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BILD hat es schon vor Jahren vorgemacht… 3. August, 2014

Posted by Rika in araber-"palästinenser", aus meinem kramladen, gesellschaft, israel, meine persönliche presseschau, terrorismus.
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…. lasst Bilder sprechen!

Und alle Nachrichtensender greifen auf diese Methode zurück, denn:

 

Bilder sind genial!

Sie transportieren  die Nachricht und erzeugen unmittelbar das dazu passende Gefühl.

Wer hätte nicht auf der Stelle Mitleid mit dem Kind, das neben seiner toten Mutter sitzt und weint? Wer würde nicht mit dem Vater trauern, der seinen toten Sohn in den Armen wiegt? Wer würde nicht mit Entsetzen auf verstümmelte Körper reagieren, wer nicht angesichts von Trümmerhaufen  Ohnmacht, Angst und Wut verspüren?

Richard C. Schneider hat in einem Text über die Schwierigkeit geschrieben, gegen diese Macht der Bilder die klare und nüchterne Analyse des Wortes zu setzen. Hat man erst einmal „gesehen“, kann man nicht mehr „hören“.

So ganz nebenbei beschreibt er dabei auch, das Nachrichten vor allem eines sind:  Geschäft, gehört es doch zu einem Geschäft, dass man etwas bestellt   (beim Bäcker beispielsweise:  ich hätte gerne 3 Vollkornbrötchen und 4 Semmeln) und dafür bezahlt, in welcher Währung auch immer (beim Bäcker ist das klar, aber bei Nachrichten?).

So sagt Herr Schneider in seinem Text:

Die ARD hat uns Korrespondenten angewiesen, aus Sicherheitsgründen im Augenblick nicht nach Gaza zu gehen. Doch wir haben ein palästinensisches Team dort. Wir sind im ständigen telefonischen Kontakt, bestellen Storys, Bilder, Informationen, die wir dann im Studio zu Stücken zusammenstellen.

 

(Hervorhebung von mir)

Das klingt harmlos, nicht wahr. Ich bestelle eine Story, sagen wir mal, über ein zerstörtes palästinensisches Haus mit einer trauernden Frau davor.  Wird gemacht, kein Problem! Ist zwar für das Team ein bisschen gefährlich wegen der israelischen Angriffe, aber die Story wird geliefert und dann im Studio zu Stücken zusammengestellt. Das sind dann die Häppchen, die wir Zuschauer zu sehen kriegen SOLLEN, um zu zeigen, wie grausam der Krieg ist. Eine Nachricht wird gemacht mit einer klaren Zielvorstellung, was diese Nachricht zu Hause in Deutschland auszusagen hat.

Nun könnte ich ja fragen, warum Herr Schneider und sein Team nicht eine Story bestellen von den Luxusanwesen der Hamas-Führer, beispielsweise. Das würde mich schon interessieren, wie die Herrschaften zu residieren belieben. Aber das würde ja das Mitleid der Zuschauer dann wohl doch arg in Grenzen halten. Große Häuser mit Garten und Swimmingpool passen schlecht zur Kriegsberichterstattung.  Ja, ja, ich bin zynisch, ich weiß.

 

Herr Schneider führt weiter aus:

Wir wissen, dass unser Team Bilder nicht manipuliert, Informationen nicht fälscht. Nur auf diese Bilder können wir uns verlassen, nur bei diesen Bildern wissen wir, dass sie das zeigen, was wir sehen.

 

Nein, das Team manipuliert die Bilder nicht, die sind schon authentisch. Aber die Bilder manipulieren UNS, die Zuschauer.  Und das ist ja auch der Zweck dieser Bilder, sie sollen in uns eine Haltung, eine Meinung bilden.  Würden sie sonst   bestellt   und akribisch erarbeitet und geliefert? Nein, sage ich.

