jump to navigation

Der Mai wird kommen und die Strände bleiben leer… 18. April, 2020

Posted by Rika in aktuell, familie, gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik.
Tags: , , , , , , , , ,
4 comments

Der Mai wird kommen und die Strände bleiben leer.

Das wird zumindest – so ist es in der aktuellen Verfügung zu lesen – bis zum 3. Mai so bleiben. (Und es ist davon auszugehen, dass diese Verfügung spätestens am letzten Werktag des April, der nämlich dem Freitag,  den 1. Mai vorausgeht, verlängert wird bis Christi Himmelfahrt und darüber hinaus bis zum Dienstag nach Pfingsten,  das ist in diesem Jahr  der 2. Juni.)

Besonders hart trifft es aber alle Menschen, die von „den Gästen“ des Seebades und denen der kleinen Gemeinden der Küste zwischen Bremerhaven und Cuxhaven  in   Niedersachsens hohem Norden leben:  die Betreiber kleiner Ferienpensionen ebenso wie die der großen Hotels, die Eisverkäufer und Strandkorbvermieter, die Besitzer und Mitarbeiter unzähliger Imbissbuden, kleiner und großer Andenkenläden, schöner Boutiquen, die der Ausflugsbötchen und der Wattwagen, die von Cuxhaven nach „Hamburg Mitte“ fahren… sie alle sind von der strengen Maßnahme betroffen.

Es ist so jammerschade.

Denn allen Menschen, die ihren Wohnsitz außerhalb des Landkreises Cuxhaven haben, bleibt ja der Aufenthalt an der zum Landkreis gehörenden Nordseeküste verwehrt… also kein Spaziergang auf dem Deich, keine Wattwanderung, kein Bummel über die Promenade zwischen Sahlenburg und Alter Liebe, kein Verweilen an den Stränden…
Natürlich erst recht kein Einkaufsbummel für „Fremde“ und keine Restaurantbesuche egal ob fremd oder einheimisch.

So schade…

So viele Jahre habe ich, haben wir, der Liebste und mit uns  die ganze Familie im Sommer das ruhige Leben an der Nordsee genossen… die Entschleunigung erfahren, die wir in den Zeiten unserer Berufstätigkeit so sehr brauchten… und die unseren nun erwachsenen Kindern und auch den Enkel so gut tut…

Und obwohl ich alle diese Maßnahmen verstehe und mich auch strikt daran halte, macht es mich doch traurig, dass ich in dieser wunderbaren Jahreszeit nicht an der Küste sein darf….

Die Salzwiesen und Deiche werden Butterblumengelb von unzähligen Löwenzahnblüten sein, die jungen Lämmer tummeln sich auf den Wiesen, Zugvögel machen kurze Rast auf ihrem Flug weit hinauf in den Norden Europas, die würzige Seeluft macht den Kopf frei und die Gedanken leicht… so ergeht es mir jedenfalls, wenn ich auf der Wiese bin. Dort wächst nun das Gras in den Himmel und das Pflaumenbäumchen blüht, ohne dass ich es bewundern kann. Ob die Ameisen tatsächlich inzwischen ihr Unwesen treiben, bleibt mir ebenso verborgen wie die unermüdlich wirkenden Spinnen…. und auch mein spezieller Freund der Maulwurf kann nun ungestört seine Wühl- und Tunnelgrabarbeit verrichten. Ob die Mäuse inzwischen vollkommen das Regiment auf der Wiese übernommen haben? Im Herbst zählte ich mehr als 30 Mäuselöcher auf kleinster Fläche und in der Zeitung las ich, dass sie, die Mäuse,  sogar die Deiche bei Arensch dermaßen löchern, dass dies zu einer ernsten Gefahr für die Stabilität der Schutzanlage wird….

Ich hätte das alles gerne jetzt in Augenschein genommen.

