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Was nun, Franziskus? 15. Juni, 2014

Posted by Rika in aktuell.
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Wie haben sie gejubelt, die Freunde des Papstes und der Palästinenser über ein gemeinsames Gebet mit den „beiden Präsidenten“ in den vatikanischen Gärten um Frieden für… ja, für wen eigentlich? Die Frage drängt sich auf angesichts der Tatsache, dass nicht einmal ein Monat seit jenem Ereignis vergangen ist und in Fatah-Hamas-Land Jubel aufbrandet über einen gelungenen Beitrag zum Frieden, wie ihn Fatah und Hamas verstehen: Israel, der Feind, wird durch die Entführung dreier jungen Männer bis ins Mark getroffen. Die Armee tut ihr Möglichstes die Entführten zu finden… das ZDF tut sein Möglichstes, die Tat zu verharmlosen… die jungen Männer seien „verschwunden“ wird dem Publikum gerade in der Halbzeitpause eines Fussballspiels in Brasilien mitgeteilt. So, als sei es völlig normal, dass ausgerechnet in Israel Menschen einfach so von der Bildfläche verschwinden OHNE dass ein terroristischer Angriff der „lieben“ Nachbarn von Hamas oder Fatah zu befürchten wäre. Was sagt Franziskus wohl dazu? Fühlt er sich wohl in seinem schönen Garten? Wohl kaum, will ich hoffen. War schon die ihm und seinen Organisatoren des Friedensgebets  untergejubelte Sure mit der Bitte, Allah möge den Sieg über die Ungläubigen schenken eine überaus peinliche Angelegenheit, die man erst nach längerem Insistieren durch arabisch sprechende Islamkenner zugab, so müssen doch die Freudengesänge der „Palästinenser“ über die Entführung wie Lieder aus der Hölle anmuten. So hat er es sich sicher nicht vorgestellt, das Ergebnis eines Gebets um Frieden. Aber hätte er es nicht wissen können, dass dem Betrug im Garten allzu bald die böse Tat folgen würde? Ist es je anders gewesen in den Bemühungen um Frieden? Wann immer man glaubte einen winzigen Hoffnungsschimmer ausmachen zu können, folgte blutiger Terror. Das wird sich nicht ändern. Was sich aber ändern muss, ist die Haltung der offiziellen Kirche dazu. Sie sollte endlich aufhören, den Terror als Freiheitskampf zu verharmlosen und sie sollte sich endlich dazu aufraffen, den Islam als das zu bezeichnen, wie er sich selbst seit seinem Beginn offenbart: eine erbarmungslose und gnadenlose Ideologie in der Maske des Religiösen.

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„Des Gerechten Gebet …. „ 8. Juni, 2014

Posted by Rika in araber-"palästinenser", israel, meine persönliche presseschau, terrorismus.
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Natürlich „darf“ ein Papst zum Gebet aufrufen – das gehört quasi zu seinen Kernkompetenzen und -aufgaben: Beten.

Und ganz sicher ist ein ernsthaftes Gebet um Frieden in der Welt etwas, was dem Geist Jesu entspricht.

Aber ist es wirklich ernsthaft gemeint – von allen Beteiligten?

Dem Papst wird man am wenigsten die Ernsthaftigkeit seines Anliegens absprechen können, Shimon Peres, einstmals mit dem Friedensnobelpreis geehrt, ist sicher auch ein ernsthafter Kämpfer für den Frieden, aber bei Herrn Abbas will mir überhaupt gar kein Argument einfallen, das für seine Ernsthaftigkeit, gemeinsam mit dem Papst und Shimon Peres um Frieden (auch für  den Staat Israel) zu beten,   sprechen würde.

Vermutlich ist auch Herr Abbas für Frieden. Aber welchen Frieden meint er eigentlich und ist es das gleiche Konstrukt, das den Papst und Shimon Peres bewegt?

Wohl kaum.

Für Abbas – und das hat er immer und immer wieder betont, ist der Friede in „seinem Palästina“ vor allem von einer wichtigen Komponente abhängig: Juden dürfen in „seinem Palästina“ nicht wohnen.

