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Meinungsstreit … Meinungskrieg? 29. September, 2019

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, hass, meine persönliche presseschau, politik, presse.
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„himmel und erde“

so habe ich ihn genannt, meinen Blog und zur näheren Erklärung (siehe oben) dies hinzugefügt:

Ach ja, mein Blog-Titel „Himmel und Erde“ – ich lebe hier auf der Erde, gerne und sehr bewusst, aber ich bin davon überzeugt, dass es noch eine andere Dimension gibt, ich nenne sie „Himmel“.“

 

Manchmal muss ich mir das einfach wieder einmal bewusst machen: Ich lebe hier auf der Erde, aber es gibt noch eine andere Dimension.

Manchmal kommt diese andere Dimension ganz schön zu kurz, ich meine, bei mir kommt sie zu kurz, denn diese andere Dimension entzieht sich ja meiner Beeinflussung, ich kann sie nicht beschneiden, nicht steuern, nicht vergrößern oder verkleinern. Sie existiert unabhängig von mir, ist einfach eine andere Realität. Aber das soll jetzt nicht das Thema sein, so wichtig es auch ist.

Leben und glauben mit allen Facetten – das ist das, was ich immer wieder neu auslote… gerne auch mit Freunden. Sie müssen nicht immer die gleiche Meinung vertreten oder Ansicht haben wie ich.“   so geht es in meiner ergänzenden Erklärung weiter.

Meinungen austauschen oder teilen, Ansichten kontrovers diskutieren…. eigentlich habe ich Freude an solchen Diskussionen, oder sollte ich besser sagen „hatte ich Freude“? Hier auf meinem Blog ist der Gedankenaustausch recht einseitig, ich erzähle und  ab und zu bekomme ich eine Antwort in Form eines Kommentars.  Und nur äußerst selten kommt es dabei zu einem heftigen Schlagabtausch und noch seltener – zum Glück – zu beleidigenden Äußerungen.

Die aber, so lese ich es immer wieder in einem anderen sozialen Medium, nehmen auf geradezu beängstigende Weise Formen an, die mir jede Debatte, jede Diskussion, jedes Gespräch und jeden Kommentar verleiden. Es ist nicht einfach mehr nur ein Meinungsstreit – oft genug von Protagonisten ausgetragen, die selber weder Experten noch Kenner der Materie sind, über die so heftig wie unqualifiziert gerungen wird, man trägt eben nur eine Meinung weiter, kein fundiertes oder gar unwiderlegbares Wissen.  Denn leider bleibt es viel zu oft nicht bei diesem Streit über eine „Meinung“ zu den gerade am meisten diskutierten Themen, oft genug mischen sich gezielte persönliche  Häme und beleidigende Formulierungen gegenüber  den „gegnerischen Kommentatoren“ unter die angeblichen Sachargumente, dass einem Hören und Sehen vergehen kann.

Da vergeht mir jede Lust und fehlt mir jede Freude.

Ganz abgesehen von den persönlichen Angriffen – ab und zu auch auf meine Person – nehme ich die gegenseitigen  Anfeindungen als einen gefährlichen  Wandel hinsichtlich des gesellschaftlichen Zusammenhalts wahr. Auch in früheren Jahren wurde heftig gestritten, laut und manchmal auch pöbelnd, aber niemals zuvor habe ich soviel an Hass, Verachtung und Ausgrenzung empfunden, wie es mir jetzt zunehmend entgegenschlägt. Und leider bleibt dabei nicht nur die Höflichkeit, ein Mindestmaß an Anstand auf der Strecke, sondern, so will es mir scheinen, auch Verstand und Sachverstand.

Dies, Verstand und Sachverstand, lassen nicht nur die Ritter der richtigen Meinung im Internet vermissen, das beobachte ich mit zunehmendem Entsetzen auch bei den professionellen Vertretern der schreibenden Zunft, den Journalisten und Bildgestaltern der großen öffentlichen Magazine, hier sei exemplarisch  der „Spiegel“ genannt. Ich hatte ja gedacht, dass sich die manische Beschäftigung mit dem größten Bösewicht unserer Zeit langsam legen würde, aber weit gefehlt.  Wenn auf einem der letzten Titelbilder des einstmals ebenso guten wie kritischen Blattes Herr Trump einem „Trio Infernale“ zugeordnet wird im Verbund mit dem Saudischen Kronprinzen und dem Herrn des Iran, so ist das weder sachlich richtig noch Politsatire, es ist einfach nur widerliche und widerwärtige antiamerikanische Propaganda. Der Spiegel erzeugt damit eine hasserfüllte  Einstellung gegenüber dem Präsidenten eines „befreundeten“ Staates, übt sich in schmieriger Erniedrigung eines unliebsamen Politikers, der „als Person“ sehr viel  mehr in den Blick genommen wird als die Politik, die er vertritt. Ich hatte immer schon den Eindruck, dass die Kritik vor allem dem „Mann“ Trump gilt und weniger dem „Präsidenten“ Trump – und dass die Medien immer noch beleidigt sind, dass sie in ihrer Einschätzung, Frau Clinton würde haushoch die Wahl gewinnen – aus welchen Gründen auch immer – so grundlegend falsch daneben lagen. Aber das ist, ich sage es ausdrücklich, meine durch keinerlei Studien oder Umfragen gerechtfertigte „Meinung“… und natürlich kann ich mich darin ebenso gründlich irren, wie die Journalisten, die einst Frau Clinton auf den Thron geschrieben haben.

