jump to navigation

Vom Fasten… 28. Februar, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube.
Tags:
2 comments

war heute in unserer Gemeinde im Gottesdienst die Rede.

Nun möchte ich nicht in allen Einzelheiten wiedergeben was unser Pastor an guten Gedanken dazu geäußert hat, das würde mir vermutlich auch gar nicht gelingen, weil ich an dem einen oder anderen Punkt zu eigenem Nachdenken und Erinnern angeregt wurde. Davon soll hier die Rede sein.

Während meiner Kindheit war Fasten gar kein Thema.

In meiner sauerländischen Heimat und geborgen im Clan meiner großen Familie lebte ich in pietistischer Frömmigkeit, die mit katholischen Ritualen – zu denen das Fasten zu der Zeit gezählt wurde – gar nichts gemein hatte, im Gegenteil, man wahrte eine gewisse Distanz zu dieser Art von kirchlicher Glaubenslehre. Dann verschlug es meine Kleinfamilie in das strengstens katholische Münsterland und ich machte Bekanntschaft mit jungen Mädchen meines Alters, die sich ebenso strengstens an die Fastenregeln während der Passionszeit hielten: Keine Süßigkeiten, keine Wurst, kein Fleisch und schon morgens vor der Schule in die Frühmesse, was bedeutete, dass sie vorher natürlich auch nicht frühstückten….  „boaaah!“, wie man in der Gegend des Münsterlandes sagte. Das hat mir imponiert und gleichzeitig war ich unendlich dankbar, dass die Oberhirten meines freikirchlichen Gemeindebundes solche Zwangskasteiungen nicht auch von mir verlangten. Fastenzeit, das hörte sich nach „in Sack und Asche gehen“ an, bar jeder Fröhlichkeit, von Lustbarkeiten ganz zu schweigen. Nun sind pietistische oder baptistische Gemeinde weit davon entfernt, für etwaige „Lustbarkeiten“  berühmt zu sein. Singen im Chor der Gemeinde war in manchen Kreisen schon die höchste der gemeinsam erlebten Freuden. Kino, Tanz, Theater, Kirmes, Karneval oder Zirkus waren als Orte weltlicher Lebenslust überaus verpönt, geradezu geächtet. Warum also sollten wir fasten? Führten wir doch ohnehin schon einen gottgewollten Lebenswandel mit entsprechend selbsterwählter Enthaltsamkeit jeglicher sündhafter Gelüste. (Bei „normalen“ Sünden sah das natürlich ganz anders aus…)

Viel später, ich muss so um die Dreissig gewesen sein und fernab vom strengst katholischen Münsterland, wurde das Fasten auch in nicht-katholischen  Kreisen (meiner Wahrnehmung nach wieder)  modern und diverse Publikationen christlicher Denominationen warben  dafür, es während der Passionszeit einzuüben.

In Erinnerung an meine ehemaligen katholischen Schulfreundinnen bezog ich das Fasten für mich auf die Enthaltsamkeit vom Genuß schmackhafter (und kalorienreicher) Süßigkeiten, wie Eis, Gummibärchen, Schokolade und Ähnlichem mehr. Zwei oder drei Jahre später verzichtet ich auch zusätzlich auf den Genuß von Alkohol. Das fiel mir alles relativ leicht. Schwieriger war es schon, als mein Mann und ich in der Passionszeit das Fernsehgerät in den Keller stellten und sogar auf die doch gar nicht lustbetonten Nachrichtensendungen verzichteten. Der Liebste hatte und hat allerdings einen recht entspannten Umgang mit dem Thema Fasten…  Ich bin mehr so der „alles oder nichts-Typ“, was sich in vielen Bereichen meines Lebens niederschlägt und mir manchmal das Leben unnötig schwer macht.

In diesem Jahr nun standen (und stehen immer noch) folgende Vorsätze auf dem Fastenprogramm: Keine Süßigkeiten, kein Knabberzeug, kein Alkohol und  kein Internetbesuch via Smartphone.  Mich an das Letztere  zu halten fällt mir wirklich schwer, bin ich doch in den letzten Jahren zu einer Art Internetjunky mutiert, was nicht nur meinem Liebsten gar nicht gefällt, sondern mir selbst sogar als gefährlich in Bezug auf meine latent vorhandene Suchtstruktur erscheint. Meistens halte ich mich an mein auferlegtes Smartphone-Internet-Verbot, sieht man mal von dem dringend notwendigen Nachrichtenaustausch via „Was’en los“ mit der lieben Familie ab. Auch gucke ich kurz vor dem Schlafengehen, wenn ich den allzeit bereiten PC in die Ruhephase geschickt habe, noch mal schnell nach, ob, wer und warum irgendetwas gepostet hat, was ich noch unbedingt wissen muss, um beruhigt (oder eben gerade nicht beruhigt) schlafen zu können.

