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Corona – hätte, hätte…. 20. März, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, familie, gesellschaft, medien, politik, presse, schule - kinder, Sport, vermischtes.
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Es gibt tausend Gründe diese schönen Formulierungen zu nutzen…. hätte, hätte, wenn und aber…

Aber es macht eigentlich und jetzt schon gar keinen Sinn …. und dennoch muss dieses „hätte“ thematisiert werden.

Seit Tagen und Wochen kann man über Facebook und ähnliche soziale Netzwerke Informationen über Corona –  das Virus Covid 19 – einerseits und die Maßnahmen in diversen Ländern andererseits erhalten. Und seit Tagen und Wochen gab und gibt es Leute, die ein rasches Handeln hier in Deutschland anmahnten und immer noch anmahnen. Sie wurden zunächst nur belächelt, dann in die Ecke der Fake-News-Verbreiter gestellt, offizielle Regierungsvertreter wiegelten ab, verharmlosten, behaupteten gar, „WIR“ seien dem Virus besser als alle anderen Staaten auf der Welt doch hervorragend gewachsen und überhaupt bestünde nicht der leiseste Grund zur Panikmache.

PANIKMACHE  wurde das genannt, was eigentlich Aufgabe der Regierung und Gesundheitsbehörden gewesen WÄRE.

Man nennt das  AUFKLÄRUNG ZUR GEFAHRENABWEHR

Oder – und das ist noch ein weit wichtigeres Verfahren – Organisation und Durchführung von Notfallplänen.

China – das Ursprungsland der sich entwickelnden Pandemie – hat es vorgemacht, ebenso Südkorea, Taiwan, Singapur.  Absolut strikte und sofortige Bekämpfung des Virus mit allen verfügbaren Mitteln. Dazu zählte die schnelle Feststellung einer Infizierung durch Massentests  ebenso wie die Quarantäne, unter die die Betroffenen gestellt wurden. Selbst die Abriegelung eines ganzen Bezirks und die Stilllegung sämtlicher öffentlicher Aktivitäten – Arbeiten in den Fabriken und Geschäften eingeschlossen – zählten zu den drakonischen Maßnahmen. Und diese hatten und haben Erfolg.

Und bei uns?

NICHTS

Jedenfalls NICHTS in einem noch frühen Stadium der Ausbreitung.

Der Bundesgesundheitsminister riet zum gründlichen Händewaschen und Abstand halten – so ungefähr 1 bis 2 Meter.  Die ersten Fälle von Infektionen wurden nicht ernst genommen. Dann hieß es, betroffen seien ja nur die Alten und Leute mit Vorerkrankungen, für alle anderen bestehe so gut wie keine Gefahr. Es war erschreckend, manche Kommentare zu lesen, in denen  die an Coron Verstorbenen im Nachhinein als „vorerkrankt“ vermerkt und so nicht als Opfer der Seuche geführt wurden, als wären sie auch ohne Vorerkrankung zeitnah verstorben. Zynischer kann man kaum mit den Toten und deren Angehörigen umgehen. Corona wird bagatellisiert, Schuld ist die Vorerkrankung, nicht das Virus. So kann man auch die Opferzahlen manipulieren und die Toten in der Statistik als Herzkranke oder Diabetiker verbuchen.

Der oberste Gesundbeter rühmte sich der Tatsache, dass Deutschland ja doppelt oder dreifach so viele Intensivbetten habe wie Italien, in dem das Virus inzwischen fürchterlich wütete und Ärzte und Pflegekräfte bis zur Erschöpfung versuchten, der Lage Herr zu werden. In Italien starben viele, sehr viele Menschen und hier passierte immer noch NICHTS.

Aber hierzulande sickerte entgegen aller Beteuerungen des Ministers durch, dass es möglicherweise nicht genug Schutzkleidung geben könnte – für die Ärzte und alle Personen die im medizinischen Bereich tätig sind. Der Verdacht hat sich inzwischen bestätigt… Schutzkleidung und Mundschutz sind sogar für Kliniken kaum noch zu bekommen.

Selbst als abzusehen war, dass die Entwicklung in Deutschland in einem Abstand von nur 8 – 10 Tagen den italienischen Ereignissen folgte, wurde immer noch nicht energisch genug gehandelt.

Mir blieb mehr und mehr die Spucke weg, ich konnte es nicht fassen. Da lese ich Tag für Tag, was dieses Virus anrichtet, wie schnell es sich verbreitet und die Profis (Spahn ist allerdings kein Mediziner) in diesem Land kommen nicht in die Gänge.

