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Was für ein Kreuz…. 6. November, 2016

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, gesellschaft, islam, meine persönliche presseschau.
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mit dem Kreuz auf dem Tempelberg!

Vermutlich werden mir in Deutschland alle nur halbwegs gebildeten Menschen zustimmen, dass das Kreuz auf Kirchtürmen, in Kirchen, Klassenräumen, Amtsstuben und  Krankenhäusern (sofern sie dort noch erlaubt sind), auf Bergspitzen und das, getragen an Ketten in verschiedensten Ausführungen und Größen, nicht einfach nur als ein schmückendes Gebilde oder Kleinod gesehen, sondern  als ein christliches Symbol verstanden wird  (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Es gibt in Deutschland Berufsgruppen, da gehört das Kreuz  – getragen an einer Kette – zwar nicht zur Berufskleidung, aber doch zur Ausstattung und Kennzeichnung der besonderen Beziehung ihres Trägers zu demjenigen, den das Kreuz versinnbildlicht: JESUS CHRISTUS.

Zu den „berufsmäßigen christlichen Kreuzträgern“ gehören nach alter Tradition Angehörige der geistlichen Stände  wie  Bischöfe, Kardinäle und  in Rom der Papst. Manche von ihnen tragen das Kreuz ständig, andere „nur“ bei liturgischen Handlungen.

Es begab sich aber vor kurzer Zeit, dass  eine Gruppe von hohen katholischen und evangelischen  Geistlichen nach  Jerusalem pilgerte, der Stadt, in der alles begann  und in der  sich das Wunder von Pfingsten ereignete, das viele Christen heute als die Geburtsstunde der Kirchen bezeichnen. An diesem geschichtsträchtigen Ort wollte man neu über das nachdenken und  debattieren, was gemeinsam unter „christlicher  Kirche“ zu verstehen und zu leben sei. Nach den Aussagen der Beteiligten strebten  – nach Jahren der  streitbaren Verschiedenheit    –   „[strebten] die evangelische und die katholische Kirche ein Miteinander in versöhnter Verschiedenheit an“.(Quelle)

Zu einer richtigen Pilgerreise nach Jerusalem, so mögen sich die Geistlichen gedacht haben, gehört auch ein Besuch auf dem Tempelberg. Der Tempelberg steht unter jordanischer Verwaltung. Für „normale“ Touristen, sofern sie keine Muslime sind, ist er nur zu bestimmten Zeiten und über einen bestimmten Aufgang zugänglich. Juden ist es nicht erlaubt, auf dem Tempelberg zu beten.   Die evangelischen und katholischen hohen Würdenträger  erfreuten sich aber der Gastfreundschaft  des Scheichs  Omar Awadallah Kiswani

161020-93-000166 Bedford-Strohm und Marx treffen Scheich

Quelle

und  kamen damit  in den Genuß eines unproblematischen Besuchs auf dem „Haram Al-Scharif“.

 Haram Al- Sharif  – das ist  nach Willen der UNESCO die  einzig zutreffende und gültige Bezeichnung des Areals, auf dem einst der  JÜDISCHE TEMPEL  stand.

Der Tempel   (erbaut etwa 950 Jahre vor Chr.)  in dem sich nach dem Zeugnis der Tora   das Allerheiligste befand, das Zentrum mit der Bundeslade, gleichsam die „Beurkundung“  des Bundes, den G’tt der HERR mit seinem Volk Israel geschlossen hatte.

Der Tempel, in dem Jesus nach dem Zeugnis der Bibel nach seiner Geburt  „dargebracht wurde“, in dem er als Zwölfjähriger mit den Schriftgelehrten seiner Zeit über die Tora sprach und aus dessen Vorhof er später Händler und Geldwechsler vertrieb – „Steht nicht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker«? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht. Markus 11,17“

Der jüdische Tempel, der  nach  historischem Zeugnis wie die ganze Stadt Jerusalem im Jahr 70 nach Chr. von den Römern zerstört wurde.

Mit der Resolution der UNESCO, den jüdischen Bezug zum Tempelberg und damit auch zu Jerusalem zu verleugnen, ist ein weiterer propagandistischer Schritt gegen Israels Legitimität ein jüdischer Staat zu sein gemacht worden. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass lediglich sechs Staaten, darunter auch Deutschland, gegen die Resolution der UNESCO gestimmt haben.

