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„So geht Integration….“ 2. Oktober, 2015

Posted by Rika in aktuell, einwanderung, emanzipation, frauen, gesellschaft, integration, muslimische frauen, politik, sharia, vollverschelierung.
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schrieb eine Nutzerin bei facebook

und postete den Beitrag über  die wunderbare Hilfsbereitschaft vieler Frauen, die einer  Flüchtlingsfrau einen Friseurbesuch ermöglichen wollten. Das Problem war weniger die Finanzierung einer solchen Hilfeleistung, als vielmehr die Tatsache, dass die Betroffene unter dem Recht von Sharia und Ehemann steht. Der Ehemann untersagt seiner Frau, die Vollverschleierung im öffentlichen Raum abzulegen oder sich gar – was beim Barte des Propheten ganz und gar nicht erlaubt ist – von einem männlichen Friseur bedienen zu lassen, ja, nicht einmal die Anwesenheit eines Mannes in dem entsprechenden Salon sei statthaft, man benötige vielmehr einen separaten Raum, zu dem – außer dem Ehemann natürlich – nur weibliche Arbeitskräfte Zutritt haben (die ja eigentlich nach  islamischer Logik ebenfalls verschleiert sein müssten, damit der Eheman sein lüsterndes Auge   nicht über Gebühr im Zaum halten müsste…)

Es meldeten sich ungemein viele Frauen, die Adressen von halal-Friseurläden posteten, um das nett gemeinte Angebot eines Friseurbesuches für eine Flüchtlingsfrau zu ermöglichen.

Aber „geht so Integration“?

So geht Hilfsbereitschaft, aber nicht Integration.

Denn das, was die Frauen so liebevoll-freundlich anbieten, ist doch nichts anderes als die Zementierung der Separation sehr traditioneller muslimischer Frauen vom öffentlichen Leben. Die Frau gilt  als Eigentum des Mannes und kein anderer Mann soll sie zu Gesicht bekommen.

Haben wir Frauen in Deutschland  jahrelang Debatten zum Thema „Emanzipation“ geführt, um vor einer religiös-archaischen Männersippe den Bückling zu machen?

Viele Frauen in Deutschland regen sich meiner Meinung nach zu Recht darüber auf, dass die katholische Kirche Frauen den Zugang zu sämtlichen kirchlichen und geistlichen Ämtern bis heute verweigert.  – Ich möchte allerdings ausdrücklich hervorheben, dass die evangelische Kirche das bis vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls getan hat und in manchen Freikirchen auch heute noch nach dem Wort des Apostel Paulus verfahren wird, das da lautet: „Das Weib schweige in der Gemeinde.“

Aber es herrscht doch ein geradezu lautes Schweigen der (gleichen ?)  Frauen, wenn es darum geht, den Herrschaftsanspruch muslimischer Männer über ihre Frauen an den öffentlichen Pranger zu stellen. Die gleichen muslimischen Männer, die ihre Frauen unter Kopftuch, Niqab oder Burka zwingen, begrapschen unverschleierte (deutsche) Frauen mit den Augen und ihre Bezeichnungen für modern und  westlich gekleidete Frauen sind alles andere als schmeichelhaft. (Das Problem, dass muslimische Väter nicht mit Lehrerinnen reden wollen, weil sie eine FRAU sind, gibt es ja nicht erst seit heute, ist aber bisher in der Öffentlichkeit weitgehend unter den Teppich gekehrt worden,)

Warum weisen wir diese Männer nicht in die Schranken?

Warum machen wir nicht SIE für die Zügelung ihrer scheinbar überbordenenden sexuellen Lust verantortlich, statt ihnen zuzugestehen, ihre Frauen unter Kartoffelsack ähnlich Gebilde zu stecken oder sie gleich ganz aus dem öffentlichen Leben fern zu halten, nur damit ja kein anderer Mann auf schmutzig-unzüchtige Gedanken kommen kann?

Haben wir nicht dafür gekämpft, dass Frauen nicht nur nominell vor dem Gesetz gleichberechtigt sind, sondern auch als gleichwerte und gleich wertvolle Menschen in der Gesellschaft geachtet werden, deren Wort etwas gilt, deren Argumente man ernst nimmt? Sollten unsere Politikerinnen  am Ende nur die Alibifrauen sein, die öffentlich die Verwirklichung des Gleichheitsanspruchs dokumentieren, gleichsam ala  „lass die Mädels man reden, machen tun wir!“? Die Kanzlerin quasi als erste Machtquotenfrau Deutschlands (Heide Simonis möge mir verzeihen… 🙂 )!

