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Nix mit christlicher Seefahrt….. 2. Januar, 2015

Posted by Rika in gesellschaft, hilfe!, meine persönliche presseschau, politik, terrorismus.
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… dachte ich, als ich bei zeit-online den Artikel über die empörenden Machenschaften der Schleuser las, die die Flüchtlinge  auf zum Teil  maroden Schiffen sich selbst überlassen und darauf vertrauen, dass die nördlichen Mittelmeer-Anrainer die Rettung der armen Seelen schon übernehmen werden   damit ein riesiges Geschäft machen.

Gleiches berichtet die FAZ unter dem Titel: „Die grausame Taktik der Geisterschiff-Kapitäne“ 

Das „riesige Geschäft“ mit unschuldigen Menschen  ist jedoch keineswegs neu im Mittelmeer  – und auf anderen Meeren vermutlich ebenso wenig  -, wobei wir Nord- und Mitteleuropäer  froh sein können, dass die Piraterie in Nord- und Ostsee noch nicht wieder fröhliche Urständ feiert und ungeachtet aller seemännischen Regeln und Gebote Schiffe kapert und Menschen in Geiselhaft nimmt, um einen möglichst hohen Profit zu erzielen. Das aber, einen maximalen Gewinn zu generieren aus dem Versprechen  einer sicheren Überfahrt ins gelobte Land Europa an die Elends- und Kriegsflüchtlinge , ist wohl  das einzige Motiv der Verbrecherbanden, die die Flüchtlinge gegen hohe Geldbeträge auf eine Reise ins Ungewisse  schicken, die eben gar nicht selten in der Ewigkeit endet.

Aber wer steht vor allen Dingen am Pranger?  Die EU-Staaten, die offenbar nicht mehr gewährleisten können oder wollen, dass auch alle Elenden die Reise heil überstehen.     Die  Schiffe, die die in Seenot geratenen Betrogenen aufnehmen, landen an europäischen Häfen an  und die EU  lässt die Flüchtlinge anschließend in völlig überfüllte Flüchtlingscamps stecken, was berechtigterweise Kritik hervorruft, denn die Zustände in den Camps sind desaströs und die Aussichten der Gestrandeten wenig rosig.  Kaum aber ein Wort der Kritik bisher an die Organisatoren der selbstmörderischen Seefahrten.

Was sind das für Leute?

In welche Taschen fließen die Gelder?

Das aber wäre doch sicher auch bedenkenswert, obwohl ich mir schon ausmalen kann, mit welch wunderbaren Begründungen das kriminelle Tun hier kommentiert würde, man denke nur an die Piraterie in der Meerenge am Horn von Afrika, die die Millionen von Euro und Dollar, die bisher von den Reedereien an Lösegeld gezahlt wurden und an den Einsatz der Marine, um den Schiffen mehr Sicherheit in dem Seegebiet zu ermöglichen. Der Tenor der Entschuldigungen lautet in aller Regel: „Den armen Leuten am Horn von Afrika bleibt ja wegen der brutalen Ausbeutung Afrikas durch die Kolonialstaaten gar nichts anderes übrig, als sich durch kriminelle Geiselnahmen die magere Existenz zu sichern!“

Aber es gab immer schon und zu allen Zeiten Ausbeuter und Piraterie!

Bei meiner Suche im Internet nach dem Schlagwort „christliche Seefahrt“ stieß ich auch auf diesen Beitrag des „Schiffshistorischen Archivs Flensburg“ : Christliche Seefahrt   und dort auf diese interessanten Betrachtungen zur Fragestellung:

„Woher kommt dieser Begriff „Christliche Seefahrt“?

