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PEGIDA macht’s nötig… 29. Dezember, 2014

Posted by Rika in gesellschaft, islam, medien, meine persönliche presseschau, politik.
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Ich habe mich (auch) in diesem Jahr verhältnismäßig oft zum Thema Islam geäußert,  und wegen der  PEGIDA-Demonstrationen einerseits und der nicht abreißenden Kritik daran andererseits wird auch der vermutlich letzte oder vorletzte Beitrag bei „himmel und erde“ diese Thematik wieder aufgreifen.

Im Bekannten- und Freundeskreis, ja selbst in der Familie wird durchaus kontrovers diskutiert. Die meisten Menschen meiner unmittelbaren Umgebung schlagen sich auf die Seite der PEGIDA-Kritiker und ich werde per E-Mail  von freundlichen Menschen gebeten, eine Petition gegen „Ausländerfeindlichkeit“ zu unterzeichnen.

Natürlich bin ich gegen Ausländerfeindlichkeit – wie könnte ich auch anders entscheiden -, aber die Petition will und werde ich dennoch nicht unterschreiben, so wenig übrigens, wie ich  den PEDIGA-Unterstützern mittels Unterschrift meine Solidarität bekunden werde.

Das eine hat exakt mit dem anderen zu tun!

P E G I D A  = „Patriotische Europäer Gegen Islamisierung Des Abendlandes“, so die ausführliche Lesart der Kurzform.

Ich bin ganz zweifellos eine Europäerin und ein bisschen patriotisch bin ich auch, wenn man darunter verstehen kann oder will, dass ich Deutschland einfach wunderschön finde – das Land und seine Landschaften nämlich, dasselbe kann ich auch über die europäischen Länder sagen, die ich bisher in meinem Leben kennengelernt habe. Ich fühle mich in Deutschland zuhause und genieße es, in Europa die gleichen Freiheiten und demokratischen Rechte wahrnehmen und in Anspruch nehmen zu können, die mir von Kindesbeinen an  vertraut sind. Freiheiten und Rechte, auf die ich nicht verzichten möchte, die mir wert und teuer sind. Die Freiheit, meine Meinung sagen zu können, glauben zu können was ich möchte oder auch nichts oder eben den Glauben zu wechseln,  mit Leuten reden zu können, ohne Sorge zu haben, dafür bestraft zu werden von einer Obrigkeit oder Religionsbehörde, die über allem wacht. Ich bin ein kritischer Geist und darf meine Regierung schelten, den Papst kritisieren, die Bischöfe, Priester, Pastoren, Politiker, ja, sogar  Gott. Das gehört zu meinen Rechten, die mir das Grundgesetz in Deutschland garantiert. Ich kann über Künstler meckern, über Sportler, das Fernsehprogramm und was weiß ich noch. Gleiches gilt  für nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Dass die Kritik nicht immer berechtigt ist und oft auch nicht gerade der feinen englischen Art entspricht – nun ja… wo gehobelt wird, fallen bekanntlich auch Späne. Es gibt allerdings in Deutschland einen Bereich, da sollte man sehr auf seine Worte achten und die Zunge hüten, wenn man sich kritisch zu Personen oder gar Inhalten einer gewissen religiösen Gruppierung äußert, sonst könnte es schnell passieren, dass einem Unheil widerfährt, zumindest aber die Androhung von Unheil.

Und damit bin ich bei dem Buchstaben I in der Kurzform von PEGIDA.

