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Liebe Frau Bundeskanzlerin Merkel! 3. Dezember, 2012

Posted by Rika in araber-"palästinenser", gesellschaft, israel, terrorismus.
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Liebe Frau Merkel,

In den Zeitungen muss ich heute zu meiner großen Betrübnis lesen, dass Sie ganz schön sauer sind auf Israel und den Herrn Netanjahu. Weil, so werden Sie zitiert, weil er einfach nicht aufhören will mit dem „Siedlungsbau“, obwohl Sie ihm doch so eindringlich wie liebevoll ans Herz gelegt haben, das Bauen nun endlich mal zu lassen.

Liebe Frau Merkel, als meine Kinder noch klein waren habe ich mich auch immer sehr geärgert, wenn sie meinen liebevollen Ermahnungen nicht gefolgt sind. Ich kann Sie daher im Prinzip verstehen. Es muss einen schon sehr bekümmern, wenn die guten Ratschläge, die man erteilt, einfach nicht gehört und schon gar nicht befolgt werden.

Aber wissen Sie, liebe Frau Merkel, was ich gar nicht verstehe ist, dass Sie die anderen beiden Streithähne nicht auch ermahnt haben. Wenn ich früher mit meinen Kindern geredet habe um einen Streit zu schlichten, habe ich mir immer beide (bei vier Kindern waren es manchmal sogar vier) Seiten angehört und dann habe ich auch alle Seiten aufgefordert, die Streiterei zu lassen.

Und, sehen Sie, Frau Merkel, das habe ich bei Ihnen ganz doll vermisst. Als nämlich die Hamas von Tag zu Tag mehr Raketen auf Israel geschossen hat, da haben Sie nur sehr allgemein von Spiralen gesprochen, die sich nicht weiter drehen sollen. Das hat mich etwas gewundert, weil ja nur die Hamas mit den Raketen rumgeschossen hat. Erst als sich Israel gewehrt hat, haben Sie gesagt, dass die endlich mit dem Unfug aufhören sollen und waren ganz böse über die Zerstörungen in Gaza, aber die traumatisierten Kinder in Beer Sheva, Sderot und anderswo in Israel, die haben sie gar nicht erwähnt.

Und, Frau Merkel, das muss ich nun auch noch sagen: Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass einer irgendwie gearteten Staatgründung eines arabischen Staates zwischen dem arabischen Jordanien und dem Staat Israel Verhandlungen vorausgehen müssten und die „Anerkennung des Existenzrechts Israels“, wie Sie es ja auch bei Ihrem Besuch in Israel gesagt haben. Nun hat aber der Herr Abbas mit einem geschickten – ich würde ja sagen – fiesen Schachzug diesen schönen Plan ausgehebelt. Er muss sich nun gar nicht mehr mit Israel an den Tisch setzen, denn de facto hat die UN ja dieses von Abbas als „palästinensisches Land“ bezeichnete Gebiet als Staat anerkannt. Nun muss Abbas im Gegenzug gar nicht  mehr den jüdischen Staat Israel anerkennen. Das ist doch sehr praktisch für die Fatah, aber auch für die Hamas und alle anderen arabischen Staaten.

Aber leider stimmt das ja gar nicht mehr mit Ihrer Staatsräson überein, nicht wahr?

Warum haben Sie aber dann nicht gegen die Umwandlung des Status gestimmt, bzw. den deutschen Vertreter stimmen lassen?  Meine Zeitung schreibt, weil Sie eben sauer auf Herrn Netanjahu sind. Er soll Sie irgendwie als „sichere Bank“ bei der Abstimmung gesehen haben, aber das soll Ihnen nicht gefallen haben, weil er Ihnen keine Zusage für einen Baustopp gemacht hat.

Sehen Sie, Frau Merkel, und da hätte ich das mit meinen Kindern ganz anders geregelt:

Keine Anerkennung Israels = Ablehnung der UN-Umwidmung. Ohne wenn und aber!

Was nun die Baumassnahmen angeht muss ich Sie doch noch fragen, ob Sie  überhaupt jemals die Pläne des Herrn Abbas angesehen haben. Neulich habe ich nämlich ein Bild gesehen, darauf war der Herr Abbas vor einer Landkarte „seines Landes“ zu sehen und wissen Sie, was auf der Landkarte stand? Nein? Das kann ich Ihnen sagen: Palästina!

Aber, werden Sie sagen, das ist doch auch in Ordnung. Nein, das ist es eben nicht! Weil nämlich die Karte „Palästina“ vom Mittelmeer bis an die syrisch-jordanische Grenze zeigt – ohne irgendein ISRAEL dazwischen.

Das, Frau Merkel, sind nämlich die Pläne von Herrn Abbas und seinen Feindfreunden bei der Hamas. Das können Sie auch in der Charta der Hamas nachlesen. Alle Muslime, so heißt es da, haben die Pflicht solange zu kämpfen, bis das ganze Land „vom Meer bis zum Fluss“ ein Staat „Palästina“ ist. Und das haben sie ja auch getan, die Muslime, bzw. die muslimisch regierten Staaten, die haben in der UN alle für Herrn Abbas gestimmt (und vielleicht haben sie auch mit diplomatischen Mitteln die nicht-muslimischen Staaten so ein ganz bisschen beeinflusst mit dem Hinweis auf Öl …könnte ich mir jedenfalls denken, aber die Diplomaten denken ja vermutlich ganz viel Wichtigeres als ich!)