Nun gut, könnte man meinen, wenn es tatsächlich zu einer Zwei-Staaten-Lösung kommt, wie der Papst und Peres sie laut Medienberichten wohl bevorzugen, könnte man es ja auch gleich so einrichten, dass die arabisch-stämmigen Palästinenser in „Abbas‘ Palästina“ und die jüdischen (ehemaligen) Palästinenser in Israel leben. So könnte man den Konflikt um das ehemalige Mandatsgebiet „Palästina“, in dem für Jahrhunderte sowohl Juden,wie Araber, Drusen und Beduinen lebten,  elegant lösen. „Ethnische Säuberung“, würde man das zwar nennen müssen und ein bisschen anrüchig wäre es schon, aber wenn es dann dem Frieden diente?

Die Sache hat allerdings einen Haken. Die arabisch-stämmigen Israelis denken gar nicht im Traum daran, in „Abbas‘ Palästina“ umzuziehen und viele jüdische Israelis, die in Samaria und Judäa –  den alten Wohngebieten der Juden seit Tausenden von Jahren –  leben, würden wohl auch nur ungern ihre Wohnungen und Häuser aufgeben. Mehr jedoch, als der Wille, bzw. Unwille der jetzigen Bewohner in Samaria, Judäa und Israel ihre Behausungen unter ethnischen Gesichtspunkten zu tauschen, ist der zwar nicht offen ausgesprochene, dafür aber durch die Bildung der Einheitsregierung mit der Hamas  bekundete Wille Abbas, niemals den Traum von einem arabischen „Palästina vom Meer bis zum Fluss“ aufzugeben.   Denn das ist es, was die Hamas seit ihrer Gründung bis zum heutigen Tag bewegt: Sie will keinen jüdischen Staat Israel. Mehr noch, sie sagt in ihrer Charta ausdrücklich, dass es die Pflicht eines jeden Muslim auf der ganzen weiten Welt sei, solange für ein von Juden befreites Palästina zu kämpfen, bis sie diese Forderung erfüllt sei. Und sie bezieht sich dabei ausdrücklich auf den Koran und ruft Allah als Zeugen ihres „guten Willens“ zur bösen Tat an:

 

Gelobt sei Gott, bei dem wir unsere Zuflucht suchen und den wir um Vergebung anflehen. Ihn bitten wir, uns auf dem rechten Weg zu führen und auf ihn vertrauen wir. Mögen Gottes Gesandter[8], seine Familie, seine Gefährten und all jene, die ihm treu nachfolgen, seine Botschaft verkünden und seinem Vorbild nach der Sunna[9] folgen, stets gesegnet sein und Heil finden, solange Himmel und Erde bestehen.

Artikel 1: Das Programm der Islamischen Widerstandsbewegung ist der Islam. Aus ihm leitet sie ihre Ideen, Konzepte und Vorstellungen vom Universum, dem Leben und den Menschen ab, von ihm lässt sie sich in all ihren Unternehmungen auf dem rechten Weg leiten.

Artikel 11: Die Islamische Widerstandsbewegung glaubt, dass Palästina allen Generationen der Muslime bis zum Tag des Jüngsten Gerichts als islamisches Waqf-Land vermacht ist. Palästina darf weder als Ganzes noch in Teilen aufgegeben werden. Es gehört weder einem arabischen Staat noch allen arabischen Staaten, weder einem König oder Präsidenten noch allen Königen und Präsidenten, weder einer Organisation noch allen Organisationen, ganz gleich, ob es sich dabei um eine palästinensische oder arabische Organisation handelt, denn Palästina ist den Generationen der Muslime bis zum Tag des Jüngsten Gerichts gegeben.

