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Keine Angst, sie sind die Guten…. 15. Dezember, 2014

Posted by Rika in gesellschaft, islam, meine persönliche presseschau, politik, terrorismus.
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… und sie wissen was gut ist und noch besser wissen sie natürlich, was schlecht ist.

Rechte Rassisten und Rechtsextreme sind schlecht – und wer wollte dem widersprechen.

Blöd nur, dass ich nach gründlichem Nachdenken über einen Satz, der am Samstag im Deutschlandfunk gefallen ist, nun zu den Schlechten gehöre, weil ich zu den Rechtsextremen sortiert wurde mit meinen „Ressentiments gegen Muslime“, die ich nun einmal nicht verleugnen kann. Wobei es mir vermutlich wenig nutzt, dass ich keine Ressentiments gegen unseren muslimischen Kioskbesitzer hege oder gegen dessen ebenfalls muslimischen Geschäftskollegen von der anderen Straßenseite, der einen Döner-Imbiss betreibt. Auch verspüre ich keinerlei Ressentiments gegen die besten Freundinnen der Lieblingstochter, auch sie Musliminnen. Aber der Kommentator des Deutschlandfunks kennt ja weder die muslimischen Geschäftsleute meines Dorfes, noch die besten Freundinnen der Lieblingstochter und auch nicht meine freundliche Zuneigung zu den Letztgenannten und die gut nachbarschaftliche Beziehung zu den Betreibern von Kiosk und Dönerladen.

Für ihn gilt ganz universal und universell:

Wer ausländerfeindliche Parolen ruft, Ressentiments über Muslime verbreitet, der ist rechtsextrem. Und wer daneben steht und Beifall klatscht, auch.

Wer ab und zu meine Stellungnahmen zum Islam und zu Muslimen hier im Blog liest, kann mir ganz unzweifelhaft attestieren, dass ich Ressentiments über Muslime verbreite, wenn ich mich beispielsweise zu Herrn Mazyek äußere, diesen überaus smarten Herrn, der in jeder Talkshow verkünden darf, Islam sei Frieden und alle die schrecklichen Dinge, die Muslime im Namen Allahs  so anrichten in Gottes schöner Welt, habe nun rein gar nichts mit dem Islam zu tun.

Ich gebe zu, dass ich mich gerade des gleichen Tricks bediene, den der Herr Kommentator – Peter Kapern – auch überaus geschickt angewandt hat, nämlich die Kunst der Differenzierung einfach zu ignorieren. Herr Kapern schert  alles über einen Kamm, bzw. steckt alle islamkritischen Leute in einen Sack, nämlich in den der fremdenfeindlichen Rechtsextremen. Ich wiederum habe den Satz aus dem Kontext seines Kommentars gerissen und konzentriere mich nur auf diese eine Aussage, wobei ich mir allerdings dessen bewusst bin, dass es einer gründlichen Differenzierung bedarf,  das Phänomen PEGIDA, das Herr Kapern kommentiert, zu beschreiben wie andererseits den oben zitierten Satz  zu hinterfragen.

Zum Thema PEGIDA, das ich nicht weiter vertiefen will,  verlinke ich ich hier  folgende Artikel:

Roland Tichy, Die Schweigsamen und das Lärmen der Medien

Boris T. Kaiser, Ängste, diffuse

Thomas Baader, Im Namen der Algebra

Alle Links über „die Achse des Guten

Zu „ausländerfeindlichen Parolen“ will ich hier auch  nicht Stellung nehmen, es gibt sie und das ist schlimm genug, ich schreibe zu der Frage, die „mich“ betrifft:

Hege ich Ressentiments gegen Muslime?

Nein und Ja!

Nein, wenn man unter „Ressentiment hegen“ versteht, dass Bedenken oder Vorbehalte ohne einen gegebenen Anlass bestehen und verbreitet werden.