Ach, entschuldigen Sie bitte, das ich etwas abgewichen bin…. ich wollte ja was zu den Baumassnahmen fragen. Nämlich dies:  Wenn ca. 20% der Bevölkerung des Staates Israel Araber in arabischen Siedlungen sind (unter Siedlungen versteht man ja auch Städte und Dörfer), warum dürfen dann keine jüdischen Siedlungen in einem arabischen Bereich existieren, bzw. dürfen bereits vorhandene Wohngebiete nicht weiter ausgebaut werden?

Sie sagen jetzt vermutlich, weil Netanjahu ein Zeichen setzen soll, dass er mit den Arabern in Frieden leben will.  Und, sehen Sie, da hakt es doch gewaltig. Warum verlangen Sie kein Zeichen von den Arabern, dass sie mit den Juden in Frieden leben wollen, sagen wir mal, das Zeichen der grundsätzlichen Anerkennung des jüdischen Staates Israel!?

Sehen Sie, Frau Merkel, da stimmt etwas nicht. Das haben Sie vielleicht übersehen.

Deshalb weise ich Sie auch ganz freundlich darauf hin, von Frau zu Frau – und, wenn Sie erlauben – von Mutter zu Mutter! Das sind Sie doch, die Mutter der Nation!

Mit freundlichen Grüßen

Rika

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Kommentare»

1. Paul - 3. Dezember, 2012

Liebe Rika,
dieser Brief gefällt mir sehr gut. Den kann ich unterschreiben. Was ich hiermit getan habe.

Was hältst Du davon, wenn Du diesen Brief wirklich an die Bundeskanzlerin schickst? Setze meine Mailadresse drunter, quasi als Befürwortung des Briefes. Oder erlaube mir, diesen Brief unter Angabe der Verfasserin an die Bundeskanzlerin zu schicken. Er soll jedenfalls nicht hier im Blog liegen bleiben.
Herzlich Paul

2. heplev - 3. Dezember, 2012

Rika, erste Klasse!

3. Rika - 3. Dezember, 2012

Paul, ja, daran hatte ich auch schon gedacht, Ihr diesen Brief tatsächlich zu schicken… zumal ja hier in Hannover gerade die CDU steppt 😉 Danke Dir und auch Dir, heplev…. werde glatt rot… 😉

4. Paul - 3. Dezember, 2012

„werde glatt rot“

Bloß nicht. Wenn Du Rot wirst, dann kündige ich Dir die Freundschaft.

(Das konnte ich mir wirklich nicht entgehen lassen.)

LG Paul

5. inneres Stimmchen - 4. Dezember, 2012

sehr schön! Ich könnte mir vorstellen, dass Sie unter diese Art von Brief sogar die eine oder andere Unterschrift bekämen 🙂

6. julia - 4. Dezember, 2012

Meine auf jeden Fall!

7. Caruso - 4. Dezember, 2012

Liebe Rika, als 81 jährige Frau erlaube ich mir, dich so vertraulich anzu-sprechen. Schon seit einiger Zeit will ich dir schreiben, weil ich dein blog wunderbar finde. Aber ich bin eine – ob du glaubst oder nicht – eine eher scheue Person. – Diesen Brief finde ich aber so großartig, daß ich mich überwunden habe. Bitte schick ihn an Frau Merkel. Unbedingt. Ich bin auch bereit ihn zu unterschreiben, obwohl ich keine Deutsche bin, son-dern eine aus Budapest nach Wien zugewanderte. – Evtl. Fehler bitte mir zu entschuldigen, deutsch ist nicht meine Muttersprache. Ich war fast schon 30 als ich nach Wien kam.
Liebe Grüße
caruso

8. Rika - 4. Dezember, 2012

Ich habe den Brief abgeschickt…. einmal mit zusätzlicher Erklärung, einmal pur, so wie er hier steht. Aber ich gebe mich keinen Illusionen hin, sie wird ihn vermutlich gar nicht zu Gesicht bekommen, dafür hat sie doch ihre Leute.
Paul, Inneres Stimmchen, Julia, Caruso 🙂

9. Yael - 4. Dezember, 2012

Schöner Brief, auch wenn ich den geplanten Siedlungsbau für ziemlich blöde halte.

Merkel wird ihn wohl wirklich nicht zu Gesicht bekommen. Ich habe ihr auch mal einen Brief über die entsprechende Seite geschickt. Nicht mal eine Bestätigung des Schreibens habe ich bekommen.
So sinse eben unsere Politiker.

10. Paul - 5. Dezember, 2012

Sehr gut, liebe Rika,
dass Du den Brief abgeschickt hast.

Natürlich wird Frau Merkel den Brief nicht persönlich lesen.
Bei den vielen Zuschriften die sie bekommt, kann das auch nicht erwartet werden. Aber wenn zu einem Thema viele gleichlautende Meinungen kommen, dann wird ihr das sicherlich vermittelt.
Es ist also nur zu hoffen, dass auch andere noch geschrieben haben.

Deshalb werde ich ihr auch gleichlautend schreiben. Mit Deiner Erlaubnis werde ich mich als „Guttenberg“ betätigen und Deinen Brief als „Bergwerk“ benutzen. Warum soll ich das Rad neu erfinden?

Unsere Meinung den Politikern mitzuteilen, ist sicherlich eine Möglichkeit des politischen Handelns.

Soeben ist mir bewusst geworden, dass ich das viel zu selten tue. Das werde ich ändern. Morgen fange ich mit Merkel gleich an.
Herzlich Paul

11. Yael - 6. Dezember, 2012
12. Eitan Einoch - 7. Dezember, 2012

Wundervoller Brief. Volle Zustimmung!

13. Stoff für’s Hirn « abseits vom mainstream – heplev - 9. Dezember, 2012

[…] hat einen wunderbaren Brief an Frau Merkel verfasst, der sie und ihre „Staatsräson“ mal etwas einordnet, wo sie […]


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