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Hannover, der Terror, ein abgesagtes Fußballländerspiel …. 18. November, 2015

Posted by Rika in aktuell, attentat, hass, politik, presse, terrorismus.
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und viele Fragen.

Es ist kurz nach halb acht. Der Liebste steht im Flur und macht sich startklar für die Fahrt zum Stadion in Hannover.

Länderspiel…  ein Klassiker…  Deutschland gegen Holland, pardon, gegen die Niederlande.

Das Telefon klingelt. Unser Sohn ist am Apparat: „Papa, hast du es schon mitgbekommen? Das Länderspiel ist abgesagt wegen einer Terrorwarnung!“

Nein, Papa hatte es nicht mitbekommen, ich übrigens auch nicht, obwohl ich (das muss ich hier etwas schamhaft  bekennen) vor der Glotze saß und mich an den Rosenheimcops amüsierte. Kein Balken unter dem Bild, der die wichtige Eilmeldung verkündet hätte. Das Smartphone wusste bereits mehr. „Wegen akuter Gefährdungslage ist das Länderspiel in Hannover zwischen  Deutschland und den Niederlanden abgesagt.“

Aha.

„Oh“, dachte ich, „dann  war die Besorgnis also doch nicht nur ein irreales Hirngespinst, sondern durchaus berechtigt.“  Und ich war froh, dass der Liebste nicht meinem Vorschlag entsprechend schon früher losgefahren war und noch heil und sicher mit mir nun auf weitere Informationen wartete.

Die Rosenheimcops wurden für eine Minidurchsage unterbrochen. Claus Kleber teilte mit bedeutungsschwerer Stimme mit was mir bereits wussten. Spiel abgesagt…. in Kürze mehr Informationen. …      Dann durften die Cops in Rosenheim weiter ermitteln.

Ich begann mit meinen eigenen „Ermittlungen“ via PC und Internet, wurde aber nicht wirklich schlauer. Von einem Gegenstand war die Rede, der  bereits eine Stunde zuvor eine erste Reaktion der Sicherheitskräfte verursacht hatte…. herrenloser Koffer, harmlos. …  Seltsam dann die Bemerkung in einem weiteren ZDF-Spezial über eine Gefährdung, die aus den „eigenen Reihen“ käme,  im Internet wusste der „Mirror“ inzwischen von einer Ambulance zu informieren, die voller Sprengstoff sei.

„Große Güte“, dachte ich… „das wäre ja entsetzlich geworden.“

Kathrin Müller-Hohenstein berichtete  über ihre verschlungenen Wege zum ZDF-Studio…. was ich etwas seltsam fand, liegt das Studio doch direkt am Maschsee und ist in wenigen Minuten vom Stadion aus zu erreichen… aber vielleicht hatten die Sicherheitskräfte ja die direkte Straße gesperrt. Das ZDF spielte einen Kurzbericht über mutige Hannoveraner ein, die mit Kerzen in der Hand vor dem Neuen Rathaus stehend dem Terror die Stirn bieten wollten ….   die Sicherheitskräfte …    und die Fans, die enttäuscht die Arena und das Stadiongelände verließen.  Beeindruckende Bilder, aber keinerlei erhellende Information.

Die lieferte auch die später am Abend angesetzte Pressekonferenz mit dem Bundesinnenminister und dem Landesinnenminister nicht.

Es sei im Laufe des Abends zu einer Zuspitzung in der Gefährdungslage gekommen, ließ der Bundesminister verlauten  und  man habe reagieren müssen. Der Landesminister hob hervor, es habe keine Verhaftungen gegeben und Sprengstoff sei nicht gefunden worden.  Die Herren schienen bedrückt und irgendwie ziemlich kleinlaut, jedenfalls interpretierte ich ihren Gesichtsausdruck so.

Man habe mit dem Spiel ein Zeichen setzen wollen, dass man sich vom Terror nicht kleinkriegen lasse, nun aber, angesichts der Gefährdungslage das Zeichen gesetzt, dass man stark sei, dem Terror zu begegnen. Wirklich überzeugend klang das für mich nicht.

