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Christen allein gelassen…. 30. September, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, islam, terrorismus.
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Sie haben keine Fürsprecher, keine Lobby, keinen Schutz… nicht vor Ort und, wie es scheint, auch nicht durch die Gemeinschaft der Christen hierzulande.

Durch den Kommentar Willows zu einem Blogbeitrag von Lila über die „Party im Gazastreifen“ bin ich (wieder einmal!)  auf die Situation von Christen im „Heiligen Land“ aufmerksam geworden.

Der beschreibt die Situation so:

„Schleichende Landenteignung

von Khamal Idran

Im Juli schickten die Nonnen des griechisch-orthodoxen Klosters in Bethanien in Jerusalem einen Hilferuf an den Palästinenservertreter Abbas. Der Grund sind die eskalierenden muslimischen Angriffe auf ihr Kloster. Die Nonnen leben verbarrikadiert aus Schutz vor den gewalttätigen Übergriffen.

Zu den Angriffsmethoden gehören Steinwürfe, Zerbrechen von Glasscheiben, Diebstahl, Plünderungen von Klostereigentum sowie Lautsprecher, die von benachbarten Häusern auf das Kloster ausgerichtet sind. Fünf mal pro Tag dröhnen die Gebetsrufe in ohrenbetäubender Lautstärke in das Kloster. Die Nonnen nennen das eine Strategie der Einschüchterung.

Zwar erhalten sie Solidaritätsbesuche von befreundeten Christen und Muslimen, aber die Angriffe gehen weiter. Die orthodoxen Nonnen wissen, diese Angriffe sind ein Zeichen, dass sie fliehen und das Gebiet verlassen sollen. Aber sie werden nicht weggehen.

Das Kloster steht an dem Ort, wo seit frühester Tradition Christen die Auferweckung des Lazarus am Samstag vor dem Palmsonntag feiern und die Palmenprozession am nächsten Tag nach Golgatha beginnt. In den letzten Jahren stören Radikalmuslime auch diese Feiern.

Am Ostabhang des Ölberges, in einem idyllischen Jerusalemer Vorort gelegen, war das Kloster eine Oase für Beter weltweit. Seit Arafats Zeiten wird dieses Gebiet nun islamisiert. Unkontrollierte Bebauung und Umweltverschmutzung gehen einher mit steigender Kriminalität. Kürzlich deklarierte eine muslimische Großfamilie den Klostergrundbesitz als ihr Eigentum.

Zum Leidwesen der Kirche verlegt die israelische Sperrmauer (Aufgrund internationalem Druck) das Kloster in den palästinensischen Bereich. Bislang weigern sich die palästinensischen Behörden, Kontrolle über das wachsende Sozialproblem auszuüben. Das Kloster ist wie ein Niemandsland geworden, wo Kriminalität, Machtmissbrauch und Korruption florieren.

Die Situation des Klosters in Bethanien ist kein Einzelfall. Da, wo es eine muslimische Majorität gibt, leiden Christen. Der Westabhang des Ölbergs ist auf diese Mobbingweise bereits fast christenrein gemacht worden. Muslime übernehmen eine Gegend, Haus für Haus, immer nach dem gleichen Muster.

So gaben die Marienschwestern ihr Kloster auf der Westseite des Ölbergs vor Jahren auf, wegen des gefährlichen muslimischen Mobbings, das, zusammen mit der ohrenbetäubenden Lautstärke der Minarettrufe, das Leben der Schwestern unerträglich machte. Das danebengelegene internationale christlichen Gästehaus musste ebenfalls dem muslimischen Mobbing Platz machen. Die Pilger wurden von dem muslimischen Nachbarn überfallen und im Haus selber von dem schreienden Lärm der Minarette gemartert.

Daneben lag das Haus der Kirche Church of God, das als Pfarrhaus diente. Nach jahrelangem, lebensbedrohlichem Mobbing gegen die Pfarrfamilie musste die Kirche das Haus den Nachbarn überlassen.