 

Herr Schneider weiß immerhin, was diese Bilder anrichten können, wenn er fortfährt und sagt:

Und doch bleiben auch bei unseren Bildern Fragen: Wir sehen eine zerstörte Moschee, ein umgestürztes Minarett – und natürlich ist das Entsetzen, dass ein Gotteshaus zerbombt wurde, die beinahe automatische Reaktion, auch bei uns. Doch dann müssen wir uns fragen: Waren in der Moschee Waffen gelagert oder nicht? Wir wissen, dass in Moscheen Waffen gelagert werden, es gibt Belege.

Warum, lieber Herr Schneider, bestellen Sie solche Bilder? Warum verarbeiten Sie diese Bilder zu den „Stücken“, die wir zu sehen kriegen?  Wenn Sie sich schon fragen, ob in der Moschee nicht Waffen gelagert waren, warum lassen Sie dann die Bilder nicht weg und berichten „nur“, dass eine Moschee zerstört wurde, in der mutmaßlich Waffen gelagert waren? Sie wissen doch, wie die empfindsamen Deutschen reagieren, wenn man ihnen Bilder von zerstörten „Gotteshäusern“ zeigt. Sie sind empört, zumal wenn es sich bei dem „Gotteshaus“  um eine Moschee und nicht um eine Kirche handelt.  (Die Zerstörung christlicher Kirchen in Irak wurde mit deutlich weniger Aufwand, Bildern und Pathos berichtet, nur so nebenbei bemerkt!)

 

Richard C.Schneider glaubt, das Dilemma hinreichend gekennzeichnet zu haben, in dem sich die Berichterstatter befinden und erfügt hinzu:

Wir müssen gleichzeitig immer wieder die Beweggründe beider Seiten einbeziehen, erklären, vermitteln.

(Hervorhebung von mir)

Mhhhm, welche Beweggründe könnte die Hamas haben, Raketen auf Israel zu schießen? Das wär doch mal eine passende Frage, die man an den Bericht über den Konflikt stellen könnte, und dann ließe sich prima die Charta der Hamas zur Lösung und Beantwortung dieser Frage heranziehen.

Herr Schneider und sein Team könnten eine wunderbare Sendung darüber machen, dass seit Bestehen der Hamas diese nichts anderes im Sinn hat, als Israel zu vernichten, und da ihr das mit Entführungen und Selbstmordattentaten immer noch nicht gelungen ist, muss man eben neue Wege gehen: Raketen auf Israel schießen, jeden Tag, wieder und wieder und überhaupt nicht nachlassen, jahrelang, bis Israel sich wehrt, seinerseits Raketen oder Bomben auf Gaza abfeuert und damit die Bilder erzeugt, die die Hamas braucht, um das Mitleid der Welt und die   Solidarität der muslimischen Ummah zu erzeugen.  Es wär vielleicht zuviel an Mutmaßung, dass die Hamas damit rechnet, das ISIS ebenfalls Israel angreift… aber das müsste Herr Schneider ja nicht unbedingt sagen.

Stattdessen geht es ihm um Ausgewogenheit, „beide Seiten“ haben ihre Beweggründe.

Warum wohl schießt Israel mit Granaten auf Gaza?

Die Frage ist wirklich schwer zu beantworten von verantwortungsvollen Journalisten. Dafür wissen das die Jungs auf den Straßen in Deutschland, die mit Transparenten und Spechchören die Deutungshoheit erlangt haben, umso besser.  Zionisten sind von Grund auf böse, sie streben nach der Weltherrschaft und bringen kleine Kinder dafür um.

Herr Schneider versucht zu erklären, und es klingt durchaus einleuchtend was er sagt über die Unmöglichkeit, mit einem guten Text gegen die Macht der Bilder zu bestehen.

