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Eine Weihnachtserzählung… 25. Dezember, 2015

Posted by Rika in christsein und glaube.
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…  nach dem Lukas-Evangelium

 

Die Frau, die auf der niedrigen Steinmauer saß und suchend über den Platz blickte, sah müde aus. Sie war erschöpft. Lange waren sie und Josef unterwegs gewesen, um von Nazareth hierher nach Bethlehem zu kommen. Augustus, der Kaiser in Rom und Herrscher des römischen Reiches hatte ein Gesetz erlassen, wonach jeder sich in der Stadt, aus der er stammte, registrieren lassen musste, Viele waren nach Bethlehem gekommen und es war schwierig für den Aufenthalt hier eine Unterkunft zu finden.

Sie hatten schon in vielen Häusern nachgefragt, aber niemand war bereit sie aufzunehmen.

Maria spürte die mitleidigen Blicke der Menschen. Sie legte die Hände auf ihren Leib, spürte ihr Kind und seine kräftigen Stöße, spürte sein  Leben und ahnte, nein, wusste, dass die Geburt des Kindes bald sein würde.

Das Kind.

Sie hatte es nicht gewünscht, auch nicht gewollt und schon gar nicht geplant!

Sie dachte an die letzten Wochen und Monate und konnte immer noch nicht recht begreifen, was da mit ihr geschah. Wie ein Traum war es ihr vorgekommen, als damals der Bote Gottes zu ihr gekommen war und gesagt hatte, dass sie ein Kind gebären würde, das einmal „Sohn des Höchsten“ heißen und von dem man sagen würde, dass sein Königreich kein Ende haben würde. Sie hatte nur ungläubig gefragt: „Ich soll ein Kind haben? Ich bin doch nicht einmal verheiratet und auch nie mit einem Mann zusammen gewesen!“ Aber der Engel hatte erwidert, dass der Geist Gottes bei ihr sein würde und ihr geboten, das Kind „Jesus“ zu nennen. So hatte sie Ja gesagt zu diesem Kind.

Und Josef, ihr Verlobter?

Der war nicht begeistert von der seltsamen Schwangerschaft. Sie hatte es wohl gemerkt wie er sie heimlich beobachtete, sie hatte gespürt, dass er sie verlassen wollte. Ein Wunder, dass er immer noch bei ihr war. Ein Wunder?

Aber da kam er ja. Sie sah seinem Gesicht an, dass er keine Unterkunft gefunden hatte. „Maria, es tut mir leid, nirgends gibt es einen Raum für uns. Nur dort am Dorfrand, siehst du den kleinen Stall? Der Besitzer hat uns erlaubt, dort erst einmal zu bleiben.

Maria nahm ihr Bündel auf und ging müde hinter Josef her auf den Stall zu. Sie war ein bisschen ängstlich. Ihr erstes Kind sollte sie gebären und außer Josef würde niemand da sein, ihr zu helfen.

„Dort also“, dachte sie, „dort!“

 

Inzwischen war es Abend geworden. Menschen und Tiere hatten sich zur Ruhe begeben, das hektische Treiben hatte sich gelegt, die letzten Lichter waren verloschen.

Draußen auf den Feldern brannten vereinzelt kleine Feuer. Die Hirten ließen sie brennen als Schutz gegen die Kälte der Nacht und zur Abwehr möglicher Gefahren durch wilde Tiere oder Gesindel. Aber auch die Gespräche der Hirten waren längst verstummt. Einige der Männer schliefen schon, andere, die wachen mussten, dösten vor sich hin, sahen in die Glut, hingen ihren Gedanken nach.

Da! Plötzlich! Was war das?

Einer der Hirten schreckte auf. Helles Licht lag über den Feldern, dabei hätte er schwören können, dass es höchstens Mitternacht war.

War da nicht auch eine Gestalt? Und eine Stimme?

Jetzt waren auch die anderen Hirten wach, sie scharten sich ängstlich zusammen.

„Habt keine Angst!“ hörten sie die Stimme rufen. „Freuen sollt ihr euch, denn große Freude ist den Menschen bereitet worden und bald werden es alle wissen: In Bethlehem ist ein Kind geboren. Es ist der Gesalbte des HERRN, der Retter! Geht hinüber zu dem Stall dort, da werdet ihr das Kind finden! Es liegt in Windeln gewickelt in einer Krippe!“

Ein Kind in Bethlehem? Das war doch nichts Besonderes! Kinder gab es dort doch genug!

Die Hirten waren immer noch furchtsam. Doch plötzlich waren bei der Gestalt viele, viele, himmlischen Heerscharen gleich und die Hirten hörten sie singen:

„Ehre sei Gott in der Höhe, Frieden auf Erden allen Menschen, die Gott wohl gefallen!“

Die Hirten staunten und standen wie erstarrt!

Doch dann rafften sie eilig ein paar Sachen zusammen und liefen hinüber nach Bethlehem. Sie fanden den Stall, sahen Maria und Josef und in der Krippe das Kind. Es war so, wie der Engel es gesagt hatte.

 

Die Hirten aber erzählten alles weiter und sie priesen und lobten Gott für das, was sie gehört und gesehen hatten.

 

(Lukas 2, 1 – 2o,  nacherzählt von Rika)

Vor Jahren habe ich „diese“ Weihnachtsgeschichte in der Christvesper meiner Gemeinde erzählt. Sie war mir in Vergessenheit geraten, durch einen Zufall habe ich sie wieder entdeckt und damit

 wünsche ich denen die sich zu Christus bekennen ein frohes und gesegnetes Christfest und allen Menschen geruhsame, stressfreie und harmonische Feiertage.

PAX ET BONUM 

Eure Rika

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