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Und der Liebste lachte… 15. April, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie.
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Wenn man in einem Kaminofen das Feuer ein paar Tage lang tagsüber ununterbrochen brennen lässt, verrußt die Scheibe und das schöne Leuchten des Feuers ist von außen betrachtet nur noch als ein müdes Glimmen zu erfassen. Zum Glück hält der Markt sehr effiziente Mittelchen zur Abhilfe bereit, Sprays und „Sprühs“, die im Nu dem Ruß auf der Scheibe den Garaus machen. Bei den Dingern gibt nur einen kleinen Haken: Sie können nur bei kalten Scheiben zum Einsatz gebracht werden. In unserem Fall heißt das:  Am frühen Morgen bevor das Feuer neu entzündet und damit die über Nacht abgekühlte Scheibe wieder heiß wird. Der Meinige ist ein ganz wunderbarer Feuermacher, aber als Scheibenputzer mag er sich nicht so gerne betätigen.

Also sprach ich beim Zubettgehen: „Morgen früh stehe ich als Erste auf und putze die Scheibe!“

Dazu muss man wissen, dass ich seit meinem Eintritt in den Ruhestand einen ungeheuren Luxus genieße: Der Liebste steht immer vor mir auf und macht immer das Frühstück! Als echte Morgenmuffeline werde ich nämlich vor dem ersten Kaffee nicht wirklich munter. Das war schon immer so,  und in den Jahren meiner Noch-Berufstätigkeit, als alle Kinder schon erwachsen waren und das Haus verlassen hatten, bestand mein Frühstück lediglich aus einer Tasse Kaffee aus dem S-Maschinchen, während der Liebste noch friedlich in seinem Bette ruhte, hatte er doch das Privileg, keine seiner Seminare oder Vorlesungen VOR neun Uhr morgens beginnen lassen zu müssen, während ich an die landesüblichen Schulbeginnzeiten gebunden war, unerbittlich!

Nun liebe ich diese wunderbare Frühstücksregelung und natürlich den Liebsten gleich mit!

Eigentlich ist es ein Wunder, dass ich mich am folgenden Morgen noch an mein hochherziges Versprechen erinnerte und ein noch größeres Wunder, dass ich mich auch daran hielt!

Ich stand also auf, schlurfte in den Wohnraum, holte das Putzzeug für die Scheibe und machte mich ans Werk. Erst mal gründlich den Kohlen- bzw. Ascherost rütteln, einen Moment warten, bis die Verwirbelung im Ofen sich legt, Ofentür öffnen, Scheibe einsprühen, mit feuchten Tuch nachwischen, ein oder zweimal, je nach dem Grad der Verschmutzung, mit Küchenpapier nachpolieren. Fertig!

Putzzeug wegräumen und wieder ins noch warme Bett kriechen, augenblicklich wieder wegdämmern…

Nur von Weitem kriege ich mit, dass der Liebste aufsteht und mit den üblichen Verrichtungen beginnt….

Plötzlich ein lauter, aber sehr, sehr unfeiner Ruf, der dem Liebsten sonst so gut wie nie und nimmer entfährt:

„Ach du Scheiße!“

Ob der Ungewöhnlichkeit dieses Ausrufs aus dem Mund des Meinigen bin ich sofort hellwalch und rufe zurück:

„Was ist passiert?“

(In unserem kleinen Blockhaus auf der Wiese trennt nur eine dünne Blockbohlenwand das Schlafgemach vom Wohnraum, es hätte also gar nicht des lauten Rufens bedurft!)

„Die Scheibe des Ofens ist gerissen!“  dröhnt es laut von nebenan!

Mit einem Satz bin ich aus dem Bett, eile zum Ofen, beuge mich leicht hinunter zur Ofentür….

Lustig brennt bereits das Feuer, es leuchtet und blinkt mir durch die strahlend saubere  Scheibe entgegen….

Von einem Riss keine Spur!

Ich wende mich dem Liebsten zu…

„April, April!“   tönt es mir fröhlich entgegen, und der Liebste lacht über das ganze Gesicht!

…………………………………………………………………………………………………………………………………….

Das ich später mittels des schlauen Telefons und seiner vielfältigen Möglichkeiten mit der dramtischen Wiedergabe der Geschichte auch alle Kinder gleichfalls in den April schickte und sie ebenso prompt wie ich darauf reinfielen, erhöhte die Freude des Liebsten über den überaus gelungenen Scherz!

Und eigentlich hatte ich diese nette Begebenheit nach der Rückkehr von der Wiese sofort posten wollen, aber angesichts der vielen schrecklichen Nachrichten in der Zeit erschien mir das absolut nicht angemessen.

Doch vorenthalten mochte ich Euch, die Ihr hier immer mal vorbeischaut, diese nette Episode auch nicht, darum also jetzt erst die kleine Geschichte zum 1. April!

„Passend“ ist der heutige Tag aber auch nicht….. leider….

Nehmt das Geschichtchen als die kleine Prise Humor, die wir auch in schwierigen Zeiten dringend brauchen.

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Kommentare»

1. Kein Scherz diesmal….. | himmel und erde - 9. Februar, 2016

[…] zum Frühstück. Manchmal beschleunigt der Liebste diese schöne morgendliche Routine mit einem kleinen Scherz, der mich eilig aufstehen lässt. Wir haben beide unseren Spaß […]


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