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Drösel… drösel… drösel….. 4. Mai, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, meine persönliche presseschau.
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Nein, nein, ein monolithischer Block ist die Christenheit nicht! Aber gucken welchem „Block“ man zugehört (oder welcher Schnittmenge von Blöcken) sollte man schon. Deshalb lohnt es sich bestimmt, solange die eigene zugehörende Befindlichkeit aufzudröseln, bis man weiß wer man ist und wie man tickt und wozu man gehört….

Es ist doch sehr tröstlich zu erfahren, dass nicht alle, die fromm sind, auch fundamentalistisch sind.

Und wie schön zu wissen, dass auch nicht jeder Fundi ein Evangelikaler ist, das zu glauben wäre nämlich ein Vorurteil,  wohingegen es wohl kein Vorurteil zu sein scheint, wenn man behauptet,

„die Fundamentalisten verdunkeln die helle Seite des Glaubens“!

Ja, gibst’s denn so was, einfach den Glauben zu verdunkeln und aus einer „Froh-Botschaft eine Droh-Botschaft“ zu machen. Das machen sie nämlich, die bösen Fundamentalisten

„Je mehr solche Positionen die Wahrnehmung der Öffentlichkeit bestimmen, desto schneller wird die Entchristlichung stattfinden”,

das meint jedenfalls die Frau Kick, glaubt man dem Bericht bei pro über ein Statement der ‚Beauftragten für Weltanschauungsfragen in der Württembergischen Landeskirche‘ zum Thema Fundamentalismus  während des Kirchentages in Hamburg.

Nö, ich glaube das nicht!

Nicht die Fundamentalisten oder Evangelikalen oder die evangelikalen Fundamentalisten oder die fundamentalistischen Evangelikalen tragen meiner Meinung nach zur „Entchristlichung“ bei, das kriegen die großen Kirchen schon ganz alleine hin. Geht es doch in den großen evangelischen Kirchen schon lange nicht mehr darum, den Glauben an Jesus in den Mittelpunkt zu stellen, wie es wohl bei den „noch nicht  fundamentalistischen Evangelikalen“ so üblich ist

 „Der Hauptstrom der Evangelikalen ist noch nicht fundamentalistisch”, sagte sie. Bei ihnen stehe der Glaube an Jesus im Mittelpunkt, nicht die buchstabengetreue Lesart der Bibel.

und schon gar nicht kommt man auf den Gedanken, die Bibel buchstabengetreu zu lesen !

Einschub: Pfui Deibel aber auch, dass die Leute selber lesen können! Wie war es doch vor Luthers Zeiten noch so bequem, dass die Pfaffen ihren treudoofen Zuhörern erzählen konnten, was in der Bibel steht und vor allem, dass sie ihnen gleichzeitig mitteilen konnten, was sie  zu verstehen und zu glauben hätten. Nun haben sich  aber die Zeiten dank Luther und Buchdruck geändert, nur die  hohe Geistlichkeit und „die Kirche“ meint noch immer vorgeben zu müssen, was das Kirchenvolk glauben darf und was nicht. Und deshalb ist es so extrem hinderlich, dass einige aus dem Volk darauf beharren, die Bibel so zu lesen, wie sie nun einmal geschrieben ist und nicht hinter jedem Satz ein Universum von theologischen Gedankenspielen*** zu vermuten oder gar zu erdenken, die natürlich nur von theologisch versierten Leuten „richtig“ dargelegt werden können.   Ende des Einschub!

Weiter heißt es bei pro

Grundsätzlich sei der Glaube für Fundamentalisten ein Gegenkonzept zu den Verunsicherungen der Moderne. Oft sei er verbunden mit einer „rigiden Sexualmoral und patriarchaler Familienordnung”. Die Bibel werde als Sachbuch wahrgenommen. „Deshalb will der Kreationismus nicht den Schöpfungsglauben thematisieren, sondern als Wissenschaft wahrgenommen werden.”

NATÜRLICH ist Glaube ein Gegenkonzept zu den Verunsicherungen – das war er doch schon immer, nicht nur in unserer heutigen „Moderne! Wann gab es je die perfekte Situation, in der Menschen nicht unter Verunsicherung gelitten hätten, sei es durch die sehr persönliche Situation ihres Lebens, durch eigene Krankheit, den Tod eines geliebten Menschen oder durch äußere notvolle Umstände wie Arbeitslosigkeit, Krieg, schrecklichen Epedemien wie die der Pest,  Verfolgung als Ketzer und Häretiker durch die Kirchen selbst oder Verfolgung durch die atheistische Obrigkeit. Niemals, so wage ich zu behaupten, gab es auch nur ein einziges Jahrhundert nach Jesu Geburt, in dem Menschen nicht darauf angewiesen waren, den Glauben als „Gegenkonzept zu den Verunsicherungen“  ihrer Wirklichkeit für ihr ‚psychisch-seelisches und geistliches Überleben‘ in Anspruch zu nehmen.

