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PEGIDA macht’s nötig… 29. Dezember, 2014

Posted by Rika in gesellschaft, islam, medien, meine persönliche presseschau, politik.
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Ich habe mich (auch) in diesem Jahr verhältnismäßig oft zum Thema Islam geäußert,  und wegen der  PEGIDA-Demonstrationen einerseits und der nicht abreißenden Kritik daran andererseits wird auch der vermutlich letzte oder vorletzte Beitrag bei „himmel und erde“ diese Thematik wieder aufgreifen.

Im Bekannten- und Freundeskreis, ja selbst in der Familie wird durchaus kontrovers diskutiert. Die meisten Menschen meiner unmittelbaren Umgebung schlagen sich auf die Seite der PEGIDA-Kritiker und ich werde per E-Mail  von freundlichen Menschen gebeten, eine Petition gegen „Ausländerfeindlichkeit“ zu unterzeichnen.

Natürlich bin ich gegen Ausländerfeindlichkeit – wie könnte ich auch anders entscheiden -, aber die Petition will und werde ich dennoch nicht unterschreiben, so wenig übrigens, wie ich  den PEDIGA-Unterstützern mittels Unterschrift meine Solidarität bekunden werde.

Das eine hat exakt mit dem anderen zu tun!

P E G I D A  = „Patriotische Europäer Gegen Islamisierung Des Abendlandes“, so die ausführliche Lesart der Kurzform.

Ich bin ganz zweifellos eine Europäerin und ein bisschen patriotisch bin ich auch, wenn man darunter verstehen kann oder will, dass ich Deutschland einfach wunderschön finde – das Land und seine Landschaften nämlich, dasselbe kann ich auch über die europäischen Länder sagen, die ich bisher in meinem Leben kennengelernt habe. Ich fühle mich in Deutschland zuhause und genieße es, in Europa die gleichen Freiheiten und demokratischen Rechte wahrnehmen und in Anspruch nehmen zu können, die mir von Kindesbeinen an  vertraut sind. Freiheiten und Rechte, auf die ich nicht verzichten möchte, die mir wert und teuer sind. Die Freiheit, meine Meinung sagen zu können, glauben zu können was ich möchte oder auch nichts oder eben den Glauben zu wechseln,  mit Leuten reden zu können, ohne Sorge zu haben, dafür bestraft zu werden von einer Obrigkeit oder Religionsbehörde, die über allem wacht. Ich bin ein kritischer Geist und darf meine Regierung schelten, den Papst kritisieren, die Bischöfe, Priester, Pastoren, Politiker, ja, sogar  Gott. Das gehört zu meinen Rechten, die mir das Grundgesetz in Deutschland garantiert. Ich kann über Künstler meckern, über Sportler, das Fernsehprogramm und was weiß ich noch. Gleiches gilt  für nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Dass die Kritik nicht immer berechtigt ist und oft auch nicht gerade der feinen englischen Art entspricht – nun ja… wo gehobelt wird, fallen bekanntlich auch Späne. Es gibt allerdings in Deutschland einen Bereich, da sollte man sehr auf seine Worte achten und die Zunge hüten, wenn man sich kritisch zu Personen oder gar Inhalten einer gewissen religiösen Gruppierung äußert, sonst könnte es schnell passieren, dass einem Unheil widerfährt, zumindest aber die Androhung von Unheil.

Und damit bin ich bei dem Buchstaben I in der Kurzform von PEGIDA.

Keine andere Gruppierung – ob politisch oder religiös – in Deutschland und Europa ist so auf den korrekten Umgang mit sich, ihren (religiösen) Persönlichkeiten und den (heiligen) Schriften bedacht, wie die Anhänger des Islam, und natürlich bestimmen sie selbst was korrekt ist und was nicht.  Zwar geht auch Scientology immer mal wieder gegen Kritiker gerichtlich vor, aber zu Morddrohungen von Seiten der Verteidiger der scientologischen Lehre ist es meiner Kenntnis nach bisher nicht gekommen. Auch die Verteidiger des Papsttums erheben schon mal etwas lauter ihre Stimme, wenn der Papst in verunglimpfender Form karikiert wird. Die Zeugen Jehovas können als lästig empfunden werden, wenn sie an der Haustür klingeln und freundlich um ein nettes Gespräch über Gott und die Welt nachfragen, aber haben sie jemals ihre Kritiker bedroht, ihnen gar den Tod angekündigt, wenn man sie und ihre Lehre nicht ernst nimmt? Ich wüsste nicht. Auch die fundamentalistischen Christen gehen bisweilen ganz schön harsch mit der gottlosen Welt ins Gericht, aber finden ihre auf die Ewigkeit bezogenen „Drohpredigten“ im ganz irdischen Leben irgendeine mörderische Entsprechung? (Ja, ja, ich weiß, fundamentalistische Abtreibungsgegner in den USA haben schon mal ein Haus abgefackelt und Ärzte bedroht, aber hier bei uns in Europa haben Christen bisher nicht durch auf Gott sich berufende Gewalttaten von sich reden gemacht.) Ganz anders die Anhänger des Propheten.

