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„Ich will, dass Ihr in Panik geratet“… 26. Januar, 2019

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, medien, politik, presse.
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Ich will, dass Ihr in Panik geratet!“

Das sagt das junge 16jährige Mädchen, Greta Thunberg   – und die Pressse jubelt ihm nahezu kritiklos zu.

So macht auch meine Heimatzeitung, die HAZ, auf Seite 1 diese schöne Aussage zur Titelzeile eines Artikels über die mutige Kämpferin für ihre und die Zukunft unseres Planeten.  „Mit einem emotionalen Appell hat die 16 Jahre alte Klimaaktivistin Greta Thunberg die Top-Manager und Spitzenpolitiker in Davos zu sofortigen Maßnahmen gegen den Klimawandel aufgerufen.“  schreibt die HAZ.   ImText wird Greta mit diesen Worten an die anwesenden Manager zitiert:

Ich will, dass ihr handelt, als wenn euer Haus brennt, denn das tut es.

Ich will eure Hilfe nicht, ich will nicht, dass ihr ohne Hoffnung seid. Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre. …

Jetzt ist es an der Zeit, deutlich zu sein. Die Klimakrise zu lösen, ist die größte und komplexeste Herausforderung, der die Menschheit je gegenüberstand. An Orten wie Davos erzählen Menschen gerne Erfolgsgeschichten. Aber ihr finanzieller Erfolg hat ein unvorstellbares Preisschild. Und beim Klimawandel müssen wir anerkennen, dass wir versagt haben.

 

Ich erinnere mich, dass ich als 16jährige entweder den Schwarm meiner kindlichen Sehnsucht heiraten, oder Missionarin in Afrika werden wollte. Als Alternative überlegte ich eine zeitlang, mit meiner Lieblingstante Herta, die ledig war, eine Junggesellen-WG aufzumachen. Damals sagte man aber noch nicht WG und Junggesellinnen gab es auch noch nicht. Das kam später. Im jugenlichen Überschwang und im Bewusstsein der eigenen „Beinah-Unsterblichkeit“ und nahezu unbegrenzter Möglichkeiten , kann man leicht  glauben, die Welt sei ähnlich leicht zu handhaben wie der bunte Ball, mit dem wir damals „Ball an die Wand“ spielten, dabei ging es darum, möglichst viele kunstvolle Würfe zu machen, bevor der Ball dann auf der Erde landete. In sofern kann ich auch den jugendlichen Überschwang der hübsch bezopften Greta aus Schweden gut verstehen.

Aber dennoch…. und ein „Dennoch“  gibt es.

Ich habe es in verschiedenen Variationen bei facebook in Form von Kommentaren beschrieben, und damit ich das nicht alles noch einmal neu schreiben muss, kopiere ich diese Aussagen einfach hierher. Ich begann an diesem Morgen mit einem eigenen Eintrag bei fb:

 

Ich lese die Zeitung, die HAZ. Auf Seite 1 springt mir eine Überschrift ins Auge:
„Ich will, dass ihr in Panik geratet“.
Ich gerate tatsächlich in Panik, aber nicht wegen einer möglichen Klimakatastrophe, sondern darüber dass eine ungebildete 16-jährige Göre gefeiert wird als neuer Stern am Himmel des Klimakatastrophen-Kampfes. Darüber, dass ernst zu nehmenden Wissenschaftlern, die vom Mainstream abweichende Modelle vortragen könnten, kein Raum zur Darlegung ihrer Erkenntnisse gegeben wird, sondern dass ihnen stattdessen ohne Anhörung jegliche Wissenschaftlichkeit abgesprochen wird.
Ich gerate in Panik darüber, dass hierzulande Schüler von den Medien geradezu gepusht werden, dem kleingeistigen Weltbild Gretas zu folgen und auf die Straße zu gehen.
Ich gerate in Panik über die manipulative Macht der Medien, die es fertig bringen, ein Schulmädchen zum Heiland der Welt, zur Rettung der Klimaideologen zu schreiben.

