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Kirche und Staat nach Bremer Art…. 19. Februar, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, politik.
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Ein wichtiger Rechtsgrundsatz in Deutschland ist, dass der Staat die Religionsgemeinschaften organisatorisch einbinden, ihnen aber nicht ihre Inhalte vorschreiben kann, weil der Staat die grundgesetzlich geschützte Religionsfreiheit (Art. 4, Absatz 1 und 2 Grundgesetz) beachten muss.

Quelle Wikipedi In Bremen wird dieser Rechtsgrundsatz so umgesetzt:

Bremer Parlament verurteilt Predigt von Latzel

Die Bremische Bürgerschaft hat die umstrittene Predigt des Pfarrers Olaf Latzel verurteilt. In der am Mittwoch verabschiedeten Entscheidung werden Konsequenzen für den Kirchenmann gefordert.

Mit den Stimmen der Fraktionen von SPD, Grünen und der Linkspartei verabschiedete die Bürgerschaft einen Antrag der Linkspartei, in dem es heißt: „Die Äußerungen in der Predigt vom 18. Januar 2015 sind absolut indiskutabel und dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben.“ Das Parlament begrüße daher die Distanzierung der Bremischen Evangelischen Kirche gegen die „aufwiegelnde und herabwürdigende“ Predigt Latzels. Die Predigt schüre Hass gegen Anders- und Nichtgläubige.

Siehe   pro-medienmagazin  Vermutlich gibt es viele Menschen, die weder den Inhalt der Predigt, noch den Stil des Bremer Pastors gut heißen und dafür auch gute Gründe anführen können. Und ebenso anzunehmen ist, folgt man  der Debatte um den Pastor Olaf Latzel, dass es einige Menschen gibt, die sowohl den Inhalt der Predigt, als auch den Predigtstil des Pastors als durchaus vertretbar, wenn nicht gar als notwendig erachten in unserer Zeit. Und dann gibt es eine Menge Leute, die dem Inhalt zustimmen, den Stil aber durchaus als Zumutung empfinden. Das alles will ich hier nicht diskutieren. Ich finde es bemerkenswert, dass ausgerechnet die SPD, Linke und Grüne, die laut die Trennung von Kirche und Staat beschwören,   den Grundsatz der „grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit“  außer Acht lassen und Konsequenzen gegen einen Pastor fordern, der – gemäß seinem Amt und einer von der Religionsfreiheit gedeckten  Glaubensüberzeugung – eine  Predigt in „seiner“ Kirche  und für „seine“ Gemeinde  gehalten hat … OHNE Aufruf zum gewaltsam heiligen Krieg gegen Ungläubige oder zur Zerstörung katholischer Heiligenbilder und Buddhafiguren oder zur Selbsttötung inmitten einer Parteiversammlung bekennender Atheisten…..

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Kommentare»

1. IWe - 20. Februar, 2015

Ich empfehle die Glosse von Harald Martenstein im Tagesspiegel:
Auch strenggläubige Christen gehören zu Deutschland
http://www.tagesspiegel.de/politik/harald-martenstein-ueber-toleranz-auch-strengglaeubige-christen-gehoeren-zu-deutschland/11374720.html

2. Muriel - 20. Februar, 2015

Na gut. Zumindest aus den Zitaten hier ergibt sich aber auch nicht unbedingt, dass sie Konsequenzen fordern, die die hier beschworenen Grundsätze verletzen würden.
Wieweit es überhaupt Sinn ergibt, dass Parlamente so völlig egale Meinungsäußerungen beschließen wie diese, wäre natürlich eine berechtigte Frage, aber eine andere.

3. Paul - 21. Februar, 2015

Liebe Rika,
der Pfarrer kann einzig durch die zuständige kirchliche Autorität beaufsichtigt und ggf. reglementiert werden.

Sofern er gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen hat, müssen die dafür zuständigen Behörden tätig werden.

Jeder ist natürlich berechtigt sich eine Meinung über die Predigt zu bilden und diese auch öffentlich kund zu tun.

Politische Instanzen sind m.E. dazu weder autorisiert noch berechtigt.
Der einzelne Bürger kann auch eine Bestrafung des Pfarrers fordern.
Die Bürgerschaft darf das nicht. Sie maßt sich etwa an, was ihr nicht zusteht.

Herzlich, Paul

4. Rika - 26. Februar, 2015

Einen sehr guten Kommentar habe ich hier entdeckt:
http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001809#comments

Daraus dieser (letzte) Absatz des Textes:

„Religion sollte mehr sein dürfen als ein Instrument zur Umsetzung der aktuellen Lieblingsprojekte einer staatstragenden bürgerlicher Mitteschicht, die an nichts mehr richtig glauben will. Man muss nicht Olaf Latzels Meinungen oder Weltbild teilen, um sein Recht zu verteidigen, Kritik an zeitgeistkonformen Entwicklungen in der religiösen Praxis zu üben. Latzels Recht, seine Überzeugungen zu artikulieren, gilt unabhängig davon, wie erwünscht oder populär die von ihm angeprangerten Trends in seiner Organisation, oder in der Gesellschaft im Allgemeinen, sind. Prinzipiell muss es in einem solchen Kontext auch zulässig sein, sich abwertend über fremde religiöse oder kulturelle Praktiken zu äußern, oder sich derber Sprache zu bedienen. Des Weiteren ist es (übrigens auch für Nicht-Geistliche) absolut legitim, darüber zu spekulieren, welcher Gott im Grundgesetz gemeint ist, oder zu fragen, ob der Islam zu Deutschland gehört. Die Reaktionen auf Pastor Latzels Äußerungen waren extrem überzogen: Hier zeigt sich, wie maßlos die neue Priesterkaste des säkularen Kults um politische und kulturelle Korrektheit auf Menschen mit abweichenden Überzeugungen reagiert, die sich nicht nach ihren Spielregeln richten wollen. Pastor Latzel ist kein Hassprediger und Volksverhetzer; er hat lediglich von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht.“

„Kolja Zydatiss ist Neuropsychologe. Er lebt in Berlin.“


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