Dass Herr Trump durchaus auch Kritik verdient, wie nahezu alle Staatschefs dieser Welt mehr oder weniger gründlich, will ich gar nicht in Abrede stellen, allein die Art und Weise wie das geschieht, finde ich doch sehr diskussionswürdig….  und genau diese Diskussion kann in Deutschland gar nicht mehr emotionslos und rein auf der Sachebene geführt werden. Mann und Thema sind längst verbrannt und aller nüchternen Betrachtung enthoben.

Ähnlich ist es um das große Thema „Klima“ / „Klimawandel“ bestellt.

Es gibt im Moment meiner Wahrnehmung nach dazu keine Debatte, die auf rein wissenschaftlicher Ebene geführt wird. Es werden Meinungen ausgetauscht, und das in einer Heftigkeit und Gnadenlosigkeit, die mehr an eine Kriegsreportage, denn an eine akademisch fundierte Debatte gemahnt.

Auf Seiten der Klimawandelbefürworter (und es geht immer um das kleine Wörtchen „menschengemacht“) werden tausende – meist namenlose – Wissenschaftler ins Feld geführt. Und manchmal frage ich mich, ob diese „Wissenschaftler“ tatsächlich Naturwissenschaftler sind, deren Spezialgebiet direkt oder indirekt mit  Klima, Kosmos,  Wetterphänomenen zusammenhängt, oder ob es sich nicht in erster Linie um IT-Spezialisten handelt, die  aus unzähligen Daten am Großrechner „Theorien“ über Klima und Klimawandel generieren… und die Phänomene über die berichtet wird, dann doch nicht den Gegebenheiten und Fakten vor Ort standhalten können…

Wiederum – das ist meine ganz persönliche Meinung, wenn ich die Debatte im Netz und in den Medien verfolge.

Welcher wirklich namhafte Wissenschaftler tritt mit einer / seiner These oder Theorie öffentlich auf, die sich möglicherweise in wesentlichen Teilen von der 95 %igen Mehrheitsmeinung der sogenannten Klimaforscher unterscheidet? Muss er in der gegenwärtig so überaus überhitzten Debatte nicht befürchten, in Grund und Boden gestampft zu werden ob seiner anderen Meinung, schlimmer noch, einer möglichen „Klimawandelleugnung“ bezichtigt zu werden? Und käme das nicht einem hohen Berufsrisiko, verbunden mit einem drohenden Verlust an Reputation und / oder Arbeitsplatz gefährlich nahe?  Denn dieses Attribut fängt man sich schnell ein, wenn man kritisch mit den veröffentlichten Meinungen der Unterstützer der „Erderhitzungstheorie“ nicht übereinstimmt, bzw. nicht schnell genug nachschiebt, dass man den Wandel an sich ja gar nicht leugnet, aber höchst skeptisch der behaupteten Verantwortlichkeit des CO2 – Ausstoßes unserer Industrie und Kraftfahrzeuge für selbigen gegenüber steht. Dann wird man leicht für blind oder gar verrückt erklärt.  Auch der dezente Hinweis, das „menschengemacht“ in erster Linie dem unglaublichen Bevölkerungsanstieg der letzten Jahre geschuldet sein könnte, zählt nicht als Argument,  aber verbrauchen 8 Milliarden Menschen  natürlich nicht sehr viel mehr Energie, Nahrung, Kleidung, Wohnraum usw. als die 3 Milliarden zu meiner Jugendzeit?

Die kriegerische Auseinandersetzung zum Thema Klima gipfelt aber in bösestem Meinungskampf wenn es um Greta geht.  Die einen heben sie in den Himmel der mutigen Kämpferin für den Planeten und verunglimpfen alle, die das nicht so sehen, die anderen ergehen sich in den despektierlichsten Ausdrücken und Beiträgen über Greta selbst und ihre Anhängerschaft.

Ich muss das hier nicht näher beschreiben und will es auch nicht tun, stelle aber mein Statement auch hier ein, dass ich bei Facebook postete anlässlich einer Notiz, die ich las und die  mich zum Nachdenken brachte und mich auch zu diesem Blogbeitrag veranlasste:

Was machst du gerade, fragt mich Facebook.
Nun, ich denke darüber nach, wie viele derjenigen, die sich öffentlich bei Facebook zum Klimawandel zu Wort melden, tatsächlich Wissenschaftler sind, deren Fachgebiet auch wirklich „Klima“ – zumindest aber „Wetter“ – ist. Und um den Aufschrei gleich zu unterbinden, ja, ich weiß, dass Wetter nicht gleich Klima ist, aber in jeder Klimazone der Welt „Wetter“ vorkommt….
Und ich meine damit wirklich die Klimaforscher und Fachleute vor Ort und nicht die IT-Spezialisten an den Großrechnern, die „Daten zu Theorie“ generieren, aber vom Wetter nicht mehr Ahnung haben als ich, die ich aus dem Fenster schaue und sehen kann, dass es im Augenblick regnet, und vom Klima weniger wissenschaftliche Erkenntnis besitzen, als mein alter Erdkundelehrer.
Befinde ich mich möglicherweise in einer Blase von Klimaexperten, die weder Naturwissenschaftler sind noch von Naturwissenschaft je gehört haben, die aber eine deutliche Meinung zu Klima und Katastrophe haben und sie – die Katastrophe – entweder befürchten oder leugnen?
Wenn ich nämlich lese, mit welcher Entschiedenheit sich ein Theologe, gar ein Bischof in die Debatte stürzt, frage ich mich schon, wie groß sein eigener Kenntnisstand zum Thema ist und ob er nicht nur das weitergibt, was andere ihm auf den Zettel geschrieben haben?
Wobei mir immer bewusst ist, dass ich, um es in aller Bescheidenheit mit sokratischen Worten zu sagen, weiß, dass ich eigentlich – klimawissenschaftlich betrachtet – nichts weiß – die Betonung liegt auf „wissenschaftlich“ und nicht auf „journalistisch aufbereitet“.

