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Alt und neu…. 9. Januar, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Ich bin noch nicht alt, aber schon älter….

Was ja eigentlich widersinnig ist, schließlich bedeutet der Komparativ „älter“ ja nichts anderes als das man schon „alt“ sein muss, um „älter“ werden zu können oder zumindest als „älter“ denn „alt“ zu erscheinen. Aber in unserem Sprachgebrauch sind „Ältere“ eben noch nicht alt, sondern nur unwesentlich älter als „jung“. Wohingegen „Jüngere“ zwar wesentlich älter als „die Jüngsten“ sind, aber eben nicht mehr „jung“. So weit so gut verständlich, oder?

Zu den Vorzügen der „Älteren“ gehört es, dass sie langsam aber sicher ihren beruflichen Stress hinter sich lassen und sich den angenehmen Seiten des Lebens häufiger widmen können als „die Jungen“ und „Jüngeren“. Die „Älteren“ unter Kollegen (alte gibt es da ja nicht!) sind mit Weisheit gesegnet und werden nur sehr selten von Zipperlein und Stress geplagt…. (sagt ein altes Märchen, dessen Titel mir gerade nicht einfällt) und haben ihren Eintritt in das Renten- oder Pensionsalter schon deutlich vor Augen, was ihnen über manches drohende Ungemach hinweghilft und der Altersweisheit ungemein förderlich ist. Jedenfalls ist das meine Erfahrung und dabei nimmt man es dann auch seufzend in Kauf, bei zukünftigen Angaben zur Berufstätigkeit die nicht ganz so attraktive Formulierung „Rentnerin“, „Rentner“ machen zu müssen.
Rentner und Rentnerin sind nicht unbedingt beliebte Zeitgenossen.
Es wird berichtet, sie stünden früh auf und belegten in den Bussen und Bahnen die wenigen Sitzplätze, die doch eigentlich der arbeitenden Bevölkerung zustehen, sie seien ausgerechnet dann mit Einkäufen beschäftigt, wenn die arbeitende Bevölkerung endlich Feierabend hat und den notwendigen Geschäften nachgehen möchte, aber vor sich in langen Schlangen „Ältere“ an der Kasse anstehende Kunden vorfinden…. können die nicht??? Nein, können die ganz offensichtlich nicht, weil die meisten Leute Gewohnheitsmenschen sind und warum sollte man seine Gewohnheiten ändern, nur weil man nun zum Adelsgeschlecht der Rentenempfänger gehört!?! Rentenempfänger bevölkern Zoologische Gärten ausgerechnet dann, wenn Lehrpersonen mit Schulklassen ihrem Bildungsauftrag nachgehen, sie tummeln sich auf Ausflugsdampfern und erobern die Freizeiteinrichtungen und Fitnesszentren. Sie sind hemmungslos unternehmungslustig und obendrein in der beneidenswerten Lage, der Lust auch nachzugehen (ja, mir ist bewusst, dass das nicht auf alle Rentenempfänger ausnahmslos zutrifft!) Rentner und Rentnerinnen sind ein Stachel im Fleisch aller Arbeitenden, ich weiß, wovon ich rede, war ich doch lange Jahre Arbeitende!

Das wird nun anders.
Der Antrag ist gestellt.
Das Neue beginnt, besser gesagt, der neue Status, denn die Freiheiten des Rentnerinnendaseins habe ich ja schon dank der Altersteilzeit genossen.
Es fühlt sich schon seltsam an, in wenigen Wochen auch formal nicht mehr zu den Berufstätigen zu gehören … und mir wird einmal mehr bewusst, dass ich tatsächlich unterwegs bin als Ältere alt zu werden.

Es ist ein neuer Lebensabschnitt und niemand hier auf Erden weiß, wie viele Jahre mir noch gegeben sind. Das wusste ich zwar in den letzten 30 – 40 Jahren auch nicht, aber unterschwellig war doch die nicht ganz unrealistische Erwartung, dass es noch viele Jahre sein würden.

Das ändert sich allmählich.

Ich wünsche mir, dass ich bewusst und in heiterer Dankbarkeit und Offenheit für meine Familie, Freunde und Umwelt mit meiner Zeit, mit der mir von Gott gegebenen „Rest“-Zeit meines Lebens umgehen kann…

„HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden…“ Psalm 90,12

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Kommentare»

1. Paul - 10. Januar, 2013

Hallo Rika,
herzlichen Glückwunsch zur Erreichung dieses Ziels und: willkommen im Club.

Bei der Beantwortung der Frage nach der verbleibenden Zeit, warst Du doch schon ganz dicht dran.

Psalm 90,10
„Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und wenn’s köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon.“

Oder mache es wie ich.
Ich setze mir immer Nahziele.
Mein erstes Ziel war: 66 Jahre – weil mein Vater nur so alt geworden ist.
Als ich das Ziel erreicht hatte, habe ich mir als nächstes Ziel die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer vorgenommen. Das sind 77 Jahre. Ich weiß, das ist eine fiktive Zahl. Aber sei es drum, auch mein Ziel ist eine Fiktion. Ich sehe aber schon das Licht am Ende des Tunnels.
Wenn ich dieses Ziel erreicht habe, dann werde ich mir ein neues definieren.

Nur eines möchte ich nicht: 101 Jahre alt werden. So alt ist meine Schwiegermutter gerade geworden. Obwohl es ihr vergleichsweise noch gut geht – nein, das möchte ich nicht.
Aber ich sage immer: Wie Gott will.
Herzlich Paul


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