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Du liebe Güte…. 10. Juni, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Warm und trocken sitze ich im Wohnzimmer am Esstisch, schaue aus dem Fenster in unser schönes, wildes, grünes Gärtchen und versuche mir vorzustellen, wie es den Leuten an der Elbe gerade geht….

Unser Keller ist früher einige Male bei starken Gewitterregen abgesoffen, weil der kleine Gulli am Fuße der Kelleraussentreppe das Regenwasser nicht fassen konnte und gleichzeitig Wasser aus der Kanalisation hochdrückte. Der Meinige hat dann irgendwann vor Jahren den Durchlauf des Gullis reduziert und ein kleines Mäuerchen vor die Kellertür gesetzt, das ist zwar etwas umständlich, aber seitdem ist der Keller trocken. Ab und zu haben wir das Mäuerchen verteidigen müssen und eimerweise Wasser vom Kellereingang ins Gärtchen befördert… Aber kein Hochwasser mehr im Keller, was auch wirklich richtig gut ist, denn unser Keller ist vollgestopft:  Schränke mit Ski- und Winterklamotten, Schuhe, die nicht jeden Tag gebraucht werden, Werkzeuge, Farben und Fahrradtaschen, Schmuck und Schnickeldi  für Weihnachten und Ostern, Kisten aus dem Nachlass der Eltern und der Schulzeit der Kinder, Sachen, die  bisher niemand zu sich nehmen wollte… und  Gedöns aus unseren 40 Jahren gemeinsamen Lebens, das wir nicht so einfach wegwerfen wollten. Nebenan das Näh- und Bügelzimmer mit dem „alten“ Bücherregal, voller Bücher, die eigentlich ausgelesen sind und oben in den Arbeitszimmern keinen Platz mehr haben… Und natürlich stehen auch Waschmaschine und Trockner im Keller und ebenso die Vorräte an Lebensmitteln und das, was der Mensch  so in netten Stunden gerne isst und trinkt…

Und nun sitze ich hier und denke an die armen Leute, denen nicht nur der Keller vollgelaufen ist…

Unfassbar! Unglaublich!

Mit Freunden und den „Kleinen“***  sind wir vor 11 Jahren von Passau nach Wien geradelt  – die Donau ein wunderbarer Strom in einer grandiosen Landschaft, der Radweg gut ausgebaut, die Örtchen so schmuck und die Menschen so freundlich …

und vor 9 Jahren von Magdeburg nach Dresden. Gestern habe ich mir das Fotoalbum der Elbetour angeschaut…

und im Fernsehen das Kontrastprogramm dazu … Magdeburg in den Fluten, Schönebeck im Wasser, die Route entlang der Elbe …

Dec21001

(Am Elberadweg in Schönebeck….  wieder überflutet!)

…   fast jeder Ort vom Hochwasser schwer betroffen.  Bei Dessau hat der Jüngste nach dem  Elbehochwassers 2002    beim Abräumen der Sandsäcke geholfen… und nun wieder Bilder des Jammers!

Deiche brechen und Polder werden vorsorglich geflutet, Land unter!

Keine romantischen Abende  am Elbufer…

MEDION DIGITAL CAMERA

MEDION DIGITAL CAMERA

dafür Sandsäcke füllen, schleppen, arbeiten bis zum Umfallen.

Auch in Wittenberge, wo die Eltern der Schwiegertochter wohnen…

Und noch ist kein Ende abzusehen und es regnet schon wieder im Süden und Südosten.

HERR, erbarme dich…

…………………………………………………………………………………………………………………………………………

***   „die Kleinen“, so werden bei uns immer noch zusammenfassend die beiden jüngsten der vier Geschwister genannt… die beiden älteren sind die „Jungsbrüder“  🙂

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich habe keine Sandsäcke gefüllt oder geschleppt, wohl aber Sohn und Schwiegertochter in Wittenberge… und tausende Menschen in den Flutgebieten, Betroffene wie Freiwillige, Soldaten, Ehrenamtliche….  Meine Hochachtung gilt denen, die helfen und nicht aufgeben ….

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Kommentare»

1. Paul - 10. Juni, 2013

Liebe Rika,
auch wir, die wir weit entfernt an sicheren Orten leben, können „Sandsäcke schleppen“. Habe heute meine „Sandsäcke“ per Überweisung auf den Weg gebracht.
In unserer kath. Kirche, ich weiß nicht ob überall oder nur in unserem Bistum, wurde die Sonntagskollekte den Flutopfern zur Verfügung gestellt.
Auch dort haben wir unsere „Sandsäcke“ in den Korb gelegt.

Herzlich, Paul

2. Rika - 11. Juni, 2013

Ja, Paul, diese Sandsäcke haben wir auch gefüllt…. 🙂

3. Kein Scherz diesmal….. | himmel und erde - 9. Februar, 2016

[…] Kälte geplatzt. Mit Schaudern und allergrößtem Mitgefühl denke ich an die Leute, die von äußeren Hochwassern heimgesucht werden, an Dreck und Unrat, den solche Wassermassen mitbringen. Und ich denke an die, […]


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