Keine andere Gruppierung – ob politisch oder religiös – in Deutschland und Europa ist so auf den korrekten Umgang mit sich, ihren (religiösen) Persönlichkeiten und den (heiligen) Schriften bedacht, wie die Anhänger des Islam, und natürlich bestimmen sie selbst was korrekt ist und was nicht.  Zwar geht auch Scientology immer mal wieder gegen Kritiker gerichtlich vor, aber zu Morddrohungen von Seiten der Verteidiger der scientologischen Lehre ist es meiner Kenntnis nach bisher nicht gekommen. Auch die Verteidiger des Papsttums erheben schon mal etwas lauter ihre Stimme, wenn der Papst in verunglimpfender Form karikiert wird. Die Zeugen Jehovas können als lästig empfunden werden, wenn sie an der Haustür klingeln und freundlich um ein nettes Gespräch über Gott und die Welt nachfragen, aber haben sie jemals ihre Kritiker bedroht, ihnen gar den Tod angekündigt, wenn man sie und ihre Lehre nicht ernst nimmt? Ich wüsste nicht. Auch die fundamentalistischen Christen gehen bisweilen ganz schön harsch mit der gottlosen Welt ins Gericht, aber finden ihre auf die Ewigkeit bezogenen „Drohpredigten“ im ganz irdischen Leben irgendeine mörderische Entsprechung? (Ja, ja, ich weiß, fundamentalistische Abtreibungsgegner in den USA haben schon mal ein Haus abgefackelt und Ärzte bedroht, aber hier bei uns in Europa haben Christen bisher nicht durch auf Gott sich berufende Gewalttaten von sich reden gemacht.) Ganz anders die Anhänger des Propheten.

Bei achgut sind einige Links eingestellt, die eine  ziemlich deutliche Sprache der Gewalt sprechen, ganz zu schweigen von den täglichen Nachrichten, die man via Internet aus den Krisengebieten dieser Erde erhält, in denen der Islam, beziehungsweise der Koran  die  Messschnur für das gesellschaftliche und / oder politische  Leben ist. Das aber, so scheint mir, ist für viele Menschen hierzulande nicht besonders vertrauenerweckend, selbst wenn unsere Politiker und „their master’s voice“ nicht müde werden zu betonen, der Islam sei friedlich und Boko Haram, ISIS, die Taliban und was sich sonst noch auf dem islamischen Markt der gewalttätigen Möglichkeiten tummeln mag, habe nichts mit dem Islam zu tun, die Leute hätten den Koran entweder gar nicht gelesen, weil sie des Arabischen ja nicht mächtig seien, oder hätten ihn falsch interpretiert. Dabei wird dann auch von solchen Verharmlosern gerne übersehen, dass man den Koran eigentlich  nicht übersetzen und schon gar nicht  interpretieren darf  und dies im Gegenteil vielmehr streng verboten ist, jedenfalls die kritische Interpretation ist strengstens untersagt und diejenigen, die dennoch den einen oder anderen kritischen Einwand wagen, werden mit Todesfatwas bedacht oder in islamisch dominierten Ländern  wegen Despektierlichkeit wider den Propheten und / oder Koran gleich sofort ins Jenseits befördert.  Sollte man da nicht Sorge haben, Gleiches könnte auch in Deutschland und Europa Usus werden, wenn der Islam an Macht und Einfluss weiter zunehme?

Wobei ich bei dem Buchstaben G der Kurzform von PEGIDA bin.

G wie GEGEN!

Ich bin ganz eindeutig gegen eine stärkere Einflussnahme des Islam auf unser gesellschaftliches Zusammenleben, und ich bin sehr entschieden gegen eine Einflussnahme des  Islam auf unser politisches System,  Legislative und  Exekutive, auf Schulen und Hochschulen.  Die Trennung von Kirche und Staat muss auch für die diversen Vertretungen der islamischen Gemeinden und Verbände gelten. Ein jeder Mensch mag seinen Glauben in seinen eigenen vier Wänden so leben, wie er es für richtig hält, eine jede Gemeinde mag ihre Gläubigen hinsichtlich des Glaubens belehren, fördern und schulen. Aber müssen wir in  vermeintlicher Toleranz tatsächlich ein immer größeres und stärkeres Entgegenkommen Muslimen entgegen bringen? Kein Schweinefleisch in Schulen und Mensen, gesetzliche Feiertage für Muslime,   Badetage nur für muslimische Frauen bei gleichzeitiger Schließung teurer Bäder und  viele Vorschläge  Forderungen mehr – damit könnte ich mich ja noch arrangieren, wenn es denn dabei bliebe. Aber mir fällt an dieser Stelle das bekannte Sprichwort vom kleinen Finger ein, den man dem Teufel reicht und der dann prompt die ganze Hand nimmt und schließlich den ganzen Menschen in seiner Gewalt hat. Muslimische Lieder sollten  in Weihnachtsgottesdiensten als Zeichen des friedlichen Miteinander gesungen werden, wurde unlängst von Herrn Mazyeck vorgeschlagen. Singen wir Christen dann Lieder vom „Gottessohn“ in den Moscheen? Hat er das auch vorgeschlagen? Das käme aber doch einer Verleugnung des islamischen Glaubensbekenntnisses gleich, der Schahada: „Aschhadu an laa ilaha illa’Llah wa aschhadu anna Muhammadan rasulu’Llah – Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt, außer Allah, …“ , welches „unserem“ christlichen Glaubensbekenntis doch entgegen steht:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, …  gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, ….  Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. .“