Der Innenminister der Bundesrepublik bat die Zuschauer um Vertrauen, man wolle nicht mehr Informationen preisgeben, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen und darüberhinaus den Terroristen keinen Hinweis darauf zu geben, wie man ihnen auf die böse Schliche gekommen sei.

Ausgerechnet der Innenminister, der wie kein anderer in den letzten Wochen um Verwirrung bei den chaotischen Bedingungen der Flüchtlingssituation gesorgt hatte, wirbt um Vertrauen. Da bleibt einem selbst der Spott im Halse stecken.

Wie ein kleines Kind fühle ich mich von dem Herrn Minister  behandelt und ich muss daran denken, wie ich damals meinen noch sehr kleinen Kindern die Angst vor dem Gewitter nahm: Wetterleuchten am Horizont, Donner ist zu hören…  „Seht mal, wie schön es aussieht, wenn der Himmel plötzlich so hell aufleuchtet …. und stellt euch vor, da oben sitzt einer und schlägt eine große Pauke (einer unserer Söhne trommelte schon als Kleinkind für sein Leben gern, heute spielt er Schlagzeug!)  Das fanden die Kinder irgendwie lustig….

Ich bin aber kein kleines Kind und lustig finde ich die Ausflüchte der beiden Innenminister ganz und gar nicht.

Sie wollen mir weißmachen, sicherheitsmäßig alles im Griff zu haben.

Haben sie?

Trauen sie am Ende ihren eigenen Sicherheitskräften nicht? Wie kann es sein, dass man darüber spekuliert, in einem der Einsatzwagen vor Ort sei ein Sprengsatz deponiert .    Laut K.M.H. wurde sogar der Ü-Wagen des ZDF für eine gründliche Untersuchung konfisziert,   soll mich das beruhigen?

Sicherheit geht anders.

Wer je mit einer israelischen Maschine nach Israel geflogen ist, kennt das Prozedere. Nette Menschen stellen Fragen. Einige der Fragen lauten: „Wer hat Ihren Koffer gepackt? Hatte jemand Zugang zu Ihrem Gepäck? Hat Ihnen jemand etwas mitgeben wollen? War Ihr Gepäck beaufsichtigt, konnte jemand sich an Ihrem Gepäck zu schaffen machen?“ Mit anderen Worten, konnte irgendein Bösewicht einen Sprengsatz im Gepäck deponieren, der zu einer ganz bösen Überraschung der Passagiere führen könnte.

Hatten die Sicherheitskräfte ihre Polizei- und sonstigen Einsatzwagen vor dem Einsatz überprüft?  Gab es die Möglichkeit für fremde Personen sich den Einsatzwagen zu nähern, sie gar zu betreten? Waren sie beaufsichtigt? Die ganze Zeit?

Ja? Dann ist ja alles im grünen Bereich.

Nein?  Warum nicht?

Es muss wohl das „Nein“ gewesen sein, warum sonst hätte man  nach der Absage des Spiels damit begonnen, die Einsatzwagen nach Sprengstoff zu  durchsuchen?  Nur weil man einen entsprechenden Hinweis von „den Diensten“ erhalten hat? Wenn man doch so sicher ist, alles Notwendige für die Sicherheit getan zu haben, warum dann diese Reaktion?

Es blieb alles ruhig. Nur am Bahnhof erschnüffelte ein auf Sprengstoff spezialisierter Hund ein verdächtiges Gepäckstück. Heute steht in der Zeitung, es sei „im ZUG“  kontrolliert gesprengt worden.  „Vermutlich war es ein Chinaböller, den verschreckte Fans im Zug vergessen hatten“, ist meine ganz despektierliche Annahme.

Was ein mutiges Zeichen gegen den Terror hätte werden sollen, ist ein Zeichen wachsweichen Einknickens vor dem Terror geworden. Um nicht missverstanden zu werden, die Ordnungskräfte haben sich vorbildlich verhalten und die Entscheidung, das Spiel abzusagen, war nach Lage der Dinge sicher richtig.

Aber die Fragen an unsere Sicherheitsbehöden bleiben. Die Frage auch, wie wir zukünftig informiert werden über relevante Fragen unserer Sicherheit.

