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Das Gärtchen… mal wieder… 5. November, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Seit wir das kleine Häuschen auf der Wiese am Meer haben und dort noch viel Arbeit auf uns wartet, ist unser heimisches Gärtchen so ein kleines bisschen vernachlässigt. Doch nicht nur die „Konkurrenz“ am Meer ist Ursache für die nachlassende Fürsorge, auch die Auseinandersetzung mit dem Nachbarn zur Rechten trägt einen großen Teil dazu bei. Mir macht es einfach nicht mehr so viel Freude im Gärtchen rum zu wurschteln  seit das Rankgitter des Nachbarn einerseits die vertraute Optik grundsätzlich verändert hat und uns andererseits dauernd vor Augen führt, dass der Nachbar mit allen Tricks seinen Willen durchsetzt und sich dabei auch nicht scheut, unsere Abwesenheit zu nutzen, um Tatsachen zu schaffen, die sich nur schlecht revidieren lassen. Ich schrieb ja wiederholt darüber.

Wie immer nutzen wir die schönen Oktobertage um das Gärtchen „winterfest und -fein“ zu machen. Die Büsche und Bäume werden gestutzt, verblühte Stauden beschnitten, Blumenzwiebeln in die Erde gebracht und das Gartenmobiliar im kleinen Gartenhäuschen sicher verstaut. So auch in diesem Jahr.

Der liebste Gatte kletterte auf eine sehr hohe Leiter …

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und stutzte die Eberesche so sehr, dass von dem armen Baum kaum noch etwas übrig blieb… auch die Eberesche war hier schon mehrfach Thema 😉  , er stellte die Leiter auch an die Fichte,

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verschwand im dichten Geäst und sägte und machte und tat, dass es ihm eine Lust und mir ein Graus war. Ich stand nämlich am Fuß der Leiter, um nicht zu sagen auf dem Leiterfuß,  und versuchte so gut es ging, das Schwanken ein wenig zu minimieren und dem Gatten das Gefühl der Sicherheit zu suggerieren…. im Ernstfall hätte ich weder die Leiter halten, noch seinen Fall verhindern können. Aber es ging ja alles gut und unten auf dem Rasen türmten sich alsbald die abgesäbelten Äste und Zweige zum Himmel….

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Wir schafften es vor dem einsetzenden schlechten Wetter und bevor wir zur Wiese aufbrachen, zumindest optisch die Ordnung im Gärtchen wieder herzustellen. Ich müsste das Beet am Gartenzaun noch ein bisschen aufhübschen, aber wie gesagt…. mir fehlt dazu die Lust an der Freude. Mit Recht, wie sich schnell herausstellen sollte.

Montag, am späten Abend,  hatten wir uns zur Wiese aufgemacht, dort den Dienstag, Mittwoch und den halben Donnerstag in tiefer Ruh und süßem Frieden verbracht. Dann war es vorbei mit Ruh und Frieden. Der nette Nachbar rief an und fragte: „Sag mal, Rika, habt ihr Herrn Miesemau (Name frei erfunden!)  erlaubt die Fichte zu beschneiden? Der steht nämlich auf der Leiter und schnippelt am Baum rum, dass man es nicht mit ansehn mag und sein Vater hilft ihm dabei…!“

Nein, das hatten wir nicht.

Wohl hatten wir schon Ende September einen Brief des Nachbarn bekommen, in dem er  den Rückschnitt anmahnte, hatten sich doch wieder ein paar Zweiglein und Blättchen in den Luftraum des Nachbarn begeben. Auch hatte der Nachbar mündlich angefragt, ob wir nicht doch die Fichte fällen wollten, uns sogar seine Hilfe dabei angeboten und uns mit der Ankündigung zu verlocken gesucht, er wolle sich an den Kosten für einen kleinen neuen immergrünen Baum beteiligen. Wir hatten ihm jedoch keine Zusage zur Fällaktion gegeben und uns auch sonst nur sehr zurückhaltend zur Fichte geäußert. Das ist ohnehin ein schwieriges Thema, stammt der Baum doch aus einem schönen Waldgebiet bei Kassel, in dem wir manchmal mit den Eltern spazieren gingen. Bei einem dieser Spaziergänge, unser zweitgeborener Sohn war gerade ein halbes Jahr alt, hatte ich einige Winzlinge von Bäumchen aus der Erde gezupft (sie waren nicht länger als mein Zeigefinger) sie zu Hause in Blumentöpfe gepflanzt und sie gehegt und gepflegt und als sie groß genug waren, im Gärtchen ins Beet gesetzt….  Ein Bäumchen ging ein…. eines wurde vor Jahren zum Weihnachtsbaum, ein Baum steht noch und wird Jahr um Jahr in seinem zum  Himmel strebenden Drang beschnitten. Und wer hier schon länger liest, weiß, dass er eigentlich schon im Februar 2010 gefällt werden sollte, aber die Unverschämtheit, mit der der Nachbar uns das Leben schwer machte, das bis heute verhindert hat. Da ist der liebste Gatte stur, ganz entgegen seiner sonstigen Gewohnheit und seinem nach Harmonie und Friede ausgerichtetem Sinn.

