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Randale nach dem Abpfiff… 23. Januar, 2017

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik.
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Das Spiel ist aus.

Völlig überraschend hat die hoch favorisierte Heimmannschaft verloren.

Das Nachhaken beginnt, das Nachtreten auch.

Hatte der Trainer die falsche Strategie? War seine Taktik  nicht gut genug auf den Gegner abgestimmt?

War am Ende sogar der Schiedsrichter bestochen?

Die enttäuschten Fans ziehen, laut grölend ihren Unmut kund tuend,  durch die Stadt. Ihr Frust entlädt sich. Passanten werden angepöbelt.  Schaufenster gehen zu Bruch.

Noch am gleichen Tag entsteht  ein mächtiger Shitstorm im Internet.  Der Sieger steht am Pranger. Heimtückische und unfaire Spielzüge werden ihm vorgeworfen. Eigentlich hätte der Verlierer den Sieg verdient. Die Medien greifen das Thema auf.

Das hätte so an jedem Bundesligaspieltag stattfinden können.

Aber es war und ist kein Fußballspiel, das ich mit ungläubigem Staunen beobachte.

Es ist gar kein Spiel.

Die Amerikaner haben einen neuen Präsidenten gewählt. Und völlig überraschend hat nicht die hoch favorisierte, Politik erfahrene Kandidatin der Demokraten gewonnen, sondern ein Mann, dem man so ziemlich alle unfeinen Unarten anhängt, über die alle aufrechten Demokraten der Welt mit Empörung reagieren und der Blätterwald  mit kritischem Eifer berichten kann.

Ich erspare mir die lange Auflistung seiner Unzulänglichkeiten und  Untugenden (die sicherlich vorhanden sind und die ich weder beschönigen noch verschweigen will) …. das mag jeder selber  in jeder beliebigen Zeitung, jedem beliebigen Magazin oder modernem Medium seiner Wahl nachlesen oder sich von erfahrenen Nachrichtenverbreitern in Radio und Fernsehen erzählen lassen.

Die Amerikaner haben in einem demokratischen Prozess zunächst die Kandidaten für das höchste Amt des Staates bestimmt…. und wir wurden Zeugen dieses monatelang währenden Schaulaufens der Protagonisten in den beiden großen Parteien und einigen Splittergruppen. Am Ende bestimmten die Demokraten Hillary Clinton und die Republikaner Donald Trump. Hier in Deutschland beteiligten sich nahezu alle Medien an  diesem Spektakel, denn dazu haben sie es gemacht, und die herrschende politische Elite des Landes hielt mit ihrem Zuspruch für die Demokratin nicht hinter den Berg. Die Medien taten es ihnen gleich und machten beinahe drohend deutlich, dass nur Rechtspopulisten einem Kandidaten Trump die Stimme geben würden.

Die Vereinigten Staaten von Amerika müssen das Land der Rechtspopulisten sein, die für die Wahl  ausschlaggebende Mehrheit der Bevölkerung jedenfalls.

Diese Mehrheit entschied sich für Trump und gegen „Hillary“, wie sie freundlich vereinnahmend von vielen genannt wurde.

Und seitdem steht sie Kopf, die Welt der klugen, demokratischen, global denken und handelnden Politiker,  und die Medienwelt dazu. Nahezu alle Repräsentanten der maßgeblichen im Bundestag und in den Landtagen vertretenen Parteien reagieren entsetzt, befürchten den Untergang der westlichen Demokratien, beschwören ein nie da gewesenes Desaster, überschlagen sich mit Formulierungen des Abscheus, die sich jeder Privatmensch verbitten würde und die im neuen Konzept der Maas’schen „Hatespeech“-Kampagne unweigerliche unschöne Konsequenzen für den lästernden Kommentator nach sich ziehen würde.