Bei achgut sind einige Links eingestellt, die eine  ziemlich deutliche Sprache der Gewalt sprechen, ganz zu schweigen von den täglichen Nachrichten, die man via Internet aus den Krisengebieten dieser Erde erhält, in denen der Islam, beziehungsweise der Koran  die  Messschnur für das gesellschaftliche und / oder politische  Leben ist. Das aber, so scheint mir, ist für viele Menschen hierzulande nicht besonders vertrauenerweckend, selbst wenn unsere Politiker und „their master’s voice“ nicht müde werden zu betonen, der Islam sei friedlich und Boko Haram, ISIS, die Taliban und was sich sonst noch auf dem islamischen Markt der gewalttätigen Möglichkeiten tummeln mag, habe nichts mit dem Islam zu tun, die Leute hätten den Koran entweder gar nicht gelesen, weil sie des Arabischen ja nicht mächtig seien, oder hätten ihn falsch interpretiert. Dabei wird dann auch von solchen Verharmlosern gerne übersehen, dass man den Koran eigentlich  nicht übersetzen und schon gar nicht  interpretieren darf  und dies im Gegenteil vielmehr streng verboten ist, jedenfalls die kritische Interpretation ist strengstens untersagt und diejenigen, die dennoch den einen oder anderen kritischen Einwand wagen, werden mit Todesfatwas bedacht oder in islamisch dominierten Ländern  wegen Despektierlichkeit wider den Propheten und / oder Koran gleich sofort ins Jenseits befördert.  Sollte man da nicht Sorge haben, Gleiches könnte auch in Deutschland und Europa Usus werden, wenn der Islam an Macht und Einfluss weiter zunehme?

Wobei ich bei dem Buchstaben G der Kurzform von PEGIDA bin.

G wie GEGEN!

Ich bin ganz eindeutig gegen eine stärkere Einflussnahme des Islam auf unser gesellschaftliches Zusammenleben, und ich bin sehr entschieden gegen eine Einflussnahme des  Islam auf unser politisches System,  Legislative und  Exekutive, auf Schulen und Hochschulen.  Die Trennung von Kirche und Staat muss auch für die diversen Vertretungen der islamischen Gemeinden und Verbände gelten. Ein jeder Mensch mag seinen Glauben in seinen eigenen vier Wänden so leben, wie er es für richtig hält, eine jede Gemeinde mag ihre Gläubigen hinsichtlich des Glaubens belehren, fördern und schulen. Aber müssen wir in  vermeintlicher Toleranz tatsächlich ein immer größeres und stärkeres Entgegenkommen Muslimen entgegen bringen? Kein Schweinefleisch in Schulen und Mensen, gesetzliche Feiertage für Muslime,   Badetage nur für muslimische Frauen bei gleichzeitiger Schließung teurer Bäder und  viele Vorschläge  Forderungen mehr – damit könnte ich mich ja noch arrangieren, wenn es denn dabei bliebe. Aber mir fällt an dieser Stelle das bekannte Sprichwort vom kleinen Finger ein, den man dem Teufel reicht und der dann prompt die ganze Hand nimmt und schließlich den ganzen Menschen in seiner Gewalt hat. Muslimische Lieder sollten  in Weihnachtsgottesdiensten als Zeichen des friedlichen Miteinander gesungen werden, wurde unlängst von Herrn Mazyeck vorgeschlagen. Singen wir Christen dann Lieder vom „Gottessohn“ in den Moscheen? Hat er das auch vorgeschlagen? Das käme aber doch einer Verleugnung des islamischen Glaubensbekenntnisses gleich, der Schahada: „Aschhadu an laa ilaha illa’Llah wa aschhadu anna Muhammadan rasulu’Llah – Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt, außer Allah, …“ , welches „unserem“ christlichen Glaubensbekenntis doch entgegen steht:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, …  gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, ….  Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. .“

Wie ich inzwischen unsere Toleranzbereitschaft einschätze, würden einige Christen sogar auf das eigene Glaubensbekenntnis  verzichten und Jesus als „den Christus“ verleugnen, um Muslime nicht in Bedrängnis zu bringen, hört man doch selbst von Theologen solche Sätze wie „Jesus kommt doch auch im Koran vor!“ als Beweis für die identische Gottesoffenbarung, wobei die gleichen Theologen völlig übersehen, dass Jesus im Koran im Range eines untergeordneten Propheten dargestellt wird, der lediglich auf den größeren Mohammed hinweisen darf.

Wenn ich solche Gedanken und Bedenken äußere, könnte man durchaus eine Schnittmenge mit den PEGIDA-Demonstranten vermuten.

Bin ich aber wegen dieser Haltung ausländerfeindlich, wie es pauschal den PEGIDA-Befürwortern vorgeworfen wird?

Ich gehe allerdings davon aus, dass es unter den Demonstranten für PEGIDA auch eine nicht unerhebliche Anzahl von Leuten gibt, die der NPD nahe stehen und denen man tatsächlich Ausländerfeindlichkeit attestieren könnte. Und eben das ist der Grund, warum ich bei PEGIDA weder mitlaufen noch eine Solidaritätsadresse unterschreiben würde. Und umgekehrt ist die pauschale Verurteilung alle Demonstranten genau der Grund, warum ich keine Petition gegen PEGIDA unterschreiben werde.