Auch frage ich mich, ob „Ebbe und Flut“  an Ort und Stelle überhaupt wieder aufgebaut wurde (ein Videoclip im Link gibt darauf Antwort) oder ob der Pächter in diesem Jahr angesichts der von Corona bedingten Beschränkungen darauf verzichtet, das beliebte Container-Restaurant auf der eigens aufgeschütteten Warft auf der Wiese  vorm Deich wieder zu betreiben… Wie oft haben wir dort gesessen – ob draußen mit ein bisschen Wind oder drinnen gut geschützt – und diverse schmackhafte Fischgerichte genossen (Currywurst und Schnitzel gibt es aber auch!) …

Und dabei der Sonne zugesehen, wie sie langsam ihr Abendbad im Meer nimmt und untertaucht und dann nur noch der rosenrote Himmel davon Zeugnis gibt…

 

„Meine Heimat ist das Meer…“ möchte ich da in das alte Lied einstimmen…

 

Es ist immer und immer wieder ein wunderbarer Anblick…. doch dieses sanfte Licht und das spiegelglatte Wasser täuschen aber auch darüber hinweg, dass die Nordsee den Beinamen „Mordsee“ führt und der „Blanke Hans“ auch heute noch unbarmherzig zuschlagen und Schiffe, Deiche und Menschen bedrohen kann.

 

Kein Sturm, kein „Blanker Hans“, nur ein etwas höheres Auflaufen der Flut…

Ein friedliches Bild nach einem Sturm…. Am Kutterhafen hat die See Unmengen an Schilf und Unrat hinterlassen, als sie über die  Ufer trat und ihre Fracht bis an den Deich transportierte….

 

Und dennoch, die Menschen an der Küste leben mit dem Meer, mit seinen romantischen wie seinen gefährlichen Seiten …  und sie leben vom Meer, die Fischer der Krabbenkutter ebenso wie all die Vielen, die Sommer für Sommer ihren Gästen eine vorübergehende „Heimstatt“ bieten…

„Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen….“ und ja, wir kommen wieder.

So Gott will und wir leben…

Bald oder auch nicht so bald….

 

Lobgesänge und Schmählieder ….. 16. April, 2020

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik, presse.
Tags: , , , , , , , , ,
add a comment

In Zeiten von Corona bin ich meinem Vorsatz untreu geworden, kein Magazin und keine politische Sendung des ZDF zu sehen.
Dabei ist das wirklich sehr lustig, so ein Magazin… und so unterhaltsam.

Am 14. 4. 2020  wurde uns in der Sendung „Frontal 21“ mitgeteilt, dass Frau Merkel schon vor Jahren versprochen hatte bis zum Jahr 2010 in ganz Deutschland schnelles Internet durch Breitband oder Glasfaser bereit zu stellen.
Also seit 10 Jahren hätte es keine blinden Flecke mehr geben dürfen. Es gibt sie aber immer noch, liebe Freunde und das sogar sehr zahlreich und zudem riesig,  was in diesen Gegenden weder Home-Office noch Home-Schooling in Corona-Zeiten möglich macht. Für die Betroffenen ist das ein Desaster erster Güte.

Dann erfuhren wir, dass es doch schon seit Jahren Lieferengpässe für lebenswichtige Medikamente gibt und eine Expertin erklärte, dass der Wiederaufbau pharmazeutischer Produktionsstätten ab heute 10 Jahre dauern würde, sofern jetzt schon alle Genehmigungsverfahren abgeschlossen WÄREN…

Und da darf man doch schon mal die Frage stellen, wie blind die jeweiligen Minister in Frau Merkels Kabinett waren, als sie ohne Not dem Wissensexport und die Verlagerung der Produktion lebenswichtiger Medikamente nach China zugestimmt haben und warum sie nicht angesichts von bekannten Lieferengpässen schon seit Jahren darauf hinwirken, die ehemals weltberühmte Pharmaindustrie nach Deutschland zurück zu holen. Krisen wie diese bringen das Versäumnis auf schmerzhaft Art und Weise an den Tag.

Aus dem Nebel meiner Erinnerungen tauchte zudem an dieser Stelle der Termin zur Eröffnung eines gewissen Flughafens auf….

Aber was war der absolute Höhepunkt der Sendung?
Na, hat jemand eine Ahnung?
Richtig… zum gefühlten 4 Millionsten Male wurde dem staunenden Publikum Trump als Trottel vorgeführt.
Da hätte ich mich beinahe vor grimmigem Gelächter verschluckt.