Das kann es doch nicht sein!

Als ich vor gut 40 Jahren meinen damaligen Schulrat fragte, ob das Dienstrecht es zuließe, dass ich neben meiner Arbeit an der Schule ein Psychologiestudium aufnehme, antwortete dieser wirklich sehr, sehr freundliche und nette Herr, dass es dem Dienstrecht völlig gleichgültig sei, ob ich in meiner Freizeit Tennis spielte oder studierte, aber „Frau Rika, besinnen Sie sich doch auf ihre wahren Werte als Frau und Mutter!“  Zu einem der Themen meiner mündlichen Prüfung im zweiten Examen wählte ich „Emanzipation“, was mir die freundliche Belehrung seitens des Schulrates (bei Einreichung meiner Themen) einbrachte, Emanzipation bedeute „aus der Hand geben“ was dem Ursprung nach meinte, eine Tochter aus der väterlichen Gewalt zu entlassen …   und vermutlich hat er in Gedanken hinzugefügt, aber nur, um sie der Gewalt des Ehemanns unterzuordnen.

Mehr als vierzig Jahre ist das her. Ein langer Zeitraum für mich, aber ein Klacks in der gesellschaftlichen Entwicklung seit der Zeit der alten Römer. Dass die Entwicklung der Emanzipation der Frau bisher an den  Männern im muslimischen Kulturraum vorbeigegangen ist, bedeutet aber doch nicht, dass ich diese Männer als Frau aktiv darin unterstütze, in ihrem archaischen Denken zu verbleiben. (Das gilt auch für die immer noch in christlich frommen Kreisen anzutreffenden Haltungen und Vorstellungen.)

Integration in unsere Gesellschaft kann nicht bedeuteten, dass wir die Entwicklung anhalten oder sogar zurückdrehen. Muslimische Männer haben sich unserer Rechtsvorstellung anzupassen, nicht wir unsere Rechtsvorstellung den muslimischen Männern.

……..

Und ich hoffe sehr, dass es mehr als Wahlkampfgetöse ist, was Julia Klöckner zu diesem Thema zu sagen hat und dass sie damit eine Debatte angestoßen hat, die nicht so bald verstummt. Manches braucht einen langen Atem.

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Kommentare»

1. Paul - 2. Oktober, 2015

Liebe Rika,
grundsätzlich bin ich Deiner Meinung.

Ein paar Anmerkungen Ergänzungen möchte ich machen:

Über die Verweigerung der Priesterweihe für Frauen in der kath. Kirche können sich aber nur katholische Frauen aufregen. Dich geht das wohl nichts an. Oder reden Katholiken in Eure inneren kirchlichen Angelegenheiten auch hinein? Dürfen sie das? (Entschuldige die Formulierung liest sich sehr scharf. Ist aber nicht so gemeint. Mir ist nur nichts Besseres eingefallen. Mein Anliegen verstehst Du wohl?)

Aber auch Katholiken, Männer und Frauen, regen sich darüber auf. Können Sie. Der Papst entscheidet. Wer das nicht will, muss wechseln. Altkatholiken weihen Priesterinnen. Wer das will soll dort hin gehen, aber uns in Ruhe lassen.
———-
Meine Schwiegertochter ist Lehrerin in der Grundschule und erlebt das von Dir geschilderte immer wieder. Mit diesen Männern „fährt sie Schlitten“. Die „holen sich bei ihr 7 Brüchen“ und dann geht es. Die Nerven möchte ich auch haben. Wenn sie davon erzählt, lächelt sie sogar. Ich bewundere sie deshalb. Sie hat aber auch die vollständige rückhaltlose Unterstützung ihres Direktors. Sonst ginge das wohl nicht.
Da sind aber auch Männer dabei, die schon seit vielen Jahren in Deutschland leben. Unfassbar, dass die das noch nicht gelernt haben.
———
Eigenes Erleben.
Wir waren voriges Wochenende in Köln. Am Naschmarkt wollten wir mit dem Fahrstuhl von der U-Bahn nach oben fahren. Meine Frau ist für solche Wege auf den Rollstuhl angewiesen.
Von Weitem sehe ich, dass eine arabische Frau (mit Kopftuch) und Kind vor dem Fahrstuhl steht. Es ist ein Großraumfahrstuhl. Als sie bemerkt, dass wir auch mit dem Fahrstuhl fahren wollen, bückt sie sich und sagt etwas zu ihrem Kind. Dann benutzen sie die Treppe. Die ist gleich daneben. Ich konnte das sehen.
Der Grund? Ich habe mal gehört, islamische Frauen dürfen nicht mit einem fremden Mann in einem umschlossenen Raum sein, wenn sie selbst nicht in Begleitung des Ehemannes oder eines anderen berechtigten Mannes sind.

