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Don Camillo und Peppone…. 2. Mai, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft.
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oder   „…suchet der Stadt Bestes!“

Das war der große Bogen, den der evangelische Pastor unseres Dorfes in seiner Predigt spannte, die er in dem ökumenischen Gottesdienst hielt,  mit dem das Fest zum „Ersten Mai“  in unserem Dorf eröffnet wurde. Don Camillo und Peppone streiten und kämpfen um die besten Möglichkeiten zum Wohlergehen der Bürger ihrer Stadt und vermutlich hatten weder der kommunistische Bürgermeister Peppone noch der katholische Kaplan Camillo den alten biblischen Text aus dem Buch Jeremia im Sinn, wenn sie sich um „der Stadt Bestes“ redlich mühten. Selten haben ich eine so gute Predigt dazu gehört, zeit- und bibelgemäß zugleich, verständlich und situationsbezogen auf die Belange unseres Dorfes :  „SUCHET DES DORFES BESTES!“ wie der Pastor das Motto leicht und zutreffend abwandelte.

Ja, das gibt es noch!

Ein Dorf feiert den 1. Mai, der ja auch „Tag der Arbeit“ und dem Gedenken der vielen Kämpfe gewidmet ist, die die Arbeiter für ihre Rechte ausgefochten haben und beginnt die Feierlichkeiten mit einem Open-Air-Gottesdienst, eingeleitet durch den  Diakon der katholischen Kirche „im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes“  , –  und ausdrücklich erwünscht von allen Vereinen und Parteien, die sich in unserem Dorf um das Gemeinwohl kümmern.  Der Spielmannszug des Schützenvereins begleitet den Gemeindegesang mit seinem großen Bläserchor und „Pauken und Trompeten“, rings um den Dorfplatz sind Buden aufgebaut für Speis‘, Trank und Spiel, die Alten sitzen auf den bereitgestellten Bänken, die jüngeren stehen in Gruppen zusammen und verfolgen doch Predigt und Gottesdienst, nur  die Kinder vergnügen sich in typischer Kinderart….

Das hat mich schon immer fasziniert:

In meinem Dorf gibt es natürlich die „großen“ Parteien, die Grünen und die Liberalen, aber was zählt, ist nicht die Parteilinie, sondern die Frage, „was nützt unserem Dorf?“!   Manch ein Vertreter der „Großen“, die sich im Wahlkampf vor den „großen“ Wahlen schon mal hierher verirren, mag erstaunt den Kopf darüber schütteln, dass die CDU mit der SPD vor Ort in manchen Fällen besser kann  als mit der CDU  in Berlin – und das gilt auch umgekehrt für die SPD. Die Zusammenarbeit zugunsten des Gemeinwohl funktioniert –  ja, ja, manchmal knirscht es auch und manchmal ist man auch sauer auf den „politischen Gegner“ und es gibt ein bisschen polemisches Gezänk – aber am Ende zählt immer das, was für das Dorf erreicht werden kann und so können sich dann der CDU dominierte Ortsrat und der SPD geführte  Stadtrat beide in dem Erfolg ihrer Aktivitäten für unser Dorf sonnen (das Teil der Stadt ist).

Was wäre aber ein gut funktionierendes Gemeinwesen ohne die zahlreichen Ehrenamtlichen in den Vereinen und Verbänden, vom Sportverein, über Schützenverein, dem Landvolk und  Roten  Kreuz bis zum sehr aktiven Gemeinderat der Kirchen, den Elternbeiräten der beiden Kindergärten und der Grundschule, dem Nabu und der freiwilligen Feuerwehr unterstützt vom THW.   In meinem Dorf machen viele mit!  (Ursprünglich hatte ich „alle“ geschrieben, aber das trifft natürlich nur auf alle Vereine und viele ihrer Mitglieder zu, nicht aber auf alle der ca 4600 Leute, die in meinem Dorf leben.)

„Frau Rika, Sie leben doch auf der Insel der Seeligen!“ sagte vor mehr als 20 der Schulrat zu mir, mit dem ich als Schulelternratsvorsitzende der Grundschule über eine zusätzliche Lehrerstelle für „unsere“ Schule stritt (erfolgreich, aber das lag sicher nicht an mir allein 😉   )!

Das  – Insel der Seeligen – hat sich bis heute nicht geändert.

So waren sogar  kurdische Mitbürger schon während des Gottesdienstes anwesend, sie hätten ja auch erst im Anschuss daran kommen können  (wie etliche der Dorfbewohner, die am Abend und in der Nacht zuvor kräftig in den Mai getanzt hatten  😉  ),  spätestens aber zur Eröffnung der „Fressmeile“, die sie mit ihren kurdischen Leckereien bereicherten! Ihre jungen Mädchen turnen im Sportverein und zeigten gemeinsam mit allen jungen Turnerinnen ihre Künste beim Bodenturnen auf der eigens aufgebauten Riesenmatte! Kopftücher tragen übrigens nur die alten Damen….

Es war ein schönes, vielseitiges und sehr gelungenes Dorffest – und das auch die Sonne ihr Bestes tat, trug sicher zur guten Laune der Anwesenden bei…

Suchet der Stadt Bestes….“   Bei diesem Link handelt es sich zwar nicht um die Predigt des Pastors unseres Dorfes, aber lohnenswert zu lesen ist sie auch!

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Kommentare»

1. julia - 2. Mai, 2013

Ist kein ernst gemeinter Kommentar, aber etwas, was mir immer wieder auffällt- und was vielleicht doch irgendwie passt. Nämlich daß „selig“ oder „Insel der Seligen“ mit Doppel-E geschrieben wird, irgendwie muß das doch was mit der Seele zu tun haben, das „seeeelig „sein 😉

2. Rika - 3. Mai, 2013

Ja, nicht?
Wenn man den Begriff ins Suchmaschinchen eingibt (hab ich mal schnell gemacht), erhält man von wiki eine fabelhafte Erklärung für die Insel der Seligen mit einem e, siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Insel_der_Seligen_(Zitat)
Da finde ich allerdings, dass dort genauso gut ein doppeltes E angebracht wäre, weil, wie du ja auch ganz richtig sagst, die Seele beteiligt ist, wenn es um (ewig währendes) Glück (siehe Elysion) geht….
Wenn man dem Suchmaschinchen deutlich macht, dass man auf dem doppelten E beharrt, bietet es unzählige Einträge, die meistens etwas mit schönen Dingen zu tun haben – Reisen, Wohnungen, Urlaubsziele usw. – und die sicher der Seele gut tun!
Mein Rechtschreibprogramm lässt beide Schreibweisen durchgehen…. was meiner Seele gut bekommt, bin ich alte von Legasthenie geplagte Frau doch immer so leicht verunsichert….

Du hast mir, liebe Julia, einen feinen kleinen Denkanstoß gegeben. Dank dafür und dir ein schönes Wochenende ganz selig halt … Hauptsache, es tut Deiner Seele gut! Herzlich Rika 🙂


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