 

Gestern nun lief in der ARD die Huldigung der Kanzlerin als große Krisenmanagerin des Jahres 2015 in Form eines „Dokudramas“ nach der Vorlage des Sachbuches „Die Getriebenen“, geschrieben von Robin Alexander. Jeder, der hier ab und zu liest, kennt meine Haltung zu Frau Dr. Merkel und wird begreifen, dass ich den Film nicht gesehen habe. Ich kann dazu also auch nichts sagen, bestenfalls könnte ich Aussagen von Menschen zitieren, die sich mit Buch und Film beschäftigt haben und erstaunt darüber sind, dass die massive Kritik an Merkels Vorgehen, wie sie im Buch geäußert wird, im Film so gar keinen Niederschlag findet. Das unterlasse ich aber, da ich ja das Einverständnis der betreffenden Personen einholen müsste. Doch auch die Tatsache mag interessant sein, dass Robin Alexander weder als Berater beim Schreiben des Drehbuchs hinzugezogen wurde, noch den bereits fertigen Film vorab sehen konnte.

Nicht vorenthalten möchte ich aber die grandiose Bewerbung des Polit-Thrillers, die  NDR-Kultur mit diesem Artikel betreibt: „Die Getriebenen“ : Drama um Merkels Flüchtlingspolitik

Unsere wunderbare Kanzlerin und  nimmermüde Kämpferin für die Rettung der Welt und ihre ebenso nimmermüden Hofberichterstatter, sind natürlich überhaupt nicht gleich zu setzen mit den tumben Amerikanern, die ihren Präsidenten für seine Taten loben – und natürlich ist der sich selbst lobende Präsident erst recht nicht mit einer Kanzlerin gleichzusetzen, die für die Lobgesänge alle verfügbaren Medien längst instrumentalisiert hat…

 

Ach ja, einen schönen Text las ich gestern. Er ist ein bisschen lang, aber lohnt sich wirklich.

Und nein, keine Sorge, ich bin kein Trump-Fan, ich bin nur der Meinung, man solle doch immer erst vor der eigenen Haustür kehren und dann beim Nachbarn sauber machen, allerdings nur, sofern er darum bittet…

Immer der Donald: Eine Gebrauchsanleitung

Ostern in sozialer Isolation…. 15. April, 2020

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, familie.
Tags: , ,
add a comment

Wir, der Liebste und ich, können uns nicht daran erinnern, jemals in  unserem gemeinsamen Leben Ostern NUR zu Zweit gewesen zu sein.

In den ersten Jahren unserer Ehe verbrachten wir die Feiertage zu Ostern entweder bei meinen  oder bei seinen Eltern vor allem aber bei der Schwester des Liebsten,  ihrem Mann und den kleinen Kindern in fröhlicher Runde und mit Eiersuchen im nahen Wald.

Später, als wir auch kleine Kinder hatten, kamen die Oma oder die Großeltern oder alle drei zu uns. An einem der beiden Feiertage trafen wir uns mit der Familie meines Bruders oder mit der Familie der Schwester des Liebsten. Das ging in fast allen Jahren so, in denen wir nicht „über Ostern“ zum Skifahren in Südtirol waren und setzte sich auch fort, als wir nur noch zu Spaziergängen in den Wald gingen… die „Kinder“ waren ja alle groß….

Diese Großfamilientreffen sind zu einer überaus beliebten Tradition geworden, die auch in diesem Jahr gepflegt worden wäre, wenn, ja wenn das Virus nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.

In diesem Jahr nun ist alles anders.

Kein Familientreffen mit unseren Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln.

Kein Großfamilientreffen mit ungefähr 30 Familienmitgliedern unterschiedlichen Alters zwischen 82 und 3 Jahren …

So schade, so unglaublich schade.

Aber auch kein Gottesdienst am Ostersonntag in unserer Gemeinde, kein Gesang und auch nicht der  traditionelle   Ostergruß:

„Der HERR ist auferstanden, ER ist wahrhaftig auferstanden!“

Der Liebste und ich haben den Gottesdienst mitgefeiert, der aus der Kirche in Ingelheim übertragen wurde – ohne anwesende Gemeinde, aber mit Musikern und Sängern, die im großen Abstand voneinander gemeinsam mit den beiden Pastorinnen einen sehr guten Gottesdienst für die Fernsehgemeinde gestalteten.