 

Und damit weise ich dann doch noch dezent auf die andere Dimension hin… Wäre es nicht angebracht für die hohe Geistlichkeit, diese wieder in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken?

Es gibt noch eine andere Wirklichkeit – und Wirksamkeit.  Und können wir  – besonders wir  Christen  –   nicht auf diese eher vertrauen, als auf  Klimamodelle und Propheten…

Ein sehr altes Buch enthält die tröstlichen Worte:

„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“

Das enthebt uns nicht der Aufgabe, mit der Schöpfung sorgsam umzugehen, aber es weist uns in unsere allzu irdischen Schranken…

 

 

 

 

Ich wage es, Greta, ich widerspreche dir…. 23. September, 2019

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik.
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Die Aktivistin Greta Thunberg hat bei dem UN-Klimagipfel eine engagierte Rede gehalten. „Meine Botschaft an Sie ist: Wir beobachten Sie“, sagte sie direkt an die anwesenden Staats- und Regierungschefs.
„Menschen sterben, die Ökosysteme brechen zusammen, wir befinden uns am Beginn eines Massenaussterbens. Und Sie sprechen noch immer über Geld und Märchen über ewiges Wirtschaftswachstum, wie können Sie es wagen“, ergänzte eine sichtlich empörte Greta Thunberg. „Sie haben meine Träume gestohlen, meine Kindheit mit Ihren leeren Worten.“

Die Wissenschaft würde schon seit mehr als 30 Jahren vor einem Klimawandel warnen. „Wie können Sie es wagen, noch immer wegzuschauen“, sagte Greta Thunberg, noch immer an die Gipfel-Teilnehmer gerichtet. Die Staats- und Regierungschefs seien gekommen und behaupteten, sie täten genug. Dabei seien die Lösungen noch immer nicht in Sicht, wandte die Aktivistin ein.

Die Politiker würden sagen, sie hätten verstanden. „Aber ich will das nicht glauben“, sagte Greta Thunberg. „Wenn Sie verstanden haben, aber daran scheitern zu handeln, dann wären Sie des Teufels und ich weigere mich, das zu glauben.“   Sollte es tatsächlich passieren, dass nicht genug für den Klimaschutz getan werde, „dann werden wir es Ihnen nie verzeihen“, sagte Greta Thunberg. Wenige Minuten nach ihr sprach Kanzlerin Angela Merkel beim Gipfel, sie sagte, sie habe den Weckruf der Jugend gehört. (tsp),

Die ganze Rede sehen Sie im Video hier:

 

Diesen kurzen Bericht habe ich aus dem Netz gefischt

Bisher habe ich es tunlichst vermieden hier im Blog allzu ausführlich zu Gretas Aktivitäten Stellung zu nehmen. Ich wollte und will ihr auch jetzt nicht eine  Bühne bieten, und sei mein Blog auch noch so unbedeutend und klein.

Aber ich will ihr energisch widersprechen:

WIR BEFINDEN UNS NICHT AM BEGINN EINES MASSENSTERBENS!!

Dank der hervorragenden Leistung von Wissenschaftlern, Technikern, Landwirten, Ärzten, Verwaltungsleuten usw. usw. ist es bisher einigermaßen  gelungen, die stetig wachsende Erdbevölkerung in vielen Ländern der Erde einigermaßen ausreichend zu ernähren und mit Energie, Kleidung, Wohnraum und medizinischer Hilfe zu versorgen…. trotz katastrophaler Kriege, trotz Dürrezeiten, trotz Terrorbanden, trotz menschenverachtender Ideologien. Immer wieder hat die so viel beschworene Weltgemeinschaft gezeigt, dass sie für andere Menschen selbstlos eintritt – bei Katastrophen und dem Krieg geschuldeten Hungersnöten.

Noch gibt es viel zu tun, das ist keine Frage – und schon gar keine Frage des Klimas oder der Klimaveränderung. Vielmehr ist es eine Frage der jeweiligen politischen Systeme und religiöser wie kultureller Prägungen.

Wenn Menschen* „massenweise sterben oder sterben sollten“, liegt das nicht an den technologisch hochentwickelten Industrienationen, dann liegt es an furchtbar rückständigen Stammesgesellschaften, an Warlords, an Korruption und an der Machtgeilheit fürchterlicher Diktatoren – vor allem in Afrika!

WIR haben Greta nicht das Träumen vermiest, ihr den Glauben an die Zukunft genommen. Für diese Entwicklung waren doch sicher ihre Eltern verantwortlich, die sehr damit beschäftigt waren, sofern man den Zeitungen und Magazinen glauben kann, an ihrer Karriere als Künstler zu arbeiten und ein vollkommen desolates Familienleben führten, wie offenbar Gretas Mutter in dem Buch beschreibt, das fast zeitgleich mit Gretas Streikaktivitäten auf den Markt kam.

„WIR“ hier in Europa haben mit Kreativität, Sachverstand und sehr viel Arbeit die Probleme gelöst, die uns die jeweilige Zeit aufgab. „Wir“ in Europa, den USA, Japan, Südkorea, Israel und anderen westlich orientierten Ländern haben die wissenschaftlichen Grundlagen für innovative Technologien gelegt, ohne die es beispielsweise Greta und ihren Anhängern nicht einmal möglich wäre, zu solchen Massenprotesten via Internet und Smartphone aufzurufen.

