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Sicher hinterm Deich…? 6. Juni, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Von der Wiese aus kann man ihn sehen, den Deich, der uns und das ganze Land drumherum schützen soll vor dem Wüten der Natur – in unserem Fall ist es die Nordsee.

Grün und breit und sehr stabil schaut er aus, der Deich, so als könne ihm nichts und niemand etwas anhaben,  8, 3 m misst er  in der Höhe, der Deichfuß ist 99 m breit,  die Kuppe 3.0 m ! In den  80-er Jahren wurden Deich und Sieltor gründlich saniert

Schafen und Rindern dient er als Sommerweide, den Urlaubern als  Ku(h)damm-Promenade und Ausguck über Deichvorland und Meer bis hin zum Horizont.  Die Kinder lassen ihre Drachen steigen und im Winter lädt er zum Schlittenfahren ein.  Er vermittelt Sicherheit und Geborgenheit.

Nur am Pegel im kleinen Kutterhafen bekommt man einen Eindruck davon, dass die Sicherheit trügerisch ist und keineswegs  leichtfertig als absolut gesehen werden kann.  Schilder am Pegel weisen  auf die Pegelstände hin, die bei den letzten großen Sturmfluten erreicht wurden….  5.45 m über NN reichte die Flut 1962 und 1976 waren es 5,13m.  Der Wellenauflauf war 1962 nochmals deutlich höher mit 7.70 m über NN!   Knapp war es, sehr knapp und zum Glück hat der Deich gehalten an dieser Stelle. Und trotzdem bauen Menschen hinter dem Deich neue Häuser, betreiben Landwirtschaft, genießen die Ferien, leben, als gäbe es keine Bedrohung durch den Blanken Hans, der vor dem Deich lauert.

Daran muss ich in diesen Tagen denken, wenn ich die verstörenden Bilder der zerstörerischen Flut an Donau, Inn, Mulde, Elster, Saale und Elbe sehe. Mit großer Selbstverständlichkeit  leben Menschen seit ewigen Zeiten an Wasserläufen – Bächen, Flüssen,  gr0ßen Strömen. Es lebt sich gut am Wasser  – in normalen Zeiten.  Aber dann regnet es tagelang und das Erdreich kann die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, Bäche und Flüsse schwellen an, gefährlich hoch steigt das Wasser, reißend schnell wird die Strömung. Schutzmaßnahmen greifen nicht mehr, die Katastrophe ist da.  Menschen erleiden materielle Verluste und manchmal sogar mehr als das, wenn Leben zu beklagen sind.

So selbstverständlich wie die Leute an den Flüssen, so  unbekümmert leben wir auf der Wiese hinterm Deich.

Sicher, wir entrichten die Deichsteuer , wie alle, denen ein bisschen Grund und Boden gehört und getreu dem Motto, das seit Jahrhunderten gilt: „Deichen oder weichen!“   Natürlich, der Gedanke an Sturm und Fluten ist auch da, als   Möglichkeit, die hoffentlich nie eintritt und dennoch unberechenbar bleibt für alle, die hinter dem Deich in  vermeintlicher Sicherheit leben. Klimaforscher stellen Berechnungsmodelle auf, die zeigen, dass am Ende dieses Jahrhunderts Städte wie Wilhelmshaven und  Cuxhaven verschwunden sein werden, dafür Oldenburg Hafenstadt sein wird…. Aber hindert das die Küstenbewohner daran weiter so zu leben, wie sie es gestern, vorgestern und vor 45 Jahren getan haben?  Die Deiche werden optimiert, Notfallpläne vermutlich immer wieder aktualisiert, aber sonst? Sonst geht das Leben seinen Gang ….

Die Natur –  Flüsse und Meere, Stürme, Regen oder Trockenzeiten –  ist ein Teil des Lebens, eigenständig, unberechenbar, unbeherrschbar… sie macht uns demütig.

Hoffentlich!

MEDION Digital Camera

.Vorm Deich,  auf der Seeseite ….

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