Doch wer glaubte, dass sich das in den langen Wochen nach der Wahl irgendwie legen würde, der sah und sieht sich getäuscht. In den Tagen vor dem Amtsantritt des neuen Präsidenten schwangen sich die Trump-Gegner zu wahren Höchstleistungen auf und das ist auch jetzt, nach der Einführung des POTUS keineswegs weniger geworden. Mein Heimatblättchen, die HAZ (Madsack)  widmet heute dem Ungeliebten eine Doppelseite  und erfreut sich über die Proteste in Amerika*** unter dem schönen Titel: „Amerika meldet sich zurück“.

Doch all das ändert nichts an der Tatsache: Donald Trump ist der demokratisch gewählte Präsident der USA.

Mag sein, dass die „Trump-Wähler“ politisch naive Menschen sind, ungebildet und  oder dumm dazu. Sie haben in einem demokratischen Verfahren ihre Stimme abgegeben. Herr Trump ist nicht durch einen Putsch an die Macht gekommen –  wie gerade Herr Erdogan versucht, das demokratische Gefüge seines Landes zu verändern.  Donald Trump hat sich nach den Regeln der amerikanischen Gesetze zur Wahl des Staatsoberhaupts um das Präsidentenamt beworben und ist gewählt worden.

Mag sein, dass das Wahlsystem in den USA ihn, Trump,  begünstigt hat, ich kann das nicht beurteilen, aber er ist der demokratisch gewählte Präsident seines Landes.

Mag sein, dass das moderne Kommunikationssystem mit Twitter, Facebook und Bloggern  (das ja allen Akteuren zur Verfügung stand, nicht wahr?) ihn begünstigt hat, aber er ist der gewählte Präsident seines Landes.

Mag sein, dass Medien geschmiert wurden und falsche Nachrichten über seine Widersacherin verbreitet wurden – das muss, sofern es justiziabel ist, geklärt werden -, aber er ist der gewählte Präsident seines Landes.

Mag sein, dass das allen europäischen und weltweit regierenden demokratisch gewählten Staatsoberhäuptern überhaupt nicht in den Kram passt, aber Donald Trump ist der demokratisch gewählte Präsident seines Landes.

Mögen die Stegners, Steinmeiers, Özdemirs und Göring-Eckarts dieser schönen bunten Republik auch noch so erregt wie betroffen Gift und Galle spucken, Donald Trump ist der demokratisch gewählte Präsident seines Landes.

Mag sein, dass die Empörungsorgie in Funk und Fernsehen, den Zeitungen und Magazinen, online wie gedruckt noch immer weiter und noch immer höchste Wellen schlagen, aber Herr Trump ist der demokratisch gewählte Präsident der USA.

Kommen wir  also mal alle wieder auf den Teppich.

Und machen wir es  nicht wie die  verärgerten  HSV-Fans am letzten Wochenende, die randalierend und pöbelnd durch Hannovers Hauptbahnhof zogen.

Seien wir  faire Beobachter und Kommentatoren der Entwicklung nach einer Wahl, die wir nicht mit entscheiden konnten und gewähren wir in demokratischer Fairness auch dem – möglicherweise  gegen   „unseren“ erklärten   Willen gewählten –   Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika das, was hierzulande eine gute Gepflogenheit nach Wahlen ist:

100 Tage Schonfrist für den neuen Mann im Weißen Haus.

………………………………………………

***

Zu den Protesten, den  Aufmärschen der Frauen sage ich jetzt nichts, einige der Bilder sprechen für sich…. schamlos, würdelos und respektlos.  Sie, diese Frauen, sprechen und marschieren aber ganz sicher nicht für mich!

Und wenn sich schon Frauen in demokratischen Gesellschaften für Frauenrechte einsetzen und demonstrieren, dann sollten sie sich mit den vom IS geschundenen Frauen solidarisieren, mit den nach Sharia-Recht entmündigten Frauen muslimischer Gesellschaften,  mit zwangsverheirateten Mädchen, mit rechtlosen Frauen in Afghanistan, mit den jungen Mädchen, deren Genitalien verstümmelt werden. Und sie sollten dagegen protestieren, dass Abertausende weibliche Föten abgetrieben werden….  weil von Männern dominierte Familienclans  es so wollen.