Haben die Terroristen des „Islamischer Staat“ nicht mit ihrer Taktik, uns hinter die Fichte zu führen und mit der Finte rechts anzutäuschen und links zuzuschlagen nicht bereits ihr Ziel erreicht unsere Freiheit zu beschneiden?

Bleibt nicht  die Frage, ob das Einknicken gegenüber den Terroristen nicht schon damit beginnt, dass man  jede ihrer Drohungen zum Anlass nimmt, den eigenen Lebensstil zu überprüfen, sich dem Zwang ihrer Drohgebärden zu beugen, selber auf klare Argumente und deutliche Ansagen zu verzichten, um „sie nicht zu provozieren“?

Wenn es „nach Paris“ reicht, eine Drohung zu lancieren, um uns  in Angst und Schrecken zu versetzen und uns in unserer Lebensweise extrem zu stören, was ist dann die Antwort darauf?

Was ist z.B. mit den Bundesligaspielen am Wochenende??? Was mit Konzerten in den Sälen undArenen unserer Republik??? Was mit Diskotheken???

Vielleicht sollten sich unsere Sicherheitsorgane  von Israelis beraten lassen… die sind seit Jahr und Tag dieser Art des Terror ausgesetzt … und bislang hat die deutsche Regierung nur wenig Verständnis für das unnachgiebige Vorgehen der israelischen Regierung gezeigt, keine Handbreit dem Terror nachzugeben. Aber das wird sich vermutlich ändern.

Helmut Schmidt, der in der vergangenen Woche starb, hat das „unseren“ Terroristen gegenüber durchexerziert: „Wir lassen uns von Terroristen nicht erpressen!“ Es waren furchtbare Tage. Aber ohne seinen mutigen Entschluß, sich der RAF und ihren palästinensischen Helfershelfern nicht zu beugen, wären die Zeiten für uns noch schlimmer geworden, dessen bin ich mir ziemlich sicher.

Was bleibt also nach diesem „Spiel in Hannover“   –  einem Fußballspiel, das nicht gespielt wurde – und einem  Katz-und-Maus-Spiel, auf das sich die Regierenden einließen?

Fragen…. zu viele unbeantwortete Fragen….

 

 

 

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Fremde Feder: „Bataclan: Ein antisemitischer Anschlag…“ 15. November, 2015

Posted by Rika in aktuell.
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Zitat aus dem Text:

„Eine solche klare Solidarisierung wünschte man sich nach Angriffen auf den jüdischen Staat von Europa auch einmal.“

Zustimmung. Mehr will ich dazu gar nicht sagen.

Lizas Welt

Zum Foto: Das »Bataclan« am Boulevard Voltaire in Paris

Kaum etwas bringt die Ideologie von Islamisten so auf den Punkt wie jener Satz, mit dem al-Qaida im März 2004 ihre mörderischen Anschläge von Madrid höchstselbst erklärte: »Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod.« »Ihr«, das ist in den Augen dieser besessenen Muslime der gottlose, verderbte Westen mit seinen selbstbewussten Frauen, seiner selbstbestimmten Sexualität, seinen Amüsiervierteln (inklusive Alkohol und Drogen), seinen Wahlmöglichkeiten, seinen Zweifeln, Widersprüchen und Kompromissen, seiner Individualität und seinem Freiheits- und Gleichheitsversprechen. Als »Hauptstadt der Prostitution und des Lasters« hat der »Islamische Staat«, der nichts anderes kennt als Freudlosigkeit, Unterwerfung und Vernichtung, dann auch die französische Kapitale Paris in seinem Statement zu den koordinierten Terroranschlägen vom Freitagabend bezeichnet. Seine Selbstmordattentäter schlugen gezielt und koordiniert dort zu, wo man sich in Metropolen am Wochenende vergnügt: bei einem Konzert, in einer Bar, in einem Restaurant, im Fußballstadion. Sie wollten mit Macht den Tod dorthin bringen, wo man sich…

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Was die EU von Bileam lernen könnte… 13. November, 2015

Posted by Rika in araber, araber-"palästinenser", aus meinem kramladen, israel, meine persönliche presseschau, plo, politik, terrorismus.
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Die EU hat in diesen Tagen eine Richtlinie umgesetzt, die es nach EU-Verständnis notwendig macht, alle Produkte, die in den sogenannten „Gebieten“ hergestellt werden, so zu kennzeichnen, dass jeder erkennen kann: Dieses israelische Produkt ist nicht in „Israel“  hergestellt, sondern in einem israelischen Betrieb außerhalb der von der EU festgelegten Grenzen des israelischen Staates.