Ich gerate in Panik darüber, dass offenbar die Mehrheit der Medien von allen guten Geistern verlassen ist…. Sachlichkeit, Objektivität und kritisches Denken an den Nagel gehängt haben, der fernab ist von jeder von Vernunft geprägten Verantwortung für das, was sie in die Welt sagen und schreiben.

Ich kommentiere aber auch bei anderen Facebook-Nutzern und auch in Erwiderung auf andere Kommentare.

Und zwar so:

Ich verstehe die Medien nicht, die doch diesen Hype erst erzeugt haben. Ich betrachte es als Missbrauch an einer Jugendlichen, die unversehens auf eine Bühne gestoßen wird, die viel, viel zu groß ist.

Die Erwachsenen leiten in Deutschland gerade eine der radikalsten Wenden in der Energieversorgung und in der Industrielandschaft ein, die wir bisher kannten
Gerade hier in Deutschland ist darum Gretas Vorwurf völlig überflüssig. Die Wende kann nicht schneller vollzogen werden.
Würden alle noch verbliebenen (klassischen)  Stromerzeuger JETZT abgeschaltet, stünden wir buchstäblich im Dunklen. Das müsste eigentlich selbst dem besten Kämpfer für die Energiewende klar sein. 
Auch den Inividualverkehr kann man nicht abschaffem, solange es keinen ausreichenden öffentlichen Nah- und Fernverkehr gibt.
Alles andere ist eine reine Utopie.

 

Und gleichzeitig läuft bereits die Energiewende und bedeutet einen Umbruch, wie wir ihn zuletzt mit der Erfindung der Dampfmaschine erlebt haben..
Wenn man bedenkt, wie groß auch der Energiebedarf allein der Großrechner für die Nutzung des Internet ist, wie gigantisch die Mengen an E-Energie sein werden,  wenn nur die Hälfte aller jetzt fahrenden Verbrenner als E-Autos unterwegs sein werden und der Verbrauch der Industrie gleich bleibt.

 

Vieleicht sollte man Greta schützen, wenn auch nur annähernd zutrifft, was wiki bekannt gibt: https://de.m.wikipedia.org/wiki/
Das ist der Grund, warum ich es Missbrauch nenne, was die Medien mit ihr treiben.

 

Ist das nicht seit uralten Zeiten so? 
Jede Generation trifft Entscheidungen, die für die folgenden Generationen bedeutsam sind… so ist es mir mit meinen Eltern und den wesentlichen Entscheidern ihrer Generation ergangen und so geht es weiter. 
Die Proteste meiner Generation in den späten 60ger Jahren haben Auswirkungen bis heute, meine Kinder und Enkel werden sich mit den Entscheidumgen der 68er befassen müssen… und nur wenig davon war richtig gut.
Die heute 30 – 40jährigen bringen ihre Vorstellungen ein… aber eben nicht  HEUTE  bereits die 6 oder 8jährigen….     Warum mag das so sein?

 

Welche konkreten und realisierbaren Vorschläge macht Greta, Vorschläge, die NICHT bereits durchdacht und gemacht wurden und die auch ohne Zwangsmaßnahmen realisierbar sind? Meine Frage ist echt gemeint, nicht polemisch

 

Passend dazu ein kurzer Gedankengang zum Thema Energiewende in einem anderen Thread. Hier geht es mir um die Stellungnahme eines FB-Nutzers dazu. Ich habe sein Einverständnis  eingeholt, seinen Text weiterzugeben.

 

Ein Kommentar von   Martin M.

»Aktuell beträgt die Spitzenlast im deutschen Stromnetz 80 GW, womit die maximale gesicherte Leistung von 90 GW auch fast ausgeschöpft ist. Das bedeutet übrigens auch, dass eine Abschaltung von 20 Kohlekraftwerken (wie von den Grünen gefordert) vollkommen unmöglich ist.

