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Verräterische Sprache… 16. November, 2014

Posted by Rika in araber-"palästinenser", israel, terrorismus.
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Sprache verrät meistens mehr,  als der einfache Satz aussagt.

Wenn man zum Beispiel in den alten Schriften der Bibel über Verbote liest, ohne das explizit zuvor oder im Kontext über eine bestimmte Situation berichtet wird, kann man ziemlich sicher sein, dass das Verhalten, auf das sich das Verbot bezieht, nicht einfach nur rein theoretisch und vorsorglich durch Verbote sanktioniert wird, sondern bereits Realität in der Gesellschaft ist.

Es machte doch überhaupt keinen Sinn zu sagen „Du sollst nicht morden… stehlen…. die Frau deines Nächsten begehren usw…“ wenn nicht all dieses bereits geschehen wäre. Ein Verbot war und ist immer die Reaktion der Gesellschaft ( der Regierung)  auf Taten, die bereits stattgefunden haben und zum Problem geworden sind.

Dieser Zusammenhang gilt ebenso für  Strafen, die für Vergehen verhängt werden. Berichte über Strafen machen deutlich, dass es die beanstandeten Taten bereits gegeben hat, sie – die Strafen –  werden nicht rein vorbeugend angedroht oder ausgesprochen.

Wenn also ein ein „Fatah-Vertreter“, wie es in dem Bericht heißt, fordert, dass Personen, die Land an Juden verkaufen öffentlich hingerichtet werden sollen, bedeutet das doch, dass es diesen Tatbestand gibt:

Araber verkaufen Land an Juden.

Und dies offenbar in solchem Umfang, dass es für die Behörden der arabischen Selbstverwaltungsgebiete zum Problem wird.

Im Umkehrschluss zeigt das aber auch, dass die ständig ausgesprochenen Anklagen, die Juden würden das Land der „Palästinenser“ rauben, nicht der Realität entsprechen.

Wenn der Verkauf von Land an Juden mit dem Tode bestraft werden soll, macht das doch deutlich, dass solche Verkäufe keineswegs einsame Ausnahmen sind, sie scheinen vielmehr so häufig zu sein, dass der Autonomiebehörde nur noch die sehr drastische Strafandrohung geeignet erscheint, den Verkauf „palästinensischen“ Landes an Juden zu unterbinden.

Dass die Todesstrafe dennoch nicht unbedingt von Landverkäufen abschreckt, wird in dem Bericht, auf den ich mich hier beziehe, auch deutlich.

Wobei ich an dieser Stelle gerne darauf hinweise, dass schon die ersten Einwanderer in das damalige, zum Osmanischen Reich gehörende und „Syrien“ genannte Gebiet des heutigen Israel,  das Land nicht einfach „geklaut oder geraubt“ haben, wie es uns die arabischen Märchenerzähler gerne weismachen wollen, nein, sie, die Einwanderer,  haben das Land den zumeist türkischen Großgrundbesitzern abgekauft – Ödland, Sümpfe, Wüste, Steppe zu vollkommen überzogenen Preisen. Ein „palästinensisches Volk“  als Besitzer des Landes hat es zu keinen Zeiten gegeben.

Und ganz nebenbei erfahren wir auch in dem Bericht, dass jeder „Palästinenser“ gehalten ist, mit allen Mitteln die Juden und Israel zu bekämpfen, sagt doch Sultan Abu al- Einein:  „Wenn die Menschen die israelische Besatzung nicht auf die Art und Weise bekämpfen, die sie für passend halten, um ihr Land zu befreien, dann verdienen sie es nicht, zu leben“, nachdem er zuvor ausdrücklich den Araber lobte, der versucht hatte  Rabbi Jehuda Glick zu ermorden.

Aber was hält Herr Steinmeier immer noch für das größte Friedenshindernis?

„Siedlungen“ – womit er nicht etwa neue Wohngebiete in der judäischen Wüste meint, sondern den Wohnungsbau in bereits bestehenden Stadtteilen Jerusalems. (Der im spon-Bericht verwendete Terminus „Ost-Jerusalem“ soll hier in Deutschland vermutlich an die unglückseligen Zeiten eines „Ost-Berlin“ erinnern und so der anti-israelischen Propaganda dienen, wobei der Vergleich eine sehr, sehr große Schieflage hat, über die ich an anderer Stelle bereits geschrieben habe.)

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Und auch dies noch:

Was sagt das über eine Gesellschaft, bzw. über deren Administration aus, die die Todesstrafe für Landverkäufe verhängt?

In Deutschland wird die Todesstrafe generell von der großen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. Selbst Kindermörder können damit rechnen, nach Verbüßung ihrer „lebenslangen“ Freiheitsstrafe bei guter Führung und Prognose spätestens nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen zu werden.

Aber Hinrichtungen nach Landverkauf?

Bei uns völlig undenkbar.

Und dennoch gibt es Menschen in diesem Land, die Israel für den Unrechtsstaat und die „Palästinenser“ für Friedenskämpfer halten, mehr noch, es gibt Politiker in diesem Land, die mit der Fatah eine strategische Partnerschaft eingehen und mit der Hamas Sondierungsgespräche über gemeinsame Zielsetzungen führen wollen. Grüne und Genossen von Linken und der SPD gehören zu diesen Politikern.  Mich macht das immer wieder sprachlos.

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Kommentare»

1. caruso - 16. November, 2014

Liebe Rika, vielen, sehr vielen Dank für Deine letzten drei Beiträge (nicht nur für diese, für viele andere auch). Du hast die Dinge so wunderbar beschrieben wie ich das nie könnte. Ich schätze Deine Art zu schreiben in jeder Hinsicht sehr hoch. Und Dich als Menschen noch viel höher. Sagt eine alte Jidene, die Dich ganz lieb grüßt,
caruso


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