In Südtirol wurde am Montag, den 9. März mitgeteilt, dass aufgrund der Ausbreitung des Virus die Skigebiete schließen. Eine überaus vernünftige Maßnahme  – aber auch sie vermutlich um Tage zu spät beschlossen. Eine große Rückreisewelle aus den Skiparadiesen zog durch Deutschland und brachte den blinden Passagier mit. Schulklassen mussten unter Quarantäne, einige Schüler und auch Lehrer  hatten sich infiziert.

Und immer noch keine erkennbaren drastischen Maßnahmen zum Kampf gegen die Epidemie, die am 11. 3.  – das war vor gut einer Woche  – von der WHO zur Pandemie hochgestuft wurde.

Die deutsche Regierung versteckte sich hinter einer gesamteuropäischen Lösung, die  zu dem Zeitpunkt aber schon längst nicht mehr möglich war und übte sich ansonsten weiter in Beschwichtigungen und episch langen Krisensitzungen, die aber zunächst  nur die üblichen Formulierungen und Ratschläge an das Volk weiter zu geben in der Lage waren.

Den ersten Landsleuten schien aber inzwischen zu dämmern, dass das alles kein gutes Ende nehmen würde, sie begannen, sich mit Vorräten einzudecken. Warum diese Vorratshaltung ausgerechnet Toilettenpapier in solchen Maßen betraf, dass zum Ende der vergangenen Woche binnen Stunden in nahezu allen Geschäften  nicht nur dieser Hygieneartikel komplett ausverkauft war, wird wohl eines der größten Rätsel der gesamten Corona-Misere bleiben.

Ebenfalls gegen Ende der vergangenen Woche beschloss der DFB alle Erst- und Zweitligaspiele komplett abzusagen – zuvor hatten bereits Europaligaspiele vor leeren Rängen stattgefunden, auch diese Vorsichtsmaßnahme war nicht auf deutschem Mist gewachsen, Dank darum an die europäischen Fußballverbände, die vorausschauender gewesen waren als ihr deutscher Mitspieler. Nach und nach zogen alle anderen Sportverbände nach. Trainingseinheiten wurden gestrichen, Sportstätten geschlossen.

Inzwischen hatte man auch festgestellt, dass zwar jüngere Menschen auch Träger des Virus sein können, aber nicht so leicht akut daran erkranken wie ältere Leute. Doch als Überträger kamen selbst die kleinen Kinder, die Schüler und Jugendlichen infrage. Erste Überlegungen wurden am Freitag der vergangenen Woche laut – und mit Beginn dieser Woche auch umgesetzt –  darum Schulen und Kindergärten  zu schließen, bzw. geschlossen zu halten in den Ländern, in denen gerade die Frühjahrsferien zu Ende gegangen waren. Und es wurde dringend darum gebeten, den Kontakt zwischen Kindern / Jugendlichen und den Großeltern zu vermeiden.

Dass das für die allermeisten Familien extreme Problem mit sich bringt, ist ganz sicher selbst  für die, die davon nicht betroffen sind, begreifbar. Besonders schwierig ist es für die Eltern, die nach wie vor ihrer Berufstätigkeit nachgehen müssen. Notgruppen in Kitas und Horten können wirklich nur notdürftig Abhilfe schaffen. Die Großeltern und andere ältere Verwandte fallen als Betreuer für die Kinder ja aus den genannten Gründen aus.

Der Ministerpräsident Niedersachsen veröffentlichte am Montag, den 16. 3. einen Maßnahmenkatalog zur Eindämmung und Bekämpfung des Virus. Aber vermutlich läuft die Befolgung dieser Maßnahmen viel zu langsam an.

Als schließlich die Kanzlerin in einer emotional-emotionslosen Rede zu ihrem Volk sprach, gab es eigentlich niemanden mehr, der nicht ausreichend über die Situation informiert gewesen wäre. (Die Rede hatte große emotionale Anteile der Besorgnis und Fürsorge, wurde jedoch mit der größtmöglichen Emotionslosigkeit vorgetragen – ja, vorgetragen wie von einem –  zudem auch schlechten  – Laiendarsteller.) Die Presse sah das am nächsten Tag ja ganz anders. Endlich, jubelte  sie, stelle sich die Kanzlerin an die Spitze des Kampfes gegen Corona.

Da ging mir der Hut hoch.