 

Wie also texten? Wie gegen die Macht der Bilder, aber auch gegen die Urteile und Vorurteile der Zuschauer in Deutschland antexten? Gegen die Islamophoben und Islamophilen, gegen die Antisemiten und Philosemiten, gegen all diejenigen, die nie im Nahen Osten waren, aber über den palästinensisch-israelischen Konflikt mitreden und glauben urteilen zu können in einem Ausmaß, wie es bei keinem anderen Konflikt auf dieser Welt der Fall ist

 

Da bin ich dann wieder bei meiner Ausgangsfrage: Wozu diese Bilder? Wem dienen sie?

Machen wir uns nichts vor: Ein Konflikt, bei dem Juden mit im Spiel sind, wird in Deutschland per Reflex anders wahrgenommen als ein Krieg zwischen Muslimen oder zwischen Christen. Und wir wissen natürlich, wie die Zuschauer reagieren: Viele sehen und hören nur, was sie sehen und hören wollen.

Wenn ich doch weiß, dass in Deutschland eine sehr spezielle Gemengelage herrscht „weil Juden im Spiel sind“, muss ich dann nicht erst recht sehr sorgsam mit den Bildern umgehen, weil meine Texte nicht gegen die Macht der Bilder sprechen können? Abgesehen davon muss ich Herrn Schneider ja wohl nicht darüber belehren, dass es keineswegs ein „deutsches Phänomen“  wegen unserer Vergangenheit ist, dass, wenn „Juden im Spiel sind“ andere Emotionen angesprochen werden als bei Konflikten zwischen Muslimen und Muslimen. Man sehe sich nur die Berichte aus Frankreich, Belgien, England an, um zu wissen, dass es keinesfalls ein „deutsches Problem“ ist. Es ist der blanke Antisemitismus, der sich Bahn bricht und von Bildern aus Gaza auch im Deutschen Fernsehen über alle Maßen befeuert wird. Und man könnte, nein, man müsste auch in den Berichten aus Israel und Gaza davon berichten, dass der muslimische Antisemitismus eine lange Tradition hat, die weit vor die Gründung des Staates Israel zurückreicht und wenig mit der politischen Situation im Nahen Osten zu tun hat, aber viel mit der Stellung von Juden (und auch Christen) in der islamischen Lehre, die sich auf den Propheten beruft und im Koran verankert ist.

Ich wage den kleinen Einschub, dass auch ein Konflikt zwischen Christen und Muslimen zu gewaltätigen Ausschreitungen von Muslimen in unbeteiligten Ländern führen würde, sofern es Christen wären, die Muslime angriffen   – mit der entsprechenden medialen Entrüstung über die bösen Christen -,   hingegen lässt es Muslime und die ihnen nahstehenden Medien  geradezu  kalt, dass die letzten Christen aus Mossul vertrieben wurden nach  einer fast 2000jährigen Geschichte dort.   Deshalb irrt sich Herr Schneider an dieser Stelle seines Textes. Ich erinnere nur, welch ein Furor die islamische Welt und ihre Sympathisanten in Deutschland erfasste, als ein durchgeknallter Pastor in USA  einen Koran verbrennen wollte oder ein Karikaturist in Dänemark einige nicht genehme Zeichnungen des Propheten anfertigte…

 

Richard Schneider klagt darüber, dass unentwegt für die verschiedenen Magazine im deutschen Fernsehen neue Beiträge produziert werden „müssen“.

Ist das so?

Muss das sein?

Wollen wir uns hier in Deutschland wirklich schon zum Frühstück an dem Leid anderer „ergötzen“? Ich glaube nicht, dass das so ist. An dieser Stelle wäre endlich mal das Wort von der „Spirale“ angebracht, das sonst immer in Bezug auf die Gewalt, die vor allem von Israel ausgehe, gebraucht wird.

Es ist die sich immer schneller drehende Spirale der aktuellsten Berichterstattung mit den schockierendsten Bilder, die uns in einen schrecklichen Strudel reißt.