Wie ich inzwischen unsere Toleranzbereitschaft einschätze, würden einige Christen sogar auf das eigene Glaubensbekenntnis  verzichten und Jesus als „den Christus“ verleugnen, um Muslime nicht in Bedrängnis zu bringen, hört man doch selbst von Theologen solche Sätze wie „Jesus kommt doch auch im Koran vor!“ als Beweis für die identische Gottesoffenbarung, wobei die gleichen Theologen völlig übersehen, dass Jesus im Koran im Range eines untergeordneten Propheten dargestellt wird, der lediglich auf den größeren Mohammed hinweisen darf.

Wenn ich solche Gedanken und Bedenken äußere, könnte man durchaus eine Schnittmenge mit den PEGIDA-Demonstranten vermuten.

Bin ich aber wegen dieser Haltung ausländerfeindlich, wie es pauschal den PEGIDA-Befürwortern vorgeworfen wird?

Ich gehe allerdings davon aus, dass es unter den Demonstranten für PEGIDA auch eine nicht unerhebliche Anzahl von Leuten gibt, die der NPD nahe stehen und denen man tatsächlich Ausländerfeindlichkeit attestieren könnte. Und eben das ist der Grund, warum ich bei PEGIDA weder mitlaufen noch eine Solidaritätsadresse unterschreiben würde. Und umgekehrt ist die pauschale Verurteilung alle Demonstranten genau der Grund, warum ich keine Petition gegen PEGIDA unterschreiben werde.

Ich habe es ja bereits an anderer Stelle gesagt: Meiner Meinung nach wäre es wichtig, die Bedenken der Menschen, die sich gegen den Islam äußern, anzuhören und ernst zu nehmen und sie eben nicht gleich in Bausch und Bogen zu verdammen.

Dass wir in diesen schrecklichen Tage des wütenden ISIS-Terrors Flüchtlinge aus dem Irak, aus Syrien und den umliegenden Gebieten aufnehmen müssen, steht für mich außer Frage. Aber genauso selbstverständlich erhebe ich die Forderung an diejenigen, die in Deutschland und der EU dauerhaft bleiben wollen, dass sie sich den hier gegebenen politischen und demokratischen Verhältnissen anpassen.  Ich denke auch nicht, dass es in erster Linie die Flüchtlinge sind, die das politische System Europas zugunsten Koran konformer Gesetze verändern wollen. Sie, die Flüchtlinge, sind sicher zunächst einmal froh, dem Grauen entronnen zu sein. Es sind die längst etablierten Muslime, die zunehmend mehr islamische Grundsätze in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben verwirklicht sehen wollen. Das ist es was mir Sorge macht.

Henryk M.Broder hat  einen bemerkenswerten Artikel bei welt-online geschrieben:

Unter der Überschrift „Entwarnung, alles wird gut“ schreibt er unter anderem:

„Die „schleichende Landnahme“, die der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky beschreibt, findet nicht nur in den Schulen und auf den Straßen der „Problemviertel“ statt. Seit über 13 Jahren, genauer: seit dem 11. September 2001, wird der öffentliche Diskurs zu einem erheblichen Teil von einem Thema und seinen vielen Facetten dominiert. Vorbei die Zeiten, da über Dosenpfand, Eigenheimzulage und Pendlerpauschale debattiert wurde.

Heute geht es um die Mängel „unserer Willkommenskultur“, um Ehrenmorde und Intensivtäter, um das Kopftuch im Unterricht und die Burka im Supermarkt, um die Befreiung von Klassenfahrten und Sportunterricht, um Gebetsräume in Schulen, um „kultursensible Pflege“ in Kliniken, um die Grenzen der Meinungsfreiheit, um Respekt vor religiösen Gefühlen.