Sicher nicht von unseren wikingischen Vorfahren, die im Zuge der Christianisierung des Nordens gerne einen Mönch mit an Bord nahmen, um ihn bei schlechtem Wetter dem Meer zu opfern. Sollte er damit unter Beweis stellen, dass sein Gott die Wunder zu vollbringen vermochte, von denen er doch so viel gepredigt hatte? Oder aus der Hansezeit, in der die Seefahrer vor jeder Reise den Gottesdienst besuchten und Gottes Beistand erflehten? Störtebeker und Gödeke Michels waren damit doch sicher nicht gemeint.

Hat der Begriff doch mehr seinen Ursprung in den Fahrten der portugiesischen und spanischen Entdecker Maghellan, Vasco da Gama, Christoph Columbus, die nicht nur im Namen der Krone, sondern auch im Namen der Kirche auf Entdeckungsreisen gingen und auf jedem Schiff einen Geistlichen mitnahmen, um für die Reise Gottes Beistand zu erbitten und neu entdecktes Land auch im Namen der Kirche zu vereinnahmen und seine Bewohner dem „rechten“ Glauben zuzuführen? Die Methoden waren aus heutiger Sicht allerdings alles andere als  „christlich“.

Oder vielleicht entstand dieser Begriff doch im Gegensatz zur „islamischen“ Piraten-Seefahrt, als die nordafrikanischen Korsarenstaaten das Mittelmeer unsicher machten und jedes „christliche“ Schiff aufbrachten, die Besatzung versklavten oder gegen Lösegeld verkauften. In dieser Zeit entstanden die so genannten „Sklavenkassen“, in die jeder Kaufmann, Reeder, Kapitän und Besatzung einzahlen musste, um Gefangene freikaufen zu können. Hamburg hatte keine Kriegsmarine und ließ seine Schiffe im Convoy fahren, was nicht viel nützte. Frankreich und England führten vergeblich Kriege gegen die Korsarenstaaten, bis es den Amerikanern im 19.Jahrhundert zu bunt wurde und sie die Constitution ins Mittelmeer entsandten und dem Scheich von Algier und Bei von Tunis ultimativ aufforderten, die Piraterie gegen amerikanische Schiffe einzustellen…andernfalls…“

Der „Handel mit Menschenleben“  hat leider eine lange Tradition und ich fürchte, dass sich der Handel auch solange nicht unterbinden lässt, wie es einerseits Menschen gibt, die dem Elend ihrer Heimat entfliehen wollen und bereit sind, dafür größte Gefahren auf sich zu nehmen und andererseits Leute ein lukratives Geschäft mit den Elendigen machen können und machen wollen. Aber es wäre angesichts der neuen Praktiken doch angebracht, Ross und Reiter deutlich zu benennen und mehr als bisher vor allem die Staaten in die Pflicht zu nehmen, die dem schrecklichen Treiben an ihren Küsten nicht Einhalt gebieten….  als da sind: Ausnahmslos alle nordafrikanischen Staaten, sowie neuerdings auch Syrien, Libanon, Türkei.

Die FAZ stellt dazu in ihrem Artikel ausdrücklich fest:

Die Schmuggler setzen nun viel größere Schiffe als früher ein. Nach Angaben von Frontex sind das meist ausgemusterte Frachtschiffe von bis zu 75 Metern Länge, die nach den Erkenntnissen der europäischen Grenzschützer oft in Hafenstädten im Südosten der Türkei gekauft werden, vor allem in Mersin unweit der Grenze zu Syrien. Mersin ist noch immer durch regulären Fährverkehr mit der syrischen Stadt Latakia verbunden. So scheint die Stadt zu einem Ausgangspunkt für den Menschenschmuggel nach Europa geworden zu sein. Von Mersin aus werden die Frachter demnach an Zypern und Kreta vorbei zur ionischen Küste vor Italien geleitet. Dort verlässt die oft aus Russland stammende Besatzung das Schiff und überlässt die Flüchtlinge ihrem Schicksal.