Merkt Ihr was? Die Konsequenz auch den PC nur noch zum Empfangen oder Verschicken von E-Mails zu nutzen, die habe ich in diesem Jahr nicht fertig gebracht. Allenfalls gelingt es mir die Zeit ein wenig zu reduzieren, die ich mit der Beschäftigung der höchst unliebsamen Nachrichten in „meinem“ sozialen  Netzwerk verbringe. Vielleicht schaffe ich es ja, auch diese Zeit bis Ostern noch weiter zu drosseln… es wäre nicht schlecht.

Um dann das zu tun, was unser Pastor dringend anmahnte, die entstandene „Lücke“ nämlich mit etwas Positivem zu füllen… in meinem Fall, mich mehr mit der realen, als mit der digitalen Nachbarschaft und Freundschaft zu beschäftigen oder vielleicht  auch einfach mal mehr mit dem Buch der Bücher innigeren Kontakt zu pflegen, als ich es sonst so tue.

Ich will es zumindest versuchen…. es lohnt sich bestimmt…. davon bin ICH überzeugt, jetzt muss ich es nur noch diesem fiesen inneren…  na, Ihr wisst schon, beibringen…

 

 

 

 

Blickt eigentlich noch irgendein Mensch durch? 25. Februar, 2016

Posted by Rika in flüchtlinge, gesellschaft, medien, meine persönliche presseschau, migration, politik, presse, soziale arbeit, wahlrecht.
Tags: , , , , , , , , ,
3 comments

Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine so verworrene politische Situation erlebt zu haben, wie ich sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt wahrnehme.

Wenn wir hier im Hannöverschen nicht gerade mit eingefleischten 96-Fans und Anhängern sprechen – die Situation für 96 ist äußerst bedrohlich, der Abstieg steht vor der Tür -, gibt es in den Gesprächen unter Freunden oder mit flüchtigen Bekannten beim zufälligen Treffen an der „berühmt-berüchtigten Fleischtheke“ ***  des Supermarktes um die Ecke eigentlich nur ein Thema:

Die Flüchtlingsfrage.

Dabei sind es zunehmend mehr gar nicht die Flüchtlinge selber, die von besonderem Interesse sind, vielmehr fragen sich die Leute und frage auch ich mich:  „Was geht eigentlich in Frau Merkel vor?“

Denn wir, so scheint es mir zumindest, haben uns doch längst damit abgefunden, dass es Menschen geradezu nach Deutschland treibt, die einen, weil sie vor dem Krieg fliehen, die anderen, weil sie dem Elend ihres Heimatlandes entkommen wollen, die nächsten, weil sie von einem guten Leben in Deutschland träumen.  Längst ist auch klar, dass wir diesem unaufhaltsamen Streben nach Deutschland wenig bis gar nichts entgegen setzen können. Zäune an den Grenzen sind unmoralisch und unmenschlich, Obergrenzen bei der Aufnahme der Flüchtlinge sind gar nicht kalkulierbar, weil: siehe Zäune –  und Europa und Erdogan sowieso nicht mitspielen.

Erdogan…. wie, so frage ich mich seit Wochen, wie kann die Kanzlerin ausgerechnet auf diesen Machtmenschen ihre ganze Hoffnung setzen? Auf einen Politiker, der ungehemmt und ungebremst einen Krieg gegen Teile der Bevölkerung seines Landes führt? Ich sage bewusst „Teile der Bevölkerung seines Landes“, denn nach Erdogan gehören Kurden ganz offensichtlich nicht zu seinem Staatsvolk und vermutlich sehen die Kurden das inzwischen ganz genauso. Wie kann Frau Merkel mit einem Politiker Geschäfte machen – und nichts anderes ist es doch, wenn sie ihm Milliarden (EU-Gelder) gegen die Verwahrung der Flüchtenden innerhalb des türkischen Reiches bietet und darüberhinaus  verlangt, die Grenzen zu Europa so zu sichern, dass Deutschland seine Grenzen offen halten kann für einen ungestörten Warenaustausch innerhalb der EU – wie also kann Frau Merkel Geschäfte machen mit einem Präsidenten, der die Meinungsfreiheit in seinem Land beschneidet, die Opposition kalt stellt, Kritiker in Gefängnisse stecken läßt, die Pressefreiheit einschränkt, das Demonstrationsrecht aushebelt und die ISIS-Kämpfer im Nachbarland Syrien mit Waffen, Nachschub und medizinischer Versorgung unterstützt, von den jüngsten direkten Eingriffen in die Kämpfe ganz zu schweigen?