Das, genau das aber ist es, was die Kirche heute nicht mehr auf dem Schirm hat! Da bietet man die gleichen Handreichungen zur Bewahrung der Schöpfung an, wie die Grünen, predigt Gerechtigkeit wie die Sozialdemokraten und ist gar manchmal so extrem in der Abwehr moderner Selbstbehauptung gegenüber Terroristen, wie die Linke.

Das braucht der Mensch nicht auch noch in der Kirche zu hören.  Wie es mit der Sexualmoral der Kirche bestellt ist, lesen wir gerade in den Zeitungen zum Thema Missbrauch in der Kirche! Und welchem Ordnungsprinzip ist die EKD vor allem verpflichtet?  Dem der hierarchischen Ordnung, wobei – ich gebe es zu – nicht unbedingt ein Mann an der Spitze zu stehen hat, aber einer / eine die sagt wo’s langgehen soll, eben schon!

Nein, die Fundis lesen die Bibel NICHT  als Sachbuch! Sie lesen sie als „GOTTES WORT“. Das macht den Unterschied zu vielen Lesungen „aus der Bibel“ in den Gottesdiensten der Kirche. Da wird das Wort Gottes als Diskussionsgrundlage angeboten und oft genug missbraucht, als eine Quelle der Weisheit bestenfalls betrachtet, die man nach Belieben und je nach politischen Grundsätzen der Mehrheit in der Gemeinde umbiegen, interpretieren, auslegen und infrage stellen kann, nein MUSS, damit ja nicht der Ruch an einem kleben bleibt, man könne das glauben, was da wörtlich in dieser Bibel steht! Und das Wedeln mit dem Argument, der Kreationismus wolle als Wissenschaft wahrgenommen werden, dient doch eher dazu sich gar nicht erst auf diese Ebene des Denkens begeben zu wollen. (Eigenartigerweise sind es oft die gleichen Leute, die wider den Kreationismus wettern  UND  ihr Heil bei anthroposophischen Heilern und Quacksalbern suchen, Yoga***² und Achtsamkeitsseminaren***² nicht abgeneigt sind und auch an die Edelsteintherapie „glauben“, was wahren biblischen Fundis nie in den Sinn käme!) Ernsthaft diskutieren würden Frau Kick das bestimmt auch nicht wollen, aber gleichzeitig hält sie den Fundamentalisten vor

„Der Fundamentalismus braucht den Gegner, er lebt vom Abgrenzen.” Dialog sei nicht erwünscht, „weder nach außen noch nach innen”.  …   „Der lebendige Gott verschwindet hinter sogenannten objektiven biblischen Wahrheiten.”

Der „lebendige Gott verschwindet“ hinter parteitagsähnlichen Programmen der Kirchen, hinter Wohlfühlandachten ganz ohne IHN,  hinter seltsamen Handreichungen und solchen fürchterlichen Auswüchsen  wie dem „Kairos-Papier“ christlicher Araber an der Spitze des Weltkirchenrats.

Nein. liebe Frau Kick, ihre Aufdröselungen in Evangelikale und Fundamentalisten innerhalb und außerhalb der evangelischen Kirche und ihre Zuschreibungen  gefallen mir ganz und gar nicht.

Da ist es auch gar kein Trost, dass im gleichen Artikel bei pro der Herr Eißler immerhin darauf hinweist, dass christlicher Fundamentalismus nicht zu verwechseln ist mit islamischem.

Da bin ich aber froh!

……

*** Es macht mir durchaus Spaß, mich mit den „Möglichkeiten hinter den Sätzen“ zu beschäftigen und sie faszinieren mich ganz außerordentlich! Aber ich hoffe doch sehr, dass ich dabei niemals den Satz selbst aus den Augen verliere und nicht mehr „wahr“ nehme!!!

***² Ich bin nicht abgeneigt gegen Yoga und Achtsamkeit, aber ich nehme mir die Freiheit die Bibel zu lesen und das zu glauben, was drin steht !!!

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Kommentare»

1. Nun jammern sie… | himmel und erde - 6. März, 2014

[…] Kirche, die nicht mehr aus dem lebendigen Glauben an Jesus Christus ihre Vitalität und Attraktivität schöpft, wird zu einem bloßen Gutmenschenverein verkommen, das ist so sicher wie das “Amen in der Kirche”! […]


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