Artikel 15: Sobald die Feinde muslimisches Land usurpieren, wird der Dschihad zur individuellen Pflicht eines jeden Muslims. Gegenüber der Usurpierung Palästinas durch die Juden muß zwingend das Banner des Dschihad erhoben werden. Hierzu muß unter den Massen auf lokaler, arabischer und islamischer Ebene islamisches Bewußtsein geweckt und verbreitet werden. Der Geist des Dschihad muß in der Gemeinschaft der Muslime, der Umma, propagiert und der Kampf gegen die Feinde in den Reihen der Dschihad-Kämpfer aufgenommen werden.

 

Wie aber soll angesichts dieser Haltung ein gemeinsames Gebet um Frieden aussehen?

Ist das alles nicht vielmehr eine großartige  Show für „die Galerie“?

Dem Papst wird es noch mehr Fans einbringen.

Shimon Peres unterstreicht seine Friedensmission.

Herr Abbas macht die Terroristen, die Hamas, salonfähig.

„Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ Jakobus 5, 16b

 

Ist Gebet nicht in erster Linie Anbetung Gottes, ein „Gespräch“ mit IHM, nicht für ein neugieriges Publikum gedacht, auch nicht für das eigene Prestige und schon gar nicht für propagandistische „Kriegsführung“?

Zwar beteuern die Vertreter des Vatikan, dass auch ihr Vorhaben in erster Linie „Gebet“ sei und „die Politik Pause habe“, wie man bei zdf-heute nachlesen kann, aber daran, dass die Politik Pause habe,  mag selbst der Journalist des ZDF nicht glauben, wieviel weniger die Protagonisten aus dem „Heiligen Land“.

Bei facebook las ich folgenden Text:

„Le président palestinien a qualifié de „courageuse“ l’initiative, affirmant dans une interview au quotidien Repubblica que „le rêve de la paix ne doit pas mourir“ même si „le pouvoir exécutif en Israël est entre les mains des opposants“ aux accords de paix.“
Abbas findet die Initiative des Papstes mutig, der Traum vom Frieden dürfe nie sterben, auch wenn die Exekutive in Israel in den Händen der Feinde des Friedens liegt“

 

Ist das eine ernsthafte Haltung für ein Friedensgebet?

 

Weltweite Unterstützung für Terroristen…. 4. Juni, 2014

Posted by Rika in araber-"palästinenser", israel, meine persönliche presseschau, terrorismus.
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Als es die USA vor knapp 13 Jahren traf und die Zwillingstürme in New York zusammen brachen, war sich die westliche Welt schnell einig in der Verurteilung global agierender Terrorsysteme. Seither hat „die westliche Welt“ immer wieder vollmundig bekundet, sich mit aller gebotenen Konsequenz gegen den Terror zur Wehr zu setzen, wo immer er die (wirtschaftlichen Interessen*** der westlichen) Welt bedroht. Zu den ins Visier der westlichen Welt genommenen   Organisationen zählte dabei auch die Hamas, jene aus der Muslimbruderschaft hervorgegangene Partei im Gazastreifen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, solange gegen das verhasste „zionistische Gebilde“ zu kämpfen, bis dieses ein für allemal von der Landkarte verschwunden, aus dem Geschichtsbuch getilgt und der von ihnen „Palästina“ genannte Landstrich zwischen  dem Jordan und dem Mittelmeer von allen Juden gereinigt ist. Ich wiederhole hier gerne die Aufforderung das Programm der Hamas selbst zu überprüfen, es ist in ihrer Charta eindrucksvoll dargelegt. Ein kurzer Auszug daraus siehe unten.