Wie bitter aber das Osterfest für die Menschen in diesem Jahr gewesen ist, die in strengster Isolation in Alten- und Pflegeheimen, in Kliniken und auf Isolierstationen verbringen mussten mit dem eingeschränkten Kontakt über Telefon, Skype oder dem Zuwinken durch geschlossene Fenster, mag ich mir kaum vorstellen.

Und doch ist wenigsten das für viele noch möglich gewesen.

Wir Älteren erinnern uns gewiss noch an die Erzählungen unserer Eltern aus der finsteren Zeit des Krieges und den danach folgenden Jahren, die für so viele Menschen durch Gefangenschaft, Flucht und Vertreibung gekennzeichnet waren. Familien auseinander gerissen, die Ungewissheit, ob der Mann, die Frau, die Eltern oder Kinder überhaupt noch leben, die oftmals so vergebliche Hoffnung auf ein Wiedersehen.

All das bedenkend, mag und will ich nicht darüber klagen, dass das Familienfest ausfiel in diesem Jahr und vielmehr dankbar sein, weil es meinen Familienangehörigen gut geht, sie alle gesund sind – auch die Zwei, die erst vor 2 Wochen von ihrer großen Reise zwangsweise zurück nach Deutschland kommen mussten. Das Virus hat sie nicht erfasst, keinen von uns.

Dankbar bin ich für die Möglichkeiten, die uns die modernen Kommunikationsmittel zur Verfügung stellen …  der Familienchat per Skype   …   die vielen österlichen Grüße, die per Messenger- Diensten  hin und her geschickt wurden  …    das Telefongespräch mit der kleinen Enkelin, die ganz von alleine auf die Idee kam, Opa und Oma anzurufen – wegen Corona, wie sie ausdrücklich sagte.

Dankbar bin ich nicht zuletzt, dass Ostern immer noch und gerade HEUTE die wichtigste Botschaft vermittelt:

Jesus hat dem Tod die Macht genommen. ER selbst ist das große „Dennoch“ des Lebens, das dem Tod entgegensteht. „Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg?“

DER HERR IST AUFERSTANDEN   –  ER IST WAHRHAFTIG AUFERSTANDEN!

Drum lasst uns alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit  – Halleluja –

 

 

Und bleibt auch bitte weiterhin in freiwilliger sozialer Isolation, wenn Ihr nicht zu denjenigen gehört, die arbeiten müssen. Haltet Abstand – mehr als 1,5 Meter – tragt eine Mund- und Nasenbedeckung um andere und Euch selbst zu schützen und nutzt die sozialen Medien und Messenger-Dienste, um dennoch miteinander zu reden und Eure Wünsche oder Sorgen zu teilen.

Gutes und Gesundheit an „Leib, Seele und Geist“ wünsche ich Euch allen.

 

 

 

 

 

Reiseerinnerungen…. 6. April, 2020

Posted by Rika in aktuell.
add a comment

Es war eine so gute und schöne Reise.

Unvergessen.

https://cindev.de/category/israelreise-2018/

Sehnsuchtsland Israel

Sonntag in Quarantäne…. 5. April, 2020

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube.
Tags:
add a comment

Allen lieben Menschen wünsche ich einen gesegneten Sonntag.

 
Heute ist Palmsonntag in Erinnerung an den „Einzug Jesu in Jerusalem“…

 
Und ich erinnere mich an den Weg, den ich mit unserer Reisegruppe im Mai 2018 ging…. vom Ölberg hinab am Garten Gethsemane vorbei ins Tal und an den Aufstieg in die „hochgebaute Stadt“…

 

 

 

 

 

 

Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des HERRN!“

Lukas, 19,38

 

 

 

 

 

Laschet, Spahn et al – Teil 2 2. April, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, gesellschaft, medien, politik, presse.
Tags: , , , , , , , , , , ,
2 comments

Nachdem ich gestern am späten Abend  im TV die Zusammenfassung der Geschehnisse des Tages und die begleitenden Erläuterungen und Kommentare angeschaut hatte,  habe ich heute den folgenden Text als Nachtrag unter meinem vorhergehenden Blogbeitrag geschrieben.