Diesem Areal also, das  von muslimischen Eroberern ab 686 mit dem Felsendom und später mit der Al Aksa-Moschee bebaut wurde, galt der Besuch des katholischen Kardinals und des evangelischen Bischofs und ihren Begleitern.  Allerdings war der Besuch mit einer kleinen Bitte verbunden:

Die hohe Geistlichkeit sollte doch bitte auf Wunsch des einladenden Gastgebers die sichtbaren Zeichen ihrer Religionszugehörigkeit ablegen, die Kreuze, die unübersehbar an einer Kette hängen, gut sichtbar auf des Bischofs und des Kardinals Brust.

Zitat aus dem Bericht des Sonntagsblatt: „Seitens des Waqf, der muslimischen Religionsbehörde des Tempelbergs, gab es offenbar die klare Maßgabe für die Frauen, das Haupt zu bedecken, und für die Bischöfe, keine sichtbaren Kreuze zu tragen. Erzbischof Ludwig Schick und die anderen Diözesanbischöfe, die ein Jackett trugen, konnten ihre Amtskreuze einstecken.“

Um des lieben Friedens willen, so die Begründung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland – also des höchsten Repräsentanten evangelischer Christen in Deutschland -, sei man der Bitte nachgekommen.

Zitat: „Seine christliche Grundhaltung sei nicht, das Kreuz „demonstrativ vorneweg zu tragen“ und dadurch Zwietracht zu säen, sagte Bedford-Strohm: „Ich habe als Repräsentant einer Religion die Aufgabe, friedensstiftend zu wirken. Wenn ich das nicht tue, werde ich meiner Verantwortung nicht gerecht“, betonte der Ratsvorsitzende.“ (Quelle)

Nicht Zwietracht säen zu wollen ist zweifellos eine einem christlichen Bischof würdige Haltung. Dem Frieden zu dienen, ist ganz zweifellos im Sinne Jesu.

Ich möchte aber den Bischof fragen,  was er den arabischen Christen sagen will, die um ihres Glaubens willen, um des Kreuzes willen verfolgt, bedrängt, bedroht werden gerade auch in den Gebieten, die unter palästinensischer Selbstverwaltung stehen in Bethlehem zum Beispiel.

Ich möchte ihn  – explizit den evangelischen Bischof, der sich in Deutschland so sehr für die Belange der Muslime einsetzt –  fragen, wie er den Christen unter die Augen treten will, die in Syrien und Irak um des Kreuzes willen von Muslimen verfolgt, vergewaltigt, getötet werden,  und nein, ich lasse die Entschuldigung ausdrücklich NICHT gelten, dass es sich bei den Mördern um Islamisten handele, die angeblich  ein falsches Islamverständnis haben.

Ich möchte den Bischof  fragen , was er den Menschen in Ländern unter muslimischer Herrschaft sagen will, die sich vom Islam abwenden und Christen werden und damit Jesus nachfolgen und beinahe buchstäblich“ihr Kreuz auf sich nehmen“, wie es im Evangelium heißt, droht doch Apostaten, vom Islam Abtrünnigen die Todesstrafe, die oft genug auch vollzogen wird .

Ich möchte den Bischof fragen, wie er den christlichen Flüchtlingen unter die Augen treten kann, die um des Kreuzes willen selbst hier in Deutschland in Flüchtlingsunterkünften bedroht werden von Muslimen.

Und ich frage mich, was Juden in Israel und Deutschland zu dieser Geste des „Friedens“ sagen, ein deutscher Bischof, der sein Kreuz ablegt, um den „Haram al Scharif“  besichtigen zu können, in friedvoller Unterwerfung unter die Bitte des gastgebenden Scheichs….

Ich erinnere an den Besuch Papst Benedikts in Jerusalem im Jahr 2009, er besuchte den Tempelberg und trug das Kreuz. Niemand nahm an dem Zeichen seines christlichen Bekenntnisses Anstoß. Und ich bin sicher, dass niemand in Israel an dem Kreuz, das ein Bischof trägt, der  im Bischofsgewand auftritt, Anstoß nimmt, da doch jederman erkennen kann, dass er ein christlicher Geistlicher ist, der ein Sinnbild seines christlichen Glaubens trägt.  Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass man eher schon auf die Äußerungen, die ein deutscher Bischof in Israel über „Siedlungen und Friedenshindernisse“ von sich gibt mit Unmut reagiert.