Eine weitgehend säkulare Gesellschaft, in der sogar die Kirchen das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat bejahen und die Intellektuellen nach wie vor der Ansicht sind, Religionen seien „Opium fürs Volk“, hat ihr Herz für das Religiöse entdeckt, allerdings nur für ein Angebot aus dem großen Supermarkt der Religionen – und zwar ausgerechnet das Angebot, das seine Präsenz im öffentlichen Diskurs der Gewaltbereitschaft verdankt, mit der es immer wieder Respekt einfordert. Dies festzustellen, gilt bereits als „islamophob“, ungeachtet der Tatsache, dass es eben keine „Asien-Konferenz“ beim Innenminister gibt und der „Migrationshintergrund“ der Japaner, die in Düsseldorf leben, nicht einmal wahrgenommen wird.“

Und weiter:

„Natürlich braucht Deutschland Zuwanderung. Natürlich müssen Flüchtlinge aufgenommen werden. Natürlich kann eine Nation, die von der Globalisierung profitiert, sich nicht von der Welt abschotten. Das sind alles Binsen, so selbstverständlich, dass nur noch über das Wie geredet werden muss.

Wenn sich aber eine nationale Einheitsfront formiert, in der die christlichen Kirchen, der Zentralrat der Juden, die Gewerkschaften, das Handwerk, die Arbeitgeber und die üblichen Verdächtigen aus dem Kulturbetrieb Seit an Seit marschieren und alle, die an dieser Prozession nicht teilnehmen wollen, zu Dumpfbacken, Nationalisten, Rassisten, Nazis und einer „Schande für Deutschland“ erklärt werden, dann stimmt irgendetwas nicht mit der gelebten Demokratie in unserem Land.“

Das ist das eigentliche Problem, wir geben unsere demokratischen Rechte zugunsten einer sogenannten „Willkommenskultur“ auf, ungeachtet der Risiken, die eigentlich jetzt schon erkennbar klar zu sehen sind.

PEGIDA ist eine Herausforderung,  zweifellos. Aber die Bewegung ist vielleicht auch eine Chance uns neu dessen bewusst zu werden, welche Werte uns wirklich wichtig und welche unverzichtbar sind. Es ist die Chance zur freien und öffentlichen Debatte, der sich auch die islamischen Verbände ohne die immerzu von ihnen  geforderten Tabus stellen müssen, wenn der gesellschaftliche Konsens über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Recht und Gesetz gewahrt werden soll.

Wie sehr sich die öffentliche Debatte bereits gewandelt hat, macht dieser Verweis Broders deutlich: SPIEGEL-Leser wussten mehr.

Zu der öffentlichen Diskussion  ist auch dieser Artikel lesenswert: „Die Wahrheit ist zumutbar, auch dem Islam“

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Kommentare»

1. wollecarlos - 30. Dezember, 2014

Hat dies auf LilaSchwarz rebloggt und kommentierte:
Einen sehr guten Artikel hat M. Klonovsky dazu verfasst, der ebenfalls lesenswert ist:

„27. Dezember 2014

Was ist von der Pegida-Bewegung zu halten, von deren Schmähung derzeit die halbe Medienöffentlichkeit lebt, ohne deren Erwähnung kein Nachrichtenportal auszukommen scheint und zu deren Stichwortgebern ein großes deutsches sogenanntes Intelligenzblatt u.a. mich kürte? Unstrittig scheint mir zu sein, dass unter dem Motto „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ die Habermas’sche „Lebenswelt“ beziehungsweise ein Teil derselben auf die Straße geht. Als ein spezieller Verehrer des Starnberger Transzendentaldemokraten sowie Großakklameur des im Grundgesetz verankerten Gundrechtes auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit begrüße ich die Kundgebungen ausdrücklich, zumal weder Sponsoren noch Parteien dahinterstehen wie bei den Gegendemonstranten und der üblichen subventionierten Protestfolklore „gegen rechts“, sondern die Menschen sich aus freien Stücken und gegen erheblichen Widerstand des etablierten Herrschaftsmilieus versammeln.