By the way, noch herrscht bei uns Pressefreiheit – die Presse ist frei  zu sagen, was die Regierung vorschlägt, und auch die Meinungsfreiheit ist noch sicher gestellt, jedenfalls  solange sich das Volk nicht in „Pack“, „Schande“, „keine Menschen“, „Abschaum“, „braunen Dreck“, „Faschisten“, „Dunkeldeutsche“ oder „Verbrecher“ verwandelt und darum Meinungen von sich gibt, die nicht nur höchst unschön sind, sondern im höchsten Maße auch Schande für Deutschland bedeuten könnten, im Ausland zumal, das doch gerade erst über die überwältigend wunderbare Weltoffenheit der Deutschen in Entzücken geraten war. (Die Regierungschefs der befreundeten und nicht ganz so befreundeten Staaten hegen allerdings mehr oder weniger offen Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit politischen Leitlinie der deutschen Kanzlerin und wollen sich ihrem „Welcome Refugees“ nur sehr bedingt bis gar nicht anschließen.

Apropos Leitlinie.

Gibt es die?  Ich meine, so richtig klar ausformuliert und auch für das Volk erkennbar?!

Nein, ich meine jetzt  nicht die auf Hochglanzpapier gedruckten Wahlprogrammeversprechungen, die sind eh für die Katz…  immer schon gewesen, das zumindest kann ich  als mehr als 40 Jahre lang  aktive, Stimme vergebende Wählerin mit Fug und Recht behaupten. Ich meine die Leitlinien der Politik, die sich erkennbar auch  im Alltag bemerkbar machen. Nein, damit meine ich jetzt nicht die Beschränkungen, die uns aus irgendwelchen Gründen von jetzt auf gleich aufgelegt werden in Form von Geldzahlungen, die wegen der erneuerbaren Energien zu entrichten sind oder weil die Funk- und Fernsehanstalten qualitativ hochwertige Leistungen erbringen und  wir Konsumenten in Absprache mit den Regierenden die dazu notwendigen Fördermittel  in Form von Gebühren zu abzugeben haben, egal, ob wir überhaupt über die notwendigen Empfangsgeräte wie Radio oder Fernsehen verfügen oder nicht, um nur diese Beispiele zu nennen. Ich meine solche Leitlinien wie beispielsweise „Bildungspolitik“, worunter ich mehr verstehe, als die minimalste Grundsicherung des Lernens  (an maroden Schulen) und Lehrens durch permanent überforderte – weil zu wenige – Pädagogen oder die Früherziehung an Kitas in  größtmöglichen Gruppen bei minimalster Personaldecke in Form von 1 (in Worten einer)  qualifizierten Erzieherin und 1 Sozialassistent/en/in für 25 Kinder oder den täglichen Kampf der Studenten, um wenigsten noch einen Treppen- oder Fensterbankplatz im ansonsten völlig überfüllten Hörsaal zu ergattern, damit man den Credit Point für die verpflichtend notwendige Teilnahme an der Vorlesung erhält – erforderlich  für den Bachelor- oder Masterabschluß.

Es wäre auch schön, wenn sich politischer Gestaltungswille bei der Verkehrswegeplanung durchsetzen würde und die notwendigen Baumaßnahmen nicht im endlosen Chaos mit nicht mehr vorhersagbarem Ende Steuergelder in unvorstellbarer Höhe verschlingen würden. Großartig fände ich es, wenn hingegen dem Verbraucher, also mir, es völlig frei gestellt bliebe, welche Glühlampe meine Wohnung erhellen darf, um nur ein Beispiel zu nennen,  und die ständigen Belehrungen über Nahrungsmittel, Schweinezucht, die angeblich begrüßenswerte Ansiedlung von Wölfen und den notwendigen Schutz der Umwelt unterblieben. Das nervt nämlich. So wie mich auch die Klimaerwärmungsdebatten immer wieder ungläubig staunend machen. Glaubt man denn allen Ernstes, den Wärmegehalt  der Atmosphäre unseres Planeten auf zwei Grad genau regeln zu können, wie etwa die Temperatur im Wohnzimmer eines Hauses mittels eines genau justierten Thermostats? Für mich fällt dies unter das Stichwort „Imponderabilien“, also Zustände und Situationen, die sich meiner Kontrolle entziehen. Dass wir die Resourcen der Erde gleichwohl nicht gedankenlos verplempern dürfen zugunsten des eigenen (sowieso zeitlich begrenzten) Nutzen und Frommen versteht sich dagegen von selbst und ist ein anderes Thema.