Ja, wenn unter „Ressentiment hegen“ verstanden wird, dass das Verhalten muslimischer Zeitgenossen Anlass zu Besorgnis und Vorbehalten gibt. Ja, in diesem Sinn hege ich Ressentiments gegen Muslime.

Meine Bedenken und Vorbehalte beziehen sich zum einen auf die bestehenden, sogenannten Parallelgesellschaften, die es zweifellos gibt,  und deren Probleme mehr oder weniger offen zutage treten und genauso mehr oder weniger offen von muslimischen Interessenvertretern und Verbänden entweder schlicht verharmlost, oder, wenn Verharmlosen nicht mehr möglich ist, der Mehrheitsgesellschaft, also uns allen, angelastet werden. Dabei werden sie (Verbände und Interessenvertreter)  nach Kräften von Politikern  und Medien unterstützt – aus Gründen, sie sich mir bis heute nicht wirklich erschließen. Natürlich könnte ich Mutmaßungen anstellen über die Beweggründe wie etwa  „Wahrung der öffentlichen Sicherheit“  oder die schöne, leider immer öfter selbst von intelligenten Menschen völlig falsch verstandene  Floskel „nie wieder“, die beinhaltet, dass in Deutschland nie wieder Menschen aufgrund ihrer Abstammung oder Religionszugehörigkeit oder Herkunft ausgegrenzt werden, wobei geflissentlich übersehen wird, dass im Fall muslimisch-türkischer  Parallelgesellschaften  „die Ausgrenzung“ allzu häufig von den vermeintlich betroffenen „Opfern“ selbst betrieben wird, bestens unterstützt von  Herrn Erdogan, der seine „Landsleute“ mit deutschem Pass dazu auffordert, ja nicht zu vergessen, dass sie Türken sind und sie eindringlich davor warnt, sich zu „assimilieren“, womit Herr Erdogan aber exakt das meint, was wir unter „Integration“ verstehen.

Meine Bedenken werden gestützt von Muslimen, die selbst kritisch mit ihren Glaubensgenossen umgehen, wie beispielsweise   Necla Kelek ,  Seyran Ates  oder   Hamed Abdel-Samad, um nur diese bekannten Protagonisten zu nennen,    die aber in der öffentlichen Debatte nur wenig Gehör finden oder gar ganz als inkompetent bezeichnet werden, wie es etwa die SZ tat  in Bezug auf Hamed Abdel- Samad und dessen Einlassungen zum Zusammenhang zwischen Islam und Faschismus.

Meine Bedenken richten sich  vor allem  gegen den Islam als pseudoreligiöse Basis dessen, was in der muslimischen Welt gesellschaftlicher und politischer Standard ist, also das Verständnis von Religions- und Meinungsfreiheit, die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen, die fehlende Toleranz in mehrheitlich  muslimischen Staaten gegenüber anderen Religionen, das Verbot der Konversion, das Gebot des andauernden Dschihad, der eben nicht nur als geistliche Übung oder Kontemplation verstanden wird, sondern dessen gewalttätige Dimensionen Länder wie Irak, Syrien, Nigeria, Sudan, Pakistan, Afghanistan  erschüttern,  um nur die aktuellen Krisenherde zu nennen.