Diese Leute sind, ob es den politisch Verantwortlichen nun passt oder nicht, Bürgerrechtler….“
http://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

2. wollecarlos - 30. Dezember, 2014
3. Bill Brook - 31. Dezember, 2014

Nun ist es nur so, dass es den PEGIDA-Initiatoren in Wahrheit gar nicht um Islamisierung geht. Nora Goldenbogen die V orsitzende der jüdischen Gemeinde Dresden sagte in einem Interview mit der Jüdischen Allgemeinen:

“ Halten Sie den Islamismus nicht für eine Gefahr?“
„Es geht den Demonstranten nicht um die Gefahr des islamistischen Terrors, der ja nicht zuletzt Juden bedroht. Auch dabei haben wir unsere Erfahrungen: Im Frühsommer gab es in Dresden eine salafistische Demonstration. Die Gemeinde hatte zu einer Gegenkundgebung aufgerufen, und da kamen gerade mal 150 Leute. So sehr treibt die Gefahr des Islamismus diese Menschen um.“

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/21029

Und Bachmann selbst sagte in einem Interview mit der BILD-Zeitung:

„BILD: Wie kamen Sie eigentlich auf die Demo-Idee?

Bachmann: „Nach einer Aktion von PKK-Anhängern auf der Prager Straße wollten wir etwas tun. Dort wurden Waffen für die verfassungsfeindliche und verbotene PKK gefordert – da bin ich dagegen. Also gründeten wir eine Facebook-Gruppe. Ich hätte nie gedacht, dass es so einschlägt.“

Halloooo? Mooment! PKK? Man kann der PKK sicher eine Men ge vorwerfen, Islamismus aber auf jeden Fall nicht, ganz im Gegenteil. PKK und befreundete Organisationen geradean vorderster Front im Kampf gegen den islamistischen IS. Also Waffen gegen Islamisten, da ist Bachmann gegen, und das ist der Grund, dass er eine Bewegung ins Leben ruft, die angeblich gegen Islamisten ist? Die Logik die dahinter steht ist eine ganz eigene.

4. Konstantin S. Purgess - 1. Januar, 2015

Zwar frage ich mich, ob du nicht Demokratie mit parlamentarischer/repräsentativer Demokratie verwechselst und auf diese Verwechselung dein etwas aufdringlicher Lobgesang puncto angeblicher Meinungsfreiheit und Co zurückzuführen sind…aber wie immer dies in diesem Punkt auch sein mag:
Du setzt dich differenziert und von mehreren Seiten aus beleuchtend mit der Situation auseinander…das meiner Meinung nach gekonnt und dadurch sehr lesenswert.
Es ist in etwa diese Art der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Situationen die wir benötigen…wir müssen nicht gleich auf Ethik und Moral, Achtung und Respekt verzichten, wenn wir radikal das beleuchten was tatsächlich ist und wir können achten und respektieren, müssen uns aber nicht verpflichtet fühlen denen gegenüber, die diese Verhaltensweisen anderen verweigern.

5. Rika - 2. Januar, 2015

Ich bin grippig und mag darum nicht auf die Kommentare hier im Einzelnen eingehen.
Aber mir scheint es doch nötig zu sein, auch dies zum Thema PEGIDA mitzuteilen, beizutragen, den Erfahrungsbericht eines Selbstversuchs nämlich, mit Israel-Fahne bei PEGIDA mit zu laufen.
Ich selbst bin immer wieder mal mit meinem Israelfähnchen an der Tasche durch Hannover gelaufen und habe dabei die verschiedensten Reaktionen erlebt.
An Israel scheiden sich offenbar die Geister, wie auch den Kommentaren unter dem zitierten Beitrag zu entnehmen ist, siehe hier:
https://egoteaist.wordpress.com/2014/12/23/pegida-ein-erfahrungsbericht/

Ein unbedingt lesenswerter Bericht!

Ich bleibe jedoch bei meiner Ansicht, dass es keinen Sinn macht, die Demonstranten in Bausch und Bogen zu verteufeln, denn der Teufel liegt bekanntlich im Detail – und da sollten die Politiker schon etwas genauer hinschauen. – und sich den besorgten Anfragen stellen!