 

Zwar beschreibt Herr Schneider sehr eindrucksvoll die Position des Reporters vor Ort:

Die Raketen, die in Deutschland gerne als „selbstgebastelt“ verharmlost werden, sind längst gefährliche Waffen, die töten würden, massiven Schaden anrichten würden, wenn es das Abwehrsystem „Iron Dome“ nicht gäbe. Und dennoch: Wenn wir unmittelbar an der Grenze zu Gaza stehen und der Alarm losgeht, dann haben wir gerade mal 15 Sekunden Zeit, uns in Deckung zu begeben. Im freien Feld ist das ein Problem. Wir werfen uns auf den Boden, versuchen uns hinter irgendwelchen Steinbrocken zu verstecken, warten auf den Einschlag und noch ein bisschen länger, um nicht danach von Granatsplittern getroffen zu werden. Danach stehen wir wieder auf und machen weiter, sehen, keinen Kilometer von uns entfernt, Rauchsäulen, sehen und hören Explosionen, Bombardement.

Es wirkt wie im Kino, aber wir wissen: Da sterben Menschen und wir können nichts tun. Außer berichten, immerzu weiter berichten. Nach bestem Wissen und Gewissen.

 

Muss man aber wirklich „immerzu weiter berichten“ – ISRAEL zum Schaden zum Nutzen der Propaganda der Hamas?

Stellen wir doch diese Spirale einfach mal ab.

 

Der Druck, der auf den Nachrichtenbeschaffern lastet, ist sicher erheblich, das will ich mit meinem Post überhaupt nicht bestreiten, ich mache mir generell Gedanken über die Flut der Nachrichten und Bilder, die uns beeinflussen und ich frage mich immer wieder, wer oder was steckt dahinter, bzw. kann es sein, dass sich das System „Nachrichtenvermittlung“ inzwischen vollkommen verselbstständigt hat und Journalisten mehr oder weniger nur noch die Zuarbeiter sind, wobei ich Richard Schneider noch für einen der wenigen seriösen „Zuarbeiter“ halte, aller hier geäußerten Kritik zum Trotz!

 

Für mich bilden Blogs eine wohltuende Alternative zum Hype der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, liest man da auch solche berührenden Gedanken wie diese:

Brief eines Soldaten im Gazastreifen“

 

Dass sich das schlecht fernsehgerecht verarbeiten lässt… nun, das leuchtet mir ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare»

1. Hein - 3. August, 2014

Rika Herrmann – ein sehr guter Text. Bekommt ihn Christian Schneider zu lesen? Ich glaube, dass Schneider liefert, was von ihm gefordert wird – anderes wird im Rahmen der Tagesschau nicht gesendet. Seine Reportagen sind israelfreundlicher.

2. AMC - 4. August, 2014

Gern werden analog zu verletzen Kindern im zertrümmerten Gaza gezeigt, wie das Leid israelische Kinder ist: aus blinkenden Schwimmbädern in einen Schutzraum fliehen zu müssen. Die Gedanken dazu überlässt man den Zuschauern. Und so weiter….
Ich kann es nicht begreifen, dass die Reporter und Redakteure der „öffentlich-rechtlichen“ und der großen Zeitungen alle aus einem Holz geschnitzt sein müssen. Es sind doch Menschen, die gelernt haben sollten, selbständig zu denken. Das Lamentieren über den Antisemitismus in Europa ist Teil des Ganzen!

3. Dorothea N. - 4. August, 2014

1. Naja, ich finde, dass der Chaim das ganz gut macht. (Einen Bericht zu „bestellen“ ist Journalistenjargon und bedeutet keineswegs, dass man die Inszenierung von Wunschbildern beauftragt, die es ansonsten nicht geben würde.)

2. Zudem macht BILD doch etwas ganz anderes vor: und zwar die Abbildung einer ansonsten zu wenig vorkommenden israel-affinen Sicht.