Damit erdreistet sich die EU indirekt  nicht nur, das Staatsgebiet Israels endgültig zu definieren (wie allgemein bekannt sein dürfte, steht die völkerrechtliche Vereinbarung über die „umstrittenen Gebiete“ immer noch aus), sie macht sich einmal mehr zu einem willfährigen Helfer anti-israelischer Kräfte im Nahen Osten, die nichts anderes als die Vernichtung des Staates Israel mit größter Zielstrebigkeit und unter Aufbietung aller propagandistischen Kräfte vorantreiben. Neben den bekannten Waffengängen in mehreren Kriegen, den Schrecken der Intifadas, den mörderischen Anschlägen auf israelische Zivilisten betreiben arabische Politiker die Annulierung jüdischer Identität im jüdischen Land. Sie nehmen beispielsweise Einfluß auf die UNESCO, um eindeutig jüdische historische Stätten in „islamische“ umzuwidmen. Araber reklamieren „palästinensisches Land“ für das „palästinensiche Volk“, das es aber laut Geschichtsschreibung niemals gegeben hat.  Mit ihrer unermüdlichen anti-jüdischen Propaganda betreiben sie so die Delegitimation des jüdischen Staates Israel.

Ihr jüngster Erfolg ist mit Sicherheit die neue Kennzeichnungspflicht für israelische Produkte, die in den Gebieten hergestellt werden. Dass dabei arabische Arbeiter möglicherweise ihre Arbeitsstelle verlieren, weil israelische Firmen ihre Produktionsstätten in das israelische Kernland verlegen, geschenkt. Das, das eigene Wohl zu missachten, ist doch die „erfolgreiche Strategie“ im Kampf gegen den jüdischen Feind. Kinder werden von Anfang an im Hass auf Juden erzogen. Märtyrer zu werden, gilt als die größte Lebensleistung, die ein arabisches Kind erreichen kann, sei es tatsächlich  noch in den Jahren der Kindheit und Jugend  (wie es zurzeit  bei den vielen Attentaten geschieht, die von Kindern oder Jugendlichen an Israelis verübt werden) oder im späteren Erwachsenenalter. Selbstmordattentäter sichern ihren Familien ein lebenslanges Einkommen – zum Preis des eigenen Lebens. Was bedeutet da schon der Verlust von Arbeitsplätzen, möchte man zynisch fragen.

Auf dieses böse Spiel also lässt sich die EU ein und wird von den Arabern dafür frenetisch gefeiert.

Die EU, so kommt es mir vor, liefert damit eine moderne Variante einer uralten biblischen Geschichte:

Als das Volk Israel nach der Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft und der jahrelangen Wüstenwanderung das Gelobte Land erreichte, sahen sich die lokalen Fürsten  mit dem Problem konfrontiert, die Einwandernden zu stoppen. Mit kriegerischen Mitteln wollten sie den Israeliten allerdings nicht in jedem Fall  entgegentreten. Einer von ihnen – Balak mit Namen – griff vielmehr zu einem probaten Mittel der damaligen Zeit und sandte einen Propheten aus, der das ankommende Volk verfluchen sollte.  Die Bibel berichtet das Geschehen im 4. Buch Mose, Kapitel 22 – 24.  Bileam, dem die Aufgabe zugekommen war, das Volk zu verfluchen, wurde auf göttliche Weise daran gehindert. Alle seine Versuche schlugen fehl. Besonders schön finde ich in dem Zusammenhang die kleine Geschichte mit Bileams Esel. Dieses vermeintlich  dumme Grautier vermochte nämlich etwas zu erkennen, was seinem (im wahrsten Sinne des Wortes)  Besitzer nicht möglich war. Es „sah“ den Engel Gottes, der sich dem zum Fluch bereiten Bileam in den Weg  stellte…..  Das Ende der Geschichte ist so: Statt es zu verfluchen, segnete Bileam das Volk Israel: „Wie schön sind deine Zelte Jakob, deine Wohnungen Israel ….  Die dich segnen, sind gesegnet, und die dich verfluchen, sind verflucht.“ (4. Mose 24, 5 – 9 )