Ich habe es ja bereits an anderer Stelle gesagt: Meiner Meinung nach wäre es wichtig, die Bedenken der Menschen, die sich gegen den Islam äußern, anzuhören und ernst zu nehmen und sie eben nicht gleich in Bausch und Bogen zu verdammen.

Dass wir in diesen schrecklichen Tage des wütenden ISIS-Terrors Flüchtlinge aus dem Irak, aus Syrien und den umliegenden Gebieten aufnehmen müssen, steht für mich außer Frage. Aber genauso selbstverständlich erhebe ich die Forderung an diejenigen, die in Deutschland und der EU dauerhaft bleiben wollen, dass sie sich den hier gegebenen politischen und demokratischen Verhältnissen anpassen.  Ich denke auch nicht, dass es in erster Linie die Flüchtlinge sind, die das politische System Europas zugunsten Koran konformer Gesetze verändern wollen. Sie, die Flüchtlinge, sind sicher zunächst einmal froh, dem Grauen entronnen zu sein. Es sind die längst etablierten Muslime, die zunehmend mehr islamische Grundsätze in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben verwirklicht sehen wollen. Das ist es was mir Sorge macht.

Henryk M.Broder hat  einen bemerkenswerten Artikel bei welt-online geschrieben:

Unter der Überschrift „Entwarnung, alles wird gut“ schreibt er unter anderem:

„Die „schleichende Landnahme“, die der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky beschreibt, findet nicht nur in den Schulen und auf den Straßen der „Problemviertel“ statt. Seit über 13 Jahren, genauer: seit dem 11. September 2001, wird der öffentliche Diskurs zu einem erheblichen Teil von einem Thema und seinen vielen Facetten dominiert. Vorbei die Zeiten, da über Dosenpfand, Eigenheimzulage und Pendlerpauschale debattiert wurde.

Heute geht es um die Mängel „unserer Willkommenskultur“, um Ehrenmorde und Intensivtäter, um das Kopftuch im Unterricht und die Burka im Supermarkt, um die Befreiung von Klassenfahrten und Sportunterricht, um Gebetsräume in Schulen, um „kultursensible Pflege“ in Kliniken, um die Grenzen der Meinungsfreiheit, um Respekt vor religiösen Gefühlen.

Eine weitgehend säkulare Gesellschaft, in der sogar die Kirchen das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat bejahen und die Intellektuellen nach wie vor der Ansicht sind, Religionen seien „Opium fürs Volk“, hat ihr Herz für das Religiöse entdeckt, allerdings nur für ein Angebot aus dem großen Supermarkt der Religionen – und zwar ausgerechnet das Angebot, das seine Präsenz im öffentlichen Diskurs der Gewaltbereitschaft verdankt, mit der es immer wieder Respekt einfordert. Dies festzustellen, gilt bereits als „islamophob“, ungeachtet der Tatsache, dass es eben keine „Asien-Konferenz“ beim Innenminister gibt und der „Migrationshintergrund“ der Japaner, die in Düsseldorf leben, nicht einmal wahrgenommen wird.“

Und weiter:

„Natürlich braucht Deutschland Zuwanderung. Natürlich müssen Flüchtlinge aufgenommen werden. Natürlich kann eine Nation, die von der Globalisierung profitiert, sich nicht von der Welt abschotten. Das sind alles Binsen, so selbstverständlich, dass nur noch über das Wie geredet werden muss.

Wenn sich aber eine nationale Einheitsfront formiert, in der die christlichen Kirchen, der Zentralrat der Juden, die Gewerkschaften, das Handwerk, die Arbeitgeber und die üblichen Verdächtigen aus dem Kulturbetrieb Seit an Seit marschieren und alle, die an dieser Prozession nicht teilnehmen wollen, zu Dumpfbacken, Nationalisten, Rassisten, Nazis und einer „Schande für Deutschland“ erklärt werden, dann stimmt irgendetwas nicht mit der gelebten Demokratie in unserem Land.“

Das ist das eigentliche Problem, wir geben unsere demokratischen Rechte zugunsten einer sogenannten „Willkommenskultur“ auf, ungeachtet der Risiken, die eigentlich jetzt schon erkennbar klar zu sehen sind.

PEGIDA ist eine Herausforderung,  zweifellos. Aber die Bewegung ist vielleicht auch eine Chance uns neu dessen bewusst zu werden, welche Werte uns wirklich wichtig und welche unverzichtbar sind. Es ist die Chance zur freien und öffentlichen Debatte, der sich auch die islamischen Verbände ohne die immerzu von ihnen  geforderten Tabus stellen müssen, wenn der gesellschaftliche Konsens über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Recht und Gesetz gewahrt werden soll.

Wie sehr sich die öffentliche Debatte bereits gewandelt hat, macht dieser Verweis Broders deutlich: SPIEGEL-Leser wussten mehr.

Zu der öffentlichen Diskussion  ist auch dieser Artikel lesenswert: „Die Wahrheit ist zumutbar, auch dem Islam“

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