Ich werfe dem Bischof nicht (in erster Linie)  vor, mit dem Ablegen des Kreuzes Jesus verleugnet zu haben, ich mache ihm zum Vorwurf, dass er seine christlichen Geschwister, die gerade unter Muslimen  in Bedrängnis leben, verraten hat. Es wäre ein starkes Zeichen der Solidarität gewesen, das Kreuz, das unzweideutig auf Christus weist, zu tragen auch und gerade in Gegenwart eines hohen muslimischen Würdenträgers, gerade auf dem Tempelberg.

„Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, sie selig macht, alle die daran glauben!“ sagt Paulus im Römerbrief, 1,16

Das Kreuz ist – auch für die meisten Menschen erkennbar  –  ein Zeichen dieses Evangeliums.

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Kommentare»

1. Rika - 9. November, 2016

In einem Bericht war die Rede davon, auch die Israelis hätten aus Sicherheitsgründen für den Besuch an der „Kotel“, der Westmauer des Tempelbergs das Ablegen der Kreuze verlangt. Dem widerspricht nun Major Arye Sharuz Shalicar

in einem offenen Brief an Herrn Bischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx via Facebook::

Sehr geehrte Vorsitzenden der Bischofskonferenz,
Sehr geehrter Kardinal Reinhard Marx,
Sehr geehrter Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm,
Ich fordere sie hiermit auf es öffentlich zu machen welcher Sicherheitsdienst von jüdischer Seite aus bei Ihrem Besuch der Klagemauer in Jerusalem von Ihnen gefordert haben soll „aufgrund der angespannten Lage in Jerusalem“ Ihre Glaubenssymbole nicht offen zu tragen, um angeblich „eine Provokation zu vermeiden“.
Ich habe diesen Vorwurf überprüft und man war empört über diese Behauptung.
Es ist schon fraglich genug, warum Sie vor den radikal-arabisch-muslimischen Gastgebern auf dem Felsendom eingeknickt sind (die sicherlich bei einem Besuch in einer heiligen christlichen Glaubensstätte auch ihre Symbole abgelegt hätten „aus Respekt vor dem Christentum“!!!), aber dann auch noch zu behaupten, dass aus „Sicherheitsgründen“ ähnliche Forderungen von den jüdischen Gastgebern geäussert wurden, grenzt fast schon an *******.
Ich, in diesem Fall, als Vertreter der israelischen Sicherheitsdienste, bitte um eine aufrichtige Antwort.
Danke.

Quelle: https://www.facebook.com/MajorAryeShalicar/?
hc_ref=PAGES_TIMELINE&fref=nf

2. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev - 13. November, 2016

[…] Kreuz mit dem Kreuz – den Muslimen „müssen“ wir es verbergen, um sie nicht zu provozieren und da gibt es […]

3. Rika - 15. November, 2016

Heute erst las ich einen Text in BILD des Historikers Michael Wolffsohn, den ich in voller Länge hierher kopiere, damit man den Text auch in drei Jahren oder mehr noch lesen kann.

Zitiert:

MICHAEL WOLFFSOHN
14.11.2016 – 18:08 Uhr
Sehr geehrter Herr Kardinal, sehr geehrter Herr Bischof Bedford-Strohm!
Verkehrte Welt: Sie, die höchsten Vertreter des Christentums in Deutschland, legen das Kreuz ab. DAS Symbol des Christentums. So kürzlich geschehen. Auf dem heute islamischen Tempelberg der „Heiligen Stadt“ Jerusalem, dann an der den Juden heiligen Klagemauer.
Prof. Dr. Michael Wolffsohn
Der Historiker und Publizist Prof. Dr. Michael Wolffsohn ist u.a. Autor der Bücher „Zivilcourage, Wie der Staat seine Bürger im Stich lässt“, „Zum Weltfrieden“ und „Wem gehört das Heilige Land?“
Foto: dpa

Als Jude habe ich Ihre Haltung kritisiert, denn ebenso wie Sie Muslimen und Juden gegenüber Toleranz leben, dürfen Sie umgekehrt Toleranz von Muslimen und Juden Ihnen gegenüber erwarten.
Jemanden tolerieren, bedeutet nicht Selbstaufgabe, sondern das Anders-Sein des Anderen zu akzeptieren.
Sie haben sich der Forderung Ihres islamischen Gastgebers unterworfen. Sie haben dann darauf hingewiesen, dass Sie auch an der Klagemauer das Kreuz abgelegt hätten, weil die jüdischen Verantwortlichen sie ebenfalls darum gebeten hätten.
Ich antworte: Das macht Ihr Verhalten weder besser noch – im Sinne der Toleranz – richtig.

