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Sorgen um die ägyptischen Christen? 19. August, 2013

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, islam, meine persönliche presseschau.
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Zwar lautet der Titel bei spon

Angriffe auf Kopten: Ägyptens Christen in Gefahr

aber das, was Frau Putz unter diesem Titel zu Papier bringt, eignet sich wenigstens genauso gut als verständnisvolle Inschutznahme der Muslimbrüder und ihrer Verbündeten, von denen die Kopten in Ägypten angegriffen werden.

Frau Putz versteht es nämlich meisterhaft ihre Leserschaft „richtig“ einzustimmen, so ist die Rede von der großen Kirche, die „an einem der teuren Boulevards“ steht.  Die unterschwellige Botschaft dabei: „reiche Christen in einem armen Land“, die christliche Minderheit in der „feine-Leute-Gegend“. Nachdem so klar gestellt ist, dass es nicht die armen Kerle sind, mit denen man Mitleid haben müsste, wendet sie sich zielsicher den Menschen zu, deren Bedrohungslage sie angeblich darstellen will und nimmt Malek Fuad in den Fokus ihrer Betrachtung:

 „Die Armee hat Erfahrung mit Terroristen. Jetzt, wo sie da ist, wird uns nichts mehr passieren“, sagt Malek Fuad. Dass er sich auf den Schutz der Soldaten verlassen kann, hatte sich am Freitag gezeigt. „Wir hatten Warnungen erhalten, dass die Muslimbrüder unsere Kirche angreifen wollten. Wir haben die Armee alarmiert, zum Glück kam sie.“

Malek kann ja nicht ahnen, dass die Deutschen nicht so arg viel von Armee und Militär halten, es sei allenfalls denn, die Soldaten bauten Brücken in Afghanistan oder verteilten Süßigkeiten an darbende Kinder in Afrika. Noch weniger kann Malek wissen, dass die Deutschen überhaupt nichts von einer Armee halten der man vorwirft, gerade einen demokratisch  gewählten Präsidenten aus dem Amt gejagt zu haben. Die Deutschen sind nämlich Spezialisten darin, demokratisch gewählte Diktatoren gewähren zu lassen. Das haben sie im Tausendjährigenreich erfolgreich bewiesen. Und weil Herr Mursi ja ein Demokrat reinsten Wassers ist, haben die Leute, die ihn nicht länger im Amt dulden wollten, natürlich Unrecht, nichts als Unrecht, da können sie noch so lange davon reden, dass es ihnen angesichts der islamistischen Demokratie des Herrn Mursi langsam aber sicher unheimlich wurde und sie sich die Demokratie, für die sie im ägyptischen Frühling gekämpft hatten,  sooo nicht vorgestellt hatten….  Nein, das alles kann Malek nicht wissen, und so schildert er  frei von der Leber weg seine Erlebnisse ….

und Frau Putz  ergänzt:

Etwa 3000 Islamisten marschierten die Straße entlang der Kirche vorbei, viele von ihnen hätten Waffen dabeigehabt, sagt Fuad. Ein Offizier, der in den Kirchhof tritt – die Soldaten dürfen die Toiletten dort benutzen -, erzählt, dass es zu schweren Gefechten zwischen den Islamisten und den Sicherheitskräften kam. „Ich lag mit meinem Maschinengewehr auf dem Vordach der Kirche. Von dort aus habe ich geschossen und auch ein paar Männer getötet.“

Das mit dem Töten hätte der Offizier besser nicht gesagt, schließlich mögen das die Deutschen auch nicht so gerne, es sei denn, die armen Unterdrückten wehren sich gegen ihre Unterdrücker, dann ist Töten nicht schlimm, sondern Freiheitskampf. Am besten kann man das in der Berichterstattung über den stetigen Kampf der unterdrückten Palästinenser gegen Israel erkennen. Es ist nicht so schlimm, wenn Juden von Steinen getroffen und sogar dabei getötet werden, und die paar Raketen aus Gaza sind ja eigentlich auch nur ein bisschen lauter als Silvesterböller, aber wenn Israel eine Raketenstellung in Gaza angreift und dabei die tapferen Hamaskämpfer für ein befreites Palästina getötet werden, dann, ja dann ist die Hölle los in deutschen Medien. Also, der Offizier hätte das besser für sich behalten, dass er ein paar Männer getötet hat, aber dann hätte die Frau Putz vermutlich auch gar nicht über ihn und die bedrohte Kirche  geschrieben, zumal es ja gar nicht so sicher war, wie die Frau Putz meint, dass es die vorbei marschierenden Islamisten wirklich auf die Kirche abgesehen hatten, die wollten vermutlich einfach nur ihre Waffen spazieren führen, haben sie doch sonst nichts zu tun, die Brüder…

Frau Putz geht in ihrem Beitrag so ein klein wenig auf die Lage der Christen in Ägypten ein, die ja noch nie sonderlich gut war und auch unter der demokratisch gewählten Regierung des Herrn Mursi nicht besser wurde. Leider haben sich die Christen auch so gar nicht mit den Islamisten anfreunden können, meint Frau Putz. Allerdings gehe es ihnen nun nach dem Sturz Mursis auch nicht viel besser, denn die Islamisten machten ihnen das Leben nach wie vor schwer. Bei Frau Putz liest sich das so:

