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Aus Rikas Küchenkabinett – Logik ist ein schweres Ding… 8. November, 2018

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, gesellschaft, politik.
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Ich stehe in meiner Küche und sollte eigentlich kochen, aber ich denke bloß so vor mich hin…

Über diesen Artikel, den ich heute bei Achgut gelesen habe : „Sachpolitik? Die irre Demontage der Autoindustrie (1)“

Ich mache mir schon länger Gedanken über die Vereinbarkeit, bzw. Unvereinbarkeit von Wohlstand einerseits und Rückbesinnung auf die Natur andererseits. Wie soll das zusammen gehen? Wie funktionieren?

Ich gehöre zu der Generation der „die Gnade der späten Geburt“ zuteil wurde, d.h. die Schrecken des Krieges habe ich überhaupt nicht mitbekommen –  da gab es mich noch nicht – und ich war auch noch zu klein, um die mageren Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik bewusst zu erleben. Mir ging es gut. Meine Eltern, Großeltern und auch der Rest der Familie gaben mir das Gefühl von Geborgenheit und einem guten Auskommen, auch wenn das Gehalt des Vaters schmal und die erste eigene Wohnung der Eltern winzig war (nach 3jährigem Zusammenwohnen mit den Großeltern und zwei Tanten in der großelterlichen Wohnung).

Es ging aufwärts mit uns allen in der Familie, die Wohnungen wurden mehr und größer, Luxusgüter wie Kühlschrank, Gasherd, Waschmaschine und , man höre und staune, auch Fernseher wurden (später) angeschafft. Einer der Onkel hatte gar ein Motorrad, ein anderer in den frühen 60er Jahren sogar einen Dienstwagen… und ein dritter war stolzer Besitzer eines Käfers. Der Erwerb dieses absoluten Luxus gelang meinen Eltern Anfang der  70er Jahre. War das toll.

Seitdem gehört das Auto auch zu meinem Leben. Käfer, Golf, Passat, waren in den folgenden Jahren „unsere“ bevorzugten fahrbaren Untersetzer, jetzt fahren wir (der Liebste und ich) Skoda und betreiben nach Jahren der „Zwei Autos“ nun innerfamiliäres Car-Sharing. Es funktioniert ganz gut, zumal wir als Ruheständler nicht unbedingt jeder ein Auto benötigen.

Und so wird uns das Schreckensszenario, das sich vor meinem inneren Auge abspielt, wohl auch nicht gar so hart treffen.

Aber alle diejenigen, die jetzt noch so unbekümmert jung und lebenslustig sind und gar nicht bemerken, was sich da für die Zukunft auftut, die wird es treffen.

Kommt es wirklich so, wie in dem Artikel beschrieben, bedeutet das nicht nur den Verlust an mobiler Flexibilität, der wäre ja irgendwie noch zu verkraften, nein, es bedeutet auch den Verlust an Arbeitsplätzen für Hundertausende. Denn machen wir uns doch nichts vor, werden keine Diesel und Benziner für den privaten Gebrauch mehr fabriziert, stehen also die Bänder still (nicht weil der Arbeiter es will, um an einen alten Slogan der Gewerkschaft zu erinnern), müssten unglaublich viele Menschen anderweitig Arbeit finden. Denn der Bau von E-Autos, so ließ ich mir von einem Experten erklären, verlangt nur ein Bruchteil der Arbeitsplätze, die jetzt für die Verbrenner gebraucht werden. Aber wo wären die erforderlichen Arbeitsplätze zu finden? Mit noch mehr Nagelstudios und Tattoo-Salons wird man die Wirtschaftskraft Deutschlands kaum erhalten – ganz abgesehen davon, dass Menschen ohne Arbeit meistens auch ohne ausreichendes Einkommen sind und für Nagelstudio, Tattoo oder  Daddelbuden ohnehin keine Geld haben. Hinzu kommt noch, dass wir ja jährlich viele Migranten aufzunehmen haben, auch sie müssen doch einen Arbeitsplatz bekommen, lägen sie doch sonst den Sozialsystemen auf der Tasche.