Ärzte haben furchtbar zerstörerische Krankheitserreger entdeckt und gemeinsam mit Pharmakologen die nötigen Arzneimittle entwickelt. Physiker, Chemiker, Ingenieure haben durch intensive Forschungsarbeit immer bessere Technologien und Methoden gerade auch im Umweltschutz voran getrieben. Längst geht es in Deutschland doch nicht mehr um das „ob“ in Fragen des Umweltschutzes, sondern nur um Fragen des „wie“, darüber wird gestritten – und leider hat das Klimakabinett den denkbar schlechtesten Weg gewählt und vor allem die finanzielle Belastung großer Teile der Bevölkerung durch die CO2-Abgabe weiter in die Höhe getrieben. und die Frage muss doch erlaubt sein, ob das dem „Klima“ zugute kommt oder doch nur das Säckel mit frischer Kohle füllt, um die schwarze Null zu halten…

Es ist einfach nicht wahr, dass wir den Kindern die Zukunft rauben, im Gegenteil, wir hier in Europa und für Gretas Heimat Schweden gilt das doch in besonders vorbildlicher  Weise,  ermöglichen sie ihnen… durch Bildung, durch Frieden – auch wenn der selbst in Europa höchst fragil ist.

Wir wünschen uns aber (vielleicht sogar im Gegensatz zu Greta),  dass immer mehr Menschen in den Genuss technologischer und medizinischer Errungenschaften kommen, immer mehr Kinder und Jugendliche weltweit Zugang zu Bildung und Ausbildung bekommen.

Nein, wir – und ich gebrauche dieses „wir“ sehr bewusst, weil Greta unterschiedslos ihre Vorwürfe an Politiker richtet und diese mit dem anonymen „Sie“ anspricht –  „wir“ als diejenigen, die die Politiker wählen und stark machen, sind nicht für Gretas Panik verantwortlich.

Da, so denke ich, sind ihre Eltern in der Pflicht, die es offenbar zugelassen haben, dass ihre Tochter (laut Eigenauskunft der Mutter) mit erheblichen psychischen Problemen belastet jetzt an die Öffentlichkeit gezerrt wird zugunsten einer grün-ideologischen Wahnvorstellung von einer anderen Welt.

Und ich frage mich mit zunehmendem Entsetzen, ob denn alle erwachsenen Menschen dieses Landes vollkommen den Verstand verloren haben, diesem schaurigen Tun der hysterischen Aufladung der Klimapanik durch die „fridays for future“Bewegung auch noch frenetischen Beifall zu spenden.

Um es deutlich zu sagen: Ich bin froh gewesen über den Ausstieg aus der Kernenergie, ich habe mich widerstandslos auf Mülltrennung eingelassen, ich bin absolut dafür, die Umwelt zu schützen und unsere Ressourcen zu schonen, und ich habe überhaupt nichts dagegen an weiterer Energiegewinnung zu forschen und diese auch umzusetzen, die eine sichere Versorgung gewährleistet, aber ich halte die Erneuerbaren nicht für das „Gelbe vom Ei“ und auch für annähernd ungeeignet, in unserem Land die nötige Energie sicher zu stellen, geschweige denn zukünftig 8 – 10 Milliarden Menschen mit Energie zu versorgen, um deren Lebensstandard deutlich zu heben…. wir mögen uns erinnern: Vor der industriellen Revolution litten die Menschen an den schlechten Lebensbedingungen. Erst mit der Dampfmaschine kam der industrielle Fortschritt (der allerdings zunächst nicht die Lebensumstände für die Arbeiterschaft verbesserte) und erst mit der elektrischen Energie erfuhren auch die einfachen Leute eine spürbare Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und sei es zunächst nur durch die schlichte Tatsache, dass sie in den dunklen Wintermonaten nicht mehr in nur von Kerzen schlecht beleuchteten Behausungen lebten. Elektrizität ermöglichte den generellen Fortschritt in allen Bereichen der Wissenschaft und des Alltags.

Vor noch nicht allzu langer Zeit gingen in Hannover auch die Schüler auf die Straße und skandierten: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“  Gemeint war damals die krasse Unterversorgung mit Lehrern, die zu erheblichen Unterrichtsausfällen in allen wesentlichen Fächern führte. Die Versorgung mit gut ausgebildeten Lehrern ist auch heute höchst mangelhaft, irgendwo las ich, dass 24000 Lehrer akut fehlen… und für die, die demnächst in den Ruhestand gehen, absolut keine Nachfolger in Sicht sind.  Da wird mir Angst und Bange.

Und zum Klima, das sich seit Beginn der Zeit immer wieder ändert, will ich jetzt nicht auch noch Stellung nehmen. Angesichts der vielen Probleme in unserer Gesellschaft geben wir dieser Frage viel zu viel Raum und die eigentlich nötigen Entscheidungen für die Zukunft unseres Landes und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft bleiben dabei unberührt.

 

Ich will dennoch nicht, dass die Menschen um mich herum in Panik geraten. Ich hoffe, dass wieder Vernunft und Sachverstand statt ideologischer Grabenkriege die Politik und das Verhalten in diesem Land bestimmen.

 

 


Nachklapp:

und wie um meinem aus Frust über den Hype geschriebenen  Text Hohn zu sprechen, artikelt Welt-online und heizt genau diesen Hype um Greta noch weiter an… natürlich darf auch der Seitenhieb auf den größten Bösewicht der freien Welt nicht fehlen… Donald der schreckliche Trump betritt die Szene….

Bei achgut wird Gretas Rede als Text veröffentlicht.

 

Auch das sollten sich die Greta-Jünger in Erinnerung rufen oder von uns Alten erzählen lassen:  Weniger ist nicht „Mehr“.

Statusbericht – Eberesche 8. September, 2019

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen.
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In der Eberesche vor meinem Fenster herrscht ein munteres Treiben.