So, in diesem Sinne, kann ich mir gut vorstellen, dass die als „Fluch“ gedachte Kennzeichnung israelischer Waren aus den jüdischen Kernlanden Samaria und Judäa sich in Segen verkehren wird.  Menschen werden die Produkte kaufen „weil“ sie aus dem Gebiet stammen, auf dem seit Urzeiten der Segen dessen liegt, der einst Abraham, Isaak und Jakob das Land und den Segen zusagte.

Und für alle, die mit Religion und Bibel nichts am Hut haben, sei auf die schöne Geschichte des „Made in Germany“ hingewiesen…. was  als Kaufhindernis gedacht war, wurde zum Motor einer beispiellosen Erfolgsgeschichte.

Fremde Feder: „10 Dinge über den israelisch-arabischen Konflikt…“ 10. November, 2015

Posted by Rika in araber, araber-"palästinenser", fatah, gesellschaft, israel, plo, politik, terrorismus.
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Diesen sehr lesenswerten Artikel entdeckte ich bei  Facebook und stelle ihn hier ungekürzt und unkommentiert ein, weil er für nahezu jedes Gespräch über Israel hilfreiche  Argumente bietet:

Dies ist die „Quelle“

10 Dinge über den israelisch-arabischen Konflikt, die Du noch nicht wusstest

 

Als Tourguide in Israel spreche ich tagtäglich über Geschichte, Religionen, die Wüste und alles andere, was Israel zu bieten hat. Doch um ein Thema scheinen wir dabei auf Zehenspitzen herum zu schleichen: den israelisch-arabischen Konflikt. Manchmal denke ich, dass dieses Thema eigentlich interessanter ist als alle anderen. Ich versuche hier nun die wichtigsten Punkte aus hunderten Gesprächen und Diskussionen zusammenzufassen.

Der israelisch-arabische Konflikt ist unwichtiger als allgemein angenommen

Versuche mal den folgenden Satz zu vollenden: „Der israelisch-arabische Konflikt ist wichtig, weil…” Du wirst merken, dass es keine gute Antwort gibt. Der Konflikt ist einer der kleinsten der Welt. Israel ist ein winziges Land ohne strategische Bedeutung. Weder in Israel noch in einem der angrenzenden Länder gibt es Öl. Der einzige Grund dafür, dass man so viel über Israel hört, ist, dass die Menschen entschieden haben, es sei wichtig. Einen objektiven Grund gibt es nicht.

Jeder Moment, den sich die Weltöffentlichkeit mit diesem Konflikt beschäftigt ist ein Moment, in dem sie sich nicht mit den wirklich großen und bedeutsamen Problemen auseinander setzt: mit China, der weltgrößten Wirtschaftsmacht, wo Milliarden Menschen unter einer Diktatur leben, dem blutigen Krieg in Syrien oder dem Völkermord, der grade im Sudan verübt wird.

Die Medien der Welt sind von Israel besessen

Das Medium ist die Nachricht. Normalerweise ist die Wahrscheinlichkeit, dass über ein Ereignis in den Medien berichtet wird, umso größer, je näher und je dramatischer es ist. Diese Regel gilt nicht für den israelisch-arabischen Konflikt. Der kleinste Zwischenfall in Israel landet sofort weltweit in den Schlagzeilen. Hier ist noch ein wichtiger Fakt: In mehr als 100 Jahren des Konfliktes, sind ungefähr 25.000 Palästinenser ums Leben gekommen. In der gesamten arabischen Welt haben in den letzten 50 Jahren mehr als 15.000.000 Menschen ihr Leben verloren. Über sie oder über die Millionen, die in Afrika ermordet werden (oder über 80% der Weltbevölkerung, die unter totalitären Regimes leben) hört man viel weniger. Ein Grund dafür ist, dass es für ausländische Reporter einfach ist, in Israel zu arbeiten. Es gibt eine moderne Infrastruktur, Pressefreiheit und Sicherheit für die Journalisten. Auch die Palästinenser fühlen sich in Israel in Sicherheit. Man beachte, dass Palästinenser niemals anonym sprechen, oder ohne ihr Gesicht zu zeigen, so wie Menschen es tun, wenn sie Angst vor der Obrigkeit haben. Israel ist nicht perfekt, andere Länder sind es auch nicht, aber wir dürfen nicht vergessen, dass auch das Recht, Missstände zu beklagen, ein Privileg ist, dass nur wenigen Menschen der Welt vergönnt ist.

