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Verzweifelung und Zuspruch… 16. Februar, 2015

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, politik, terrorismus.
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Es fehlen mir die Worte das Grauen zu beschreiben, das mich überkommt.

Meine koptischen Brüder sind auf bestialisch-entsetzliches Weise getötet worden. Das Morden wurde gefilmt und ausdrücklich als Videobotschaft mit dem Titel

Eine in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes

an die Christen ausgestrahlt. Den Bericht darüber und eine politische Einordnung des Geschehens kann man in der  FAZ nachlesen. In anderen Medien wird äußerst drastisch die Ermordung der jungen Männer beschrieben und weniger die politische Dimension in den Blick genommen.

Die Männer mussten aber nicht sterben, weil sie etwa imperialistische Bösewichte oder unsoziale Ausbeuter waren. Sie wurden nur aus einem einzigen Grund getötet: Sie waren CHRISTEN. Die Botschaft der Mörder ist unmissverständlich klar:

‚Wir wollen weltweit den Islam als Herrschaftsform etablieren und werden dabei nicht nur über Leichen gehen  (wie viele Revolutionäre vor ihnen das auch schon gemacht haben), nein, wir werden ausdrücklich Christen töten – so wie „wir“ in Frankreich ausdrücklich Juden getötet haben beim Doppelanschlag in Paris im Januar dieses Jahres. Ihr Ungläubigen werdet uns nicht entgehen.‘

Sie – die Anhänger und Mörder des „Islamischer Staat“ – wollen uns ganz bewusst beunruhigen, uns in Angst und Schrecken versetzen.

Angst vor  bestialischen Terror ist keine paranoide Reaktion, sie ist berechtigt und verständlich. Ich nehme sie selber deutlich an mir  wahr…  aber auch ein anderes Gespür, eines, das auch in mir Raum gewinnt.

Denn gegen diese Angst setzt Jesus ein starkes Wort angesichts des eigenen Todes, der ihm, wie er wusste, unmittelbar bevorstand:

Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.“ Johannes 16,33 (Elberfelder Übersetzung)

Das ist kein Pfeifen im Walde und auch keine billige Vertröstung, es entspricht der Realität seines ganzen Lebens.  An keiner Stelle stellt Jesus seinen Nachfolgern in Aussicht, dass unser irdisches Dasein ein Leben in paradiesischen Zuständen sei. Er stellt von Anfang an klar, dass die Nachfolge im Zeichen des Kreuzes steht und das „eigene Kreuz auf sich zu nehmen“ durchaus auch bedeuten kann, Leid und Schmerz zu erfahren und zu ertragen. Wir, die wir in der friedlichen Zeit hier in Deutschland nach den schrecklichen Kriegen leben, haben bisher wenig Grund gehabt, mit der tatsächlichen Bedrohung unseres Lebens rechnen zu müssen, nur weil wir Christen sind. Ganz anders ergeht es doch den Menschen außerhalb unseres Kulturkreises. Die furchtbaren Nachrichten, die uns ja nicht erst seit kurzer Zeit aus Afrika und Asien erreichen, machen doch deutlich, dass Christsein keine Garantie, kein Versprechen auf Lustwandeln in „seligen Höhen“ heißt und auch der gewaltsame Tod durch andere ein nicht auszuschließendes Risiko für Christen bedeuten kann.

Das Entsetzen über die abscheulichen Verbrechen bleibt – ganz ohne Frage. Aber dieses andere Gefühl tritt hinzu: „Ich habe die Welt überwunden!“ Der Tod ist nicht das Letzte, so schrecklich er auch immer sein mag. Jesus selbst sagt:

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt.“ Johannes 11,25   (Neue Genfer Übersetzung)

Ich hoffe und bete, dass dies mir und vor allen denen, die in Bedrängnis sind,  in der Stunde des Todes eine feste Gewissheit ist.

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Kommentare»

1. caruso - 17. Februar, 2015

Ich bin in Gedanken und mit all meinen Gefühlen bei Dir, liebe Rika. Ich weiß ja, wie das ist, wenn man ermordet wird nur weil man eine andere Religion hat als die Mehrheit. Ich hoffe, daß man diesen mörderischen Haß-Banden in absehbarer Zeit Herr wird. Nur, wie viel Unglück werden sie bis dahin in die Welt setzen?
lg
caruso


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