Nervig finde ich auch, dass die Regierenden meinen, mich fürsorglich an die Hand nehmen zu müssen, weil mir eigenes Denken nicht zugemutet werden kann oder weil man mich mit  klar benannten Schwierigkeiten und Problemen nicht verunsichern oder gar ängstigen möchte. Die meisten von uns meistern ihr Leben doch auch ohne einen ständigen Vormund, der ihnen sagt, was zu tun und zu lassen ist. Nicht umsonst reden wir doch vom Selbstbestimmungsrecht und von der Wahrnehmung unserer demokratischen Rechte. Dies, die demokratischen Rechte wahrzunehmen, kann sich doch nicht darin erschöpfen, alle Jubeljahre ein Kreuzchen auf einem Wahlzettel zu machen und ansonsten „die da oben machen zu lassen“ im guten Glauben, dass sie es schon richten werden. Dieser gute Glaube ist mir in den letzten Monaten und Wochen ohnehin gründlich abhanden gekommen. Ich habe nicht den Eindruck, dass „die da oben es richten werden“. Schlimmer als auf einem Hühnerhof geht es in Parteien und Regierungen zu, egal ob auf Landes- oder Bundesebene. Alles gackert, scharrt, plärrt und kräht durcheinander. Außer dem ständig wiederholten Mantra der Kanzlerin „Wir schaffen das!“ ist doch keine klare Linie, kein Plan, keine Ordnung und erst recht keine geregelte Vorgehensweise seit dem Beginn der Flüchtlingskrise zu erkennen, und selbst das Mantra wird zunehmend mehr nur noch gemurmelt und nicht mehr kraftvoll mit energisch unterstützenden Hand- und Armbewegungen verbreitet.

Noch schlimmer als das Durcheinander der Regieanweisungen der Regierenden empfinde ich die Zumutungen der Medien die für sich die Deutungshoheit über das, was gut oder böse, richtig oder falsch sei in Anspruch nehmen, und uns mit einer kaum oder nicht mehr  zu ertragenden  Penetranz Tag für Tag unter die Nase reiben, in die Ohren predigen, in die Augen streuen was zu meinen, zu denken und zu tun sei und was nicht und die dabei die Klaviatur der Betroffenheit längst über Gebühr bedienen und  meine Gefühle strapazieren, bis ich mit völliger Resignation oder wütendem Protest auf alle die Bilder und Sprüche reagiere, die an meinen barmherzigen Edelmut appelieren wollen. Dabei gehört es doch zu meinem  Menschsein, dass sich mein Herz regt, wenn ich Unrecht sehe, wenn ich Menschen in Not erlebe. Das geht doch ganz sicher den meisten von uns so. Aber wenn neben mir eine Sirene dauerhaft Alarm heult und das Blaulicht, das um Achtung bittet, gar nicht mehr erlischt, schaltet mein Organismus irgendwann aus reinem Selbstschutz auf OFF / OUT / ENDE   oder auf Flucht, weg vom Alarm, weg von der eingeforderten Verantwortung für eine Misere, die ich nicht zu verantworten habe. Bei vielen derjenigen, die einst gutgläubig und unbescholten waren, und die jetzt auf so schreckliche Art und Weise gegen die eingeforderte Solidarität rebbelieren, so denke ich, hat das System nicht nur auf Flucht, sondern bereits auf Angriff geschaltet.

Das entsetzt mich, macht mich ohnmächtig…

meine Gedanken beginne sich im  Kreis zu drehen….

Leere breitet sich aus.

Ich blicke nicht mehr durch.

Vielleicht geht es der Kanzlerin genauso – aber sie darf es nicht sagen, es könnte mich – und EUCH ALLE  –   ja verunsichern….

 

————————————————————

*** „berühmt-berüchtigte Fleischtheke“: Ein Lehrer an der Grundschule unserer Kinder war erbittert darüber, dass viele Dinge, die doch eigentlich direkt mit ihm, dem Lehrer, besprochen werden sollten, zuerst und manchmal auch ausschließlich beim kleinen Supermarkt unseres Dorfes an der Fleischtheke verhandelt würde. Die „Fleischtheke“ wurde zu einem geflügelten Wort im Lehrerzimmer und unter uns Eltern.