Die Terroranschläge vom 11. September, die ausdrücklich im Namen des Islam, ja, im Namen Allahs begangen wurden, haben erstmals mein bis dahin naives Bild von der Religion der Muslime erschüttert. Al Quaida, Boko Haram und neuerdings ISIS sorgen nicht dafür, dass mein Misstrauen gegenüber dem Islam geringer wird. Eine immer wieder vorgenommene Differenzierung in  „islamistische Ausprägung des Islam“ und Islam halte ich für „Sand-in-die-Augen-der-Ungläubigen-streuen“, ganz im Sinne der schon seit Jahren in Deutschland und Europa aktiv operierenden Muslimbruderschaft.  Die offen ausgesprochene Androhung islamischer Führer gegenüber Israel, die Juden ins Meer zu treiben, Israel von der Landkarte zu tilgen oder aus den Geschichtsbücher aus zu radieren,  die unverhohlene  Aufforderung in der Charta der Hamas an jeden Muslim dieser Welt, sich am Kampf gegen Israel zu beteiligen als „heilige Pflicht eines jeden Muslims“, tut ein Übriges, mich an der Friedfertigkeit des Islam und seiner führenden Vertreter zweifeln zu lassen, nicht zu vergessen das Verhalten muslimischer Demonstranten und deutscher Ordnungshüter in Deutschland während des Gaza-Konflikts: Unbehelligt von den anwesenden Polizisten durften sie Parolen brüllen, die an schlimmste Zeiten der Nazi-Herrschaft erinnerten – „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“ war dabei sicher die schrecklichste Forderung, aber auch „Kindermörder Israel“ ist ja nun nicht gerade als Friedensappell zu verstehen, als welchen aber die Organisatoren der Demonstrationen diese verstanden wissen wollten!

Und selbst wenn gar keine Gewalt im Spiel sein sollte, wirft der absolute  Machtanspruch des Islam doch einige nachdenkliche Fragen auf. Ein simples Beispiel mag das verdeutlichen: Wir besuchten während unserer letzten Türkeireise unter anderem auch den alten Bischofssitz des bis heute verehrten Nikolaus von Myra, der heutige Name der Stadt ist Demre. Die ehemalige Basilika ist erst in den letzten Jahrzehnten aus dem Schlamm des Demre-Flusses ausgegraben und sorgfältig restauriert worden. Sie ist ein eindrucksvolles Zeugnis christlichen Lebens in Kleinasien vor der Invasion muslimischer Eroberer.  Allzu viel Aufmerksamkeit wollen die Türken den frühen Christen aber nicht widmen, den wenigen gegenwärtigen aber auch nicht. So findet sich in dem angegliederten Museum  nicht ein einziges „christliches“ Buch, dafür aber jede Menge Koran-Ausgaben und Bücher, die sich mit dem Leben und Wirken Mohammeds beschäftigen.  Es sind diese „Kleinigkeiten“, die meine Besorgnis befördern.  In jeder (christlichen) Buchhandlung Hannovers kann ich Korane erwerben und andere „muslimische Religionsliteratur“, aber im Museum der Basilika des weltberühmten Nikolaus findet sich nichts Christliches, wohl aber jede Menge Kitsch in den umgebenden Andenkenläden… Nikoläuse aller Art.

Wenn also der Herr Kapern  meint,  Ressentiments gegen Muslime seien rechtsextrem,  OHNE auch nur im geringsten erkennen zu geben, dass es berechtigte Gründe für Befürchtungen und Vorbehalte gibt oder doch zumindest geben kann, trägt er zu eben dieser Verstörung der Menschen bei, die es zu Hause nicht länger in ihren Sesseln hält und die meinen, auf die Straße gehen zu müssen, um ihr Unbehagen, das sie ja nicht erst seit dem Herbst dieses Jahres empfinden, in irgendeiner Form  Ausdruck zu verleihen. Es ist mir unbegreiflich, dass die Politiker immer noch nicht diejenigen ernst nehmen, die sich mit den oben genannten Befürchtungen plagen und sie stattdessen in eine Ecke stellen, in die die meisten von ihnen nicht gehören. Bedenken gegen den Islam zu hegen pauschal mit Ausländerfeindlichkeit gleich zu setzen, ist kontraproduktiv und bewirkt eher genau das Phänomen, gegen das gerade in den Talkshows so eindrucksvoll zu Felde gezogen wird. PEGIDA als rechtsextrem zu ächten ändert ja rein gar nichts an der grundsätzlichen Basis für Bedenken, Ängste, Vorbehalte und Vorurteile. Mit „in-die-Ecke-stellen“ erreichten schon die Lehrer früherer Zeiten gar nichts – bzw. allenfalls Frust und Unlust an Schule und Unterricht, auch das „wer-stört,-der-fliegt“ veränderte ja nicht das Verhalten des Störenden, es schaffte nur eine vorübergehende und sicherlich auch trügerische Ruhe in der vom Störenfried befreiten Klasse.