Die skrupellosen Verbrecher machen sich dabei das international geltende Seerecht zunutze, wie die FAZ weiter schreibt:

Seerecht verpflichtet zur Hilfe

Den hoch professionell arbeitenden Banden ist es inzwischen offenbar auch gelungen, die Boote zielgenau die Passage von Handelsschiffen kreuzen zu lassen und rechtzeitig vorher einen Notruf abzusetzen. Die Handelsschiffe sind danach seerechtlich verpflichtet, dem in Not geratenen Schiff zur Hilfe zu eilen.

„Navigare necesse est “ steht groß am Haus der Seefahrtsschule in Cuxhaven, „Seefahrt tut Not „,  aber auch dies gilt:  Seefahrt macht Not!

In Bremerhaven kann man in dem wunderbaren „Deutschen Auswandererhaus“ viel über die  Zustände auf den Auswandererschiffen des 18., 19. und 20. Jahrhundert erfahren. Ein Zuckerschlecken waren auch diese Reisen in eine erhoffte bessere Zukunft an neuen Ufern ganz gewiss nicht und ganz sicher haben auch damals schon Leute von der Zukunftserwartung der Auswanderer profitiert.

Das Elend und die bewusste Gefährdung der Flüchtlinge im Mittelmeer haben aber  schrecklichste Dimensionen angenommen.   Und es ist nicht nur die EU, die endlich handeln muss.

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Kommentare»

1. Paul - 3. Januar, 2015

Es ist richtig, liebe Rika, die EU muss handeln. Sie alleine, weil sie der Adressat der Flüchtlinge ist.

Die jetzige Situation ist alleine durch das Handeln der EU, vor allem Italiens, aber auch Spaniens, im Auftrag der EU entstanden.

Es fing mit kleinen Booten kleinteilig an. Auf einem Campingplatz in der Gegend von Gibraltar (Estepona) bin ich vor Jahren selber Augenzeuge einer Anlandung geworden. Es handelte sich um ca. 10 Personen auf einem alten kleinen Fischerboot.

Die Erfolge der damaligen illegalen Einwanderer waren und sind der Anlass für die heutige Masseneinwanderung, die durch Schlepper professionalisiert wurde.

Alle Einwanderungen sind erfolgreich.
Die „Einwanderer“ schicken nach einiger Zeit Geld nach hause. Es ist kaum zu glauben aber wahr. Niemand von denen berichtet über Strapazen und Entbehrungen der Flucht. Berichtet werden nur Erfolge. Sie sind die Vorbilder und fanden und finden Nachahmer. Wir sehen es heute. Es werden immer mehr. Wenn die EU nichts grundsätzliches ändert, dann werden es immer noch mehr. Nicht weil die Not in den Ländern größer geworden ist, sondern weil die Aussicht auf das Paradies immer verlockender wird.

Ist Dir schon aufgefallen, dass die Zahl der schwangeren Frauen und von Kindern ohne Begleitung immer mehr zu nimmt. Warum wohl? Weil dieser Status eine Erfolgsgarantie ist. So sind nun mal die Handhabungen in der EU und erst recht in Deutschland.

Wie kann dem Problem begegnet werden?
1. Abschluss des Asylverfahrens innerhalb von 3 Monaten.
2. Alle die nicht den Asylstatus erfüllen, werden sofort abgeschoben. Ohne Duldung, Aufenthaltsgewährung oder wie auch sonst immer die juristischen Konstrukte, die den weiteren Aufenthalt in Deutschland ermöglichen, heißen mögen.
3. Verstärkte „Entwicklungshilfe“, die den Entwicklungszweck erfüllt und nicht in den Taschen korrupter Politiker landet.

Stichwort: „Hilfe zur Selbsthilfe“. Keine Geschenke. Die sind kontraproduktiv. Kleinkredite für Existenzgründer. Maschinen und Geräte für z.B. Landwirtschaft, Handwerker. So muss Entwicklungshilfe aussehen. Dafür gibt es schon gelungene Beispiele von NGO. Da müsste auch der Staat tätig werden.