 

Das fällt mir so als Nachklapp ein: Unsere Politiker stehen auch an „Fleischtheken“ bei Will,  Maischberger, Illner und co….   und wir sind pikiert, weil wir ihnen bloß zuschauen und zuhören können bei ihrem mediengerechten Auftritten. Aber was hat das mit politischem Handeln zu tun?

 

Fremde Feder: Wie Täter und Opfer sich wandeln 11. Februar, 2016

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, araber, araber-"palästinenser", fatah, gesellschaft, hamas, islam, israel, israelkritik, plo, terrorismus.
Tags: , , , , , , , ,
add a comment

Immer und immer wieder ist es notwendig darauf aufmerksam zu machen, was das  „Verhältnis“ von  Palästinensern und Israel ausmacht, denn zu viele Menschen hierzulande übernehmen völlig kritiklos die Lesart palästinensischer Propaganda, die es inzwischen zu wahrer Meisterschaft gebracht hat.

Gut, dass Ulrich Sahm genauso hartnäckig wieder und wieder das Bild ein wenig zurecht rückt:

 

 

Ein kurzer Abriss des palästinensischen Terrors. Die Klischees sind bekannt: Palästinenser führen einen Befreiungskampf gegen die « Besatzung». Die weltweit verfolgten Juden behaupten sich mit einem waffenstarrenden Ministaat gegen Vernichtungsdrohungen aus mehreren Richtungen. Nebenbei unterdrücken Sie „die“ Palästinenser (wie man im Ausland auch israelische Araber pauschal nennt) angeblich im eigenen Staat. Dass die rund 2…

Quelle: Wie Täter und Opfer sich wandeln

Kein Scherz diesmal….. 9. Februar, 2016

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, familie.
Tags: , , ,
4 comments

Der Liebste stand vor meinem Bett: „Komm schnell, wir haben Wasser im Keller!“

Mein wunderbarer Mann macht jeden Morgen das Frühstück und ich darf noch ein wenig ruhen. Erst wenn der Kaffee heiß und schwarz auf dem Tisch steht trolle ich mich aus dem warmen Bett ins Bad und von dort zum Frühstück. Manchmal beschleunigt der Liebste diese schöne morgendliche Routine mit einem kleinen Scherz, der mich eilig aufstehen lässt. Wir haben beide unseren Spaß  daran.

Aber irgendetwas in seiner Stimme verriet mir augenblicklich, dass es kein Spaß war, um mich schneller aus dem Bett zu bringen. Ich lief hinter ihm her in den Keller. Sanft und friedlich schimmerte mir das Wasser entgegen, das bereits mehr als knöchelhoch die unterste Treppenstufe umspülte.

Kein Scherz.

Mit nackten Füßen watete ich durch das eiskalte Wasser von einem Raum in den anderen. Wasser überall. Der Liebste hatte schon den Haupthahn der Wasserleitung abgestellt, denn es war nicht klar, woher das viele Nass kam. In meinem Näh- und Bügelzimmer schwappte das Wasser in die Wäschekörbe,  im großen Keller standen die Hinterlassenschaften meiner verstorbenen Eltern im Wasser, ebenso die Kartons mit Büchern und alten Schulsachen der Kinder, Kartons mit Erinnerungsstücken aus allen Phasen ihrer Kinder- und Jugenzeit. Eine leere Gießkanne schwamm lustig auf dem Wasser, statt  wie sonst üblich das Wasser in sich zu transportieren, die Werkzeugkiste macht zwar einen äußerst robusten Eindruck, aber wasserdicht ist sie leider nicht. Natürlich hatte das Wasser auch nicht vor den Schränken Halt gemacht, es kräuselte sich bereits auf den unteren Fachböden.  Es sah nach einem entsetzlichen Desaster aus, denn ich bin eine begnadete Sammlerin und horte jede Menge Schätze in Kisten, Körben und Kartons und viele davon stehen auf dem Fußboden unter der Tischtennisplatte, die schon seit ewigen Zeiten nicht mehr bespielt wird und darum auch zum Abstellen aller möglichen Utensilien dient…

Zum Glück hatten aber, wie sich später herausstellte, weder Waschmaschne noch Trockner oder Gefrierschrank Schaden genommen.