Im Zuge des arabischen Frühlings, der vorübergehend auch in Ägypten Einzug hielt, gelang es der Muslimbruderschaft zu einer treibenden Kraft im Bestreben um das Errichten eines Scharia konformen Gottesstaates in Ägypten zu werden. Doch in aller kürzester Zeit begriffen viele Ägypter, dass sie sich auf einem wenig gutem Weg befanden und machten die Revolutionsergebnisse rückgängig. Die Muslimbruderschaft wurde verboten, die Hamas von der „neuen“ Regierung als Terrororganisation eingestuft und jegliche offiziell-inofiziellen Kontakte nach Gaza abgebrochen. Selbst die Schmugglertunnel kamen unter strenge Aufsicht der ägyptischen Behörden und wurden weitest gehend geschlossen. Der Hamas in Gaza gingen  die lukrativen Einkünfte aus „Zoll“ und Einfuhr durch die Tunnel flöten  und auch die Gelder der lieben arabischen Brüder flossen weniger reichlich als so dringend benötigt. Was lag da näher als sich nach gesicherten Geldern umzusehen? Und wem flossen und fließen diese Gelder  reichlich und aus nie versiegender Quelle zu? Richtig. Herr Abbas und seine Fatah erfreuen sich der allergroßzügigsten Versorgung durch UN, EU, arabische Freunde und… und… und. Man nahm Kontakt auf. Und siehe da, der Kampf gegen den zionistischen Feind vereint selbst die zerstrittensten Gegner.  Denn auch die als „gemäßigt“ angesehene Fatah hat ja niemals aufgehört für ein Palästina ohne Juden und einen Nahen Osten ohne Israel zu kämpfen, sie war lediglich etwas geschickter in der Tarnung ihrer eigentlichen Vorhaben und die sich nach „Frieden für die Palästinenser“ sehnenden Europäer und Amerikaner ließen sich leicht und gerne täuschen.  Man denke an die strategische Partnerschaft, die die SPD mit den Herren von der Fatah anstrebt oder an die lauten Überlegungen, mit der Hamas eine eben solche eingehen zu wollen. Herr Steinmeier war zwar noch in seiner ersten Amtszeit  auf Distanz zur Hamas gegangen, aber Politiker haben nur ein denkbar kurzes Gedächtnis und der Friede für die in Israel lebenden Juden scheint den Europäern nicht ganz so wichtig zu sein….

Diese Zielsetzung einer gemeinsamen Strategie  ist nun erreicht.

Dank der Verbrüderung der feindlichen Brüder und der Bildung einer „Einheitsregierung“ aus Hamas und Fatah, wurde die Hamas in den Kreis der „Friedenspartner“ aufgenommen.

 Weltweite Unterstützung für die neue Einheitregierung der Palästinenser: Nach den USA hat sich auch die Europäische Union grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit der neuen Regierung unter Einschluss der Hamas bereiterklärt.

schreibt man bei spon. Zwar habe die EU zur Bedingung gemacht, dass man (die Einheitsregierung) an einer Zweistaatenlösung und dem Existenzrecht Israels festhalte, aber diese Erklärung der EU, so mutmaße ich, ist nicht mehr wert als das dünne Papier, auf der sie geäußert wurde, hat sie doch auch in der Vergangenheit immer wieder deutlich gemacht, dass ihr die Sicherheit und die unversehrte Existenz israelischer Bürger herzlich egal ist. Weder hat sie sich massiv gegen den Raketenterror der Hamas aus Gaza gewandt, noch hat sie die Erklärung Abbas, sein „Palästina“ habe judenrein zu sein, zum Anlass für eine deutliche Rüge genommen. Im Gegenteil. Sie hält die „Siedlungen“ für ein Friedenshindernis und unterstützt  den Boykott israelischer Produkte, die in den vermeintlichen „Siedlungen“ hergestellt oder in landwirtschaftlichen Betrieben angebaut werden.

Und selbstverständlich sieht sie Israel in der Rolle des Schurken, der die Friedensbemühungen hintertreibt, indem die Regierung die Gespräche mit der Fatah absagt. Was, so frage ich mich, würden wohl die USA machen oder die EU, wenn sie permanent von einem „Friedensgesprächspartner“ mit Raketen angegriffen und durch Selbstmordattentäter bedroht wären?   Fröhlich weiter verhandeln?  Die USA nahmen Rache für 9.11. !  die Verfolgung der Hintermänner der Terroristen auf. Unerbittlich! Und die Europäer unterstützten sie dabei….

Wenn Israel sich gegen die Hamas wehrt und / oder die Sicherheit seiner Bewohner durch Schutzzäune zu gewährleisten versucht, tritt die UN zusammen und verfasst eine Resolution und die Medien schreiben einmal mehr, dass die Israelis das Friedenshindernis schlechthin sind.