Wochenlang hatte sie sich verkrochen. Nicht nur das, sie hatte sogar darauf bestanden, dass die Grenzen allesamt geöffnet blieben, um nach wie vor auch Migranten aufnehmen zu können. Dass „Deutschland“ schließlich doch seine Grenzen fast ganz dicht machte, lag aber nicht an der Entschlusskraft der obersten Krisenbewältigerin, es lag schlicht daran, dass unsere europäischen Nachbarn bis auf Belgien und die Niederlande allesamt schon ihre Grenzen nach Deutschland geschlossen hatten. Nun konnte auch Frau Merkel ihre Tatkraft beweisen und ihrerseits Grenzschließungen erklären.   – Für wie dumm hält sie eigentlich die Bevölkerung dieses Landes?  Oder auch nicht ganz falsch gefragt: Wie leicht ließ sich die Bevölkerung dieses Landes für dumm verkaufen?  Und welchen Anteil hatten die Medien an diesem Prozess der Volksverdummung mit ihren Beschwichtigungen, ihren seltsamen Moderatoren, die selbst dann noch lieber Herrn Trump mit Häme und Spott bedachten, als wir doch schon mitten in dem rasanten Prozess steckten, dessen Folgen aus den Fehleinschätzungen der Verantwortlichen zu Beginn der sich ausbreitenden Epidemie / Pandemie jetzt auf so dramatische Weise sichtbar werden.

Nun endlich werden zusätzliche Krankenstationen eingerichtet – wobei ich mich frage, woher denn das dazu gehörige Pflegepersonal kommen soll, die Belegschaft der Krankenhäuser arbeitet doch schon seit Monaten, um nicht zu sagen seit Jahren am Limit. Vom Einsatz der Bundeswehr ist die Rede, davon, dass Hotels und Messehallen zu Notquartieren für betroffene Patienten ausgebaut werden sollen, die noch nicht auf Intensivbetten und Beatmungsgeräte angewiesen sind.

Aus Fürsorge für Patienten in den Krankenhäusern und für die Bewohner in Pflege- und Altenheimen sind alle Besuche in den Einrichtungen untersagt. Für viele ältere Leute, besonders für diejenigen, die von einer Demenz betroffen sind, sind das dramatische Eingriffe in ihr gewohntes Leben. Sie können nicht begreifen, warum der Partner, die Kinder oder Enkel, Freunde oder Verwandte nicht zu Besuch kommen. (So habe ich es heute bei einem Telefongespräch mit einer hochbetagten Freundin erlebt, die die Information, die sie ja bekommen hat, nicht mehr speichern kann und sich so verloren und verlassen fühlt.) Und dennoch ist diese Maßnahme extrem wichtig und richtig.

Die Krise schlägt natürlich voll auf die Wirtschaft durch. Betriebe werden geschlossen, sei es aus Schutzgründen für die Werktätigen, sei es, weil kein Nachschub aus den Nachbarländern mehr über die Autobahnen rollen. VW macht dicht, ebenso andere große Unternehmen der Automobilbranche.

Theater, Opernhäuser, Kinos, Bars, Diskotheken, Gaststätten, Hotels sind seit Tagen geschlossen, der Handel extrem eingeschränkt.  Niemand darf mehr auf die nord- oder ostfriesischen Inseln reisen, Sportanlagen und Schwimmbäder sind dicht, Spielplätze dürfen nicht mehr betreten werden. Alles Maßnahmen, die man schon Anfang Februar vorsorglich hätte treffen können.

HÄTTE

Aber es hätte ja sein können, dass das Virus ausgerechnet um Deutschland einen großen Bogen macht und dann hätte man ja mit diesen Maßnahmen der Wirtschaft einen großen Schaden zugefügt… der kommt nun doch und der Schaden für die Kranken ist ebenfalls hoch.

Ja, und dann geht es auch noch um die Beschneidung unserer Freiheit.

Und die darf natürlich in keinster Weise  beschnitten werden (Achtung, Ironie), weshalb sich die meisten Bundesländer gegen eine umfassende Ausgangssperre wehren, wie sie beispielsweise in Österreich und Frankreich bereits beschlossen wurde. Noch!

Denn es sind die Unbekümmerten hier im Lande, die sich nicht an die Empfehlung halten, einander möglichst aus dem Weg zu gehen, alle direkten Sozialkontakte zu meiden, sich nicht in Gruppen zu versammeln, um den Frühling zu genießen. Aber die Leute sind deppert. Sie sitzen in den Münchener Biergärten beieinander und flanieren in Gruppen über den Jungfernsteg, bevölkern in Schwärmen die Parkanlagen in Berlin und anderen Großstädten und pfeifen auf Mindestabstand und soziale Isolation.