Ein Tesla Supercharger hat jetzt eine Ladeleistung von 120 kW. Das bedeutet: sämtliche deutschen Kraftwerke können maximal 670.000 Tesla Supercharger gleichzeitig aufladen. Aber auch nur dann, wenn ansonsten im ganzen Land alle Lichter und Computer aus sind, alle Geschäfte, Krankenhäuser und Polizeireviere dichtmachen und alle Maschinen stillstehen. Realistischerweise kann man mit unserem Kraftwerkspark nie mehr als 100.000 Tesla Supercharger gleichzeitig aufladen.

Um den gesamten Verkehr in Deutschland zu elektrifizieren, bräuchte man ne Leistung von 500 – 1000 GW, also 10 Mal mehr als wir jetzt haben. Wie soll das in diesem Jahrhundert jemals klappen? Daher bleibt nur, Supercharger zu verbieten und lediglich langsam ladende Stromer zu erlauben. Dann könnte man mit unserem Kraftwerkspark zumindest 500.000 E-Autos gleichzeitig aufladen. Das dauert halt dann immer die ganze Nacht. Mehr als 3 Millionen E-Autos wird es in Deutschland daher niemals geben, weil sonst immer die meisten leergefahren rumstehen und mangels Leistung im Stromnetz nicht aufgeladen werden können. Wenn man Schnelllader erlaubt, wäre es sogar nur ein Bruchteil davon.

Interessant auch der Vergleich mit dem konventionellen Tankstellennetz. Die Energiedichte von Benzin liegt bei 12,8 kWh pro kg. Eine Tankgeschwindigkeit von 32 Litern pro Minute ist Standard bei deutschen Tankstellen. 1 Liter Benzin wiegt 750 Gramm. Damit kriegt eine stinknormale Zapfsäule eine Energie von 307,2 kWh pro Minute in einen Benziner rein. Das ist eine Leistung von 18,4 MW. In Deutschland gibt es ca. 150k Zapfsäulen. Wenn die alle gleichzeitig laufen, haben sie also eine Leistung von 2.760 GW. Alle deutschen Kraftwerke haben jedoch wie gesagt nur eine gesamte gesicherte Leistung von 90 GW – 30 Mal weniger. Und die Kraftwerke müssen ja auch noch andere Stromkunden bedienen. D. h. mit Kraftstoff kann man deutsche Autos mindestens 100 Mal einfacher betanken als mit Strom.«

 

Und abschließen möchte ich mit meinem ziemlich sarkastischen Kommentar zum Thema „Energiebedarf an einem ganz normalen Wintertag im Jahr 2030″:

Wozu die ganze Aufregung. Bis 2030 gibt es keine Auto-, Chemie-, Pharma- und Schwerindustrie mehr in Deutschland. Statt mit Strom fressenden Rechnern wird wieder mit dem Rechenstab gerechnet, private PC sind wegen möglicher Bildung von Widerstandsnestern gegen die Grüne Regierung ohnehin verboten, ebenso Handys oder Smartphomes. Jeder Haushalt bekommt einmal in 6 Wochen einen Waschtag zugewiesen, die wenigen, noch erlaubten Kühe werden mit der Hand gemolken, Geflügelfarmen und Treibhäuser sind bis auf wenige verboten. Der Flugverkehr stark eingeschränkt, die aus Russland importierten und dort ausgemusterten Züge fahren zum Glück mit Diesel. Also, wozu die Panik. Das bisschen Haushaltsstrom fürs Kaffee kochen und eine warme Mahlzeit am Tag schaffen die Windräder… und wenn nicht, bleibt die Küche eben kalt.“

 

Wer ein Skeptiker in Sachen „menschengemachter“ Klimawandel ist –  mit dem Schwerpunkt auf „menschengemacht“ -,  so wie ich, muss ganz schön mutig sein, solche  Gedanken in einer Runde überzeugter  Vertreter des „menschengemachten Klimawandels“  einzubringen. Inzwischen ist Klimawandel nicht nur ein seit Jahrmillionen bestehendes und immer wieder phänomenales Geschehen  –  eigentlich bekannt und selbstverständlich (kleine Erinnerung an die Schulzeit … kleine Eiszeit …. große Eiszeit …. Grundmoränen …. Endmoränen usw),  nein, Klimawandel ist eine Glaubenssache und ein Politikum. Und wer den politischen und den Experten von der Zunft der Journalisten  in Sachen Klima widerspricht, würde, wären wir noch im Mittelalter, vermutlich ein schreckliches Ende nehmen.