Das Thema ist mir aber so wichtig, dass ich den Text hier nochmals einstelle:

 

Ich muss mich ein wenig bei den beiden genannten Herren entschuldigen, sie waren zwar die ersten, die mit dieser Aussage an die Öffentlichkeit gingen, sind aber nicht die einzigen, die diese Strategie verfolgen.
Gestern in der Phoenix-Runde saß auch der Hamburger Virologe – dessen Name ich gerade nicht parat habe – und erklärte mit kühler Arroganz, anders kann ich es nicht nennen, dass die Hobbyschneiderinnen ja ruhig weiterhin nähern könnten, es sei zwar nicht falsch, aber auch nicht notwendig, da alle bisher getroffenen Maßnahmen doch greifen und man zudem eifrig an der App arbeite, die mit dazu beitragen soll, die Infektionsrate zu senken.

Ich halte dieses gönnerhaft vorgetragene Statement aus psychologischen Erwägungen für unglücklich:

1. Wir erleben in der Krise gerade eine große Welle der Solidarität und der Bereitschaft, sich zu engagieren. Wenn man das Engagement so schnöde zurückweist, könnte das zu einer unerwünschten Reaktion des Rückzugs führen, nicht nur auf dem Gebiet der Maskennäherei.

2. Die sich widersprechenden Äußerungen – Söder vertritt eine andere Haltung – der verantwortlichen Politiker und ihrer Berater tragen zu der ohnehin vorhandenen Unsicherheit bei, wie und welche Form des Umgangs miteinander und mit der Krise insgesamt zielführend und angemessen sei. Zu sagen, Masken seien nicht erforderlich lassen doch jedwede Spekulation über das Ansteckungsrisiko zu.

3. Statt die Leute darin zu bestärken auch selbst zu improvisieren, werden sie auf die staatliche Versorgung verwiesen, die aber höchst unzuverlässig ist. Und anstelle des frühzeitigen oder rechtzeitigen Einübens in bisher unbekannte und nicht geliebte Taktiken, verschiebt man in diesem „auf Sicht fahren“ eine notwendige Anordnung auf später, wobei es sich in dem gesamten Verlauf der Pandemie gezeigt hat, dass „später“ eben nicht „niemals“ bedeutet und auch bei uns ganz plötzlich vor der Tür steht.

4. Das „Masken-Statement“ ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die ohnehin die gesamte Situation um Corona  ( COVID 19  –   SARS-CoV-2 )    für einen riesigen und aufgebauschten Bluff halten und immer noch davon ausgehen, dass eine Grippe gefährlicher sei, als an diesem Virus zu erkranken oder gar zu sterben. Mit jeder dieser Aussagen sinkt die Bereitschaft die Bedrohungslage ernst zu nehmen.

Es ist bedauerlich, dass der psychologische Aspekt und die Wirkung auf die Zuhörer, bei solchen Gesprächsrunden und Aussagen ganz offensichtlich so wenig bedacht wird.“

 

Es geht mir dabei nicht um die Masken allein, das wäre kindisch, es geht mir darum, einmal mehr darauf hinzuweisen, dass die Verantwortlichen immer noch „wie im Nebel“ auf Sicht fahren, ohne erkennbar die Entwicklung in den Nachbarländern als mahnendes Beispiels auch nur – auch für uns Zuschauer erkennbar – ins Auge zu fassen.

Wie schon in vielen anderen Gemengelagen der „Weltpolitik“ sichtbar wurde, halten sich deutsche Politiker immer noch für diejenigen, die „es“ in allen Bereichen besser wissen als alle anderen Staatenlenker um sie herum. Und die Medien folgen ihnen dabei nur allzu willig und zeigen mit den Fingern auf diejenigen, die es ihrer Meinung nach ja noch viel schlechter machen als die Politeliten hierzulande – siehe Trump und sein Krisen-Management – oder aber, und das ist offenbar das größere Vergehen, die es wagen andere Wege zu gehen als von den Deutschen für gut befunden, wie es gerade Herr Kurz in  Österreich vorexerziert.