Zwar hat die Bruderschaft die Angriffe auf Kirchen inzwischen verurteilt und ihre Anhänger zur Zurückhaltung aufgefordert. Doch schwang in ihrer Stellungnahme der Vorwurf mit, die Christen hätten sich die Attacken selbst zuzuschreiben, weil sie sich mit der Mehrheit der Ägypter gegen die Muslimbrüder gestellt hätten. Ägyptens Kopten hätten dem Islam den Krieg erklärt, heißt es auf einer Facebook-Seite der Brüder. Daher dürften sich die Christen nicht über den Zorn der Islamisten wundern. „Auf jede Reaktion gibt es eine Gegenreaktion.“

Klar, das geht ja gar nicht, dass Christen dem Islam den Krieg erklären. Da müssen sich die 90 % der 84 Millionen Ägypter gegen die Christen mit aller Macht zur Wehr setzen, die, wie Frau Putz zu berichten weiß, 10 % der Bevölkerung ausmachen. Ob sie (die Frau Putz) sich überhaupt nicht gefragt hat, wie selbstmörderisch  Kopten und andere Christen veranlagt sein müssen, einer Übermacht von mindestens 76 Millionen Muslimen den Krieg zu erklären, ganz zu schweigen von den vielen Hundertmillionen muslimischen Arabern in den Ländern drum herum, die sich so eine Kriegserklärung bestimmt nicht gefallen lassen würden….

Aktuell jedoch bietet die Armee den einzigen Schutz gegen radikalisierte Islamisten. Also hängen die Christen ihr Mäntelchen in den Wind: So hat die Gemeinde die 1300 Jahre seit der Eroberung Ägyptens durch die muslimischen Truppen überlebt.

„Die Christen hängen ihr Mäntelchen in den Wind…“ um ihr Überleben zu sichern.  Dass sie es seit 1300 Jahren so gehalten haben, ist Frau Putz nicht die Bemerkung wert, dass „Ungläubige“ im ach so toleranten Islam gar keine Alternative haben oder je hatten und auch niemals haben werden! Immerhin scheinen die muslimischen Armeeangehörigen aber kein Interesse an der Verfolgung der Christen zu haben… jedenfalls aktuell nicht. Statt dies der Armee in irgendeiner Weise als Pluspunkt anzurechnen, beendet Frau Putz ihren Artikel lieber so, wie sie ihn begonnen hat:

Der Armeeoffizier ist zurück: Ein neuer Marsch nähert sich der Moschee. Die Muslimbrüder hatten für Samstag zu neuen Aufmärschen aufgerufen. „Alle Mann in Stellung“, ruft er seinen Männern zu. Die fangen an zu laufen. Der Offizier geht, um sein Maschinengewehr aufzubauen. „Ihr könnt gern mitkommen auf das Vordach“, sagt er. „Dann zeige ich euch, wie ich ein paar von denen erschieße.“

Sie erzeugt Widerwillen gegen die Soldaten, die für die Sicherheit der Christen sorgen – selbst wenn sie (die Soldaten) dabei ihr „eigenes Süppchen kochen“ sollten, was ich ja gar nicht in Abrede stellen will.

So kann man in vermeintlicher Sorge um Christen in Ägypten einen prima Artikel schreiben, der polemisch Stimmung macht gegen die zur Zeit einzige Gegenmacht der Muslimbrüder.

Und die Christen?

Sie verlassen Ägypten, fliehen, wenn es ihnen noch möglich ist.

Oder wiegeln ab, spielen die Gefahr herunter, solidarisieren sich mit den von den Muslimbrüdern verfolgten Muslimen,   „hängen ihr Mäntelchen in den Wind“ würde Frau Putz sagen, vielleicht um ihr Leben zu retten,  wieder einmal, wie so oft in den 1300 Jahren muslimischer Übermacht.

Ein Artikel darüber   findet sich hier.

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Kommentare»

1. Zahal - 19. August, 2013

Hat dies auf World-Media-Watch rebloggt.

2. Paul - 19. August, 2013

Liebe Rika, ich bewundere Dich, dass Du Artikel von der Putz liest, lesen kannst. Das lehne ich ab. Mir reicht es was ich als Zitate bei Dir, heplev und anderswo zu lesen bekomme.
Habe einen schwachen Magen und eine kleine Rente. Kann mir nicht andauernd eine neue Tastatur kaufen. 😉

3. Rika - 20. August, 2013

Paul, mit meinem Magen geht es mir ähnlich….
Ich war eher zufällig über den Text gestolpert und mein Magen fand das, was ich das gelesen hatte, so unverdaulich, dass er (ich) es einfach wieder ausspucken musste 😉

Manchmal könnte ich auch die Tastatur malträtieren… aber was kann das arme Ding dafür und Geld für ständig neue ? Nein, das muss nicht sein! Da bin ich mit Dir einer Meinung!

4. Paul - 20. August, 2013

Vor lauter Aufregung habe ich das Wichtigste vergessen. Dein Artikel ist super.
Das „Ausspucken“ hat sich gelohnt. Zahal hat das sofort erkannt.

5. Caruso - 21. August, 2013

Frau Putz ist also nicht nur juden-sondern auch christenfeindlich. Vielleicht ist sie schon zum Islam übertreten. Wie auch immer, es ist zum Kotzen, was und wie sie schreibt. Der Spiegel war einst ein gutes Blatt, davon ist kaum etwas geblieben. Schade.
lg
caruso


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