 

…………………………………………………………………………

NACHTRAG  am 24. Januar 2017

Einen ganz und gar wunderbar lesenswerten Text zur Anti-Trump-Hysterie gibt es hier:

Make thinking logical again

Danke an Roger Letsch für seine Gedanken, Zitat: „Geschrieben am 22.1.2017, dem zweiten Tag nach der Apokalypse. „

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Kommentare»

1. Paul - 24. Januar, 2017

Liebe Rika,
dieser Meinung bin ich auch.
Überall habe ich geschrieben, dass ich erst ab Mitte April seine Taten beurteilen werde.
Dabei ist für mich der Gradmesser sein Verhalten zu Israel. Der Standpunkt Obamas war für mich unerträglich.
Bei der Beurteilung inneramerikanischer Angelegenheiten werde ich mich sehr zurückhalten.
Beispiel: Obamas gesetzliche Krankenversicherung hielt ich, als er sie vor einigen Jahren angekündigt hat, für sehr vernünftig. Ein Klassenkamerad von mir, der schon seit Jahrzehnten in Amerika, jetzt in Texas lebt, hat mir den „Zahn ganz schnell gezogen“. Jetzt weiß ich warum ein großer Teil der Amerikaner, kann sein, dass es inzwischen die Mehrheit ist, dies ablehnt. Diese Denkweise ist mir völlig fremd. Die Amerikaner denken eben anders. Deshalb halte ich mich da sehr zurück mit der Beurteilung.

Seit heute habe ich den Eindruck, dass Trump die Wirtschaft zum Schwerpunkt seiner Politik macht. Er scheint das Land wie ein großes Unternehmen führen zu wollen. Mal sehen was daraus wird. Im Interesse der Amerikaner wünsche ich ihm viel Glück.

Noch eine Anmerkung:
Über Trump zerreißen sich unsere Medien und Politiker „die Mäuler“. Er wird als ein „ganz schlimmer Finger“ dargestellt.
Auffällig ist das Schweigen zu Erdogan, der sich gerade anschickt als Diktator die Großtürkei zu errichten und der Deutschland als eine türkische Provinz behandelt.
Darüber regt sich kaum jemand auf. Dabei ist das für uns gefährlicher und existenzbedrohender, als die Politik Trumps.

Herzlich, Paul

2. Rika - 24. Januar, 2017

Lieber Paul,
volle Zustimmung zu Deiner Anmerkung zum Sultan….

3. caruso - 28. Januar, 2017

Liebe Rika,
endlich ein normaler Artikel! Es gibt nicht viele. Den von Dir erwähnten von Roger ??? fand ich auch sehr gut.
Ja, die Leute haben wieder einen Grund auf die USA zu schimpfen. Aber sich hinter ihrem Rücken zu verstecken, wenn es brenzlig wird, das ist ok. Denn für die eigene Verteidigung Geld auszugeben und, falls notwendig, zu kämpfen… pfuj. Wir sind ja Pazifisten. Besser, die USA
erledigen die Arbeit. Dann haben wir wieder Grund zu schimpfen, weil sie das nicht nach unseren hohen moralischen Ansprüche erledigen — Ich merke gerade, ich schreibe als wäre ich eine Deutsche. Das bin ich aber nicht. Es ist nur so, daß dieses Verhalten mich ärgert. –
Ja, der Sultan. Ich hege die Befürchtung, er könnte für und (D und A) viel gefährlicher werden, als wir es uns vorstellen. Dieses Gefühl kann ich nicht begründen. Es wohnt in meinem Bauch:-)))
Ich hoffe, Dir und Deinen Lieben geht es gut. Ich huste noch immer. Der Arzt tröstet mich, daß es noch lange dauern wird. Blöd! (Das Husten, nicht der Arzt!)
Bleibt alle gesund!
lg
caruso


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