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Pädagogisch wertvoll….. 3. März, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Da sind sie versammelt, die jungen Elternpaare samt Kindern, Großmutter und Tante im Hause Rika.

Der Kuchen ist gegessen, Kaffee, Saft und Tee getrunken, die Erwachsenen sitzen noch plaudernd am Tisch, während die lieben Kleinen sich über die Spielzeugkiste hermachen, Bauklötze, Kuscheltiere, Ball und Autos daraus hervorkramen und sich – zunächst – vergnügt damit beschäftigen.  Die Enkel sind natürlich  längst vertraut mit Umgebung, Wohnraum, Kiste und deren Inhalt, nicht so die kleine Tochter des befreundeten Ehepaares. Sie ist gerade zwei Jahre alt und das jüngste Spielkind in der Runde – denn das Baby mit seinen vier Monaten gehört noch nicht in diese Kategorie.

Das kleine Mädchen nimmt Kontakt auf zu Spielzeug und den beiden Knaben, vorsichtig, freundlich, sich immer der Gegenwart der Eltern vergewissernd. Ein  Ball hat es ihm angetan, es greift ihn und hält ihn gut fest. Aber  ausgerechnet heute erregt dieser Ball auch das Interesse des jüngeren Knaben und im (von mir vermuteten) Bewusstsein des Enkel-Hausrechts entwindet er den Ball dem verdutzten kleinen Mädchen. Das erhebt mit Recht Einspruch, ein mächtig lautes Protestgeschrei erklingt, ein herzzerreißendes, alles übertönendes Weinen … Tränen fließen …. Mama und Papa sollen helfen und trösten.  Der kleine Junge ist zwar ein wenig irritiert, aber durchaus zufrieden mit seinem Erfolg. Seine Eltern hingegen sind nicht einverstanden, schließlich sei das andere Kind hier zu Gast und überhaupt, man nehme nicht einfach so Sachen anderen Kindern aus der Hand,  intervenieren sie beim Sohnemann  und   dass es gar nicht nett sei,  was er dem Mädchen angetan hat …. „Sieh mal, wie traurig es ist. Gib doch den Ball zurück!“

„NEIN!“ protestieren die Eltern des weinenden Kindes zu unserer Verblüffung.

Ihre Tochter, so erklären sie, gehe nämlich ziemlich rabiat mit dem  Kind ihrer  Tagesmutter um, nehme ihm jedes Spielzeug weg, schubse es auch mal vom Stühlchen, setze immer seinen Willen durch und das andere Kind lasse das alles ziemlich widerstandslos mit sich geschehen.  (Offenbar auch mit Billigung der Tagesmutter, denke ich im Stillen.) Darum sei es gut, dass ihr heute das passiere, was sie ständig dem anderen Kind zumute. Der Junge solle seinen Ball ruhig behalten, die Tochter müsse lernen, mit so einer Situation klar zu kommen.

Inzwischen hatte der Junge den Ball dem Mädchen ganz sanft vor die Füße gelegt….

Das Weinen verstummt….   das Mädchen nimmt den Ball wieder auf….

Das Gespräch der Erwachsenen dreht sich einige Minuten über die Tücken pädagogisch wert- und sinnvollen Handelns bei divergierenden Zielen – wobei ich an dieser Stelle bemerken will, dass bis auf den Vater des kleinen Mädchens alle anwesenden Erwachsenen per Hochschulstudium ausgebildete  Pädagogen sind….

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