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Alles schon gesagt… 10. Januar, 2013

Posted by Rika in antisemitismus, gesellschaft, meine persönliche presseschau.
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Nein, es ist wirklich nicht nötig, auch noch den eigenen Senf dazu zu geben.

Ich kann und will es auch lassen und mich damit begnügen, die guten Stellungnahmen und Texte anderer hier einzustellen, bzw. zu verlinken.

Aber etwas muss ich doch noch loswerden:

Irritierend und überaus frustrierend erlebe ich die Diskussion unter intelligenten Leuten (jedenfalls hielt ich sie bisher für intelligent) darüber, ob man die Äußerungen Jakob Augsteins – und damit auch ihn selbst – antisemitisch nennen darf, kann, soll, muss, oder eben nicht und wenn nicht, warum nicht! Von „kritischem Journalismus“ ist die Rede, davon, dass man „Israel nicht / oder vielleicht doch kritisieren darf ohne als Antisemit zu gelten“, Meinungsfreiheit wird eingefordert, „Ressentiments“ sind zu erkennen, die zwar etwas grenzwertig sind, aber die man doch sagen darf, denn natürlich fehlt der Satz vom „sagen, was gesagt werden muss“ nicht.
„Man wird doch wohl…“, so fangen viele Sätze an, die sich mit Israel, dem jüdischen Staat befassen und sich im weiteren Verlauf zu Hass- und Lügengebilden entwickeln und die, nach Meinung der Augstein-Verteidiger, wenn sie einem „bedeutenden Journalisten“ zugesprochen werden können und Volkes Meinung repräsentieren alles sind, nur nicht antisemitisch.
Es irritiert und verstört, dass Jakob Augstein in diffamierender Weise über Israel und die israelische Politik polemisieren kann, OHNE dass auch nur einer von denen, die ihm jetzt beispringen, ihm auch nur ansatzweise nahelegten oder nahelegen, das Geschriebene hinsichtlich des transportierten Inhalts oder der gewählten Form nochmals zu überprüfen. Sie verteidigen ihn ganz gleich, wie sehr sich Herr Augstein stereotyper, antijüdischer Metaphern und / oder assoziativer Floskeln bedient, wie sie schon im Tausendjährigenreich zum Standardrepertoire der treuen Journaille gehörten. (Broder allerdings scheute sich nicht, die ideologische Verbindung zu Streicher**** aufzuzeigen und wurde darum prompt empört in vielen Stellungnahmen gerügt und von allzu vielen Kommentatoren selbiger Stellungnahmen auf übelste Weise beschimpft und beleidigt!)

Herr Augstein aber, so scheint es, steht außerhalb jeder Kritik.

Mag sein, dass das eine irgenwie geartete Form später Wiedergutmachung ist, schließlich ist seinem „Vater“ ja entsetzliches Unrecht widerfahren, als unter seiner Leitung ein kritischer Bericht über die politische Entscheidung der Bundesregierung verfasst worden war… So ein Unrecht darf es auf deutschem Boden nie wieder geben.
Niemals mehr darf ein Journalist wegen kritischer Äußerungen angegriffen oder sogar ins Gefängnis gesteckt werden. Schließlich leben wir in einem freien Land in dem jeder frei seine Meinung sagen darf und kritische Journalisten erst recht. Es ist geradezu ihre Pflicht, kritisch zu sein! Darum:
„Wehrt den Anfängen“!

Und nun wagt es ein „jüdisches Organ“, das noch dazu seinen Sitz in den USA hat, an den redlichsten aller deutschen Journalisten, bzw. an dessen Äußerungen ein Maß anzulegen, das doch in Deutschland, dem Musterland der Aufarbeitung des „Nie wieder“ vollkommen überflüssig ist, das Maß „Antisemitismus“.
Journalisten, sofern sie nicht für die Parteizeitung der NPD schreiben, können in Deutschland gar nicht antisemitische Äußerungen von sich geben, sie sind seit den Tagen der Vergangenheitsbewältigung automatisch und sowieso alle vollkommen frei von jeglicher Form des Antisemitismus – inhaltlich wie methodisch-formal!

Darum ist es empörend und ehrverletzend, wenn ein deutscher Journalist, der sich nach eigenem Bekunden zutiefst und in stetiger Sorge um das Wohl Israels bemüht, antisemitischer Äußerungen bezichtigt wird, schon gar, wenn es den Herrn Augstein trifft, dessen Vater doch für seine journalistisch dargebrachten Überzeugungen im Gefängnis saß – da wird der Sohn eines Opfers zum Täter erklärt und damit erneut zum Opfer gemacht. Geht nicht, geht gar nicht! Jedenfalls nicht nach Meinung der vielen Augstein-Verteidiger ….

Ach, nun habe ich mich doch hinreißen lassen, meinen Senf zum Würstchen dazu zu geben…

Hier nun aber die Links, die sich mit dem Thema befassen – fundierter und gewandter als ich es je fertig brächte:

Die große Heimsuchung

Hass hat Zukunft

Eine deutsche Debatte

Freispruch für Deutschland

Augstein hat eine Grenze überschritten

Auge um Auge – Stein um Stein

Die modernen Antisemiten argumentieren subtil

Jakob Augstein: Plaudertasche…“

to discuss or not to discuss

*** Für den Vergleich mit „Streicher“ entschuldigt sich H.M. Broder, „aber nur dafür“.

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