Es gibt sogar Jugendliche, die stolz ihren Widerstand in die Kameras der öffentlich-rechtlichen Sender plärren und sich supercool und toll fühlen. Und die Interviewer lassen ihnen das ohne zu zucken sogar durchgehen…. und tragen so dazu bei, dass dieses asoziale und egoistische Treiben als „Recht der Jugend“ wohlgefällig entschuldigt wird.

Da fällt mir nicht mehr viel dazu ein… Es werden Corona-Partys gefeiert, als gäbe es keinerlei Gefahr.

So wird wohl auch in ganz  Deutschland, wie bereits in Bayern,  bald die allgemeine Ausgangssperre verhängt.

Ach ja…. deutsche Touristen sind weltweit von Schutzmaßnahmen betroffen… sie werden ausgewiesen und sind darauf angewiesen, in einer beispiellosen Rückholaktion mit gecharterten Maschinen aus ihren Urlaubsgebieten ausgeflogen zu werden, weil die meisten Airlines Deutschland nicht mehr anfliegen.  Über 100000 Personen sind davon betroffen.

Das Robert Koch Institut veröffentlichte heute diese Stellungnahme:

Covid-19
Coronavirus-Krise hat laut RKI-Chef „unvorstellbares Ausmaß“ angenommen
Angesichts der weiter schnell steigenden Zahl der Corona-Fälle zeigt sich der Chef des Robert-Koch-Instituts alarmiert.
Die Krise habe ein Ausmaß angenommen, das er sich selbst nie habe vorstellen können, sagte Wieler in Berlin. Die Krankenhäuser müssten jetzt vorbereitet sein. Die Zahl der vom RKI registrierten Corona-Fälle stieg innerhalb eines Tages von 11.000 auf rund 14.000. Die Zahl der Toten lag demnach bei 31.

Die amerikanische Johns Hopkins Universität nennt noch höhere Zahlen. RKI-Präsident Wieler sprach von einem „exponentiellen Wachstum“. Man könne die Corona-Epidemie nur verlangsamen, wenn man vor allem die Regel beachte, Abstand zu halten.

In Österreich werden die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus um drei Wochen verlängert. Sie gelten damit bis Ostermontag, dem 13. April.

 

Als ich diese Nachricht bei Facebook las, kam mir die Galle hoch.

Mein Kommentar zu diesem Artikel:

„Immer wieder mein Erstaunen, dass diesen Fachleuten offenbar verborgen blieb, was mir als Laie schon seit Anfang /Mitte Februar klar vor Augen lag.
Ich verstehe nicht dass man nicht beim ersten Bekanntwerden der Epidemie in China Notfallpläne auch für Deutschland entwarf.
Man will um 2° die Erderwärmung steuern, kriegt aber nicht mal die ausreichende Versorgung mit Schutzkleidung für die Mitarbeiter in den Kliniken hin…“

Dieses Erstaunen geht in eine große Fassungslosigkeit über, in Unverständnis, Ärger, ja sogar Wut.

Und dies noch: Der Papst betet öffentlich für die baldige Beendigung der Corona-Welle …. und wird ebenso öffentlich dafür belächelt, sogar gescholten.

Gebe Gott, dass selbst den Lästerern nicht das Lachen vergeht….

Und uns allen nicht die Hoffnung auf Gesundung und das Ende der Krise.

HERR erbarme dich.


Nachtrag

Gerade in der Sondersendung des ZDF: Die Ministerpräsidentin des Bundeslandes Rheinland-Pfalz lamentiert darüber, dass Bayern mit der Ausgangssperre vorgeprescht sei, man habe sich doch bei der Ministerpräsidentenkonferenz darauf geeinigt, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen….

W A N N   hätte das denn passieren sollen?

Es entsetzt mich einmal mehr, wie in diesem Land regiert wird und wie geradezu eifersüchtig die Politeliten  auf ihr Prestige achten – und das in einer Krise wie dieser.

Wir alle aber können etwas tun. Wir alle müssen etwas tun.

Darum auch hier der dringende Appell:
B L E I B T . Z U . H A U S E

IHR zumindest, die Ihr nicht zur Arbeit gehen müsst

 

 

 

 

 

 

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