6. Rika - 2. Januar, 2015

Den Versuch einer Analyse zur deutschen Befindlichkeit bezüglich PEGIDA findet man hier:

http://www.hannah-arendt.de/2014/12/furor-teutonicus-jenninger-sarrazin-pegida/

7. Paul - 3. Januar, 2015

Liebe Rika,
zunächst mal gute Besserung.

Den Klonovsky habe ich gelesen. Da bin ich genau der gleichen Meinung.

Dem Ego habe ich zu seinem Erfahrungsbericht direkt in seinen Blog geschrieben.

Damit Du nicht rumsuchen musst, stelle ich es hier rein:

>Lieber Ego,
habe Deinen Erlebnisbericht gelesen.
Durch die Kommentare bin ich kreuz und quer hindurchgegangen wie Du durch die Demonstration.

Hier meine Erfahrung:
Die recht zahlreichen und immer sehr unqualifizierten antisemitischen Kommentare, sind für mich Veranlassung, Deinen Blog nicht mehr aufzusuchen. Weil ich immer, wenn auch nur geistig, die Israelfahne mitführe und nicht möchte, dass sie “besudelt” wird. Dietrich Lohse (3.1. 11:08 vormittags) ist nur ein aktuelles Beispiel für andere Kommentare.

Ich weiß, dass Dein Blog die Judenhasser anzieht, weil die sich immer zu Freunden der Israelis hingezogen fühlen. Lila und der Tapfere können ein gar garstig Lied davon singen. Du sicherlich auch?

Soll ich deshalb Deinen Blog nicht mehr aufsuchen?
Nein, das mache ich nicht. Ich werde nur bestimmte Kommentare nicht lesen, weil meine Toleranz nicht so groß ist.

Soll ich nun, nur weil Du schlechte Erfahrungen mit Demonstranten gemacht hast, meine Meinung über PEGIDA ändern?
Was weißt Du über die Gesinnung dieser Demonstranten? Da kenne ich die Gesinnung Deiner Kommentatoren schon besser.
Soll ich deshalb meine Meinung über Deinen Blog ändern? Ihn nicht mehr lesen?

Nein, ich lese die 19 Punkte der PEGIDA und Deine Artikel.
Mit beidem habe ich eine große Übereinstimmung.
Deshalb bleibt meine Sympathie unverändert bei Deinem Blog und bei PEGIDA.

Übrigens:
Durch Dein Erfahrungsexperiment hast Du nur die Allgegenwärtigkeit des Judenhasses in Deutschland festgestellt.
Du glaubst mir nicht?
Dann laufe doch nur mal mit der Fahne Israels an einem ganz gewöhnlichen Tag durch die Straßen einer Großstadt in Deutschland. Es muss nicht Berlin sein.
In Berlin reicht es schon, wenn Du in der Öffentlichkeit eine Kippa trägst.
Du glaubst mir nicht?
Na dann versuche es mal. Viel Spaß dabei.<

Die Hanna werde ich später noch lesen.
Jetzt muss ich Mittagessen machen.

Herzlich, Paul

8. Hannes - 3. Januar, 2015

Liebe Rika,

vielen Dank für Deinen Beitrag zu pegida. Ich habe bislang nur wenig differenzierte Überlegungen zu deren Anliegen gelesen. Deine Gedanken finde ich sehr hilfreich.

Ich will in diesem Zusammenhang auf die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin eingehen. Angela Merkel sagte da Folgendes:

„Heute rufen manche montags wieder „Wir sind das Volk“. Aber tatsächlich meinen Sie: Ihr gehört nicht dazu – wegen Eurer Hautfarbe oder Eurer Religion.
Deshalb sage ich allen, die auf solche Demonstrationen gehen: Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen!“

Man kann anhand dieser Worte schon befürchten, dass in unserem Land eine Regierung wieder einmal ideologische Überlegungen anstellt und gleichzeitig das Volk auffordert, ihr in diese Richtung zu folgen. Solche Reden habe ich zuletzt im Jahr 1989 vom Direktor meiner POS gehört – im Staatsbürgerkundeunterricht. Eine solche Bevormundung, die dann auch noch durch Benachteiligung durchgesetzt wird, möchte ich nicht wieder erleben.

