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Entrümpeln…. 29. Januar, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Vor 33 Jahren im Februar zogen wir in unser Haus, der Liebste, „die Jungsbrüder“ und ich.

Das Haus bot wunderbar viel Platz, auch dann noch, als „die Kleinen“ die Familie größer werden ließen.

Als echtes Kind der Nachkriegszeit (geboren 1949) hatte ich früh gelernt: „Das kann man noch gebrauchen!“ Gemeint waren Stoffe, Wollreste, Holzbretter, Nägel, Schnürbänder, Einmachgläser, Bücher, Spiele, Puppen, Teddybären und kleine Autos, Jacken, Hosen, Mützen, Handschuhe, Koffer, Taschen und Tüddelkram, also eigentlich alles! Und in der Tat waren meine Großmutter, meine  Mutter und alle ihre Schwestern sehr geschickt darin, aus dem, was man noch gebrauchen konnte, sinnvolle neue Nutzungen zu kreieren – das galt natürlich in erster Linie für Stoffe, Wolle und Kleidungsstücke, aber auch die einen oder anderen Dinge wurden einem neuen nützlichen Zweck zugeführt. (Der Meinige berichtet ähnliche Erfahrungen mit seinem Vater, da geht es um Steine, die abgeklopft und dann zum Bau des Gartenhäuschens genutzt wurden, um Nägel, die wieder gerade gebogen wurden und um Werkzeuge und Werkstoffe im weitesten Sinn und aller Art.)

Wie man sich nach dieser langen Einleitung sicherlich schon denken kann, setzte auch ich die Tradition des „das kann man noch gebrauchen“ fort, und so sammelten sich im Laufe der Jahre viele, viele Sachen in den Schränken und Regalen der Zimmer ebenso, wie in den Schränken und Regalen im Keller und in zahllosen Kisten und Kartons auf dem Spitzboden des Hauses.

Das große Haus kann das verkraften. Nur wir, der Liebste und ich, denken immer öfter mit Sorge an den Tag, an dem wir (oder unsere Nachgeborenen) das Haus räumen müssen, weil wir die Treppen nicht mehr schaffen und in eine kleinere Wohnung ziehen müssen  oder der Herrgott einen anderen Aufenthaltsort für uns bereitet hat und dann die Kinder vor der Aufgabe stehen, das „das kann man noch gebrauchen“ zu entsorgen. Weder die eine, noch die andere Option ruft bei mir Begeisterung hervor, wobei ich mich schon mit dem Gedanken an den Himmel beschäftige und ihn auch durchaus attraktiv finde, aber den Kindern das Entrümpel zuzumuten, nein, dieser Gedanke behagt mir ganz und gar nicht.

Es war mir schwer, die letzte kleine Wohnung der Eltern nach ihrem Tod auszuräumen… manche der „das kann man noch gebrauchen“ meiner Mutter liegen heute wohlverwahrt in einem Karton im Schrank… ein bisschen Adventsschmuck, Nähzeug, etwas Wolle, Stoffreste, die sie vermutlich noch verarbeiten wollte, Briefe und Karten ihrer Freunde  und viele, viele Bücher meines Vaters, die sich nicht mehr innerfamiliär verteilen ließen…. aber Bücher in den Abfall, zumal Vatis Bücher?

Mit den Feiertagen – und das geht vermutlich den meisten Menschen ähnlich – wuchs die Flut dessen, was wir schon seit annodunnemal entsorgen wollten, weiter an.

Heute nun schritten der Liebste und ich zur Tat, beluden das Auto mit Kartons und Körben voller Dinge, die definitiv nicht mehr gebraucht werden würden, jedenfalls hatte ich mir  fest vorgenommen, nicht den 47. Karton und das 138. Gummiband zu behalten, auch nicht die Wärmeplatte, die nicht mehr funktioniert oder das Bügeleisen, das allenfalls noch dekorativen Zwecken dienen könnte, wäre es nicht zu modern und von der Farbgebung her zu hässlich, als das es noch zur Zierde der Wohnung gereichte. Der vertrocknete Adventkranz hatte auch ausgedient und da ich noch ca. 3 -6 Strohkränze unterschiedlicher Größe für den Fall der Fälle horte, besteht auch gar kein Grund, einen weiteren meiner Sammlung hinzuzufügen. Auch die nicht mehr passenden Rollos der Dachflächenfenster (die Fenster wurden schon vor Jahren durch größere ersetzt!) boten wenig Verheißungsvolles für weitere Nutzung und wurden mit verladen, ebenso einige ausrangierte Blumentöpfe.  Das alles konnte ich leichten Herzens der Abfallwirtschaft überantworten.

 

20150129_115807[1]

 

Aber bei einem Teil, fiel mir das doch ausgesprochen schwer und ich habe lange mit mir gerungen, den Karton vielleicht doch ein weiteres Mal in irgendeine Ecke zu stellen, um ihn der Nachwelt zu erhalten.

20150129_115801[1]

 

Das ist nämlich nicht irgendein Karton, weit gefehlt, es ist der „Fernseher“ der kreativen  Kleinen, den diese, in Ermangelung eines echten, eigenhändig herstellten und ihrer Puppen-und-Teddy-Ecke zugesellten. Wie man sieht, läuft gerade  die „Sesamstraße“…..

So etwas schmeißt man doch nicht in den Müll!

Eigentlich nicht…. aber dann doch…..   😦

 

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