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„Liebet eure Feinde… 12. Januar, 2015

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, islam, israel, meine persönliche presseschau, politik, terrorismus.
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…. segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen.“ Matthäus 5, 44

Das fällt mir  nicht leicht und manchmal scheint es mir schier unmöglich zu sein.

Gestern war ich in Aufruhr, als ich während der Berichterstattung über die große Demonstration für Einheit und Frieden in Paris ausgerechnet Mahmud Abbas in der ersten Reihe marschieren sah.

Ausgerechnet Abbas…

– ein Mann, der als Präsident einem Gebilde vorsteht, das nur wenig größer als die gesamte Region von Hannover und Braunschweig ist und  das nach seinem erklärten Willen aber „judenrein“ werden soll, wenn erst einmal der Status eines eigenen Staatswesens erreicht sein wird,

–  ein Mann, der Straßen und Schulen nach den Mördern jüdischer Kinder, Frauen und Männer benennen lässt,

–  der in seiner Doktorarbeit den Holocaust an den Juden leugnet,

–  der mit der mörderischen Hamas eine „Einheitsregierung Palästina“ bildet,

–  der den mörderischen Terror gegen Israel befürwortet,

–  der die Morde an Juden bejubelt und sogenannte Kollaborateure mit Israel hinrichten lässt,

–  der den Verkauf von Land an Juden mit dem Tode bestrafen lässt,

–  der  die Menschenrechte missachtet und  in den Dreck tritt,

–  der die arabischen Christen in seinem „Hoheitsgebiet“ auf üble Weise bedrängt und verdrängt,

–  der keine Möglichkeit auslässt, Israel und insbesondere Jerusalem die jüdische Geschichte und das jüdische Erbe       abzusprechen, der historisch- jüdische Stätten als ur-islamisch bezeichnet und Jesus Christus als den „ersten        Palästinenser“ bezeichnet.

Ich konnte und kann es immer noch nicht fassen, mit welch heuchlerischer Frechheit dieser Mann sich an einer Demonstration beteiligt, die dem Andenken ermordeter unschuldiger Künstler, Journalisten, jüdischer Supermarktkunden und mutiger Polizisten gewidmet war, die ein Zeichen setzen sollte für Toleranz, für die Rechte von Kunst und Kultur, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, die universalen Menschenrechte. Welch eine schreckliche Heuchelei, welch eine entsetzliche  Verhöhnung der Opfer. Lächelnd schüttelte ihm Frau Merkel die Hand – mir war es ein furchtbarer Graus…

Ich hatte Mühe, im Laufe des späten Nachmittags und Abend meine Fassung wieder zu finden.

Und dann plötzlich, weit nach Mitternacht  – beim abendlichen Zähneputzen dieser Gedanke, besser gesagt, die plötzliche Erinnerung an das Wort Jesu: „Liebet eure Feinde“:

„Das kann ich nicht!“, denke ich. „DEN nicht!“

Nun ist Herr Abbas nicht mein „persönlicher Feind“, ich kenne ihn ja nicht einmal von Angesicht zu Angesicht, weiß nur das von ihm, was ich über ihn lesen kann und gelesen habe.  Aber ich empfinde ihn als „Feind“. Als Feind vieles dessen, was mir wichtig ist, allem voran Israel.

„Segnet, die euch fluchen!“ sagt Jesus.

„Wie soll das gehen?“ denke ich, immer noch die Zahnbürste in der Hand.

Ich will es versuchen…. mit dem Segnen ist es schwierig, aber daran denken, dass auch er ein  von Gott geliebter Mensch ist, das kann ich, auch wenn es schwer fällt und so vertraue ich ihn betend Gottes Gnade an.

 

Was aber nun  nicht gleichfalls bedeutet, dass ich ihn zukünftig NICHT kritisieren werde….  das eine schließt das andere nicht aus.

Und hier noch einmal Matthäus 5, 44 im Kontext:

43Ihr habt gehört, daß gesagt ist: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“ 44Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, 45auf daß ihr Kinder seid eures Vater im Himmel; denn er läßt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.…

(von dieser Seite hierher kopiert)

 

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Kommentare»

1. Paul - 13. Januar, 2015

Liebe Rika,
mir ging es genau so. Zuerst habe ich ihn im Demonstrationszug, halb verdeckt direkt neben Merkel gesehen. Mein erster Gedanke: du hast dich verguckt, wurde leider nicht bestätigt.

Ich war auch deswegen wütend, weil ich kurz zuvor erst realisiert hatte, dass 6 Ermordete Juden waren. Zwei in der Redaktion und vier in dem koscheren Laden 4. Wobei diese gezielt umgebracht worden sein sollen, weil sie Juden waren.

Zusätzlich hat mich aufgeregt, dass unser Justizminister einen Tag nach dem Terroranschlag eine Moschee zum Gespräch mit den muslimischen Repräsentanten aufgesucht hat.

Er hat nicht die Französische Botschaft oder eine andere französische Einrichtung aufgesucht, um seine Anteilnahme auszudrücken oder eine jüdische Gemeinde, sondern eine Moschee – die Basis der Terroristen.
Das hat mich entsetzt und wütend gemacht.

Dahinter scheint irgend eine Sprachregelung zu stehen.
Denn auch im Fernsehen waren die Mörder immer noch „mutmaßliche“.

Da soll ich noch ruhig bleiben?

Herzlich, Paul

2. Tobi - 14. Januar, 2015

Matthäus 5, 44 (und Lukas 6,27) werden deutlicher, wenn man das griechische Original und die lateinische Übersetzung liest. In beiden Sprachen unterscheidet man den öffentliche Feind (πολέμιος bzw. hostis), der auch der militärischen und politische ist, und den privaten Feind (εχθρός bzw. inimicus), den Intimfeind also.

An beiden Stellen steht εχθρός bzw. inimicus, es geht also um Intimfeinde, nicht um den politischen oder militärischen Feind.

3. Rika - 14. Januar, 2015

Danke für die Klarstellung!
🙂


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