Das Problem ist, dass ja offenbar nicht so ganz klar ist, was pegida eigentlich will.

Der Name „pegida“ könnte auf Islamkritik hindeuten. Da behaupte ich: Wenn wir uns eine kritische Auseinandersetzung mit dem Islam verbieten würden, dann hätte jedenfalls der kriegerische und menschenverachtende Islamismus künftig auch in Mitteleuropa eine Chance, sich durchzusetzen. Dies hast Du deutlich heraus gestellt.

Das Positionspapier von pegida (http://www.i-finger.de/pegida-positionspapier.pdf) könnte hingegen darauf hindeuten, dass da im demokratischen Diskurs integrations- und zuwanderungspolitische Positionen vertreten werden sollen. Daran kann ich erst mal nichts kritisches entdecken. Einige dieser Positionen kommen im Übrigen der vorhandenen und aktuell geltenden Rechtslage recht nahe.

Lese ich einige Zeitungsberichte und bekomme ich mal eines der seltenen Interviews eines Demonstrationsteilnehmers zu sehen, dann mag ich glauben, es geht ihnen darum, dass wir Deutschen ein besseres Leben führen als andere, und dass wir uns das nicht von armen und moslemischen Einwanderern kaputt machen lassen wollen. Außerdem geht es um Frust über Politiker, Presse und noch einiges mehr. Das finde ich dann doch schon recht verwirrend, überheblich und meistens ziemlich oberflächlich.

Was genau will die Bewegung denn nun. Ich verstehe nicht, warum hier Islam, Europa, Zuwanderung, Integration, Presse und Politiker in einen Topf getan werden, der die Aufschrift „dagegen“ trägt. Kein Wunder, dass die Bewegung so unterschiedlich beurteilt wird. Diese Unklarheit bringt mich dazu, die Bewegung abzulehnen.

Die Kanzlerin jedenfalls kommt zu dem Ergebnis, die Bewegung treibt ausschließlich Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Kälte und Hass seien die Motive der Organisatoren. Ich hoffe, die Kanzlerin weiß hier mehr als ich. Wenn das so ist, dann kann ich die Warnung vor pegida aber sogar verstehen.

9. Rika - 6. Januar, 2015

Danke für Deinen Kommentar, Hannes!
Du machst deutlich, was auch mich mehr und mehr umtreibt:
Wie gehe ich mit einem Phänomen um, das von so unterschiedlichen Menschen, Meinungen und Beweggründen unterstützt oder getragen wird?
Ich bin gleichermaßen entsetzt über die Berichte von Springerstiefel tragenden neuen Nazis bei / unter den Demonstranten, wie über die Unterstützung der Gegendemonstranten durch die militante Milli Görus Bewegung oder durch extrem Linke.
In Hannover soll in der kommenden Woche die Demonstration gegen PEGIDA mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Marktkirche eingeleitet werden, d.h. die Ausgrenzung der PEGIDA-Befürworter soll mit dem Segen Gottes passieren? Natürlich wird das so nicht gesagt, in der Zeitung (HAZ -Hannoversche Allgemeine Zeitung) heißt es:
„…soll um 17.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Marktkirche stattfinden, nach dem alle Teilnehmer dann vor das Neue Rathaus ziehen. ‚Dort wollen wir dann, dass für eine gewisse Zeit die Beleuchtung des Rathauses abgestellt wird, um symbolisch zu zeigen, dass in Hannover kein Platz für fremdenfeindliche Ideologien ist und Rassisten hier im Dunkeln stehen‘, sagt Arabian-Vogel. (eine der Organisatorinnen, meine Anmerkung)
Nun auch noch den Segen der Kirche oder gar Gottes für die Demonstranten zu erbitten, die den Andersdenkenden damit das Recht auf freie Meinungsäußerung absprechen, das finde ich schon mehr als grenzwertig!
Das ist Anmaßung der Organisatoren und Missbrauch gottesdienstlicher Orte.
und ich hoffe sehr, dass der Leitungskreis der Marktkirchen-Gemeinde dem nicht zustimmen wird.

Denkanstoß: Wie fremdenfeindlich ist die ideologische Basis des Islam?


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