Eigentlich ist es doch ganz einfach, oder?

Man könnte ja zum Beispiel  auch auf diejenigen hören, die nicht einfach nur als Laien, so wie  ich eine bin, über Islam und Muslime reden.  Es gibt sie doch, die wirklichen Fachleute. Gudrun Eussner, selbst vom Fach, stellt das Buch eines Fachmanns vor:    Tilman Nagel,   Angst vor Allah

Am Schluss ihrer Rezension zieht Frau Eussner dieses Resümee:

Sage niemand, er habe es nicht wissen können!

Ich bekomme bei der Lektüre weniger Angst vor Allah als vor unserer Regierung, den Behörden, Institutionen und Organisationen, den Universitäten, Kirchen und Medien. Vor ihnen, die nicht erkennen, nicht erkennen wollen oder, schlimmer, das alles im Grundsätzlichen und in vielen Einzelheiten wissen, aber aus ideologischen und/oder wirtschaftlichen Interessen vorgeben, es wäre nicht so, vor ihnen wird mir angst&bange – und zwar täglich mehr.

Doch  keine Angst, die mich und andere wegen der geäußerten Ressentiments gegen Muslime „rechtsextrem“ nennen, sind ganz sicher die Guten und wenn Gute Gutes sagen oder tun, muss es ja gut sein oder werden….

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Kommentare»

1. Jutta Grimm - 15. Dezember, 2014

Liebe Rika,
nein, du bist bestimmt nicht rechtsextrem…
Aber-ein bisschen extrem bist du schon.Und du scheinst zu vergessen, welches Unrecht im Namen des Christentums in den vergangenen Jahrhunderten begangen wurde……….Vielleicht holen einige Moslems nun nach, was die Christen ihnen vorgemacht haben.
Liebe Grüße
Jutta

2. Rika - 15. Dezember, 2014

Liebe Jutta,
ja, ein bisschen extrem bin ich schon… 😉 – das hast du mir übrigens schon einmal bescheinigt.
Aber es ist ja auch nicht falsch! ich habe auch meine Überzeugungen, die ich bis zum unumstößlichen Beweis des Irrtums meinerseits auch beherzt vertrete. So gesehen bin ich extrem.
Was das Christentum angeht – nun, das vergesse ich nicht einen Augenblick, zumal ich davon überzeugt bin, dass auch heute noch extreme Christen bei anderen Schaden anrichten an Seele und manchmal auch Leib. Leider ist das so.
Was mich dabei aber auch bewegt, ist, dass Jesus zwar extrem und radikal in seiner Liebe zu den Menschen war, aber in keiner Form gewalttätig gegenüber dem Nächsten. Insofern haben alle, die im Namen des christlichen Gottes meinten Gewalt ausüben zu müssen, sich nicht nur an ihren Mitmenschen versündigt, sondern auch an Jesus selbst und seiner Botschaft.

Dum spiro spero – das war einer der ersten lateinischen Sätze, die ich damals in der Quarta gelernt habe…. ist schon lange her, aber ich hoffe mit dir: „Vielleicht holen einige Moslems nun nach, was die Christen ihnen vorgemacht haben.“

Herzlich
Rika

3. Ein christlich-muslimisches Friedefreudeeierkuchenfest namens Weihnachten… | himmel und erde - 8. Dezember, 2016

[…]   wohl aber jede Menge Kitsch in den umgebenden Andenkenläden… Nikoläuse aller Art.“  ( https://himmelunderde.wordpress.com/2014/12/15/keine-angst-sie-sind-die-guten/ […]


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