Blaumeisen und  Kohlmeisen tummeln sich auf den dürren und kahlen Ästen und picken eifrig – ich nehme an, sie finden winzig kleine Läuse und kleine Spinnen. Es ist ein wunderschönes Bild – und doch betrachte ich es voller Wehmut. Denn im kommenden Winter, im nächsten Frühjahr, Sommer und Herbst und in all den folgenden Jahren wird es das nicht mehr geben.

Meine viel geliebte, wunderbare Eberesche ist krank.

Das bahnte sich schon in den letzten Jahren an.

Wir vermuten, dass sie von einem Pilz befallen wurde. Zweige blieben ohne Blätter und Blüten, stattdessen platzte die Rinde auf… immer mehr Äste starben ab und blieben kahl… auch an einem der vier Stämme zeigte sich unten, unmittelbar über der Erde, ein langer und tiefer Riss in der Rinde. Im letzten Herbst warf dieser Teil des Baumquartetts seine Blätter nicht mehr ab, sie verdorrten und blieben selbst in Sturm und Regen auf geheimnisvolle Weise an den Zweigen haften… ein trostloses Bild.

In diesem Frühjahr bildeten sich auch an einem weiteren Stamm des Quartetts  keine neuen Blätter, und die, die an den beiden anderen erschienen, blieben klein und sahen schon im frühen Sommer verschrumpelt aus, als sei der Herbst längst angebrochen. Auch die Blüten waren seltsam klein und aus ihnen wuchsen winzige  Beeren, Liebesperlen gleich. Nicht eine Amsel ließ sich blicken…

Ein einziges Bild des Jammers.

Die freundlichen Nachbarn zur Linken bekundeten ihr Mitgefühl, aber hinter der netten Geste war deutlich ein kleines Frohlocken spürbar, war ihnen doch der Baum schon immer ein Dorn im Auge (aber sie machten niemals geltend, das wir ihn abholzen sollten). Unsere Nachbarn lieben die pralle und volle Sonne…. wir lieben , liebten den Schatten der Eberesche.

Wenn unsere großen Söhne im Herbst einen oder zwei Tage erübrigen können, wird der Liebste mit ihrer Hilfe zunächst die dicken Äste absägen und dann die Stämme kürzen… bis nur noch ein oder zwei der Vier etwa ein und einen halben Meter „hoch“ bis zum ersten dickeren Ast stehen bleiben, um den Vögeln, die das Futterhäuschen anfliegen, einen Zwischenstopp zu ermöglichen… Das ist jedenfalls der Plan.

Solange erfreue ich mich an den Vögeln im Baum… habe ich erwähnt, dass vor zwei oder drei Tagen sogar ein Specht kräftig gegen einen der Stämme hämmerte…?

Ein Bild aus dem letzten Jahr…

 

 

 

 

 

 

 

Sexuelle Lust nur für weiße Frauen? 5. September, 2019

Posted by Rika in emanzipation, gesellschaft, integration, migration, politik.
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Selten hat mich ein Artikel so sprachlos, so zornig gemacht und so tief getroffen, wie der, den ich heute bei Facebook zu Gesicht bekam.

Es ist ein Bericht  so  voller Grausamkeit und bar jeder Empathie,  dass man es schon beim Lesen kaum aushalten mag – verstehen kann man es schon gar nicht – und jedes Nachspüren und Mitfühlen zur Qual wird.

Die Rede ist von den Riten der Beschneidung der jungen Mädchen in überwiegend afrikanischen Gesellschaften. Spätestens seit dem ergreifenden autobiografischen Roman „Wüstenblume“ ist das Thema der Verstümmelung so vieler junger Mädchen durch die Entfernung der Klitoris und der äußeren Schamlippen zum Zwecke der „Bannung sexuellen Lustempfindens der Frau“ nicht mehr unter dem Mantel der Verschwiegenheit verborgen zu halten. Mutige Frauen, denen diese Form der Zerstörung ihres Körpers angetan wurde, machen sich seither dafür stark, diesen schreckliche Eingriff in die Unversehrtheit des weiblichen Körpers für immer zu ächten. Viele Frauen weltweit unterstützen den Kampf gegen die Beschneidung junger Mädchen.  Dieser Feldzug gegen uralte Riten ist schwer genug, der Druck auf die Mütter, ihre Töchter zu verstümmeln, ist immer noch extrem hoch. Begriffe wie Ehre, Kultur, Ritus und Gehorsam sind wirkmächtige Befürworter der  abscheulichen Praxis. Selbst in Deutschland werden Mädchen unter erbärmlichen Umständen von eigens dafür bestimmten „Beschneiderinnen“  für immer einem qualvollen Leiden ausgeliefert.

Der Artikel, den ich heute las, macht aber nicht nur der geübten Praxis wegen so fassungslos, er beschreibt ein Zerrbild eines „weißen, weiblichen  Kulturverständnisses“, wie es rassistischer und frauenfeindlicher nicht sein kann.

Der einleitende  Kommentar und der Literaturhinweis am Ende es Textes,  der auf die unsägliche „Wissenschaftlerin“ und ihre Arbeit hinweist, wird von mir hier farblich abgesetzt, der eigentliche Text als ganzes Zitat kenntlich gemacht:

Anna-Katharina Meßmer (* 1983) ist eine deutsche Speakerin, Beraterin, Aktivistin und Soziologin. Sie hat eine Dissertation mit dem Titel „Überschüssiges Gewebe“ verfasst, in welcher sie die weibliche Genitalverstümmelung verherrlicht…
Hier ein Auszug aus dem Buch „Freiheit ist keine Metapher“, dem ich auch einen kleinen Beitrag beisteuert habe. Der Titel des Aufsatzes lautet „Queere Salafistinnen“ und stammt von Judith Sevinç Bassad.