4. Rika - 4. August, 2014

„Der Chaim“ macht es in jedem Fall besser als „der Sievers“ 😉

Aber die Frage bleibt für mich dennoch: Muss ich tatsächlich alles ins Bild setzen, wenn ich doch über die Macht der Bilder und die Ohnmacht der Texte weiß und bereits nach einer Woche des konflikts die Wogen in Deutschland hochkochen, auf den Straßen der anti-jüdische Mob tobt und die Medien nur darauf lauern, wie sie Israel am besten und erneut an den Pranger stellen können.
Und natürlich habe ich mitbekommen, dass die Palästinenser keineswegs einverstanden sind mit der ihrer Meinung nach „einseitigen und pro-israelischen“ Berichterstattung.

Heute verfolgte ich in Richard Schneiders ARD-Blog ein bemerkenswertes Interview mit dem israelischen Psychoanalytiker Carlo Strenger. Es ist ein Jammer, dass so ein differenziert geführtes Gespräch eben NICHT als „Brennpunkt“ nach der Tagesschau gezeigt wird, sondern wir Zuschauer mit den „Stücken“ gefüttert werden, die auf „Bestellung“ produziert werden, wobei es mir egal ist, ob Journalistendeutsch oder nicht. Es riecht nach Geschäft und auch nach Manipulation – ich reagiere empfindlich darauf. Tut mir leid.
..
Das Interview gibt es hier:
http://www.tagesschau.de/videoblog/zwischen_mittelmeer_und_jordan/israelblog-116.html

5. Dorothea N. - 5. August, 2014

Ja, die Bilder werden wir nicht mehr los. Sie bleiben uns nicht erspart. Und das Fernsehen ist da vorderstes Medium: Fern-sehen ohne Bilder geht einfach nicht …

Selbst eine berechtigte Terrorismusbekämpfung mit vielen zivilen Opfern liefert harte Bilder, die man nicht einfach ausblenden sollte. Der von Ihnen beschworene „Mob“ wartet ohnehin nicht die Tagesschau ab, um sich gegen Israel einzuschießen. Auch wenn wir grundsätzlich Verständnis für Israel aufbringen – vor dem laufenden Krieg, im Krieg und nach dem Krieg – sollten wir uns nicht zu geistigen Kombattanten machen. Wir sind nämlich nicht Soldaten, die im Einsatz unter Beschuss geraten, auch wenn wir uns manchmal so aufführen. Das Bild vom Leiden der palästinensischen Zivilbevölkerung zuzulassen, bedeutet nicht, gegen Israel zu sein.

P.S. Und warum denn gleich beim Betreiben von professionellen Journalismus ein „Geschäft“ wittern?

6. Rika - 5. August, 2014

@ „Und warum denn gleich beim Betreiben von professionellen Journalismus ein “Geschäft” wittern?“

Weil Nachrichten, Reportagen, Dokumentationen Geld kosten und nicht für „umme“ zu haben sind und

auch die ARD trotz der Gebühren, die wir alle bezahlen, in hohem Maße von Werbeverträgen abhängig ist. Wenn aber die Quote nicht mehr stimmt, bleiben die Verträge aus.
Nichts ist im Medium Fernsehen einfach nur eine nette Gefälligkeit.
Was glaubst du denn, warum inzwischen Leute wie Frau Will ihre eigene Produktionsfirma haben??? Weil man damit eine Menge Geld verdienen kann.
Die ARD „kauft“ Nachrichten und „verkauft „sie wieder, die Währungen sind unterschiedlich, während sie für den Einkauf von Sendungen wirklich Geld ausgeben muss, heißt die Währung beim „Verkauf“ viele, viele Zuschauer… wir sind Konsumenten und Währung gleichermaßen.

Und natürlich bezahlt auch das ARD-Studio in Tel Aviv die Nachrichten, die es bestellt…. die Reporter sind doch in den seltesten Fällen fest angestellt, sie arbeiten als freie Mitarbeiter und auf eigene Rechnung und Risiko.
Und deshalb ist es doch einfach nur zynisch, dass die ARD ihren fest angestellten Leuten zwar verbietet nach Gaza zu gehen, aber den „Freien“ das Risiko aufhalst. Aber für Geld…….