Für manche Wissenschaftler hat der Widerspruch schon ein schlechtes Ende genommen… sie wurden einfach kalt gestellt, ihre Artikel werden nicht mehr veröffentlicht, zu Kongressen werden sie nicht mehr als Redner eingeladen … und vermutlich entstehen ihnen dadurch auch finanzielle Nachteile.

Wie gut, dass ich „nur“ Werk- und Hauswirtschaftslehrerin war und jetzt im Ruhestand bin.

Beim Thema Hauswirtschaft fallen mir auf der Stelle auch einige Themen ein, die im Strom der wichtigsten Medien  auf sanften Wellen der Zustimmung schaukeln, aber  mir mindestens ein Stirnrunzeln hervorrufen…

Da bin ich wieder….. 16. Januar, 2019

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, gesellschaft.
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Eigentlich wollte ich  allen lieben Menschen, die hier ab und zu lesen, „Frohe und gesegnete Weihnachten“ gewünscht haben, gefolgt von den eine Woche darauf geschriebenen guten Wünschen zum Neuen Jahr.

Nun ist es so, dass manchmal einfach die Zeit knapp wird und manchmal etwas dazwischen kommt, das man einfach nicht auf dem Zettel, sprich, eingeplant hatte.

Vor Weihnachten war ich sehr damit beschäftigt alles für den bevorstehenden Skiurlaub in unserer Lieblingsunterkunft am Lieblingsskiberg vorzubereiten. Da habe ich es einfach nicht mehr geschafft irgendwelche Briefe oder Grüße zu schreiben, weder hier im Blog, noch im analogen Leben, Briefe per Post von Haus zu Haus…. Außerdem wollte ich nicht unbedingt veröffentlichen, dass wir für eine Woche Haus und Hof gänzlich unbewohnt lassen würden (natürlich haben liebe Nachbarn gut aufgepasst. Dank an sie!)

In den frühen Morgenstunden des 22. Dezember brachen wir auf, der Liebste, die beiden „Kleinen“ und ich in einem Auto, der Älteste mit seiner Familie im eigenen Fahrzeug. Mit von der Partie waren außerdem der Neffe mit seiner Lebensgefährtin, die befreundete Familie mit ihren beiden Kindern und der liebe Neffe aus dem Süddeutschen, der schon viele Male mit uns am Kronplatz unterwegs war .

Leider konnten Cornelius und Thea in diesem Jahr nicht mit dabei sein… berufliche Verpflichtungen standen dem entgegen. Wir haben sie sehr  vermisst… besonders an Heiligabend ….

Was soll ich sagen, die Anreise verlief – bis auf den üblichen Stau rings um München – erwartungsgemäß und störungsfrei, Südtirol empfing uns mit leichtem Puderschnee auf den Wiesen im Tal und auf den Bergen, unser Quartier mit  „heimatlichem Zauber“ und dank der Vorarbeit von Deutschland aus waren auch die organisatorischen Dinge – Skipass, Skiverleih, Depot – unten an der Gondelstation in Reischach schnell erledigt.

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Die Erkältung, die mich noch am Mittwoch und Donnerstag stundenweise ins Bett gezwungen hatte, schien auch überwunden, einer wunderbaren Skiwoche stand also nichts mehr im Wege.

Und wunderbar wurde sie…. obwohl ich noch am Sonntag und Heiligabend der „Glatze“ lediglich einen kleinen Besuch per Gondel abstattete….

Für die kleinen Enkel allesamt und die Kinder der Freunde war schon der Skikurs von Deutschland aus gebucht worden. Und welch ein Vergnügen war es den kleinen Skifahrern zuzusehen. (Ein Unfall mit dem Schlitten hatte jedoch zur Folge, dass das ältere Kind der Freunde nicht am Kurs teilnehmen konnte… eine große Platzwunde am Kopf, die im Brunecker Krankenhaus genäht werden musste,  da schien  das Skifahren nun wirklich nicht ratsam zu sein.)

