jump to navigation

Ich glaube, mein Schwein pfeift…. 2. März, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, integration, islam, migration, schule - kinder, sharia, wahlrecht.
Tags: , , , , , , , , , , , , ,
trackback

sagte man früher wenn man seine Fassungslosigkeit oder sein Erstaunen über eine Situation, ein Ereignis oder eine Behauptung ausdrücken wollte.

Und das ist genau das, was ich hiermit tun will!

Allerdings, Schweine pfeifen in der Regel nicht, sie quieken allenfalls, wenn sie sich in Gefahr wähnen…. ich weiß das, der Bauer von gegenüber hat noch  vor etwa  20 bis 25  Jahren regelmäßig in seinem Hof ein oder zwei Schweine geschlachtet… wir konnten das Quieken deutlich hören… und sahen dann das geschäftige Treiben und das Schwein auf der Leiter. Anschließend war Schlachtefest angesagt. Das war damals so üblich auch in unserer Gegend und vermutlich wird es in vielen bäuerlichen Gegenden heute noch so gemacht.

Aber zurück zum Thema: Ich glaube, mein Schwein pfeift!

23 Jahre habe ich als Werk- und Hauswirtschaftslehrerin an Sonder-, respektive Förderschulen  gearbeitet. Die Zubereitung von Gerichten mit Schweinefleisch gehörte ganz selbstverständlich in meinen von den Rahmenrichtlinien gedeckten Unterrichtsplan. In den 6 Jahren vor der 15 Jahre währenden Kinderpause gab es nie auch nur die kleinste Kritik daran, Schweinefleisch zu essen. Es wär an dem damaligen Schulstandort in der Abgeschiedenheit eines nordhessischen Dorfes auch sehr, sehr merkwürdig gewesen, wenn irgendwelche Eltern sich negativ zum Schweinefleisch geäußert hätten.

Bei einem Schlachter machte ich die nähere Bekanntschaft mit dem Handwerk des Schweineschlachtens, betreuten wir Lehrer doch unsere Schüler in den diversen Berufspraktikumsstellen. In aller Herrgottsfrühe fand ich mich beim besten Metzger des Dorfes ein, Meister und Gesellen und auch mein Schüler standen schon bereit. Ein Wagen fuhr vor, 4 oder 5 Schweine, so genau weiß ich es nicht mehr, wurde ausgeladen und vorübergehend in einem kleinen Gehege untergebracht, bis eines nach dem anderen zunächst mit dem Bolzenschußapparat betäubt, dann mit dem Messer abgestochen und den sich anschließenden Arbeitsgängen überlassen wurde… Abbrühen, entfernen der Borsten, abspülen, den Bauch öffnen und alles ausnehmen, was darin befindlich war…  Bis zu diesem Punkt habe ich alles mit angesehen, es war übrigens das erste Mal – und blieb auch das einzige Mal – , dass ich dieser Prozedur beiwohnen konnte. Dann bekam ich einen Schnaps auf meine bestandene „Erstschlachtung“….   das Schwein tat mir zwar ein bisschen leid, aber Wurst, Schinken und Fleisch aß ich auch weiterhin in Maßen und mit Vergnügen.

Nach der Kinderpause – wir lebten bereits im Land mit den meisten Schweinezuchtbetrieben, im schönen Niedersachsen – unterrichtete ich nun mehr ausschließlich das Fach  „Hauswirtschaft“, von den Schüler der Einfachheit halber „Kochen“ genannt. Und das taten sie mit Vergnügen: KOCHEN,  die lästige Ernährungslehre und die unweigerlich notwendigen Abwasch- und Aufräumarbeiten mehr oder weniger  billigend in Kauf nehmend. In den ersten Jahren hatten wir nur zwei oder drei muslimische Schüler an der Schule, die allesamt vollkommen säkular lebten, d.h. irgendwelche zu beachtenden Speisevorschriften gab es nicht. Das änderte sich im Laufe der Zeit. Und ich musste immer häufiger Rücksicht nehmen auf meine muslimischen Schüler. Nicht nur, dass sie kein Schweinefleisch essen durften, es war auch darauf zu achten, dass in Würstchen, die als Geflügelwürstchen ausgewiesen waren, nicht trotzdem Schweinefleisch verarbeitet war, was übrigens sehr oft der Fall ist. Auch das Kleingedruckte auf den Zutatenlisten ist genauestens zu beachten, nicht selten taucht dort der Begriff „Gelatine“ auf, die in aller Regel ebenfalls vom Schwein gewonnen wird. Ich hatte  – und habe es immer noch – viel Verständnis für diese besonderen Bedingungen, denen muslimische Kinder und Jugendliche unterworfen sind.  Ich lernte von meinen Schülern auch, dass es nicht einfach genügt, statt des Schweinefleischs eine Alternative anzubieten, ich musste auch darauf achten, dass die übrigen Lebensmittel für die muslimischen Schüler in einer  getrennten „Küche“ zubereitet wurde. (Mit Küche bezeichneten wir die 4 verschiedenen Küchenzeilen innerhalb der großen Küche, in denen jeweils 2 oder 3 Kinder gemeinsam arbeiteten). Einer meiner Schüler machte mich nämlich eines Tages darauf aufmerksam, dass  Geschirr, Besteck und Küchengeräte auf gar keinen Fall mit „Schwein“ in Berührung kommen dürfe.

