jump to navigation

Der Fanclub des Herrn Todenhöfer… 12. November, 2013

Posted by Rika in gesellschaft, israel, terrorismus.
Tags: , , , , , ,
trackback

Ich möchte ihm ja so gerne glauben, dem Herrn Todenhöfer, dass er Frieden und nichts als Frieden für die Welt im Allgemeinen, Afghanistan im Speziellen  und den nahen Osten im Besonderen will.

Herr Todenhöfer jubelt auf seiner Facebook-Seite:

Frieden mit Iran ist endlich greifbar nahe.

Ach, wäre es doch so, wie würde ich mich freuen!

Die Menschen in der Region könnten aufatmen, keine von Iran unterstützten Terroraktionen mehr gegen Israel, die Hisbollah würde ihre Waffen einmotten, in Syrien könnte der Weg des Friedens angebahnt werden, Israel, das von Iran so gehasste und geschmähte „Gebilde“ könnte endlich in Ruhe vor sich hin existieren….

Aber Halt,  Herr Todenhöfer hat einen Einwand, ein Friedenshindernis ist auch in greifbarer Nähe. Allerdings nicht auf Seiten des Iran, wie Herr Todenhöfer erkannt hat. Nicht die Demonstrationen, die die Bevölkerung Irans unter Anführung ihrer politischen und religiösen Eliten alljährlich veranstalten, bei denen sie ihre hasserfüllten Rufe anstimmen „Tod Israel, Tod Amerika“, entsprechende Banner und Schilder in die Höhe recken und amerikanische und israelische Fahnen verbrennen,  könnten noch ein Friedenshindernis sein, nein, der Herr Netanjahu, so meint Herr Todenhöfer, könnte den schönen Plan noch vermasseln, weswegen er ihm dringend rät:

Bitte schweigen, Herr Netanjahu

Den lieben Freunden seiner Facebook-Seite teilt er auch gleich mit, warum Herr Netanjahu zu schweigen habe:

Die Vorschläge Irans, deren Grundstruktur ich kenne, sind ausgewogen und fair. Ich sage das, obwohl ich dem iranischen System kritisch gegenüberstehe.

Herr Todenhöfer kennt aber sicher auch  die Grundstruktur des Iran selbst. Er weiß daher natürlich auch, das Schwule an Baukränen aufgehängt werden, Frauen mit der Steinigung bedroht sind, wenn man sie beim Ehebruch erwischt, Christen ausgepeitscht werden, weil sie ihrer religiösen Tradition gemäß beim Abendmahl Wein trinken, Frauen nicht die gleichen Rechte haben wie Männer und zu Wahlen nur solche Parteien bzw. Kandidaten zugelassen sind, die das Wohlwollen der obersten Religionsbehörde  genießen. Er weiß, das kritische Zeitungen so gut wie gar nicht erlaubt sind und die Berichterstattung in den Medien einer strengen Zensur unterliegen. Deshalb steht er ja „dem iranischen System kritisch gegenüber“.  Wie aber drückt sich diese kritische Haltung aus? Das verschweigt Herr Todenhöfer seinen „lieben Freunden“, dafür teilt er umso ausführlicher mit, warum  der Schwarze Peter bei den Israelis und ihrem Premier liegt:

Dass Netanjahu jetzt mit einem verbalen Trommelfeuer alles unternimmt, um Frieden mit Iran zu verhindern, überrascht nicht. Im Konflikt mit den Palästinensern macht er leider das Gleiche. Er scheint kein Freund von Verhandlungen und von Friedensschlüssen zu sein.

Nein, Netanjahu sei kein Freund von Verhandlungen, meint Herr Todenhöfer. Dabei ist es ihm wohl völlig entgangen, dass Herr Netanjahu, um eben solche Verhandlungen führen zu können, Schwerverbrecher, Mörder und Terroristen freigelassen hat, schweren Herzens, denke ich, sich dem Druck der USA beugend und unter großem Protest vieler Israelis. Doch das nimmt Jürgen Todenhöfer der Einfachheit halber nicht zur Kenntnis, er müsste ja dann ein wenig an seinem Weltbild arbeiten… das zu revidieren, wäre aber eine zu große Zumutung, lieber redet er deshalb mit gespaltener Zunge, wenn er sagt:

Doch seine Polemik gegen einen Ausgleich mit Iran liegt nicht im Interesse Israels. Es ist nicht gut für Israel, in einer Welt von Feinden zu leben. Egal, was der Falke Netanjahu dazu sagt. 18 Jahre lang hat er die iranische Bombe für übermorgen angekündigt. Seine Glaubwürdigkeit in dieser Frage liegt nahe Null. Wie die des Hirtenjungen in der berühmten Parabel vom bösen Wolf.

Nein, es ist der Tat nicht gut, in einer Welt von Feinden zu leben… Wer aber schürt die Feindschaft gegen Israel? Nach Todenhöfers Logik ist es der Ministerpräsident, der sein Land vor einem durchaus wahrscheinlichen Angriff des Iran schützen will, indem er den Westen dazu auffordert, nicht auf die „moderaten“, aber falschen Töne einzugehen. Er, Todenhöfer, bestreitet jedoch nicht nur die Glaubwürdigkeit Netanjahus, sondern damit auch die hohe Bedrohungslage in der sich Israel permanent befindet. Für mich klingt es daher wie Hohn, wenn er aus vermeintlicher Sorge um Israel Herrn Netanjahu auffordert zu schweigen:

Deshalb: Bitte schweigen, Herr Netanjahu! Auch im Interesse Israels, dessen Existenzrecht ich ausdrücklich bejahe. Wie das anderer Länder und Völker.

Und geradezu ad absurdum geführt wird seine Sorge um Israel, dessen Existenzrecht er ja ausdrücklich bejaht, wenn er den anti-israelisch pöbelnden „lieben Freunden“auf seiner Seite eine Plattform bietet, genau das, das Existenzrecht Israels nämlich, grundsätzlich in Frage zu stellen und Israel die Rolle des Schurken zuzuweisen. Das lässt er ganz im Zeichen des Friedens mit Iran zu, er greift nicht ein, wenn purer Israelhass gepostet wird, er weist die Antisemiten nicht in ihre Schranken!

Nein Herr Todenhöfer, mit diesem Fanclub ist ihr Geschwätz von Frieden noch weniger wert, als die Küchenabfälle in meiner Mülltonne.

Bitte schweigen, Herr Todenhöfer, um des Friedens willen….

Wer gute Nerven und einen leeren Magen hat, kann sich ja die Kommentare unter seiner Nachricht an die „lieben Freunde“ zu Gemüte führen… ich will hier den Hetzern und Hassern keinen Platz einräumen!

Ach, ja, entdeckt habe ich die Horrorseite, weil achgut darüber berichtet!

Advertisements

Kommentare»

No comments yet — be the first.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: