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Vom Fasten… 28. Februar, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube.
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war heute in unserer Gemeinde im Gottesdienst die Rede.

Nun möchte ich nicht in allen Einzelheiten wiedergeben was unser Pastor an guten Gedanken dazu geäußert hat, das würde mir vermutlich auch gar nicht gelingen, weil ich an dem einen oder anderen Punkt zu eigenem Nachdenken und Erinnern angeregt wurde. Davon soll hier die Rede sein.

Während meiner Kindheit war Fasten gar kein Thema.

In meiner sauerländischen Heimat und geborgen im Clan meiner großen Familie lebte ich in pietistischer Frömmigkeit, die mit katholischen Ritualen – zu denen das Fasten zu der Zeit gezählt wurde – gar nichts gemein hatte, im Gegenteil, man wahrte eine gewisse Distanz zu dieser Art von kirchlicher Glaubenslehre. Dann verschlug es meine Kleinfamilie in das strengstens katholische Münsterland und ich machte Bekanntschaft mit jungen Mädchen meines Alters, die sich ebenso strengstens an die Fastenregeln während der Passionszeit hielten: Keine Süßigkeiten, keine Wurst, kein Fleisch und schon morgens vor der Schule in die Frühmesse, was bedeutete, dass sie vorher natürlich auch nicht frühstückten….  „boaaah!“, wie man in der Gegend des Münsterlandes sagte. Das hat mir imponiert und gleichzeitig war ich unendlich dankbar, dass die Oberhirten meines freikirchlichen Gemeindebundes solche Zwangskasteiungen nicht auch von mir verlangten. Fastenzeit, das hörte sich nach „in Sack und Asche gehen“ an, bar jeder Fröhlichkeit, von Lustbarkeiten ganz zu schweigen. Nun sind pietistische oder baptistische Gemeinde weit davon entfernt, für etwaige „Lustbarkeiten“  berühmt zu sein. Singen im Chor der Gemeinde war in manchen Kreisen schon die höchste der gemeinsam erlebten Freuden. Kino, Tanz, Theater, Kirmes, Karneval oder Zirkus waren als Orte weltlicher Lebenslust überaus verpönt, geradezu geächtet. Warum also sollten wir fasten? Führten wir doch ohnehin schon einen gottgewollten Lebenswandel mit entsprechend selbsterwählter Enthaltsamkeit jeglicher sündhafter Gelüste. (Bei „normalen“ Sünden sah das natürlich ganz anders aus…)

Viel später, ich muss so um die Dreissig gewesen sein und fernab vom strengst katholischen Münsterland, wurde das Fasten auch in nicht-katholischen  Kreisen (meiner Wahrnehmung nach wieder)  modern und diverse Publikationen christlicher Denominationen warben  dafür, es während der Passionszeit einzuüben.

In Erinnerung an meine ehemaligen katholischen Schulfreundinnen bezog ich das Fasten für mich auf die Enthaltsamkeit vom Genuß schmackhafter (und kalorienreicher) Süßigkeiten, wie Eis, Gummibärchen, Schokolade und Ähnlichem mehr. Zwei oder drei Jahre später verzichtet ich auch zusätzlich auf den Genuß von Alkohol. Das fiel mir alles relativ leicht. Schwieriger war es schon, als mein Mann und ich in der Passionszeit das Fernsehgerät in den Keller stellten und sogar auf die doch gar nicht lustbetonten Nachrichtensendungen verzichteten. Der Liebste hatte und hat allerdings einen recht entspannten Umgang mit dem Thema Fasten…  Ich bin mehr so der „alles oder nichts-Typ“, was sich in vielen Bereichen meines Lebens niederschlägt und mir manchmal das Leben unnötig schwer macht.

In diesem Jahr nun standen (und stehen immer noch) folgende Vorsätze auf dem Fastenprogramm: Keine Süßigkeiten, kein Knabberzeug, kein Alkohol und  kein Internetbesuch via Smartphone.  Mich an das Letztere  zu halten fällt mir wirklich schwer, bin ich doch in den letzten Jahren zu einer Art Internetjunky mutiert, was nicht nur meinem Liebsten gar nicht gefällt, sondern mir selbst sogar als gefährlich in Bezug auf meine latent vorhandene Suchtstruktur erscheint. Meistens halte ich mich an mein auferlegtes Smartphone-Internet-Verbot, sieht man mal von dem dringend notwendigen Nachrichtenaustausch via „Was’en los“ mit der lieben Familie ab. Auch gucke ich kurz vor dem Schlafengehen, wenn ich den allzeit bereiten PC in die Ruhephase geschickt habe, noch mal schnell nach, ob, wer und warum irgendetwas gepostet hat, was ich noch unbedingt wissen muss, um beruhigt (oder eben gerade nicht beruhigt) schlafen zu können.

Merkt Ihr was? Die Konsequenz auch den PC nur noch zum Empfangen oder Verschicken von E-Mails zu nutzen, die habe ich in diesem Jahr nicht fertig gebracht. Allenfalls gelingt es mir die Zeit ein wenig zu reduzieren, die ich mit der Beschäftigung der höchst unliebsamen Nachrichten in „meinem“ sozialen  Netzwerk verbringe. Vielleicht schaffe ich es ja, auch diese Zeit bis Ostern noch weiter zu drosseln… es wäre nicht schlecht.

Um dann das zu tun, was unser Pastor dringend anmahnte, die entstandene „Lücke“ nämlich mit etwas Positivem zu füllen… in meinem Fall, mich mehr mit der realen, als mit der digitalen Nachbarschaft und Freundschaft zu beschäftigen oder vielleicht  auch einfach mal mehr mit dem Buch der Bücher innigeren Kontakt zu pflegen, als ich es sonst so tue.

Ich will es zumindest versuchen…. es lohnt sich bestimmt…. davon bin ICH überzeugt, jetzt muss ich es nur noch diesem fiesen inneren…  na, Ihr wisst schon, beibringen…

 

 

 

 

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Kommentare»

1. Paul - 28. Februar, 2016

Wäre das nicht eine Lösung?
Das Beschäftigen mit dem Buch der Bücher über das Internet. Auch andere Angebote gibt es noch.
In meinem katholischem Bereich ist das die tägliche Messe im Kölner Dom, der Besuch in Lourdes, das Evangelium Tag für Tag, Kath.net und Bibel TV. Die beiden Letzten aber mit einer gewissen Vorsicht und Zurückhaltung.
Natürlich mache ich das nicht täglich, aber doch gelegentlich mit einer gewissen Regelmäßigkeit.

Herzlich, Paul

2. Rika - 29. Februar, 2016

🙂

Eine Lösung wäre es schon…. aber die Gefahr wär groß, immer mal um die Ecke zu gucken.
Dann lieber dem OC den Stecker ziehen und ihn weit, weit weg verbannen….
Nächstes Jahr 😉


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