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Mein Onkel Willi… 12. Februar, 2015

Posted by Rika in christsein und glaube, familie.
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Mein Onkel Willi ist im gesegneten Alter von 88 Jahren gestorben – heimgegangen in Gottes Ewigkeit.

In dieser Woche wurde er beerdigt, und die Trauerfeier war das eindrucksvolle Zeugnis über ein  Leben aus der Kraft, der Liebe, dem Geist und der Vergebung Gottes, so hat er es selbst immer wieder bezeugt, so habe ich, haben wir als Familie und haben viele andere ihn erlebt. Er war ein Menschenfreund, durch und durch dem Leben zugewandt und es trieb ihn, den Menschen die Liebe Gottes und das Heil in Jesus Christus nahe zu bringen – als Pastor seiner Gemeinde, in unzähligen Freizeiten und Bibelwochen, als Prediger selbst noch im Alter.

Er war ein ausdrucksstarker  Prediger des Wortes Gottes, von Gott begnadet, charismatisch,  begeistert von der guten Botschaft, die er verkündigte und denen zugewandt, denen die Botschaft galt: den Menschen. Aber dabei war er kein „Weichspüler“, kein Softie, weder in den Predigten, noch im persönlichen Gespräch bei und trotz aller freundlichen Zuwendung. Das, von dem er im Glauben überzeugt war, hat er auch offen und klar vertreten. Gott war für ihn der HERR, und das wurde immer auch deutlich. Onkel Willis Verkündigung des Heils durch Jesus Christus war immer auch die Mahnung zur Einsicht in die eigene Unzulänglichkeit (derer er sich auch selbst bewusst war) zur Buße, zur Umkehr und zur Bitte um Vergebung.

Daran musste und muss ich  denken.

Es war für mich  eine seltsame Überschneidung in diesen zurückliegenden Tagen –  einerseits  die Berichte über den  „Bremer Pastor“  zu lesen und andererseits die Nachricht von der Familie zu erhalten, dass es dem Onkel schlecht ging und er wohl heimgehen würde. Ich wollte hier im Blog über die Bremer Ereignisse schreiben und war gleichzeitig wie gelähmt. Nach der Trauerfeier und Beerdigung löst sich die „Lähmung“ allmählich.

Ich vermute, dass mein Onkel in einer Predigt zu den angegebenen Bibelstellen es inhaltlich auch  so gesagt hätte: Für uns als Christen ist GOTT, ist JESUS CHRISTUS  der HERR – und daneben gibt es keine anderen Herren, weder in Form esoterischer „Weisheiten“ oder Gegenstände, noch  in Form von Reliquien  oder Heiligenbildern und erst recht  nicht in Form des Koran und seiner Lehre. Vermutlich hätte Onkel Willi eine nicht ganz so drastische Ausdrucksweise gewählt, eingedenk des Wortes Jesu, der davor warnt, den Bruder einen „Narr“ zu nennen (siehe Matthäus 5, 22), aber an Ernst, Eindringlichkeit und Eindeutigkeit hätte seine Predigt ganz sicher in nichts derjenigen nachgestanden, die Olaf Latzel gehalten hat und mit der er in einen Strudel der Kritik geraten ist.

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zum Heil  jedem Glaubenden…“ (Römer 1, 16)

Dieses Wort des Apostel Paulus könnte auch über Onkel Willis Leben stehen.

Heute aber ist es für viele Christen – und so nehme ich es manchmal auch an mir selbst wahr –  oftmals eine richtige Herausforderung, über das Evangelium als „Gottes Kraft zum Heil“ zu reden. Manchmal druckst man (ich auch) ein bisschen herum, will das Gegenüber nicht düpieren oder – was  sich dann meistens im Nachhinein ziemlich blöd anfühlt – man will selber nicht als altmodischer Trottel da stehen und verzichtet so lieber auf ein klares Bekenntnis und benutzt lieber den „Weichspüler“ : Gott hat alle lieb und jeder soll doch glauben was er will und gut ist.  „Nein“, hätte mein Onkel Willi gesagt, „gut ist das nicht! Du verhinderst auf diese Weise, dass Menschen nachdenklich werden und anfangen, nach Jesus zu fragen.“ Aber vermutlich hätte er trotzdem Verständnis dafür gehabt, dass ich in bestimmten Situationen der klaren Stellungnahme ausgewichen bin….  Menschen haben Schwächen, und das wusste er auch und auch von sich selbst.

Wenn ich heute über ihn schreibe, so erinnere ich mich aber neben dem schon kurz Skizzierten vor allen Dingen an eine besondere  seiner Stärken:

Er war von geradezu hinreißender Lebenslust und konnte die Leute mit hineinnehmen in diese Begeisterung und Freude.  Das habe ich schon als Kind und in den späteren Jahren, als ich nicht mehr in meiner Geburtsstadt lebte, bei vielen Begegnungen in der Großfamilie erfahren, das haben wir als „Familie Rika“ vor allen Dingen in den vielen Familien-Ski-Freizeiten unter seiner Leitung erlebt. Die Freizeiten waren einfach toll, um es so knapp wie gut zu sagen! „Willi“, wie er von den Teilnehmern genannt wurde, hatte nicht nur alles perfekt vorbereitet und organisiert – von Wegbeschreibung, Zimmerverteilung,  Skipassbeschaffung und Hüttenempfehlung (Toni!!!), über knackig-kurze Morgenandachten (wir sollten und wollten ja alle früh auf der Glatze sein),  Kinderbetreuung am Nachmittag und  guten Bibelarbeiten abends bis hin zu einem gut sortierten Büchertisch, den er eigens mittransportierte,  geselligen Runden am Abend, dem „Bunten Abend“ zum Abschluss und der Sammlung für notleidende Christen vor allem in Rumänien. Das alles handhabte er mit ungeheurer Energie, Witz und froher Stimmung, bestens unterstützt von seiner Frau, meiner Tante Esther.

Wie sehr  haben wir sie genossen, diese Freizeiten, die Geselligkeit, das gute Miteinander, die Bibelarbeiten, das leckere Essen im Pichlerhof, die „Glatze“ und natürlich das Skifahren. Auch darin ist er mir ein Vorbild, fuhr er doch auch jenseits des Alters, in dem ich jetzt bin, mit bewährter „Sauerländer Breitspur“ – wie er selbst seinen Stil beschrieb – mit Lust und Freude Ski, bis seine Frau eines guten Tages ein Machtwort sprach und er schweren Herzens die Pistenrasennerei aufgab. Es war sicher gut für sein gesundheitliches Wohlergehen…

Wir denken gerne an ihn und danken Gott für sein langes und segensreiches Leben.

Der Dank schließt seine Frau mit ein, die ihm 65 Jahre lang als Ehefrau, Ratgeberein, Beterin und tatkräftige Hilfe zur Seite stand und ihm den Rücken frei hielt …. möge sie und mit ihr meine Cousinen und Cousins und die ganze Familie  getröstet sein durch Gottes liebenden Segen.

 

 

 

 

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Kommentare»

1. Paul - 12. Februar, 2015

Dem Onkel R.i.p.


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