…………………………

Auszug aus der Charta der Hamas:

Die islamische Widerstandsbewegung ist ein Glied in der Kette des Dschihad gegen die
zionistische Invasion. Sie knüpft unmittelbar an die von Izz ad-Din al-Qassam[15] und seinen
Mitstreitern im Dschihad unter den Muslimbrüdern 1936 gemachten Anfänge an. Weiterhin
knüpft sie auch an den Dschihad der Palästinenser und Muslimbrüder im Krieg von 1948 und
die Widerstandsaktivitäten der Muslimbrüder im Dschihad seit 1968 an.
Liegen diese Glieder auch sehr fern und haben auch die Hindernisse, die die Helfershelfer des
Zionismus den Dschihad-Kämpfern in den Weg gestellt haben, dazu geführt, dass der
Dschihad nicht kontinuierlich fortgeführt werden konnte, so strebt die Islamische
Widerstandsbewegung doch danach, Gottes Versprechen wahrzumachen, ganz gleich, wie
lange dies dauern mag. Der Prophet – Gott segne ihn und schenke ihm Heil-, sprach: „Die
Stunde wird kommen, da die Muslime gegen die Juden solange kämpfen und sie töten, bis
sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken. Doch die Bäume und Steine werden
sprechen: „Oh Muslim, oh Diener Allahs, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt.
Komm und töte ihn!“ Nur der Gharkad-Baum[16] wird dies nicht tun, denn er ist ein
Baum der Juden.“ (nach den Hadith-Sammlungen des al-Buchari und Muslim[17])

………………………….

*** Sind wirtschaftliche Interessen durch Terroristen bedroht, kann die „westliche Welt“ sehr, sehr schnell und effektiv handeln, siehe Libyen. Wenn große Bereiche Afrikas durch islamistischem Terror in pausenloser Angst gehalten, Menschen abgeschlachtet und gemordet werden, aber keinerlei wirtschaftliche Nachteile für „den Westen“ zu befürchten sind, hält man vollmundige Sonntagsreden oder Plakate in die Höhe, auf denen man die Bitte lesen kann, die „girls“ zurück zu bekommen…. ein trauriges Gesicht dazu und fertig ist der Kampf gegen den Terror…

 

 

Ohne Worte…. 4. Juni, 2014

Posted by Rika in aktuell.
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Edelweiss

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MEDION Digital Camera

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MEDION Digital Camera

 

 

Am Ziel… 2. Juni, 2014

Posted by Rika in christsein und glaube, meditatives.
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Als mich im Januar des vergangenen Jahres meine ehemalige*** Kollegin und gute Freundin anrief und ganz unverblümt und „ohne Gewese“ zu mir sagte: „Rika, ich habe Krebs!“,  war es ein fürchterlicher Schock. Uns beiden war ziemlich schnell klar, dass die Zeit, die ihr noch blieb, nicht nach Jahren zu berechnen sein würde. Es folgten die üblichen Prozeduren, Chemo, Bluttransfusionen, Operation, Bestrahlung und wieder Chemo. Wir waren in einem sehr engen Austausch über Leben, Tod und Hoffnung  –  nicht die Hoffnung auf Heilung, die war von vornherein nahezu ausgeschlossen, weil bereits sehr viele Metastasen den Körper geradezu geflutet hatten.

Nein, die Hoffnung auf das Leben nach dem Tod, auf die Ewigkeit in Gottes Herrlichkeit war unser Thema – bis zuletzt. Sie fürchtete sich nicht vor dem Ende ihrer irdischen Existenz, denn, so formulierte sie es immer wieder, „ich weiß doch, wohin ich gehe.“ Sie war traurig darüber, ihrem Mann, ihrer Mutter, der Familie und Freunden die Trauer über ihren frühen Tod  nicht ersparen zu können.