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Das hervorragende pädagogische Konzept der Skischule für die Kleinen hatte mich schon im letzten Urlaub begeistert. Spielerisch und phantasievoll …. einfach gut.

 

 

Und auch uns „Alten“ war es eine große Freude selber auf den Skiern zu stehen und die bekannten – nicht schwarzen – Pisten abzufahren. Wie schon beim letzten Mal meinte der liebste Gatte, ich führe wie ein junger Gott…. nun ja, das kann man schon etwas differenzierter betrachten, aber angesichts meines nicht mehr ganz so jungen Alters traf es schon zu…. jedenfalls fühlte ich mich wie eine Schneekönigin und war einfach nur glücklich.

 

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Zum Ende des Skikurses fuhren wir „Allemann“ hinter der jüngsten Skifahrerin her… welch eine Freude. Die war auch für den ältesten Enkel groß, gewann er doch beim abschließenden Rennen seiner Gruppe den Siegerpokal.

 

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An unserem letzten Skitag wollten der Liebste und ich die Woche in Ruhe ausklingen lassen… noch eine kleine Abfahrt hinunter zur Marchner-Hütte, dann hinauf auf die Glatze zum Treffen mit der ganzen Gruppe im „Kron“ zur Mittagspause.

 

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Der Marchner….

Vermutlich habe ich es schon in einem früheren Jahr beschrieben, dass ich eine ganz besondere Beziehung zu dieser Piste habe. Am Anfang – ich konnte kaum skifahren – war diese Piste eine einzige Schweiß treibende Herausforderung für mich. Schmal und eng und „steil“, mit Eisplatten und sogar Steinen durchsetzt oder zu riesigen Hindernissen aufgetürmten Sulzschneehügeln… kein schöner Hang für mich, aber ich musste ihn meistens fahren, weil an der Marchner-Hütte unser Auto stand…

Im Laufe der 45 Jahre seit unserem allerersten Skiurlaub am Kronplatz ist der Marchner aber immer mehr zu einer Lieblingspiste geworden… Breit angelegt, supergut präpariert, nicht  steil, aber auch nicht zu flach… einfach gut geeignet ganz entspannt und locker hinab zu schwingen.

Und das tat ich mit Lust und Wonne.

Aber dann….  schon im Auslauf …  bereits neben der Gondelstation …  musste ich einem anderen Skifahrer ausweichen, war für den Bruchteil einer Sekunde abgelenkt und kriegte meinen Schwung nicht mehr richtig hin, sondern landete stattdessen sehr unsanft auf der rechten Hüfte.

Es war mir sofort klar, dass etwas kaputt gegangen sein musste…. es tat so höllisch weh, wie ich nie zuvor einen Schmerz empfunden hatte…  ich konnte mein Bein nicht bewegen…. und schrie vor Schmerzen ….

Schnell waren außer dem Liebsten auch andere Skifahrer zur Stelle, die sich sofort kümmerten, die Rettung riefen, meine Ski lösten – die Bindung war nicht aufgegangen – und mir beruhigend zuredeten.

Nicht nur die Pisten sind am Kronplatz bestens präpariert, auch die Rettung ist bestens organisiert. Es dauerte nur wenige Minuten, bis ein Sanitäter mit dem Rettungsschlitten bei mir ankam und die erste vorsichtige Untersuchung vornahm –  das Bein schien gebrochen -, mich mit Hilfe der anderen Ersthelfer auf eine aufblasbare Unterlage bettete, auf den Rettungsschlitten hiefte und zum bereits eingetroffenen Krankenwagen brachte, der hinter der Marchner-Hütte schon bereit stand.

