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Bitter-trauriges Ende… 15. Mai, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Eigentlich wollte ich das alles ja schamhaft verschweigen, schamhaft deswegen, weil es unsere Schuld ist, dass es zu diesem traurigen Ende kam…

Die Geschichte beginnt schon mit dem strengen Winter 2011 -2012. Irgendwie hatten wir völlig vergessen, die grüne Regentonne am Gartenhäuschen rechtzeitig zu entleeren und umgedreht an die Wand  zu stellen.

Auf Wunsch des „Nachbarn“ –  und nach gerichtlicher Bestätigung dieses Wunsches – hatten wir ja den Dachüberstand des kleinen Häuschens absägen und eine Regenrinne anbringen müssen, damit das nachbarschaftliche Grundstück nicht von „unseren“  Regenmassen überflutet wird. (Die betroffene Dachhälfte misst sehr knappe m², eher weniger!)  Das Regenwasser sammelten wir – genau – in besagter grüner Tonne.

Der Winter war hart und lang und gefror das Wasser von  Maschsee, Gartenteich und Mittellandkanal und eben auch das in der Tonne. Das merkten wir aber erst als das Eis die dünnen grünen Wände der Tonne bersten ließ, zu spät also, um noch irgendetwas retten zu können.

Im vergangenen Sommer sahen wir uns nach einer neuen Regentonne um. Da aber das Gartenhäuschen wirklich nur ein Häuschen ist und  schon die alte grüne Tonne viel zu groß war und neben dem Häuschen geradezu monströs wirkte (sie stammte aus den Zeit, als wir noch Regenwasser vom Hausdach auffingen….. das aber ist ein anderes Thema), wollten wir in gar keinem Fall wieder so ein Monstrum kaufen und fanden nach langem Suchen eine schlichte kleine Tonne (für Abfälle oder Sonstiges vorgesehen) mit einem üblichen Tonnendeckel OHNE Ausschnitt für das Regenrohr….

Der Sommer ging ins Land, die Tonne tat brav ihre Dienste und sammelte Regenwasser, das wir an die Blumen in Kästen, Beeten und Töpfen  verteilten. Aus Schaden klug geworden, leerten wir mit Beginn der kalten Jahreszeit die Tonne und stellten sie erst wieder auf, als auch der letzte Schneesturm über unser Dorf hinweg gezogen war und wieder normaler Regen von Blättern und Dächern rann.

Auch wenn viele Leute sich darüber beschwerten, dass der April viel zu kalt war, ein paar warme Tage bescherte er uns doch, so dass es notwendig wurde, die wenigen Blumen in Kästen und Töpfen zu wässern….

Der Meinige schritt zur Tat – und kam mit schreckensbleichem Gesicht ins Haus: „Rika, es ist etwas ganz Trauriges passiert!“

Ich folgte ihm ins Gärtchen und zur Wassertonne.  Schock! Im Wasser lag am Tonnengrund das Eichhörnchen, das uns noch am Tag zuvor durch sein munteres Klettern im Gärtchen erfreut hatte. Durch unsere Gedankenlosigkeit ist es ertrunken.

Wir hatten einfach den Deckel der Tonne weggelassen, statt ein Loch für das Abflussrohr hineinzubohren. An kleine Tiere, die möglicherweise neugierig über den Rand schauen und dabei ins Wasser fallen würden, hatten wir nicht gedacht. Es tut uns unendlich leid um das possierliche Tierchen. Der Meinige begrub es unter der Konifere  neben der Terrasse….

Natürlich liegt inzwischen der Deckel auf dem Regenfass….

Aber den Nachbarn haben wir noch nicht gebeichtet, dass wir  dafür verantwortlich sind, dass das Eichhörnchen nicht mehr in den Bäumen unserer Gärtchen herumturnt und  auf den Terrassen der Häuser nach den Nüssen sucht, die die freundlichen Bewohner  in immer neuen Verstecken hinterlegen…..  und unserem Enkelkind werden wir die Geschichte wohl auch nicht erzählen….

MEDION Digital Camera

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Kommentare»

1. Saskia - 16. Mai, 2013

Liebe Rika, das tut mir so leid. Es ist sehr traurig, aber leider passieren solche Unfälle und danach macht man sich Vorwürfe und fragt sich, ob man es hätte verhindern können.
Ihr konntet das doch nicht wissen!

2. Rika - 16. Mai, 2013

Nein, das stimmt schon, Saskia, wir konnten es nicht wissen….

Eine gute Nachricht gibt es seit heute: So wie es aussieht, ist nicht das Muttertier des Eichhörnchenpaares ertrunken. Nachbarn berichten, dass ein Eichhörnchen immer noch das Nest aufsucht und dort allem Anschein nach Junge auszieht – man könne das mit einem Fernglas vom Dachfenster aus beobachten.
Es hört sich ja ein bisschen „männerfeindlich“ an, aber die Vorstellung, die Mutter sei ertrunken und die oder das Junge müssten nun verhungern, die finde ich dann doch nicht so schön… 😉

Vielleicht wundern sich ja ohnehin einige Leute, dass ich so über die Tierchen berichte, aber sie leben erst seit zwei oder drei Jahren in unseren Gärten und es ist einfach schön, die kleinen Kletterer zu beobachten….

3. Saskia - 17. Mai, 2013

Ich kann Dich sehr gut verstehen, dass Du darüber schreibst. Mein Mann und ich beobachten auch sehr gerne Tiere und mögen sie total. 🙂

Na dann gibt es ja doch noch ein kleines „Happy End“, auch wenn diese Beschreibung nicht wirklich schön klingt. Es ist trotzdem eine sehr gute Nachricht, dass das Muttertier nicht ertrunken ist.

Wenn so etwas passiert, macht man sich bewusst Gedanken darüber, wie man als Mensch den Lebensraum der Tiere beeinflusst und ihnen damit Hindernisse und (unabsichtlich) Fallen baut. Woran die Allerwenigsten denken, ist der Einfluss, den unser gesamter Lebensstil auf Flora und Fauna hat. Kennst Du Andreas Kieling, den Tierfilmer?
http://www.andreas-kieling.de/
Ich bewundere seine Arbeit wahnsinnig! Er filmt nicht nur Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen weltweit, sondern spricht auch über die Veränderungen ihrer Lebensräume durch den Menschen. Letztes Jahr hat er zwei neue Bücher veröffentlicht, die beide über die deutschen Naturschutzgebiete und die dortige Tierwelt berichten. Ich könnte mir vorstellen, dass Dir seine Bücher sehr gut gefallen würden. Er schreibt darin unter anderem auch, wie stark die Verbreitungsgebiete mancher Tierarten abnehmen, weil der Mensch dort baut, Lärm macht, Agrikultur betreibt usw.
All diese Veränderungen führen zu einer starken Dezimierung der Tierpopulationen und schlimmerweise bekommen wir davon kaum etwas mit…

4. Nur nicht jammern… | himmel und erde - 22. Mai, 2013

[…] Wasser ist auch genug vorhanden im Gärtchen und der Regentonne – man könnte nun auch selber darin ersaufen…. […]


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