In Israel hatte ich vor Ort und bei lieben Freunden das Prinzip der Trennung zwischen „milchigen“ und „fleischigen“  Speisen in Tat und Tun kennen gelernt (per Lektüre war es mir schon bekannt), das ja ebenfalls streng drauf achtet, Milchiges und Fleischiges nicht mit gleichem Geschirr und in gleichen Töpfen zuzubereiten oder anschließend im gleichen Spülbecken zu reinigen.

Ich konnte mich also gut auf diese Bedingungen einlassen.

Ich hätte aber niemals darauf verzichtet, Schweinefleisch zu verarbeiten „nur“ weil meine muslimischen Schüler es nicht essen durften. Es gab immer eine Alternative, wobei ich ehrlicherweise bekennen muss, dass manchmal die Alternative darin bestand, dass die Muslime das  Fleisch einfach nur weglassen und sich deshalb mit den Beilagen begnügen mussten. „Kochen“ in der Schule will ja auch bezahlt sein und oft genug habe ich aus meinem privaten Geldsäckel etwas zugegeben.

Mit der Zeit wurde das Vorgehen ganz normal,  einfach zur  Macht der Gewohnheit, Dinge so oder so zu regeln.

Darum kann ich es überhaupt nicht nachvollziehen, dass sich Mensen an Kitas, Schulen und Unis, in Firmen, Betrieben und öffentlichen Einrichtungen  den Zwang auferlegen, auf Schweinefleisch generell zu verzichten, um Muslimen nicht das gemeinsame Essen schwer oder unmöglich zu machen. Mit etwas gutem Willen lässt sich das doch regeln. So wie es ja in größeren Einrichtungen auch längst Usus ist, täglich ein vegetarisches Gericht anzubieten – und das ist nicht mehr der Milchreis, wie es noch zu meinen Studentenzeiten üblich war. Meine Tochter war immer total begeistert von der Vielfalt der Speisen aus denen sie in ihrer Uni-Mensa auswählen konnte.

Geradezu lächerlich finde ich darum die Erwiderung,  der in ihrer Volkserziehungbessenheit  unverbesserlichen Grünen (und neuerdings auch Mitglieder anderer Parteien),  auf den Vorschlag der CDU in Schleswig-Holstein, Schweinefleisch nicht verpflichtend vom Speiseplan zu entfernen.

So schreibt Frau Göring-Eckardt beispielsweise auf Twitter:

Witzig: fordert Integrationspflicht für Vegetarier. Unsere heißt Mettbrötchen! http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Schweinefleisch-Pflicht-in-oeffentlichen-Kantinen 

 

Das ist so strunzdumm, dass es fast schon wieder amüsant daherkommt, wäre es nicht als typisch grüne Provokation geschrieben.

Mit Sicherheit hat die CDU nicht gefordert, dass Tag für Tag auf jedem Speiseplan jeder Mensa ausschließlich „Schwein“ zu stehen habe…

 

Herr Lindner von den Liberalen gibt sich auch in Ernährungsfragen ganz liberal,  wenn er schreibt:

 

Erst , jetzt . Verrückte Idee:wie wäre es, wenn einfach jeder selbst entscheidet was er isst?CL

 

 

Advertisements

Kommentare»

No comments yet — be the first.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: