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Eine interessante Frage… 31. Januar, 2017

Posted by Rika in gesellschaft, medien, politik, presse.
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…. wirft für mich die allmorgendliche Lektüre meiner Zeitung heute auf,  schreibt sie doch ausführlich auf der großen Doppelseite 2 und 3 über das Thema „Fakten oder Lügen“ und zitiert Herrn Garri Kasparow mit dem schönen Satz:  „Es gibt nur eine Wahrheit, aber eine unendliche Menge von Lügen“.   Das löst in mir  – christlich sozialisiert und bibelfest  –  natürlich sofort den Reflex aus, an das Bibelwort zu denken und Jesus zu zitieren: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben…“. Aber darum geht es weder der HAZ noch Herrn Kasparow, vermute ich. Denn eigentlich geht es um den postfaktischen oder faktenresistenten Herrn Trump und alle seine (rechts)populistischen Follower im schönen Deutschland, Europa und der Welt. Dazu darf auch Herr Geissler seinen von  Altersweisheit getragenen (Senf sage ich jetzt mal nicht ) Kommentar abgeben, verkürzt wiedergegeben bereits in der Überschrift des Interviews, das mit ihm geführt wurde: „Trump ist nicht umsonst Idol der AfD“

Auf Seite 4 werde ich über den weltweiten Widerstand gegen Trumps Einreiseverbote ***s.u.  informiert. Da wird sogar das ansonsten nur mit Kritik belegte israelische Außenministerium zitiert, das das Verbot „als falsch und traurig“ bezeichnet. Wenn es der Stärkung der eigenen Meinung dient, greift man sogar auf diejenigen zurück, die man sonst immer der falschen Politik bezichtigt, wie  übrigens dann auf Seite 5 in großer Aufmachung zu lesen ist:

„Israel will Siedlungen legalisieren“    Natürlich ist das meiner Zeitung zufolge  gänzlich falsch, wie nicht nur die Bundesregierung verlautbaren lässt, führt das doch dazu, dass eine Zweistaatenlösung“ nicht mehr möglich sei und dies, wie die Autorin des Artikels in ihrem Schlusssatz kundtut, die Grundlagen des gesamten Friedensprozess in Frage stellen würde.  Gut, dass meine wunderbare Tageszeitung das noch einmal so deutlich hervorhebt.

Nicht das als „judenrein“ geplante Staatsgebiet „Palästina“, nicht die Glorifizierung der arabisch-palästinensischen Terroristen, die Israelis auf offener Straße abstechen, überfahren oder   in deren Häusern, Restaurants und Synagogen hinterrücks  morden, auch nicht der Aufruf der Hamas an die weltweite Ummah der Muslime, den Kampf gegen Israel so lange zu führen, bis das zionistische Gebilde besiegt und von der Landkarte getilgt  ist    –     eine  Forderung übrigens,  die nach wie vor und mit Nachdruck von dem, wieder neu in den Kreis der vielversprechenden Handelspartner aufgenommenen,  IRAN erhoben wird  -,      gefährden den Friedensprozess, nein, es sind die „Siedlungen“. Dieses ewige Mantra wird solange in den Regierungsetagen und den Medien der „freien westlichen Welt“ (in der  Welt der muslimisch dominierten und von der Sharia beherrschten Gesellschaften ist das ja ohnehin Staatsdoktrin)  wiederholt, bis der Effekt eintritt, mit dem Marina Weisband in dem Artikel über Fakten und Lügen /Seite 2 und 3, s.o.) zitiert wird: „Wenn du steif und fest behauptest, der Himmel sei grün, ist dein Ziel nicht, dass ich dir glaube. Dein Ziel ist, das so lange zu tun, bis ich sage: Das ist deine Meinung. Ich habe meine. Niemand kann objektiv sagen, welche Farbe der Himmel hat. So legitimiert man das offensichtlich Falsche.“.

Die Regierungen und Medien legitimieren durch die ständige Wiederholung des Mantras von dem „Friedenshindernis“ Siedlungen das offensichtlich Falsche.  Und sie wissen das –   eigentlich. Uneigentlich beherrschen vermutlich sehr starke Wirtschaftsinteressen die Politik, die sie gegen Israel verfolgen.

Meine Haltung und Einstellung zu Israel und zur Berichterstattung darüber ist hinlänglich bekannt. Das wollte ich heute nicht erneut zum Thema machen.

Die Frage, die sich mir angesichts der Lektüre meiner heutigen Tageszeitung stellt, ist eine andere.

Qui bono?

Welche Effekte werden mit Nachrichten und Meinungen wie den heute veröffentlichen erzielt oder sollen erzielt werden? Angesichts bevorstehender Wahlen eine nicht zu vernachlässigende Fragestellung.

Welche  innenpolitischen Probleme sollen aus dem Fokus der Berichterstattung genommen werden –   etwa Sicherheitsfragen,  Terrorgefahr, , Flüchtlinge und Integration, Einwanderungsgesetz, soziale Sicherheit, Arbeitsbedingungen, Geldwirtschaft, Infrastruktur, Auseinandersetzung mit dem Islam, Genderdiskussion,  aufkommender Nationalsozialismus, links-grüner Faschismus, Ökologie, Energiewirtschaft, Antisemitismus und… und … und.

Wo wird das offen diskutiert, und zwar ohne zu polarisieren zwischen Gut = Merkel (CDU, SPD, Linke, FDP, Grüne) und Böse = Trump (AfD).  Gibt es überhaupt ein Interesse daran, diese Fragestellungen offen zu diskutieren mit allen Schwarz-, Weiß- und Grautönen und dabei zuzulassen, dass auch durchaus Ansichten des politischen Gegners „gut“ sein können oder ist es vielleicht vielmehr so, dass wir mit der öffentlichen Aufregung über die Angelegenheiten fremder Staaten zwar so etwas wie eine politische Meinung äußern und diskutieren und uns dabei sooo politisch interessiert und aktiv finden können, aber die Auseinandersetzung  über uns selbst, unsere Gesellschaft, das was uns direkt betrifft, also auch die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen, auf diese Weise geschickt unterlaufen und unterbunden wird?

Hat jemand eine halbwegs schlüssige Antwort?

Gibt es die überhaupt?

 

 

***  Nachtrag vom 1. Februar 2017

Gerd Buurmann hat sich mit der Auswirkung des Einreiseverbots auf Europa auseinandergesetzt. Bitte lesen:

Das Einreiseverbot trifft auch Europa!

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