“ (…) Selbstmordattentate sind nicht die einzige Grausamkeit, für die die Gender Studies Verständnis aufbringen. Auch die Genitalverstümmelung wird von manchen Akademikerinnen als zu beschützendes Kulturgut verstanden, das von der kulturellen Hegemonie des Westens bedroht wird. So behauptet Anna-Katharina Meßmer in ihrer Dissertation Überschüssiges Gewebe, dass der Begriff „Genitalverstümmelung“ nur deswegen negativ konnotiert sei, weil der Westen zu Kolonialzeiten den Orient als ein „unzivilisiertes Anderes“ wahrgenommen habe. Der Akt der Verstümmelung in afrikanischen Dörfern ist also nicht deshalb grauenhaft, weil er es ist, sondern weil der Westen – im Glauben, dass seine eigene „moderne, auf-geklärte, heilende Medizin“ die Überlegenere sei – sie zu einer „barbarischen Tradition“27 stigmatisiert habe. Dementsprechend verurteilt Meßmer auch die Sichtweise des westlichen Feminismus auf Genitalverstümmelungen. Denn in ihm werde „die afrikanische Frau“ als „sich nach westlichen Standards zu emanzipierende“ gesehen.28 Abermals bestimmt hier der Hass auf den Westen die wissenschaftliche Thesenbildung: Nicht die afrikanische Tradition der Verstümmelung wird von der Autorin problematisiert, sondern der Westen, der sie im Zuge seiner vermeintlich kolonialen Interessen überhaupt als eine barbarische Praxis bezeichnete. Auch die Genderforscherin Daniela Hrzán fordert in ihren Artikeln dazu auf, Verständnis für Genitalverstümmelung aufzubringen. Dafür ersetzt sie den Begriff „female genital mutilation“ (FGM) durch die Bezeichnung „female genital cutting“ (FGC), verharmlost also „Genitalverstümmelung“ zu „Genitalbeschneidung“. Der Grund: Bei „Genitalverstümmelung“ könne der Eindruck entstehen, „dass Eltern ihre Kinder bewusst verletzen und foltern, wodurch jeglicher sozialer Kontext, in dem FGC-Praktiken eingebettet sind, ausgeblendet wird“.
Wieso man eine Praxis, mit der man kleinen Mädchen ohne Betäubung und unter Einsatz von körperlicher Gewalt die Klitoris, manchmal auch die Schamlippen mit Rasierklingen, Messern oder Scheren abschneidet und deren Vagina anschließend zunäht – wieso man genau eine solche Praxis nicht als „bewusst verletzend“ bezeichnen sollte, verschweigt die Autorin. Auch, welcher „soziale Kontext“ hier die begriffliche Verharmlosung einer menschenverachtenden Misshandlung legitimiert, führt die Genderforscherin nicht aus. Stattdessen ist sie überzeugt, dass ihre sprachliche Beschwichtigung „für einen kritisch-reflektierten und antirassistischen Umgang mit dem Thema“ stehe. (…)“

 

***
Sofern jemand unser Buch noch nicht haben sollte, hier der Link:
http://www.querverlag.de/freiheit-ist-keine-metapher/

Soweit der bei Facebook erschienene Beitrag. Mein Nachfragen bei demjenigen, der den Text veröffentlicht hat, ergab folgenden ergänzenden Hinweis:   Der  zitierte  Buchauszug findet sich auf den Seiten 268f des oben schon genannten Buches „Freiheit ist keine Metapher

 

Dieser abscheuliche Gedanke, die bei einer Genitalverstümmelung entfernten Schamlippen und die Klitoris sei „überflüssiges Gewebe“ ist an Perversion kaum noch zu überbieten und offenbart nicht nur eine unglaubliche Leibfeindlichkeit, sondern im Hinblick auf die  vor allem in Afrika betroffenen Frauen auch einen beispiellosen Rassismus. Denn anders als Rassismus kann man doch die Argumentation nicht bezeichnen, die hier ins Feld geführt wird als angeblichen „Kampf gegen ein kolonialistisches Weltbild der Weißen“, der der schwarzen, afrikanischen Frau ein angeblich weißes Leitbild nicht länger aufdrängen will und darum dafür plädiert, auch weiterhin die leidvolle Verstümmelung weiblicher Körper aufrecht zu halten.

Gelten die allgemeinen Menschenrechte demnach nicht für Afrikanerinnen?

Ist die Würde des Menschen und die Unversehrtheit einer Person ausschließlich weißen Europäerinnen vorbehalten?

Ich frage mich angesichts dieses fürchterlichen Weltbildes einer akademisch gebildeten weißen Frau, was in Menschen vorgehen mag, die andere Menschen offensichtlich ausschließlich als Forschungsobjekt für ihre krude Theoriebildung missbrauchen. Kann sich irgendeine Frau in Deutschland dafür erwärmen, die kulturellen Highlights afrikanischer Stämme mit den hier einwandernden Menschen gleich mit zu übernehmen, um so den Kolonialismus endgültig zu überwinden den eigenen Körper zugunsten dieses heroischen Aktes ohne jegliche Betäubung und unter Zuhilfenahme nicht steriler Rasierklingen, Glasscherben oder Messer beschneiden zu lassen und damit auch die Möglichkeit sexuellen Lustempfindens für immer aufzugeben – und, nicht nur das, bei jeder Periode, jeder Penetration, jeder Schwangerschaft und jeder Geburt erneut mit unendlichen Schmerzen konfrontiert zu sein?