Gestern sind wir von der Wiese zurückgekommen…  besahen uns den Baum und fanden darüberhinaus im Briefkasten ein Schreiben des Nachbarn, überaus höflich und freundlich formuliert, in welchem er uns mitteilte, aus Sorge um die Gesundheit meines Mannes das Kürzen der Zweige übernommen zu haben, hätte doch sein Vater beobachtet, dass es meinem Mann nicht möglich gewesen war, noch mehr abzuschneiden, als er es getan hatte. Auch wiederholte der Nachbar sein Angebot, beim Fällen des Baums zu helfen und sich an den Kosten für einen neuen kleinen Baum (etwa 2 Meter hoch) zu beteiligen.

Was soll ich dazu sagen….?

Hätte der Nachbar nicht mit uns darüber sprechen können, dass er  ALLE  Zweige auf „seiner Seite“ selbst beschneiden will, auch die, die weit über der gerichtlich festgelegten  Marke von 2.50 m wachsen und in seinen Hoheitsbereich ragen? (Die unterhalb der Marke wachsen, bzw. wuchsen, hat der liebste Gatte längst beschnitten!!!) Ja, das hätte er.

Musste er wieder unsere Abwesenheit nutzen, um Fakten zu schaffen? Ich meine nein.

„Der Baum bleibt stehen“, meint der liebste Gatte. Eben deshalb!

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Kommentare»

1. just wondering - 5. November, 2013

Mann, ich bewundere Eure Geduld! Ich hätte schon längst eine schöne Birke gepflanzt … 😉

2. Saskia - 6. November, 2013

Das erinnert mich an unsere Eberesche im Garten des Hauses, in dem ich aufgewachsen bin. Heute wohnen meine Eltern nicht mehr in diesem Haus. Meine Mama machte jedes Jahr aus den Beeren eine sehr leckere Marmelade und ich kletterte als Kind ständig auf dem Baum herum.
Eines Tages zogen Querulanten nebenan ein. Es gab andauernd Ärger. Was mich aber am meisten störte, war die Tatsache, dass alle „Nicht-Querulaten“, diejenigen, die gerne ein Pläuschchen auf der Straße mit einem halten wollten und die immer scheinheilig höflich und nett waren, dass diese Nachbarn jene Querulanten unterstützt haben.
Als unser neuer Blödmann-Nachbar also eines Tages in unserer Abwesenheit alle (!) Äste direkt am Stamm (!!) absägte (der Baum befand sich auf unserem Grundstück, er hat also Hausfriedensbruch für diese Aktion begangen), schauten die biederen restlichen Nachbarn nur zu, dumm wie die Kühe. Keiner sagte etwas und auch später, als wir dann vor den vollendeten Tatsachen standen, wollte niemand etwas gesehen haben.

Ich dachte mir damals, dass diese ganze Nachbarschaft gut ins Dritte Reich gepasst hätte, mit ihrem Gehabe nach Außen hin und ihrer Feigheit, wenn es um sie selbst ging…

Wie schade, dass Nachbarschaften so laufen können. Ich frage mich immer, was die Leute eigentlich für ein Problem haben. Mit Reden könnte man doch alles klären….

3. Rika - 6. November, 2013

Saskia,
das ist ja eine ganz, ganz böse Geschichte, die ihr erlebt habt.

Du schreibst in deinem letzten Satz: „Mit Reden könnte man doch alles klären….“
Leider haben wir die Erfahrung gemacht, dass das nur bedingt zutrifft. Mein Mann, nicht nur von Beruf, sondern in und mit seinem ganzen Leben Psychologe, ist ein Mensch des Redens wenn es um Konfliktlösungen geht. Aber wir mussten erfahren, dass auch das Hören dazu gehört und leider hört der Nachbar etwas anderes als wir sagen und vermutlich würde er das von uns genauso sagen. Wir reden und hören ganz offenbar aneinander vorbei. Das mag daran liegen, dass der Nachbar einen fest gefassten Plan hat und selbst dann nicht von dem abweicht, wenn das von ihm bemühte Gericht „unserer“ Auffassung ist und ein entsprechendes Urteil spricht…. Der Richter hat ihm u.a. ganz klar gemacht, dass er neben unseren bereits vorhandenen Zaun keinen zweiten blickdichten setzen darf…und was macht der Nachbar? Er setzt ein Rankgitter und bepflanzt es mit schnell wachsendem, immergrünem Geißblatt. Ein Rankgitter ist ja kein Zaun, nicht wahr?!!! So also setzt er einen Gerichtsbeschluss „um“, den er selbst angestrebt, aber im Wortlaut nicht angenommen hat!
Da ist man nur noch ohnmächtig… und neigt daher zu Trotzreaktionen, siehe Fichte 😉


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