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Ambulanter Hospizdienst: Ich mach hier mal ein bisschen Werbung… 5. November, 2015

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, politik.
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Es ist überaus erfreulich, dass im Deutschen Bundestag beschlossen wurde, die Situation Sterbender zu verbessern und die Palliativversorgung totkranker Menschen und die Hospizarbeit zu fördern. (Siehe dazu den Gesetzentwurf)

Dass viele Menschen erhebliche Angst vor den letzten Tagen und Wochen vor ihrem Dahinscheiden haben, nicht aber vor dem Tod selbst, das ist viel zu lange viel zu wenig beachtet worden. Ich wage sogar zu behaupten, dass ohne die in der Öffentlichkeit schon seit langem heftig und kontrovers geführte  Debatte um aktive Sterbehilfe das Thema „Umgang mit Sterbenden“ niemals den Weg in den Bundestag gefunden hätte und die Hospizarbeit auch weiterhin eher ein Schattendasein am Rande der „Krankheitswirtschaft“ führen würde.

Es sind die schrecklichen Erfahrungen mit aktiver „Sterbehilfe“ während der NS-Zeit, die die Debatte um begleiteten Suizid so heikel und schwierig macht. Wenn man, wie von einigen Abgeordneten gefordert, die ärztliche Hilfe zum Suizid totkranker Menschen straffrei stellt, öffnet man damit nicht gleichzeitig dem Missbrauch Tor und Tür? Wenn schwerkranken Menschen durch manipulative Propaganda nahe gelegt wird, es sei ein Gewinn, ihrem  Leben vorzeitig selbst ein Ende zu setzen, um so Schmerzen, Einsamkeit und der drohenden Fremdbestimmung durch pflegende Angehörige oder Pflegedienste zu entgehen, wenn zudem Angehörigen suggeriert wird, das sei alles im rechtlichen Rahmen des Erlaubten, werden wir dann in einigen Jahren möglicherweise erleben, dass man auch nicht gar so schwerkranke Personen drängt, ihrem Leben ein Ende zu setzen, weil es einfach kostenfünstiger für die Familien, die Krankenkassen und die Gesellschaft ist? Wann ist ein altes und schwaches Leben, wann ein von schwerster Krankheit gezeichnetes Leben noch lebenswert und wer bestimmt das?

Die Fragen um  Suizid und die rechtlichen Voraussetzungen will der Bundestag klären und darüber abstimmen, welche gesetzlichen Bestimmungen in Zukunft gelten sollen bei der Frage nach Leben und  selbstbestimmtenTod, wobei das „selbstbestimmt“ nicht nur eine Frage des erklärten Willen, sondern auch der jeweiligen Umstände dessen ist, der willens ist sich zu töten,  respektive  sich töten zu lassen.  Menschen, die (noch) körperlich in der Lage sind, Suizid zu begehen aus Angst vor dem Altwerden oder  in schwerer Krankheit und bei zu erwartenden Schmerzen, wird es immer geben und vermutlich werden auch viele Menschen genau das tun:  ihrem Leben selbst und ohne fremde Hilfe ein Ende setzen. Für diese Menschen muss der Gesetzgeber keine neuen Gesetze beschliessen. Mit dem eingetretenen Tod entzieht sich der Mensch auch der irdischen Gerichtsbarkeit.  Für diejenigen aber, die „nur“ mit Hilfe anderer aus dem Leben scheiden können, muss es Regeln und Gesetze geben, andernfalls würde sich doch jeder, der bei einer Selbstötung hilfreich zur Hand geht, sich des Totschlags oder der Beihilfe zum Totschlag strafbar machen.