Es ist diese deutsche Überheblichkeit – wir sind die BESTEN – die mich ungeheuer ärgert. „Wir haben mehr Intensivstationen, deshalb kann nichts schief gehen, wir testen viel früher, deshalb haben wir weniger Infizierte und Tote zu beklagen“ usw. usw.

Dabei stünde es uns gut an in aller Demut zu bekennen, dass es einfach der Faktor Zeit ist, den wir – vollkommen unverdient – den Italienern voraus hatten und haben,  und der dennoch schlecht genutzt wurde –  und dass wir das Glück haben, zudem ein wirtschaftlich erfolgreiches Land zu sein, was uns sowohl von Italien wie von Spanien unterscheidet.

Ich will nicht wieder darauf herumreiten, dass der Zeitfaktor nicht oder zu wenig genutzt wurde – als man die Katastrophe in Italien schon deutlich sehen konnte, wurde hier immer noch beschwichtigend erklärt, man habe alles im Griff.  Ich will auch nicht wieder d übermäßig deutlich daran erinnern, dass die Bundesrepublik auf Katastrophenfälle mit hohen Krankenzahlen offenbar nicht hinreichend gut vorbereitet ist, dass trotz eines Planspiels aus dem Jahr 2012 keine Vorräte an Schutzanzügen und anderen notwendigen Mitteln angelegt wurden, dass es offenbar in den einzelnen Bundesländern keinen Masterplan für den Ausbruch einer großen Epidemie gab oder gibt  und dass zudem die Bundesminister der letzten Regierungen, die für das Gesundheitswesen zuständig waren, Krankenhäuser und Intensivstationen eher ab- als aufgebaut haben.

Das alles wird nach dem Ende der Krise zu hinterfragen und aufzuarbeiten sein.

Bis dahin aber sollte alles getan werden, um die Solidarität untereinander und das Engagement eines jeden einzelnen Bürgers zu fördern.

An dieser Stelle danke ich dem Sender NDR1, der genau das seinen Hörern Tag für Tag vermittelt.

Das Wettrennen um den Preis für den besten Virologen sollte aber nun endlich eingestellt und vielmehr alle verfügbaren Kräfte gebündelt werden. Die unterschiedlichen Regionen mit den so verschieden geografischen wie demografischen Verhältnissen erfordern auch differenziertes Vorgehen. In meinem Dorf beispielsweise herrschen schlicht andere Bedingungen als in Hamburg, München, Berlin oder dem 12 km entfernten Hannover. In meinem Dorf fährt keine U-Bahn, kein Bus in dem das Tragen einer Maske sinnvoll wäre, es gibt keine Parkanlagen in denen sich gelangweilte und unvernünftige Jugendliche oder Ignoranten aller Art versammeln könnten und es gibt auch  keine Shopping-Meilen, die zum Flanieren verlocken könnten. In meinem Dorf gibt es Initiativen zur Nachbarschaftshilfe und beim Bäcker dürfen nie mehr als 3 Kunden gleichzeitig im Verkaufsraum bedient werden.

Man sollte darum die unterschiedlichen Vorgehensweisen  nicht gegeneinander ausspielen, sondern die Bevölkerung darüber informieren und aufklären, was in ihrem jeweiligen Bereich sinnvoll und notwendig ist.

Wir würden es verstehen… wir sind ja nicht dumm.

 

 

Spahn, Laschet und Co und die Maskerade… 1. April, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, gesellschaft, medien, politik.
Tags: , , , , , , , , , ,
add a comment

Einfach einmal logisch nachgedacht:

Professionelle Atemschutzmasken sind derzeit Mangelware, sie sind nicht einmal ausreichend für diejenigen vorhanden, die  in sogenannten systemrelevanten Einrichtungen dringend arbeiten müssen und dabei auch immer in Kontakt mit Klienten, Kunden, Patienten, Pflegebedürftigen kommen. Aber es gibt die Möglichkeit zu improvisieren.

Wenn die improvisorischen  Masken NUR den / die  ANDEREN schützen, wie immer wieder durchaus glaubhaft behauptet wird, aber ALLE wenigstens solche Masken tragen würden, wäre dann nicht JEDER  besser und wirksamer geschützt als OHNE Masken durch die Gegend zu laufen?