Hier ist es wirklich angebracht, ein Loblied zu singen  auf die Südtiroler Rettung, das Brunecker Krankenhaus und alle Mitarbeiter, denen ich da begegnete. Ein ruhiger und reibungsloser Ablauf, routiniert und doch freundlich die Pfleger,  Schwestern,  Ärzte, die mich weiter behandelten, die Skischuhe und „Klamotten“ auszogen (es tat sehr, sehr weh!) , das verletzte Bein röntgten, mich ins Bett packten, mit Medikamenten versorgten und mich über die weitere Behandlung informierten.  Der Sturz war am Freitag passiert… und weil es vielen anderen Skifahrern ähnlich ergangen war wie mir, waren die Operationsräume durchgehend belegt und die Teams bis in den späten Abend beschäftigt. Ich wurde am Samstagmorgen operiert.

 

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Die wunderbare Brunecker Krankenhauskost  – ein wirklicher Genuß! Südtiroler Knödel mit „geschmelzter Butter“ esse ich für mein Leben gerne !!

Der Liebste hatte inzwischen den berühmtesten Automobilclub Deutschlands informiert, bei dem wir seit vielen Jahren Mitglied sind. Der übernahm die weitere  Organisation des Rücktransports in die norddeutsche Heimat und auch die Rückführung unseres Autos zum Wohnort. Zum Glück konnten nämlich der Liebste und die Tochter noch in Bruneck bleiben… Die andere Urlaubsgesellschaft hatte sich am Samstag auf den Heimweg gemacht… und auch Tobias zum Anschlußbahnhof in Bregenz mitgenommen … Danke an Manfred.

Der Rücktransport erfolgte am 2. Januar durch das „Weiße Kreuz“. Ich kann mich nur tausendmal bedanken für die überaus freundliche Behandlung durch die beiden Männer, die die Fahrt durchführten.

Und dann die Ankunft im Krankenhaus meines Heimatortes. Einen größeren Gegensatz zu der in Bruneck erfahren und erlebten Freundlichkeit, Professionalität und Hilfe kann man sich kaum vorstellen. Eine mürrische Schwester in der Notaufnahme, ein arroganter Arzt, der uns zunächst keines Blickes würdigte – kann man sich das vorstellen …   in der Notaufnahme!? Minutenlang war er mit uns im gleichen Raum, kein Blick, keine Frage, keine Ansprache, NICHTS.  Ich habe mich vor den Rettern aus Südtirol unglaublich geschämt, wurden doch auch sie behandelt wie lästige Bittsteller – und das nach einer 10-stündigen Autofahrt …. Unglaublich.

Ähnlich negativ auch die Erfahrung auf der Station…  wobei es mir schon bewusst ist, dass die meisten Pfleger und Schwestern permanent am Limit arbeiten. Aber dennoch… der Gegensatz zu den Brunecker Kollegen war unübersehbar.

Nun bin ich wieder zu Hause. Der Liebste pflegt mich, die Physiotherapeutin meines Vertrauens kommt ins Haus, die Medikamente halten mich schmerzfrei, es geht mir gut.

Der Knochen muss einfach nur noch heilen…. und dann geht es in die Reha. Das Informationschaos zum Thema Anschlußheilbehandlung – Reha werde ich in einem späteren Bericht abhandeln…

Ich bin unendlich dankbar, dass es nur das Bein getroffen hat und ich keine weiteren oder schlimmere Verletzungen erlitten habe.

Ich danke allen, die mir so schnell und gut geholfen haben.

Ich danke meinem Liebsten für die fürsorglichste Pflege, die man sich denken kann, bin dankbar für Freunde, die sich kümmern und nachfragen, wie es mir geht.

Ich danke Gott, dass es mir so gut geht!

Und ich bin mir bewusst, dass ich in einem Land lebe, in dem trotz aller beschriebenen  Widrigkeiten eine hervorragende medizinische Versorgung gewährleistet ist, gut ausgebildete Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte, Therapeuten nach Kräften ihr Bestes  für uns leisten Tag für Tag für Tag.

Das müssen wir uns, die wir in Deutschland (Südtirol   😉 ) leben, immer wieder bewusst machen.

 

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Und natürlich wünsche ich allen nachträglich, aber von Herzen ein gutes und gesegnetes Jahr 2019