In der Debatte um die rechtlichen Bestimmungen zur Tötung auf Verlangen, zur „assistierten Selbsttötung“ und wie die Handlungen sonst noch heißen mögen, wird aber leider beinahe gänzlich übersehen, dass es eine andere Möglichkeit gibt, dem Tod entgegen zu gehen, das Sterben zu erleichtern. Die Rede ist – wie oben schon angedeutet – von einer deutlich verbesserten Palliativversorgung schwerstkranker und sterbender Menschen. Ich habe es sowohl in der Begleitung meiner Eltern, als auch währende des Sterbens meiner Freundin erlebt, dass die körperlichen Schmerzen und Beschwernisse sterbender Menschen durch die begleitenden Ärzte deutlich – wenn auch vielleicht nicht vollständig – gemindert werden können. Allerdings müsste auch für diese Form der Sterbebegleitung zumindest das Gesetz über den Gebrauch von Betäubungsmitteln dahingehend geändert werden, dass man dem oben genannten Personenkreis die unbegrenzte Einnahme schmerzlindernder Medikamente straffrei zubilligt. Ich bin keine Ärztin und kann demzufolge wenig über die lebensverkürzenden Aspekte unbeschränkter Gaben von Morphium und ähnlichen Medikamenten sagen, aber angesichts des ohnehin nahenden Todes sollte das ein zu vernachlässigender Gesichtspunkt sein. Es muss immer darum gehen, den Leidenden Schmerzen zu ersparen. (Ich bin mir durchaus bewusst, dass dies der oben angeführten Fragestellung real und rechtlich sehr nahe kommen könnte.)

Neben einer guten palliativen Versorgung schwerstkranker Menschen und Sterbender, spielen aber auch die  menschlichen Begleitumstände Sterbender eine nicht unerhebliche Rolle. Viele Angehörige sind mit der Begleitung ihrer totkranken Familienmitglieder überfordert, manche sind aus zeitlichen oder räumlichen Gegebenheiten dazu gar nicht in der Lage, sei es, dass die Angehörigen berufstätig sind und damit  der Sterbende  in der gemeinsamen Wohnung nicht ausreichend gut betreut werden kann oder die Angehörigen sogar in einer anderen Stadt wohnen. Für diese Fälle gibt es seit einigen Jahren ambulante Hospizdienste. Eigens dafür ausgebildete und zumeist ehrenamtlich tätige Mitarbeiter helfen stundenweise in der Begleitung sterbender Menschen. Leider sind diese Dienst noch nicht ausreichend zahlreich im gesamten Bundesgebiet angesiedelt und können daher den vorhandenen Bedarf noch nicht decken. Dies soll nun durch die heute im Bundestag beschlossenen Massnahmen verbessert werden.

Ein anderer Punkt ist, dass ambulante Hospizdienste noch viel zu wenig im öffentlichen Bewusstsein der Bevölkerung verankert sind. Und deshalb mache ist jetzt ein bisschen Reklame für „meinen“ Hospizdienst mit diesem Text, den ich heute für eine Information über „uns“ geschrieben habe:

„Der ambulante Hospizdienst informiert:

In den letzten Tagen und Wochen debattierte der Deutsche Bundestag über verschiedene Entwürfe für eine Gesetzesänderung zur Sterbehilfe ( Suizidbeihilfe), und wenn sie diese Zeilen lesen, wird darüber abgestimmt worden sein. Aus Angst vor Schmerzen, Einsamkeit oder dem Verlust des selbstbestimmten Lebens verlangen immer mehr schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen nach (ärztlicher) Sterbehilfe und der gesetzlichen Regelung, diese straffrei zu stellen. Neben dieser Debatte verabschiedete der Bundestag am 5. 11. 2015 ein Palliativ- und Hospiz-Gesetzt zur besseren Versorgung sterbender Menschen.