7. Dorothea N. - 5. August, 2014

… was also wäre Ihres Erachtens die Lösung? Etwa die komplette Ablösung von professionell betriebener Berichterstattung vor Ort: also nur noch Amateur-Publizistik, wie wir sie hier betreiben, fernab des Geschehens und mittendrin in unserer vorgefertigten Meinungswelt?

Meines Erachtens ist das Tel Aviver ARD-Studio unter der Leitung von Herrn Schneider nicht ganz die erste Adresse, wenn man zum Rundumschlag gegen die quotengesteuerte Käuflichkeit von Berichterstattung wettern will. (Das jederzeit abrufbare, flankierende Online-Material, das Sie zitiert haben, spricht doch nun wirklich nicht gegen einen Aufklärungswillen, sondern vielmehr für die gewachsene Vielfalt der Informationsmedien.)

Und dass es Journalisten gibt, die „embedded“ sind, oder auf eigenes Risiko im Kriegsgebiet, wie zum Beispiel Anja Niedringhaus es war, während andere es nicht sind, gehört zum unterschiedlichen beruflichen Profil. Dass die ARD nach dem Fall Jörg Armbruster als Arbeitgeber auf eine besondere Fürsorgepflicht für seine Angestellten besteht, halte ich nicht für verwerflich.

8. Rika - 5. August, 2014

he,
hab ich da in ein Vespennest gestochen?

Meines „Erachtens nach“ liegt die Lösung beim Zuschauer:

Er muss sich – ähnlich wie beim Rauchen – der „Gefahren“bewusst sein, die er in Kauf nimmt, wenn er sich kritiklos einem Medium anvertraut.

Es ist aber nett von IHnen, dass Sie so für die ARD in die Bresche springen….

während ich gleich einen weiteren Beitrag schreiben werde, darüber nämlich wie uns die ARD zu manipulieren versteht…
Der gestrige Beitrag über Christen war … die Höflichkeit verbietet hier jedes weitere Wort, es wäre nämlich nicht nett, geschweige denn christlich.

9. Rika - 5. August, 2014

Nur rasch dieses noch:

@ „Auch wenn wir grundsätzlich Verständnis für Israel aufbringen – vor dem laufenden Krieg, im Krieg und nach dem Krieg – sollten wir uns nicht zu geistigen Kombattanten machen.“

Den Satz hatte ich glatt übersehen.
Nun, so will ich Ihnen gerne mitteilen, dass ich aus voller Überzeugung und mit klaren Bewusstsein schon immer an der Seite Israels anzutreffen war… in guten, wie in schlechten Tagen. Diesmal sind die Tage mehr als schlecht.
Sie können das in allen meinen Beiträgen zum Thema Israel nachlesen.

Was aber nun keineswegs bedeutet, dass mich die schrecklichen Bilder von getöteten Gazanern kalt ließen oder ich darüber gar in Jubel ausbrechen würde, wie ihn Palästinenser gerne über tote Israelis zu zelebrieren pflegen.

Ich habe in meinem aktuellen Beitrag einige GEsichtspunkte der Berichterstattung angesprochen, die ich kritikwürdig finde. Und wie Sie diesem Link entnehmen können, nicht nur ich:
http://www.audiatur-online.ch/2014/08/05/journalismus-in-gaza-eine-fast-unmoegliche-aufgabe/
Das wiederum scheint Ihnen nicht zu gefallen.
Ich denke, wir sind an dieser Stelle quitt, eine weitere Diskussoin über den Krieg, den Gazas Hamas Israel aufgezwungen hat zu führen, erscheint mir reine Zeitverschwendung zu sein und ich habe schon viel zu viel Zeit darauf verschwendet mit Leuten, „die nicht gegen Israel sind“ zu debattieren.


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