Im Spätsommer besuchte ich sie in ihrer Reha. Eine strahlende X begrüßte mich, wir unternahmen eine lange Autotour im nordhessischen Bergland – für eine Wanderung reichten ihre Kräfte nicht. Im Herbst nahm sie mit reduzierter Stundenzahl ihre Arbeit an ihrer geliebten Schule wieder auf. X war eine begnadete Lehrerin, eine, die mit Lust und Leidenschaft ihren Beruf ausübte, die die Kinder und Jugendlichen liebte, eine, die ihnen mit aufmerksamer Achtsamkeit, Liebe und Konsequenz begegnete. Eine sachkundige und freundliche Kollegin, engagiert  und zuverlässig.

Sie war glücklich!

An ihrem Geburtstag gegen Ende des Herbstes überraschte ich sie in der Schule – ich hatte ein kleines Geschenk für sie und wollte sie auf einen Kaffee in unserem früheren „Lieblingsrestaurant“ einladen. Ich traf eine tieftraurige und weinende Freundin an. Es war der Tag, an dem sie ihrem Schulleiter mitteilen musste, dass sie wieder vor einem langen Krankenhausaufenthalt stand und wohl nie wieder in die Schule zurückkehren würde. Wir redeten lange miteinander – und nach dem Gespräch mit dem Schulleiter tranken wir auch unseren Kaffee …. Es war fast wie in alten Zeiten, wir klönten über dies und das, lachten miteinander, und waren uns doch der Situation ganz und gar bewusst.

Sie machte sich Sorgen, ob nach der Bestrahlung des Kopfes ihr Wesen unverändert sein und auch ihr Glaube und ihre Einstellung nicht verändert sein würde. ich versprach ihr, sie an alles zu erinnern, das ihr wichtig war, sollte sie es vergessen oder nicht mehr präsent haben.

Die Intervalle zwischen meinen Besuchen bei ihr wurden Anfang dieses Jahres kürzer. Wir saßen in ihrem Esszimmer an dem schönen großen Tisch und redeten über dies und das, die Modalitäten ihrer Beerdigung zum Beispiel und dass sie zum Sterben in ein Hospiz gehen wollte und der Mai oder Juni doch eigentlich schöne Monate dafür seien.   Und nach wie vor redeten wir über die Hoffnung, von der sie getragen wurde.  Sie las viel im Neuen Testament, lernte  „ihren Paulus“ ganz neu kennen, entdeckte den „Kollegen“, den Lehrer in seinen Briefen. Das Johannesevangelium wurde ihr immer wichtiger, ebenso der 23. Psalm, in ihm fand sie so etwas wie den persönlichen Leitgedanken ihres Lebens, den sie Vers für Vers durchdrang. Bei meinem letzten Besuch in ihrem Haus meinte ich zu ihr, jetzt sei sie beim letzten Vers angekommen. „Nein, Rika!“ protestierte sie. „Ich lebe doch noch hier auf der Erde!“

Dem musste ich zustimmen.

Vor zwei Wochen rief sie mich an, sie war ins Hospiz gekommen (damit hatte ich ’noch‘ nicht gerechnet)  und bat mich zu ihr zu kommen. Ich fuhr sofort zu ihr. Sie war noch immer so voller Freude, trotz der schweren Krankheit. Von da an besuchte ich sie täglich für einige Stunden. Ich las ihr vor, betete für sie, wir hörten an den ersten Tagen noch gemeinsam Musik. Sie wurde immer schwächer, hatte Mühe, sich noch auf ein Gespräch zu konzentrieren. So saß ich nur an ihrem Bett, hielt ihre Hand oder streichelte sie leise, betete still für sie.

Zu Beginn der vergangenen Woche ist sie gestorben, friedlich.

„Und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar!“

Ich danke für ihr Leben, ihre Freundschaft, ihre Hilfe ihr Sein.

 

………………………………………………

*** „ehemalig“ deshalb, weil ich seit 4 Jahren im Ruhestand bin.

Mit großer Dankbarkeit und Achtung vor der Arbeit, die sie tun, denke ich an die Mitarbeiter des Hospiz.