Integration?
Ja, wir werden uns integrieren und auf solche Befindlichkeiten Rücksicht nehmen. Manche fordern das jetzt schon.

Herzlich,
und sehr besorgt über die Entwicklung in Deutschland,
Paul

2. Rika - 3. Oktober, 2015

Lieber Paul,
Du hast ja in Bezug auf die katholische Kirche irgendwie Recht – ein „Aber“ gibt es dennoch:

Die innerkirchlichen Diskussionen um geistliche Ämter für Frauen sollten in erster Linie von Katholiken selbst geführt werden.

In einer offenen Gesellschaft gehört aber auch die offene Debatte zum gesellschaftlichen Konsens. „Wir“ ermutigen doch auch die Muslime den Islam zu „reformieren“ und auf so etwas wie „eine Aufklärung“ hinzuarbeiten. Deinem Einwand s.o. entsprechend, dürften „wir Nichtmuslime“ das jedoch nicht, weil es eine innermuslimische Angelegenheit sei.

Evangelikale Christen sehen sich immer häufiger kritischen Fragen ausgesetzt – nicht aus den eigenen Reihen, sondern von außen. Das ist manchmal sehr unangenehm…. entspricht aber unserer demokratischen Ordnung, dass Nichts per se unantastbar ist, mit Ausnahme der vom Grundgesetzt garantierten Würde des Menschen.
Die zu achten – auch und gerade in den heftig geführten Debatten – ist die gemeinsame Aufgabe aller Menschen, die in Deutschland leben.
Ich gebe mir Mühe – aber manchmal vergreife ich mich im Ton. Das tut mir leid.

3. Paul - 3. Oktober, 2015

Liebe Rika,
Na ja, zu den von Dir erwähnten „Wir“ gehöre ich nicht.
Ich ermutige niemanden sich zu reformieren. Nicht die Evangelikalen und auch nicht die Muslims.

Das hat nichts damit zu tun, dass ich Ihnen sage, was ich über Sie denke, wie ich sie beurteile, was sie nach meiner Meinung falsch machen.
Damit müssen sie dann leben. Was sie daraus machen überlasse ich ihnen.

Also konkretes Beispiel:
Der Imam verbreitet Hasstiraden gegen wen auch immer. Das werde ich beanstanden und kritisieren und wenn es justitiabel ist, sogar anzeigen. Aber ich werde ihm nie vorschreiben, was er zu predigen hat.

Das betrifft auch die Stellung der Frau im Islam. Das kritisiere ich und zwar scharf. Das beurteile ich auch. Aber wer bin ich, dass ich ihnen vorschreiben könnte, wie sie sich Frauen gegenüber zu verhalten haben?

Ich hoffe, ich konnte Dir klar machen was ich meine?

Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass ein Nichtkatholik dem Papst vorschreiben will die Frauenordination einzuführen. Jeder kann den Zustand kritisieren, ihn schlecht finden – aber Vorschriften machen? Noch dazu dem Papst?
Das geht dann doch zu weit.

Ich gebe mir Mühe – aber manchmal vergreife ich mich im Ton. Das tut mir leid.

Liebe Rika,
immer wieder schreibst Du das.
Ich habe das noch nicht bemerkt und empfinde Dich als sehr friedlich und einfühlsam. Friedlicher als mich.
Oder habe ich in dieser Beziehung eine „Hornhaut“, weil ich schon manchmal austeile.

Herzlich, Paul


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