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Auf den Punkt gebracht… 26. März, 2014

Posted by Rika in araber-"palästinenser", islam, israel, politik.
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… von Ulrich Sahm:

 

„Anerkennung Israels als Staat des jüdischen Volkes“ ist der neueste Knackpunkt bei den israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen. Premier Netanjahu will damit ein „Ende des Konflikts“ erreichen. Für Palästinenser ist die Forderung untragbar, weil sie ihrem „Narrativ“ ein Ende setzt: Anspruch auf das ganze Land, Rückkehrrecht für Flüchtlinge, der Vorstellung, dass Israel ein künstlicher Kreuzfahrerstaat sei und im Gebiet der islamischen „Ummah“ nichts zu suchen habe.

Israels Premier Benjamin Netanjahu fordert die Palästinenser auf, Israel als „Staat des jüdischen Volkes“ anzuerkennen.

 

Das, was doch eigentlich mit der etwas schwammigen Formel „Existenzrecht Israels“ gemeint ist, scheint aber nicht allen Akteuren und  Beobachtern des Friedensprozesses klar zu sein. Dabei ist Israel doch explizit als Staat des jüdischen Volkes gegründet und aufgebaut worden.

Sowie Abbas den „Staat des jüdischen Volkes“ anerkennt, müsste er zustimmen, dass Israel nicht gleichzeitig der Staat des palästinensischen Volkes sein könne. Rund 5 Millionen palästinensische Flüchtlinge in Libanon, Syrien, Jordanien und in den Autonomiegebieten müssten auf ihr vermeintlich im Völkerrecht verankertes „Recht auf Rückkehr“ verzichten. Die Flüchtlinge und ihre Kindeskinder könnten bestenfalls in den künftigen palästinensischen Staat ziehen, was Abbas jedoch ablehnt. Sonst hätte er längst die in seinem Herrschaftsbereich in Flüchtlingslagern lebenden Palästinenser voll integriert. Sie werden bis heute von der UNWRA (UNO-Flüchtlingshilfe-Organisation, die exklusiv für die palästinensischen Flüchtlinge zuständig ist) mit Nahrungsmitteln versorgt und schicken ihre Kinder in UNO-Schulen.

 

Dabei betreffen die Verhandlungen um die „Identität“ Israels als jüdischem Staat, wie Ulrich Sahm klar macht, nicht nur die politischen Verhältnisse, er weist gleichzeitig darauf hin, dass im Selbstverständnis des Islam kein Land aufgegeben, bzw. dauerhaft unter „nichtislamische Herrschaft“ gestellt werden darf, das jemals zu muslimischen Ummah gehört hat:

Netanjahus Forderung beinhaltet ein weiteres Element, das Abbas keinesfalls akzeptieren kann: das Ende des Konflikts. Gemäss palästinensischer Vorstellung sollen auch nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrages ihre Ansprüche auf Jaffo, Haifa, Ramle oder Lod gelten. Hinzu kommt ein islamischer Glaubenssatz, gegen den Abbas keinesfalls verstossen darf, wenn er sich nicht alle Sympathien in der arabisch/islamischen Welt verspielen will: Alles Land, das jemals vom Islam „befreit“ worden ist, darf niemals mehr an „Ungläubige“ zurückfallen. Das gilt für Spanien, den Balkan und erst recht für Israel.

 

Wie sehr die Tücke im Detail steckt beschreibt Ulrich Sahm, wie immer völlig frei von unangemessener Polemik .

Den ganzen Text gibt es bei audiatur .

 

 

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