etwas gründlicher. Aber auch dieser Schälung folgte eine weitere, wieder nur wenige Wochen später.

Diesmal, so sagten mir die behandelnden Ärzte, schnitten sie noch „tiefer“ und weiträumiger…

Diesmal war der Befund eindeutig, es waren Krebszellen im Gewebe. Mir war nicht wohl, obwohl die nette Oberärztin mutmachend meinte, ich hätte mir die beste aller Krebssorten ausgesucht, es sei gut zu kontrollieren und man habe „ihn“ ja wohl auch ganz „erwischt“!

Sie sollte Recht behalten.

Nach einem Jahr und zahllosen Reha-Maßnahmen war ich, bzw. meine Stimme, sogar wieder arbeitsfähig.

In den nächsten Jahren, in denen ich engmaschig kontrolliert wurde, ergab sich kein neuer Schälgrund.

Fünf Jahre nach der ersten Operation waren sich die Kontrolleure aber nicht sicher, also wurde eine Biopsie angeordnet und wieder geschält.

Alles im grünen Bereich!

Die Abstände zwischen den Kontrollen wurden immer länger … irgendwann nach vielen Jahren ging ich dann  einfach nicht mehr hin.

Vor knapp zweieinhalb Wochen traf ich eine gute Bekannte wieder, die eine ausgebildete Spezialistin für Hören und Sprechen ist und mich damals gut betreut hatte. Wir unterhielten uns nett und ausführlich. An meine Stimme dachte ich überhaupt nicht, bis sie fragte: „Sag mal, wann warst du zuletzt zur Kontrolle?“  Mhhhm…. schon eine ganze Weile her, den genauen Termin konnte ich ihr gar nicht sagen.

„Damit ist nicht zu spaßen! Du gehst sofort zum Arzt!“

Augenblicklich spürte ich meinen Hals.

War das Kratzen meiner Stimme nicht wieder stärker geworden?

Hatte ich nicht manchmal das Gefühl, da sei irgendetwas, was da nicht hingehörte?

Viel mir das Schlucken nicht deutlich schwerer?

Tat mir der Hals nicht ständig weh?

Fühlte ich mich nicht dauernd müde und erschöpft?

„Du spinnst, Rika!“ schalt ich mich. „Du siehst Gespenster. Das ist alles nur psychisch.“

Wie aber, wenn es nicht „nur psychisch“ ist?

Gleich am nächsten Werktag kramte ich die Nummer meines alten HNO-Arztes hervor, der hatte inzwischen seine Praxis aus Altersgründen aufgegeben (das war auch mit ein Grund, warum ich nicht mehr zu den Kontrollen gegangen war…) und den Nachfolger kannte ich noch nicht. außerdem war der Nachfolger inzwischen in neuen Räumen gelandet.

Die junge Frau am Telefon war sehr nett.

Gestern war der Termin.

Die Ärztin, die sich meine Geschichte anhörte und meinen Hals gründlich in Augenschein nahm, war ebenfalls sehr nett!

Noch netter war das Ergebnis ihrer Bemühungen.

Alles in Ordnung….!

Aber, so gab sie mir mit auf den Weg, ich solle den Hals doch wieder regelmäßig untersuchen lassen, spätestens in einem Jahr, denn mit „so einer Sache“ soll man nicht spaßen, auch wenn es die harmloseste „Sorte“ ist.

Ich bin erleichtert.

Dankbar!

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Kommentare»

1. theomix - 7. November, 2012

Das lief jetzt alles im analogen Hintergund, nicht wahr?
Ich fühle mich mit erleichtert- Ui.
Tief Luft holen. Zeit für ein lautes „Halleluja!“.

2. Yael - 7. November, 2012

Gott sei Dank ist alles okay. Ich dachte schon, es wäre etwas bösartiges.

3. Paul - 9. November, 2012

Liebe Rika, mich interessiert nicht, ob Du zur Wahl von Obama was schreibst. Es wäre aber besser gewesen, Du hättest vorneweg geschrieben: „Es ist alles gut. Aber ich schreibe Euch mal auf, warum alles gut ist.“
Dann hätte ich mir „unterwegs“ keine Sorgen machen müssen.
Na ja. „Ende gut, alles gut.“

Gott sei’s getrommelt und gepfiffen. :-))


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