Ich ergänze: Ihre Erklärung stimmt nicht. Meine Recherchen in Israel ergaben, dass kein politischer, militärischer oder religiöser Vertreter Israels Sie hierzu aufgefordert hat.
HINTERGRUND
Besuch des Tempelbergs
KIRCHEN-SENSATION
Kardinal und Bischof verzichten aufs Kreuz
Kaum zu glauben, aber wahr: Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strohm entledigten sich kürzlich ihres Kreuzes.

Nicht auszuschließen ist, dass irgendeine jüdische Privatperson Sie hierum gebeten hatte. Doch diese kann nicht im Namen Israels oder „der“ Juden auftreten. Es ist zutiefst bedauerlich, dass die Version der beiden obersten christlichen Glaubenshüter Deutschlands nicht glaubwürdig ist.
Verehrter Bischof Bedford-Strohm, Sie warfen Kritikern auf der Pressekonferenz der EKD-Synode in Magdeburg vor, diese würden einen „Kulturkampf“ inszenieren, „um zu zeigen, der Islam sei intolerant.“ Nicht der Islam ist das Thema. Sie sind es. Sie und Kardinal Marx unterwerfen sich als Christen.
Wo bleibt Ihre Vorbildfunktion, wo Ihr Bekennermut, wo Ihre Zivilcourage?
„Evangelisch.de“, das multimediale Kompetenzzentrum der Evangelischen Kirche, sprang Ihnen am 6. November 2016 zur Seite: „Vor allem aus rechtsgerichteten Kreisen“ würden Sie kritisiert.
Das lasse ich mir nicht unterstellen. Meine Eltern und Großeltern mussten 1939 als Juden vor Hitler und seinen Schergen fliehen. Als Überlebende des sechsmillionenfachen deutschen Judenmordens kamen sie 1949/54 trotz allem nach Deutschland zurück. Ich als Siebenjähriger mit ihnen. Wir haben das nie bereut. „Rechtsgerichtet“ hat in Deutschland den Beigeschmack „Nazi“. Sie sehen sicher ein, dass „Ihr“ EKD-Organ sich mir gegenüber vergaloppiert hat.
Auch andere, wie „Spiegel Online“-Kolumnist Jan Fleischhauer, die Ihnen oder der EKD widersprechen, sind nicht automatisch rechtsgerichtet.
Ist jemand „rechts“, wenn er/sie von christlichen Repräsentanten erwartet, dass diese zu ihrem Christentum stehen? Gilt Ihre Toleranz nur Muslimen und nicht ihren Mitchristen und den Juden? Ist nicht genau das der Stoff, aus dem der Trumpf von Trump und Konsorten auch in Deutschland entsteht, besteht und zu deren Triumph führt?
Sich mit Kritik konstruktiv auseinandersetzen, ja, sie als Chance zu begreifen, ist gerade in der aktuellen politischen Situation der einzige Weg, unsere demokratische und religiöse Freiheit dauerhaft zu bewahren.
Es grüßt Sie im Geiste wechselseitiger Achtung und Selbstachtung,
Ihr Michael Wolffsohn

Quelle: http://www.bild.de/politik/ausland/michael-wolffsohn/antwort-an-kardinal-und-ekd-vorsitzendem-48758212.bild.html

4. Paul - 16. November, 2016

Danke, liebe Rika,
sowohl für Deinen Beitrag, dem ich vollinhaltlich zustimme, als auch für deine Nachträge. Die Nachfrage des Majors und der Artikel von Wolffsohn wären an mir vorbei „gerauscht“.

Als Katholik schäme ich mich für das Verhalten dieses Repräsentanten meiner Kirche. Da auch der Papst sich ähnlich verhalten hat, scheint das ein Fehler im System zu sein, der mich tief betrübt.

Beim Besuch von Flüchtlingen auf der Insel Lesbos wurde nur über muslimische Flüchtlinge berichtet. Zwei muslimischen Familien hat er Obdach im Vatikan angeboten. Als wenn es keine christlichen Flüchtlinge gäbe.
Tausende Christen wurden in islamischen Ländern getötet. Nur wegen ihres Glaubens. Protest des Papstes? Fehlanzeige.
Das ist es was mich aufregt.

Herzliche Grüße, Paul


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