In der Altstadt von Nazareth, neben der griechisch-orthodoxen Verkündigungskirche, bekam der Jahrtausende alte griechisch-orthodoxe Brunnen der Jungfrau Maria einen neuen Namen: Nazareth-Brunnen. Unter der Leitung des muslimischen Bürgermeisters heißt nun auch die Bushaltestelle „Nazareth Brunnen“. Kein Pilger wird an dem nun unsauberen den bekannten Marienbrunnen vermuten. Die Islamisierung schleicht voran.

Nahe Bethlehem wurde das griechisch-orthodoxe Kloster aus dem 4. Jahrhundert aus Schutz vor den gewalttätigen Überfällen muslimischer Nachbarn mit Eisentüren verbarrikadiert. Der 80-jährige Abt wurde neulich durch Steinwürfe schwer verletzt. Dabei verlor er ein Auge. Als die muslimischen Nachbarn eins der großen Häuser des Klosters beschlagnahmten, intervenierte der tapfere Abt. Vergeblich. Die zum Kloster gehörende zweitausend Jahre alte Zisterne ist kürzlich zerschlagen und zugemüllt worden.

Mar Saba, griechisch-orthodoxes Kloster in der Nähe von Bethlehem. Es wurde 439 gegründet. Derzeit wohnen nur noch zehn Mönche dort.

Der Grund all dessen? Die Juden und Christen sollen endlich gehen.

Aus: israelheute

dazu auch:http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/israel-uebergriffe-auf-griechisch-orthodoxes-kloster.html

Und es macht mich traurig und sprachlos-wütend zugleich, dass  die „christlichen Medien“  solches hier in Deutschland eben nicht veröffentlichen, aus welchen (ehrenwerten?) Gründen auch immer.

Eine Berichterstattung darüber in den MSM zu erwarten, käme  ja ohnehin Tagträumerei gleich, wenn dort nicht mal sehr, sehr deutlich Ross und Reiter genannt werden angesichts der fürchterlicher Szenen, die sich abspielen, wenn sich  muslimische Aktivisten  an christlichen Einrichtungen vergreifen, wie unlängst wieder in Nigeria oder in Pakistan,  oder wenn muslimische Kampfeinheiten in einem Einkaufszentrum in Nairobi ein Blutbad anrichten und dabei gezielt „Nichtmuslime“ töten und verstümmeln.

Warum schweigen die Kirchen und ihre Vertreter so laut?

Haben sie Angst vor der Wut und Rache der Muslime in den betreffenden Ländern?

Fürchten sie, auch bei uns könnte es zu ähnlichen Szenen kommen, wenn sich beleidigt fühlende Muslime meinen, den Islam mit Gewalt verteidigen zu müssen gegen uns „Ungläubige“?

Halten sie gemäß der Aufforderung Jesu die „andere Wange hin“, wenn sie (bzw. ihre Mitchristen in den muslimischen Mehrheitsgesellschaften)  „geschlagen“ werden, wie auch immer das „Schlagen“ aussehen mag?   Und wäre das wirklich Bibel konform?

In einem ebenfalls sehr lesenswerten Beitrag beschäftigt Lila sich mit der Frage, welche Einstellung und welches Menschenbild diese fürchterliche Gewalt befördert und ob es nicht vielleicht doch etwas mit dem „Gehalt“ einer Religion zu tun hat. Nein, ich verfalle jetzt nicht in den üblichen Reflex allzu vieler Christen, die eigenen Religionsanhänger als mordende Monster darzustellen, um die Taten mordender Muslime gnädig zu relativieren. Dass es Gewalt von Christen, verübt an Menschen verschiedenster Religionen gegeben hat, stelle ich nicht in Abrede. Aber niemals konnten sich gewalttätige Christen auf die Botschaft des Evangeliums von Christus Jesus  berufen!

Jesus hat eine ganz einfache Botschaft, die er selbst von Kindesbeinen an in seinem jüdischen Elternhaus und den Synagogen  gehört hatte und an uns eindringlich weitergibt:

„Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft! Das zweite ist dies, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Jesus verweist auf 5. Mose 6, 4 und 5, 10,12   Das Gespräch zwischen ihm und den Schriftgelehrten, aus dem das Zitat stammt, wird in Markus 12, von Vers 28 an berichtet.)

Nirgends aber im Neuen Testament ist die Rede davon, dass Jesus zum Hass aufruft oder gar zur Gewalt gegen Andersgläubige.  Jesus redet von der Liebe Gottes,  von Vergebung und Gewaltlosigkeit. Diese Liebe Gottes zu den Menschen, die  meinem / unserem (christlichen) Glauben nach bedingungslos ist und ALLEN Menschen, gleich welcher Religion gilt,  kann nicht bedeuten, dass Menschen sich „in Gottes Namen“ gegenseitig Gewalt antun, sich bekriegen, verletzten, töten!

Vielleicht macht das wirklich den Unterschied zwischen der „Botschaft des Friedens Gottes“, wie sie die Bibel bezeugt und der  der „Religion des Friedens“, wie sie Muslime im Koran lernen, in dem ausdrücklich zum Töten von Juden und Christen aufgerufen wird….

Ich wünsche mir sehr, dass wir Christen die Botschaft Jesu vom Frieden Gottes denen entgegen setzen, die Christen verfolgen, bedrohen, hassen, morden und ihnen Gewalt antun.  Ich wünsche mir, dass wir uns stärker mit denen solidarisieren, die „um des Evangeliums von Christus  willen  leiden“, wie Paulus es beschrieben  hat, und dass wir  unser Augenmerk nicht um eines billigen Frieden mit Muslimen willen abwenden, wenn Christen von Muslimen verfolgt werden.  Wir sollten eben nicht länger dazu schweigen, wenn Christen von Muslimen „im Namen Allahs“ bedrängt, gefoltert, getötet werden und schon gar nicht sollten wir noch länger davon reden, „dass wir doch alle an den gleichen Gott glauben“.   Denn wir glauben nicht an einen Gott, der seine Anhänger zum mörderisch-blutigen Kampf gegen Ungläubige auffordert und Menschen als Affen und Schweine bezeichnet. Jesus selbst stellt das unmissverständlich klar. (Siehe Matthäus 5,22)

Und so möchte ich diesen Beitrag auch nicht als Aufruf zum Gegenangriff oder gar Hass auf Muslime verstanden wissen, ich möchte mich auf die Kernaussage des Evangeliums konzentrieren: 

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“ Johannes 3, 16

Gott ist Liebe – nicht Hass. Seine Liebe gilt allen Menschen, unterschiedslos.

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Kommentare»

1. just wondering - 30. September, 2013

Damit die Medien in Deutschland darüber berichten würden, müssten die Rollen vertauscht sein. Dann würde der Blätterwald rauschen, aber so was von …

2. Saskia - 30. September, 2013

„Gott ist Liebe – nicht Hass. Seine Liebe gilt allen Menschen, unterschiedslos.“

Danke für diesen Blogpost, Du hast mich sehr mit Deinen Worten berührt und mir tief aus der Seele gesprochen.

3. Paul - 30. September, 2013

Liebe Rika,
ja es ist schwer das auszuhalten. Du hast gelesen, dass ich manchmal drohe in den Hass abzudriften.

Was hönnen wir machen?
Was kann die Kirche machen? Da ich Katholisch bin meine ich meine Kirche.

Meine Kirche liebt es nicht auf dem „Marktplatz herumzuschreien“. Sie versucht lieber mit leisen Tönen und im verborgenen Einfluss zu nehmen, zu helfen, Schicksale zu lindern. Es fällt mir schwer das zu akzeptieren. Leider kann ich die Effektivität dieses Handelns nicht beurteilen. Ich hoffe nur es bewirkt etwas.
Allerdings habe ich die Hoffnung, dass es wirksam ist. Genährt wird diese Hoffnung durch das Verhalten der Kirche gegenüber dem Nationalsozialismus und auch in der Zeit des Kalten Krieges. Hin und wieder erfahren wir immer wieder Einzelheiten, die auch jetzt noch nicht auf dem „Marktplatz herausposaunt“ werden. Das mag uns nun gefallen oder nicht. Mir gefällt es nicht. Ich tröste mich aber damit, dass sicherlich im Verborgenen vieles passiert.

Uns bleibt nur übrig zu beten.
Alexis Carrel:
„Gebet ist die mächtigste Energie, die der Mensch einsetzen kann,denn sie ist ebenso wirklich und wirksam wie die Schwerkraft.“

Dietrich Bonhoeffer, den ich sehr verehre, hat im Angesicht des Todes auch nicht „getobt“, geklagt, geschrien, sondern Großes und Bleibendes geschaffen.
Er tröstete andere, obwohl er selbst des Trostes bedurft hätte.

Sein Wort…
„Das Gebet ersetzt keine Tat, aber es ist eine Tat, die durch nichts zu ersetzen ist.“
…sollte für uns Ansporn und Ermunterung sein.

Es wäre schön, wenn wir in diesem Sinn den bedrängten und verfolgten Christen durch unsere Tat helfen würden.

Herzlich, Paul

4. Caruso - 1. Oktober, 2013

Die Lage der Christen im Nahen Osten, mit Ausnahme von Israel, ist ganz schrecklich. Ich verstehe nicht, warum der Westen und die Kirchen für diese Menschen so wenig bis gar nichts tun. Ich bin kein Christ, es könnte mir egal sein, ist es aber nicht. Denn es geht um Menschen und dann ist es egal, welche Religion einer hat.
lg
caruso

5. Rika - 6. Oktober, 2013

Rolf, leider, leider ist deine Einschätzung wohl nicht falsch!

Danke, Saskia, für deinen liebevollen Kommentar!

Ja, Paul, das Gebet hat eine – wenn nicht sogar DIE entscheidende Kraft…. was uns aber nicht davon entbindet, auch zur Tat zu schreiten, wie du ja ganz richtig andeutest.

Wer hier bei mir schon länger liest, weiß, wie sehr ich mit dem Islam in kritischem Disput lebe… und nicht nur das!
Ich vermisse so sehr die Diskussion um die Frage nach „Allah = Gott“, die mich schon so lange umtreibt.
Vor wenigen Wochen habe ich mich darüber mit meinem Sohn unterhalten, der in diesen Tagen gerade sein Theologie-Studium abschließt. Ihm verdanke ich den Verweis auf das (entscheidende) Kriterium der Gottes Liebe, die in den Evangelien und Briefen des Neuen Testaments immer und immer wieder zum zentralen Thema gemacht wird. (Auch das sogenannte „Alte Testament“ gibt viele, viele Hinweise und Bekenntnisse dieser Liebe Gottes!)
Gott liebt diese Welt und die Menschen dieser Welt ohne Wenn und Aber.
Es ist diese bedingungslose Liebe Gottes, die die Menschen „leben lässt“. Es ist die Liebe Gottes, die uns überhaupt erst zu Frieden und Vergebung befähigt. Und es ist die Liebe Gottes, die den Tod überwindet. Daran unterscheiden sich der im Koran genannte Allah und der in der Bibel bezeugte Gott, Abraham, Isaaks und Jakobs, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Caruso, das wird vermutlich noch mal ganz bitter auf die Kirchen und den Westen zurückfallen.

6. Rika - 6. Oktober, 2013

Siehe diesen Beitrag bei faz.net zum Thema:
„In großer Bedrängnis“
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/christen-im-orient-in-grosser-bedraengnis-12594833.html


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