In diesem Sinne setzt der ambulante Hospizdienst einen entsprechend eigenen  Akzent in der Frage der „Sterbehilfe“ :   „Mit uns: Leben gestalten bis zuletzt.“ Unter diesem Leitgedanken informiert der Dienst in dem neu gestalteten Flyer über die Angebote zur Hilfe für Sterbende und  Angehörige und weist auf die Möglichkeiten hin,  auch in den letzten Wochen des Lebens  Würde und Lebensqualität zu erhalten. Ehrenamtliche Mitarbeiter – koordiniert von der Leiterin des Dienstes, Birthe Möller,   –  bieten nach den Bedürfnissen der Sterbenden und in Absprache mit  Angehörigen oder Ärzten und Pflegeeinrichtungen  ihre Zeit an zum Zuhören, Vorlesen, Beten, für Gespräche  oder einfach nur um da zu sein, wenn Angehörige keine Zeit haben oder fehlen. Sie unterstützen Angehörige auch in organisatorischen Angelegenheiten, etwa beim Gang zum Bestatter.

Der ambulante Hospizdienst bietet auch in der Zeit nach dem Tod  Hilfe für Angehörige  an:  Trauernden Menschen Raum und Zeit zu geben für Gespräche, den Austausch über Gefühle, angstfrei reden zu können über das Erleben des Todes eines nahestehenden und lieben Menschen und die Einsamkeit danach, das ermöglicht das „Trauerfrühstück“ im Kirchröder Turm einmal im Monat an einem Samstagmorgen unter dem Leitgedanken: „Gemeinsam weniger einsam.“  Ehrenamtliche Mitarbeiter richten in einem festlich gestalteten Raum das Frühstück aus und bieten nicht nur einen liebevollen „gastronomischen Service“  an, sondern sind für die Trauernden persönlich da. Auf diese Möglichkeit weist der  neue Flyer „Trauerfrühstück“ hin. Er ist so gestaltet, dass er  als Einladungskarte an Betroffene weiter gegeben werden kann.

Die verschiedenen Aufgaben des  ambulanten Hospizdienstes werden von Ehrenamtlichen wahrgenommen. Mit dem Flyer „Zeitschenker werden“ wirbt der Dienst um Menschen die bereit sind,  sich ausbilden zu lassen, um mithelfen zu können, „die Situation von schwerstkranken und sterbenden Menschen zu verbessern“, wie es in dem Text des Flyers heißt. Wir brauchen mehr Mitarbeiter.

Es ist uns ein großes Anliegen, die Arbeit des ambulanten Hospizdienstes vielen Leuten bekannt zu machen und in die Öffentlichkeit zu tragen.  Wir weisen darum hiermit auf die Flyer hin, die in den Gemeinden ausliegen und bitten sehr darum, von ihnen Gebrauch zu machen, sie an Betroffene weiter zu reichen oder sie in größerer Zahl  auszulegen, etwa nach persönlicher Rücksprache in Apotheken oder Arztpraxen, beim Friseur oder beim Bäcker oder – oder – oder. Natürlich können Flyer auch über  die Geschäftsstelle des Hospizdienstes im Diakoniewerk Kirchröder Turm e.V., Kirchröder Straße 46 bezogen werden.  Noch wird an der Website des ambulanten Hospizdienstes gearbeitet, wenn sie aber fertig gestellt sein wird, ist auch dies eine Möglichkeit, den Hospizdienst durch  Links persönlich weiter bekannt zu machen. Die Webadresse lautet: www.ambulanter-hospizdienst-hannover.de  Sie findet sich auch auf jedem Flyer.

Man zündet doch kein Licht an, um es unter einen Scheffel zu stellen, heißt es sinngemäß in der Bibel. Wir wollen das Licht der Hilfe auf einen Leuchter stellen, dass es Menschen zu Gute kommt, die Hilfe brauchen.

Und auch dies noch zum Schluss:  Für alle, die nicht persönlich als Sterbebegleiter oder Trauerbegleiter arbeiten können, aber dennoch mithelfen wollen, dass Menschen im Sterben  nicht der Ausweglosigkeit von Angst und Einsamkeit hilflos ausgesetzt sind,  weisen wir auf unser Spendenkonto hin. Ohne Spenden kann der ambulante Hospizdienst seinen Dienst langfristig nicht erbringen. Die Kontodaten findet man auf jedem Flyer.“