 

Wenn es nicht Hass auf das eigene Geschlecht ist, nicht Hass auf die eigene Hautfarbe, nicht Hass auf die so mühsam erkämpften Rechte der Frauen, Hass auf die allgemein gültigen Menschenrechte, was um alles in der Welt treibt eine Professorin dann um –    und das in einem Land, das in nicht allzu ferner Vergangenheit Mediziner hervorgebracht hat, die die Würde des Menschen mit Füßen traten und jüdische Männer, Frauen und Kinder als „Versuchskaninchen“ im angeblichen Dienste der Wissenschaft missbrauchten?

Frauen auch weiterhin dem Verstümmeln auszusetzen, weil es so schön irgendwelchen anthropologischen Forschungen oder der Überwindung eines angeblichen weißen Größenwahns dienen mag, das ist doch nichts anderes als ein furchtbares Verbrechen an der Menschheit.

Dass die Genderforschung seltsame Blüten treibt, habe ich schon manches mal im Stillen gedacht,  dass sie aber Verbrechen unterstützt, übersteigt  mein bisheriges Vorstellungsvermögen von  weiblichen weißen „Wissenschaftlerinnen“.

Dazu kann ich nicht länger „im Stillen“ nachdenken. Dazu kann ich nicht schweigen.

 

 

 

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Halbes Gedenken und ganzes Vergessen… 3. September, 2019

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, HOLOCAUST, medien, politik.
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Vor 80 Jahren brachen die Deutschen den Zweiten Weltkrieg vom Zaun.

Das ist wohl noch die harmloseste Bezeichnung des unheilvollen Wahn, den Hitler von langer Hand plante und mit Hilfe der begeisterten Volksgenossen und der ihm treu ergebenen Wehrmacht umsetzte. An anderer Stelle las ich die irreführende Formulierung, ‚der Zweite Weltkrieg sei ausgebrochen‘. So wie eine Masernepidemie oder ähnliche Massenerkrankungen halt ausbrechen können. Niemand trägt dafür die Verantwortung.

Für das große Morden gab es aber Verantwortliche – und uns Nachgeborenen bleibt die abgrundtiefe Scham über die Verbrechen der Altvorderen und die Verantwortung dafür, dass sie sich nie wieder in unserem Namen wiederholen mögen. Jedenfalls sind das die Textbausteine, die in keiner guten Erinnerungs- und Gedächtnisrede fehlen dürfen. Und ich meine das keineswegs ironisch…. es ist eine Anmerkung, die meiner Erfahrung mit dem Anhören solcher Reden entspricht.

Achtzig Jahre sind eine lange und kurze Zeit zugleich. Ein Menschenleben währt in der Regel  nach Auskunft der Bibel (Psalm 90,10) Siebzig Jahre und wenn es darüber hinaus fortbesteht, so wird ihm gemäß biblischer Ansage Mühe und Arbeit als „köstliches Ding“ attestiert.

Achtzig Jahre im Gedächtnis der Völker sind aber eine sehr kurze Zeitspanne und die  Erinnerungen über die Wunden, die geschlagen und erlitten wurden, zeigen genau darin das Zwiespältige des gemeinsamen Erinnerns auf:  Es gab die, die die Wunden schlugen und die, die daran furchtbar gelitten haben. Das lässt sich auch mit guten Reden nur schwer darstellen, wie viel weniger mit einer schlechten, weil mangelhaften Rede!

Es war unserem Bundespräsidenten vorbehalten, so eine schlechte Rede in gut gemeintem Betroffenheitsmodus zu halten.  In Polen.

Mit dem „Überfall auf Polen“ begann der Krieg, der 60 Millionen Menschenleben forderte…  Familien ins Unglück stürzte, sie unvorstellbarer Gewalt und kaum nachvollziehbarem Leid aussetzte  – oder gleich  ganz auslöschte. Herr Steinmeier setzte diese Schuld der Deutschen aufs Trefflichste in bildhafte Rede  – und schlug dennoch furchtbar fehl, „vergaß“ er doch schlicht und ergreifend das ungeheure Verbrechen, das wie kein anderes  das Wüten der Deutschen – Nationalsozialisten wie Christen und Gleichgültige gleichermaßen darin verstrickt – unübersehbar deutlich bis in unsere Gegenwart und Zukunft hinein kennzeichnet: Den Mord an den europäischen Juden, der mit ungeheurer Präzision im von Deutschen besetzten Polen organisiert und durchgeführt wurde. Hat Herr Steinmeier das nicht im Blick gehabt, hat er vergessen, dass Willy Brandt angesichts dieses unvorstellbaren Grauens in Warschau buchstäblich auf die Knie ging, weil Worte – so demutsvoll sie auch gesprochen sein mögen – einfach nicht ausreichen, niemals ausreichen werden?

Wenn man sich dann noch daran erinnert, dass Herr Steinmeier  in demutsvoller Gebärde am Grabmal eines der größten Terroristenführer unserer Zeit einen Kranz niederlegte, dann muss dieses „Vergessen“ umso schwerer wiegen, dann zeigt dieses „Vergessen“ mehr als deutlich, was davon zu halten ist, wenn Herr Steinmeier sich gegen Antisemitismus und für „Frieden in Nahost“ ausspricht – es ist nichts als eine Aneinanderreihung inhaltsleerer Worthülsen…. und es lässt mich in ratloser Fassungslosigkeit zurück. Vertraut er blind seinen Redenschreibern – und was geht in denen vor? Liest er sich das Elaborat seiner Helfershelfer nicht durch, fällt ihm gar nicht auf, was er da liest, besser gesagt, eben nicht zu lesen kriegt? Entsprechen die Worte dieser Reden seinen eigenen Gedanken und Gefühlen? Beugt er sich – in Ramallah – „nur“ dem Protokoll, wenn er sich vor Arafat verbeugt und fehlt ihm der Mumm, der Mut, die eigene Gewissheit und charakterliche Größe, an dieser Stellen dem Protokoll zu wider zu handeln oder eine Rede um das zu ergänzen, was jede normale menschliche Regung angesichts dieser ungeheuerlichen Geschichte doch sofort ins Bewusstsein rücken würde?

Es gab einmal eine Zeit, da habe ich Herrn Steinmeier auch ob seiner Hilfe für seine krebskranke Frau sehr geschätzt.  Er hat längst meine Achtung verspielt durch nichtssagendes  Gedenkgeschwafel und durch sein Handeln, das dem Gerede Hohn spricht und /  oder es vollkommen demaskiert ins Gegenteil verwandelt.

 

Dass er darüber hinaus die „Gedenkrede“ quasi zur Werbeveranstaltung  für die EU instrumentalisierte, ist angesichts der derzeitigen außen- wie innenpolitischen strategischen Ausrichtung schon kaum mehr „nur“ als schlechter Geschmack zu benennen. Es gibt sicher viele, die ihn dafür loben. Das Medienecho ist entsprechend, wie dieses Beispiel zeigt.

 

Das Befremden, das Steinmeiers „Vergesslichkeit“ auslöste, findet hingegen in den offiziellen Medien kaum Beachtung. Auch das spricht Bände über die Verfasstheit unserer Nachrichtenerzähler und ihrer Abonnenten.

 

 

 

 

  

Nächtliches Wetterphänomen… 3. September, 2019

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Jetzt sitze ich wieder an meinem Schreibtisch zu Hause im schönen Dorf, schaue aus dem Fenster auf meine sterbende Eberesche (davon demnächst mehr) und die wunderbar grünen Bäume in Nachbars großem Garten.

Am Samstag war es, das nächtliche Schauspiel.

Der Liebste und ich sitzen auf unserer 135-Bank***  vor dem Gartenhäuschen in lauschigem Abendfrieden und der immer weiter fortschreitenden Dämmerung…  die ersten Sterne kommen auf. Wir unterhalten uns leise, halten Rückschau auf die letzten Wochen, Monate, Jahre  – wie das so geht bei alten Eheleuten  in schönen Stunden der Zweisamkeit.

Wir nehmen es zunächst gar nicht richtig wahr, aber dann merken wir, dass in ziemlich regelmäßigen und dabei immer  kürzer werdenden  Abständen ein helles Zucken hinter der Weide des Jüngsten aufleuchtet. Findet irgendwo ein Fest mit Feuerwerk statt? Dafür dauert das Phänomen aber zu lange an. Seltsam auch, dass wir keinen einzigen Laut vernehmen, obwohl es absolut windstill ist und wir eigentlich „bis Bremen“ hätten hören können…  Schließlich sind wir sicher, das helle Zucken eines Lichts muss Wetterleuchten sein.

Wir wechseln der besseren Beobachtung wegen den Platz und haben nun den ganzen Himmel über dem Maifeld hinter dem kleinen Graben  vor uns. Die Lichtorgel führt unvermindert ihr imposant-phantastisches  Schauspiel fort, setzt riesige Wolkengebirge dramatisch in Szene, leuchtet schaurig schön einen kleinen Abschnitt des Himmels aus … und wandert dabei langsam, sehr langsam über den Himmel  in unserem Blickfeld von rechts nach links  …  immer noch völlig lautlos…  nur das sekundenlange Gleißen der Blitze … kein Donner, kein Ton. Hinter uns – vom Meer her – schwärzeste Dunkelheit … direkt über uns die Sterne im sanften Dunkelblau des Abendhimmels…

Dann kommt der Wind.

Gewaltig, stürmisch, brausend mit ungeheurer Wucht. Das Maisfeld vor uns wogt und wiegt sich  in lauter Klage, ein Geräusch wie Wellenschlag am Strand, die Weiden ächzen und neigen ihre langen Zweige tief gegen die Erde unter der gewaltigen Wucht des Sturms, schwingen zurück und tanzen einer  unheimlichen  Choreografie folgend im Geheul des Windes.

Bei den ersten Tropfen flüchten wir  und verfolgen in der Sicherheit des Hauses das spektakulären Treiben dort draußen. Der Regen prasselt auf das Dach, klatscht gegen die Scheiben… Wetterleuchten jetzt auch direkt über uns und immer noch kein Donner…  Niemals zuvor habe ich ein Gewitter auf solch spektakuläre  Weise erlebt.

Dann ist das Schauspiel zu Ende. Wir legen uns schlafen. Und nun doch ein leises Grollen des Donners… oder habe ich das nur geträumt?

Am Sonntag dann die Wahlen in Sachsen und Brandenburg…   wie ein leises nächtliches Wetterleuchten….  Wir sehen „es“ in der Ferne aufblitzen, aber noch hören wir nicht den Donner, noch sind die Einschläge weit, sehr weit weg….    Willys „Mehr Demokratie wagen“ war noch nie so gefährdet wie in diesen Tagen, Wochen, Monaten.    Ausgrenzen, Abgrenzen, Verbieten, Hetzen, Verleumden, Zerstören sind die Beigaben des Wetterleuchtens.  Die Gedanken, sie sind noch frei… nur sie unbefangen  auszusprechen  ist schwieriger geworden….

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*** 135-Bank

Unsere Kinder haben uns vor einigen Jahren zum Fest unserer Geburtstage – wir wurden zusammen 135 Jahre alt – eine Bank gebaut mit der man sanft schaukeln kann.
Das Fest (es waren eigentlich zwei) zu unseren Geburtstagen stand unter dem Motto des Liedes „Auf, Seele, Gott zu loben! Gar herrlich steht sein Haus…“ getextet nach dem Psalm 104.

 

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