Mir scheint, im Zuge der Krise ist Spahn, Laschet et al das logische Denken abhanden gekommen, wenn sie treuherzig erklären, man könne auf die Maskenpflicht verzichten und den Gebrauch ja freiwillig stellen….  Es klingt einfach nicht überzeugend, was diese Herren absondern.

 

Und für alle, die es immer noch nicht kapiert haben:

Dieses Corona-Ding ist hochgradig gefährlich. Es mit einer ganz normalen Grippe zu vergleichen, ist fast schon kriminell zu nennen, weil solche Vergleiche  die Leute leichtsinnig machen und zu einem leichtfertigen Umgang mit anderen Menschen verführen.

 

D A R  U M :

ZU  HAUSE  BLEIBEN, wenn es eben geht!

ABSTAND  HALTEN,  wenn man  unterwegs ist!

MASKE  BENUTZEN,  wenn man einkauft, Bus, S-,  U-,  oder D-Bahn   fährt!  

HÄNDE WASCHEN NICHT VERGESSEN !

 

So können wir diejenigen entlassten, die um das Leben der Infizierten und Erkrankten kämpfen.

So können wir es vielleicht schaffen, die Krise einigermaßen gut zu überstehen.

 

————————————————————————–

NÄHANLEITUNG FÜR GESICHTSMASKEN

 ——————————————————————————

NACHTRAG am 2. April

Ich muss mich ein wenig bei den beiden genannten Herren entschuldigen, sie waren zwar die ersten, die mit dieser Aussage an die Öffentlichkeit gingen, sind aber nicht die einzigen, die diese Strategie verfolgen.
Gestern in der Phoenix-Runde saß auch der Hamburger Virologe – dessen Name ich gerade nicht parat habe – und erklärte mit kühler Arroganz, anders kann ich es nicht nennen, dass die Hobbyschneiderinnen ja ruhig weiterhin nähern könnten, es sei zwar nicht falsch, aber auch nicht notwendig, da alle bisher getroffenen Maßnahmen doch greifen und man zudem eifrig an der App arbeite, die mit dazu beitragen soll, die Infektionsrate zu senken.

Ich halte dieses gönnerhaft vorgetragene Statement aus psychologischen Erwägungen für unglücklich:
1. Wir erleben in der Krise gerade eine große Welle der Solidarität und der Bereitschaft, sich zu engagieren. Wenn man das Engagement so schnöde zurückweist, könnte das zu einer unerwünschten Reaktion des Rückzugs führen, nicht nur auf dem Gebiet der Maskennäherei.
2. Die sich widersprechenden Äußerungen – Söder vertritt eine andere Haltung – der verantwortlichen Politiker und ihrer Berater tragen zu der ohnehin vorhandenen Unsicherheit bei, wie und welche Form des Umgangs miteinander und mit der Krise insgesamt zielführend und angemessen sei. Zu sagen, Masken seien nicht erforderlich lassen doch jedwede Spekulation über das Ansteckungsrisiko zu.
3. Statt die Leute darin zu bestärken auch selbst zu improvisieren, werden sie auf die staatliche Versorgung verwiesen, die aber höchst unzuverlässig ist. Und anstelle des frühzeitigen oder rechtzeitigen Einübens in bisher unbekannte und nicht geliebte Taktiken, verschiebt man in diesem „auf Sicht fahren“ eine notwendige Anordnung auf später, wobei es sich in dem gesamten Verlauf der Pandemie gezeigt hat, dass „später“ eben nicht „niemals“ bedeutet und auch bei uns ganz plötzlich vor der Tür steht.
4. Das „Masken-Statement“ ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die ohnehin die gesamte Situation um Corona-Covid 19 für einen riesigen und aufgebauschten Bluff halten und immer noch davon ausgehen, dass eine Grippe gefährlicher sei als an diesem Virus zu erkranken. Mit jeder dieser Aussagen sinkt die Bereitschaft die Bedrohungslage ernst zu nehmen.

Es ist bedauerlich, dass der psychologische Aspekt und die Wirkung auf die Zuhörer, bei solchen Gesprächsrunden und Aussagen ganz offensichtlich so wenig bedacht wird.

%d Bloggern gefällt das: