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Dreiste Provokation…. 20. August, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, meine persönliche presseschau.
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… oder absichtsvolle Irreführung?

Wie soll man das verstehen?

Dummejungenstreich?

Stadtteilprobleme?

Drohgebärde?

Provokation?

Falsche Fährte?

In der Papierausgabe meiner Zeitung war diese Überschrift zu lesen:

„Wieder Brandstiftung in Garbsen

Holzschuppen neben Willehardi-Kirche geht in Flammen auf / 5000 Euro Schaden“

Und im Internet findet sich dieser Hinweis:

Brandstiftung neben Willehadi-Kirche

Die Brandstiftungsserie im Garbsener Stadtteil Auf der Horst reißt nicht ab. Drei Wochen, nachdem ein vorsätzlich gelegtes Feuer die Willehadi-Kirche im Orionhof vollkommen zerstört hat, haben Unbekannte am Sonntagabend einen Holzschuppen im Talkamp in Brand gesteckt.

 

Leider kann ich nicht auf den Internet-Text zugreifen  und muss deshalb kurz zusammenfassen, was im Text meiner Morgenzeitung steht.

„Drei Wochen, nachdem ein vorsätzlich gelegtes Feuer  die Willehardi-Kirche vollständig zerstört hat, haben Unbekannte am Sonntagabend einen Holzschuppen im Talkamp in Brand gesteckt. Die beiden Tatorte liegen nur wenige Meter voneienander entfernt. Passanten hatten kurz nach 23 Uhr Flammen aus dem Holzschuppen schlagen sehen und die Feuerwehr alarmiert…“

Der Verdacht, es könne sich um einen vorsätzlich gelegten Brand handeln, bestätigte sich schnell. Die Polizei prüft  nun, ob  ein Zusammenhang zwischen dem Brand, der die Kirche zerstörte und dem neuerlichen Zündeln besteht.

Was die Täter angeht, tappt die Polizei nach wie vor im Dunkeln, der von den Anwohnern geäußerte Verdacht, es könne sich um die Jugendlichen handeln, die schon seit Monaten Garbsen terrorisieren, konnte bisher nicht bestätigt werden. Und die Polizei hat nach Aussage der HAZ auch keinen Hinweis darauf, dass Mitglieder der Jugendgangs etwas mit dem Feuer in der Kirche zu tun haben könnten.

Wohl deshalb ist die Reaktion der Kirchenvertreter auf den Kirchenbrand auch so ausgesprochen verhalten.  Und vermutlich ist auch diese Unsicherheit hinsichtlich der Täterschaft ein Grund dafür, dass die erneute Brandstiftung in den Medien so gut wie keine Rolle spielt. Eher beiläufig wird sie mitgeteilt, jegliche Spekulation in Bezug auf die Täter unterlassen.

Dabei ist das doch die eigentlich interessante Fragestellung, die meiner Meinung nach zu einer gezielten Reaktion der Öffentlichkeit führen könnte.

Waren es wirklich die jugendlichen „Gangster“, die nach einer kleinen Unterbrechung ihren provozierenden Terror fortsetzen oder waren es Trittbrettfahrer, die selber Spaß am Zündeln haben (im vergangenen Sommer brannten auf den Felder rund in der Region Hannover immer wieder Heu- und Strohballen mit erheblichen finanziellen Verlusten für die Landwirte), oder waren es  möglicherweise sogar  nette Bürger in Garbsen, die einfach nicht hinnehmen wollen, dass die Gewalt, die sie erdulden müssen, stillschweigend zur Kenntnis genommen, aber nicht aktiv angegangen wird und die so ein Zeichen setzen wollten, dass dem Spuk endlich ein Ende gemacht werden muss.

Alle Szenarien sind denkbar.

Müssten sie nicht öffentlich diskutiert werden?

Wer auch immer aber diesen Brand gelegt hat, stellt sich damit so oder so gegen die Gesellschaft in Garbsen, verachtet die Gemeinschaft, nimmt in Kauf, dass es zu noch größeren Spannungen kommt.

Ich bin nicht sicher, ob die Strategie des Herunterspielens, wie sie auch die Offiziellen der Evangelischen Kirche verfolgen, wirklich das Problem lösen wird, das es ja tatsächlich in Garbsen gibt. Wem ist damit gedient?

Viel zu lange hat die Kirche mit einer Stellungnahme zum Kirchenbrand gewartet. Wenn jetzt das Schweigen weitergeht, wird sich das Blatt nicht zum Besseren wenden, fürchte ich. Denn wer immer hinter dem sinnlosen Tun steht, wird ja keinen Anlass haben, auf sein schändliches Werk zu verzichten…

Es geht nicht um „Vorverurteilungen“, wie Bischof Ralf Meister befürchtet und die er rigoros ablehnt, es geht um Aufklärung, die kann man aber in diesem Fall nicht nur im stillen Kämmerlein der Forensik betreiben, dazu gehört auch die öffentliche Debatte.

Ein Kommentator des Berichts bei Idea findet u.a. diese Worte:

 

Bei Betrachtung der Reaktionen der Landeskirche und ihrer Würdenträger auf den Kirchenbrand in Garbsen stellt sich für mich die Frage, was eigentlich passieren muss, damit diese Kirche noch reagiert? Agieren, dies macht sie schon lange nicht mehr. Eigentlich hätte man doch einen Aufschrei erwartet, zumindest den Anspruch anmelden müssen, die Ursachen zu klären und weiteren möglichen ähnlichen Vorgängen zu wehren, bzw. Maßnahmen auf den Weg zu bringen? Behandelt wurde dies aber als Versicherungsfall, nur keinen Staub aufwirbeln und nur kein Aufsehen erregen. Der materielle Schaden ist abgedeckt. Es war eben ein Vorgang, der nicht hätte passieren dürfen, da er nun passierte, möge der Kelch möglichst schnell vorübergeben und schnell Gras über die Geschichte wachsen und die übliche Tagesordnung das Tagesgeschäft möglichst schnell wieder bestimmen. Es kann eben nicht sein, was nicht sein durfte. Was kann man aber von einer Kirche erwarten, die nicht mehr kämpferisch die eigenen Standpunkte und Interessen vertritt? Die offensichtlich selbst nicht mehr weiß, wessen Meinung sie wie vertreten soll? Wahrscheinlich die der vielgenannten „schweigenden Mehrheit“, nur wer stellt diese Meinung fest bzw. her? …“

 

Dem will ich nichts mehr hinzufügen.

 

 

 

 

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Kommentare»

1. anti3anti - 20. August, 2013

„Die Polizei prüft nun, ob ein Zusammenhang zwischen dem Brand, der die Kirche zerstörte und dem neuerlichen Zündeln besteht.“

Vergebliche Mühe, da die Täter des ersten Brandes nicht bekannt sind.

2. Rika - 20. August, 2013

Tja, das ist irgendwie schwierig mit der Logik….
Allerdings, der Polizei sind zwar die Täter (angeblich) nicht bekannt, aber vielleicht deren „Handschrift“…..

3. Caruso - 21. August, 2013

Das Schweigen der Kirche ist ein Skandal, sage ich, die kein Christ bin und sowieso gottlos.
lg
caruso

4. anti3anti - 21. August, 2013

Ratsmitglied Orhan Akdag will vor allem verhindern, dass sich ein religiöser Konflikt entwickelt. Er plant gemeinsam mit der Kirchengemeinde, Schilder mit Zitaten aus Bibel und Koran am Bauzaun zu befestigen. „Die Sätze sollen zeigen, dass beide Religionen Gewalt ablehnen.“

Wer suchet, der findet. Oder: Wer suchet, der geht leicht selbst verloren. Ich kenne Sätze aus Bibel, NT und Koran, die Gewalt belegen. Um sie alle aufzuhängen, reicht der Bauzaun nicht aus.


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