Schon heute jammern die Wirtschaftsweisen, dass immer weniger Junge immer mehr Alte via Rente mitversorgen müssen… nach der Stilllegung der Autoindustrie wohl auch noch immer mehr Arbeitslose…

Und sage jetzt niemand, all die vielen Verbrenner würden dann eben durch E-Autos ersetzt werden.

Energie ist das Geheimnis und der Knackpunkt.

Wenn alle Verbrenner durch E-Autos ersetzt werden, muss für diese Autos auch die nötige Energie bereit gestellt werden.

Aber wir wollen ja nach Willen der Grünen und der Regierung aus der Kohleverstromung aussteigen, wie ja auch demnächst das allerletzte AKW vom Netz gehen wird.  Sonne und Wind sollen es zukünftig richten. Doch schon heute ist klar, dass aktuell die so erzeugte Energie nicht ausreicht, um den gegenwärtigen Bedarf tatsächlich zu sichern.

Frage:  Wie soll dann die ZUSÄTZLICH von den E-Autos benötigte Energie in ausreichendem Maße sicher gestellt werden?

Ganz Schlaue – und die findet man vor allen Dingen in der grünen Fraktion – erzählen uns darum von der goldenen Zukunft ganz ohne persönlichen Fahruntersatz (in Form eines Autos). Man teilt sich die Kisten. Geht klar.

Und fährt Bus und Bahn.  Geht vermutlich nicht klar.

Das Schienennetz der Bahn ist unzureichend ausgebaut für alle die vielen Leute, die dann Bahn fahren müssten, weil sie ja kein individuelles Automobil mehr besitzen. Der öffentliche Nahverkehr ist verdammt teuer (entschuldigt bitte den Ausdruck)…. vielleicht wird sich das ja ändern oder die Rechnung geht so: was wir bisher an Anschaffung, Steuern, Versicherungen und Benzingeld fürs Auto ausgegeben haben, fließt jetzt eben in die Öffis, die sind zwar nicht ganz so  bequem und auch nicht so zuverlässig bereit wie mein Auto in der Garage, aber sei’s drum. Es wird schon. Viele Millionen Autofahrer verstopfen die wenigen  funktionsfähigen Bahnen und  Busse und lernen sich so ganz neu und auch viel besser kennen.

Und dann ist da noch das Problem mit den Brücken! Tunnel und Brücken sind marode oder werden es bald sein, umso mehr, wenn deutlich mehr Züge fahren müssen. (Die Züge brauchen übrigens auch elektrische Energie, will ich nur mal schnell noch einfügen in mein goldenes Zukunftsbild.)

Viele andere Fragen müssten auch noch in dieses Bild eingefügt werden, es würde den Rahmen meiner kleinen Glosse sprengen, darum lass ich es bei diesem einzigen Aspekt „Automobilindustrie“ bewenden.

Das Fazit, das Gerd Held in Bezug auf den zu erwartenden Niedergang dieser Industrie zieht, liest sich so:

Der Angriff auf den Diesel ist nur der erste Schlag. Da der Benzinmotor bei einer vergleichbaren Steigerung der Grenzwerte ebenfalls nicht haltbar ist und die Alternative E-Mobil weder sozial bezahlbar noch ökologisch verträglich ist, läuft der Schlag gegen den Diesel auf einen Schlag gegen das Automobil selbst hinaus. Am Ende der jetzt ablaufenden Kettenreaktion wird das Auto nur noch als exklusives Gut vorhanden sein. Der motorisierte Individualverkehr wird zum Privileg werden.

 

Ich stehe also in meiner Küche und denke so vor mich hin und frage mich und Euch, die Ihr hier lest, wie soll das also gehen mit dem gleichzieitigen  Verzicht auf  Kohle, Gas  und  Kernkraft als sichere Ernergieversorgung  und damit auch auf so Vieles, was bisher so selbstverständlich für uns war: Sichere Arbeitsplätze, hohe Mobilität, ausreichende Energie, gutes Ein- und Auskommen.

Hat die Regierung einen geheimen Plan wie wir das schaffen sollen?

 

 

 

 

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