Nein, liebe Rika, dass habe ich irgendwo abgeschrieben oder aufgeschnappt. Das „predige“ ich schon seit vielen Jahren. Angeregt durch die Entwicklungshilfe von Kolping International, aber auch Trade fair u.a.
Dazu brauche ich nicht die CSU oder PEGIDA.

4. Alle, die nicht abgeschoben werden können, weil sie z.B. ihre Identität durch Vernichtung der Pässe verschleiern, müssen inhaftiert werden. Illegale Einwanderung kann ein Straftatbestand sein.
Lies hier. Besonders Ziff. 3: http://de.wikipedia.org/wiki/Illegale_Einwanderung

Hast Du schon mal von entsprechenden Strafverfahren gegen Illegale was erfahren? Oder gegen Beihilfe leistende Unterstützer, Rechtsanwälte, Ärzte, Sozialarbeiter?

Ich wundere mich nicht über die jetzige Situation in Deutschland. Verärgert bin ich nur über die Handlungen unserer Politiker und die Handlungslosigkeit der Strafverfolgungsbehörden.

Übrigens, das gegenwärtige Verhalten der Verantwortlichen lindert nicht die Not der Armut in den betroffenen Ländern. Gut gemeint ist, wie so oft, weit entfernt von Gutes bewirken.
Es profitieren gewissenlose Geschäftemacher. Dazu gehören m.E. nicht nur die Schlepper, sondern auch die Rechtsanwälte und die damit befasste Sozialindustrie. „Maserati-Harry“ in Berlin, war nur die „Spitze des Eisbergs“.

Herzlich, Paul

P.S.:
Liebe Rika, nimm mir meine offenen Worte nicht übel. Aber bei diesem Thema „kocht mir schon mal die Galle hoch“.

2. Rika - 3. Januar, 2015

Nein,
lieber Paul,
ich nehme Dir Deine deutlichen Worte nicht übel!

Ich will jetzt nicht genauer dazu Stellung nehmen, nur so viel:
Mein “ Und es ist nicht nur die EU, die endlich handeln muss. “ bezieht sich auf die Staaten von denen aus die Geisterschiffe in See stechen. Niemand kann mir erzählen, dass die Behörden der betroffenen Ländern das ungute Treiben nicht mitkriegen und niemand kann mir weiß machen, dass es bei den „Auswandererschiffen“ mit rechten Dingen zu geht und die Behörden KEINE legalen Möglichkeiten hätten, diese Form des Menschenhandels zu unterbinden. Ich gehe vielmehr davon aus, dass nicht wenige Leute dank der blühenden Korruption ebenfalls ganz prima am Elend verdienen.
Müsste nicht auch da von Seiten der EU-Mitgliedsstaaten der Hebel angesetzt werden?
Aber vermutlich halten die nordafrikanischen Staaten schon lange die Hand auf und lassen sich von der EU dafür bezahlen, dass sie nicht noch mehr Flüchtlinge übers Meer segeln lassen Richtung Europa.

Wem kann man heute noch trauen?
Und unsere Kanzlerin hält süß-saure Reden und beschimpft die Leute von PEGIDA, denen sie außerdem das Mitbürgerinnendasein am liebsten aufkündigen würde, sind die doch eine Schande für Deutschland mit einem kalten Herzen…
„Mir kocht manchmal auch der Blut“, wie Du ja weißt!
Dir aber liebe Grüße und alles Gute!

3. Paul - 4. Januar, 2015

Das ist wohl wahr, liebe Rika.
Wenn ich das richtig mitbekommen habe sind die großen Schiffe in Mersin, einem Hafen in der Türkei, gestartet. Das ist nicht weit von der syrischen Grenze entfernt.
Das Problem: Wer soll die türkische Regierung wozu veranlassen?

Die Länder Nordafrikas lassen die Schiffe fahren und haben ein Problem weniger.
Möchte nicht wissen, welche Beamte und Politiker da geschmiert werden.

Herzlich, Paul


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