Wir riefen die Feuerwehr. Die kam sehr promt und sehr schnell und pumpte das Wasser ab. Allerdings nicht alles, ein kleiner, etwa 1/2 cm hoher Spiegel blieb stehen. Den schöpften wir mit Kehrblechen ab und wischten ihn mit Tüchern auf. Es dauerte buchstäblich Stunden. Über die feine Funktion meines schlauen Telefons benachrichtigte ich die übrige Familie von der morgendlichen Heimsuchung. Einer der „Jungsbrüder“ konnte es dienstlich so einrichten, dass er noch am selben Tag zu uns kam und uns half, die Kisten – sofern sie noch tragbar waren – in die oberen Stockwerke des Hauses zu transportieren und diejenigen, die bereits zu sehr  aufgeweicht waren, gleich an Ort und Stelle zu sortieren in: das muss weg und das kann eventuell gerettet werden. Ich konnte dem allen nur relativ hilflos zusehen, mein Rücken lässt es seinfach nicht zu, schwere Lasten zu tragen. Abends kam der zweite der Jungsbrüder und half ebenfalls nach Kräften zu retten, was zu retten war, bzw. eben zu entsorgen, was entsorgt werden musste.

Die Versicherung schickte ein Unternehmen das Gebläse und Trocknungsapparate aufstellte, die geben nun Tag und Nacht ein monotones Summen und Brummen von sich. Die Männer rissen auch die Teppichböden raus (dabei mussten sie um die Möbel herumschneiden, denn die hatten wir in der Kürze der Zeit noch nicht leeren können) und nahmen sie zum Glück auch gleich mit. Sie machten unmissverständlich klar, dass das Näh- und Bügelzimmer grundsaniert werden müsste – wir hatten damals das Zimmer als Arbeitszimmer für meinen Mann aufwendig ausgebaut, einen 6 cm starken  isolierenden Fußboden aufgebracht und die Kellerwände mit Fermazellplatten verkleidet und alles wohnlich tapeziert und eingerichtet.

Ich legte Zettel, Hefte, Bücher zum Trocknen im Wohnzimmer auf dem Fußboden aus  – ein Lob der Fußbodenheizung – und wusch mehrere Ladungen Wäsche, die von den Fluten nass geworden war und stockig zu werden drohte.  Und ich trennte mich von vielen Schätzen! Was noch wirklich schön und brauchbar war, brachten wir als Spende zum Sozialkaufhaus, es wurde dankend angenommen, anderes landete da, wo es vermutlich in einigen Jahren ohnehin gelandet wäre – auf dem Wertstoffhof.

Der Liebste und C. fuhren 6 oder 7 Autoladungen zum Wertstoffhof.

In der vergangenen Woche kam eine Firma, um den Fußboden im Näh- und Bügelzimmer rauszureißen und die Fermazellplatten in 60 cm Höhe von den Wänden zu schneiden. Unter dem Fußboden hatte sich bereits in den wenigen Tagen der Schimmel breit gemacht, die Wände fühlen sich feucht an. Es wird nach Meinung der Fachleute weitere 3 – 4 Wochen dauern, bis sie wirklich trocken sind. Erst dann können wir uns an die Renovierung machen, die Schränke und Regale wirder an die Wände rücken und einräumen und alle die Dinge, die nun in den oberen Zimmern lagern, wieder im Keller an Ort und Stelle bringen.

Inzwischen –  der Rohrbruch war am 20. 1. – habe ich mich von dem Schock erholt. Ich hätte nie gedacht, dass mich so ein eher harmloses Ereignis derartig lähmen könnte, aber das war das Gefühl: Ich habe gar keine Energie, ich bin völlig kraftlos.

Und dabei war es doch nur ein  Frostsschaden. Eine Wasserleitung war infolge der strengen Kälte geplatzt. Mit Schaudern und allergrößtem Mitgefühl denke ich an die Leute, die von äußeren Hochwassern heimgesucht werden, an Dreck und Unrat, den solche Wassermassen mitbringen. Und ich denke an die, die durch Unwetter  oder Katastrophen gar ihr ganzes Heim verlieren.

Ich bin unendlich dankbar, dass die Heizung nicht ausgefallen ist, warmes Wasser bereit stand und steht und wir bei allem Schaden und aller Arbeit doch so glimpflich davon gekommen sind. Dankbar bin ich für meine Familie, die durch tatkräftige Unterstützung und durch liebevolles Aufmuntern und Gebet dazu beigetragen hat, dass wir schnell zu einem normalen Alltag und Umgang mit dem Problem zurück gefunden haben.

„….und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers HERRN Jesu Christi, …“ Epheser 5, 20