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So viele mutige Widerstandskämpfer gab es noch nie…. 6. Juli, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, gesellschaft, medien, meine persönliche presseschau, politik.
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Deutschland wird nun endlich – nachdem es wirklich Jahre gedauert hat  – zum Land der Widerstandskämpfer.

Mutige Menschen missachten die Vorsichtsmaßnahmen, die Corona eigentlich gebietet und demonstrieren machtvoll gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und damit gegen „Rechts“ oder „Nazis“, ganz im Sinne der Widerstandskämpfer von einst. Sie nehmen die „Weiße Rose“ zum Vorbild oder bemühen den Namen „Anne Frank“ für ihren  Kampf gegen Rechts.  In den sozialen Netzwerken achten sie streng auf die richtige Sprachregelung und ächten Leute, die sich nicht an die üblichen Zuschreibungen  des medialen Mainstreams in Gut und Böse halten und es wagen, eine eigene Meinung im Land der Meinungsfreiheit zu vertreten.

Sie kämpfen wirklich mutig gegen alles und jeden, das oder der auch nur die geringste Spur von Ähnlichkeit mit dem Gedankengut der damaligen Nationalsozialisten aufweisen könnte. Der Konjunktiv ist tatsächlich angebracht, denn „was“ der Ähnlichkeit mit nationalsozialistischer Ideologie entspricht, bestimmen die Kämpfer die dagegen sind. Was früher einfach nur konservativ war – ein klassischer Wahlkampfspruch der CDU wie „Freiheit statt Sozialismus“  beispielsweise – gilt heute schon als gefährlich Rechts. Auch die wohlwollende Stellungnahme in Form von „Like“ oder gar  einem Kommentar zu Texten in den sozialen Medien, deren Verfasser nicht dem linken und grünen Spektrum der Meinungsmacher zuzuordnen ist, wir mit tapferem, oftmals auch überaus scharfem Widerstand bekämpft.

Was mich dabei mitunter irritiert, ist die Tatsache, dass die Widerstandskämpfer zahlreicher sind als die ideologischen „Gegner und Feinde“. Also dass der Widerstand sozusagen die deutliche Mehrheit der Meinenden bildet, während die, denen man widerstehen muss, eher eine Minderheit sind.  Ich kann mich übrigens noch gut an die Zeit erinnern, als Studenten durch deutsche Universitäts- und Großstädte zogen mit dem Schlachtruf: „Wir sind eine kleine radikale Minderheit!“  Muss ich erwähnen, dass es „linke“ Studenten waren?

Mir scheint, die „kleine radikale Minderheit“ ist zur großen – immer noch in Teilen radikalen – Mehrheit geworden, eine Mehrheit, die der anders denkenden Minderheit mit radikalen Mitteln das Recht auf Freiheit des Denkens und der Rede absprechen will. Dabei verkennen sie die einfache Tatsache, das die gesellschaftlichen, wie die politischen  Verhältnisse in Deutschland  sich doch total von den Verhältnissen zur Zeit des „Tausendjährigenreiches“ unterscheiden, in dem „Widerstand“ eine überaus gefährliche Angelegenheit war und allzu schnell nicht nur die Freiheit, sondern auch das Leben kosten konnte.

Heutzutage kann man doch allenfalls nur noch nachempfinden, wie es sich „anfühlt“, wenn man gegen den Strom schwimmt, indem man eine absurd andere Meinung als die der Mehrheit vertritt. Eine Bedrohung für Leib und Leben ist damit nicht mehr verknüpft.

Man kann ja mal die Probe aufs Exempel machen und bei Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken ganz gezielt eine rigoros abweichende Meinung oder einen Kommentar zu einem Text des Mainstreams posten. Sofort, ich möchte fast darauf wetten, kommen sie von überall her, Leute, deren Namen man zuvor noch nie gelesen hat, die niemals eigene Gedanken äußern oder eigene Texte verfassen und beschimpfen den unliebsamen Kommentator, dass ihm Hören und Sehen vergeht. Man zieht den geballten Widerstand der wütenden Menge auf sich und fühlt sich, das ist das Beängstigende, plötzlich in der Einsamkeit eines Einzelnen gegen die Mehrheit wieder. Die Mehrheit der Widerstandskämpfer gegen „was auch immer irgendwie für „Rechts“*** gehalten wird“, wendet sich machtvoll gegen die Meinungsfreiheit eines Einzelnen in dem sicheren Gefühl, diesmal endlich auf der richtigen Seite zu stehen.

Es soll – so habe ich verschiedentlich gelesen – aber auch Einzelne geben, denen ihre Meinungsäußerung so zum Nachteil geriet, dass sie ihre berufliche Existenz gefährdet sahen oder sogar verloren.

Ich möchte der Versuchung widerstehen, zugunsten eines bequemen Lebens auf das eigene Denken und die    Meinungsfreiheit zu verzichten. Wer seine Meinung nicht mehr frei äußern mag, weil er nicht unter irgendeinen Verdacht geraten möchte, nicht der angesagten Mehrheit zu entsprechen, hat aber den eigenen Widerstandskampf bereits verloren.

Üben wir uns darin, eben nicht aus Angst mit den Wölfen zu heulen, aus der Angst nämlich, von ihnen gefressen zu werden. Und ganz egal um welche „Spezies Wolf“ es sich handelt…

Abnicker und Jasager und auch Gleichgültige gibt es viel zu viele in diesem Land.

 

……………………………………

*** „was auch immer irgendwie für „Rechts“ gehalten wird“  = das kann eine skeptische Haltung zum Klimawandel, zu Corona, zum Islam, zur Europapolitik, zum Kohleausstieg, zu  BLM, zur Einwanderungspolitik, zum biologischen Landbau oder zu Windkraftanlagen sein,  ebenso wie eine kaum erkennbare Sympathie für Israel oder Netanjahu oder eine neutrale Haltung zu den USA und Donald Trump.  Für  mich kann ich das auch auf den einfachen Nenner bringen: Eben alles was mit Claus Klebers „Einordnung“ und der (der gleichlautenden) seiner Berufskollegen nicht übereinstimmt, wird allzu leicht für „Rechts“ gehalten.

(Ich gebe es ja zu, ich bin im ständigen Widerstandskampf gegen den Kleber Claus 😉 und seine Kollegen, das hängt damit zusammen, dass ich mir noch nie ein X für ein U vormachen lassen wollte….  Ich danke noch heute meinem inzwischen verstorbenen Vater, der meinen Bruder und mich unseren  „Widerstand“ gegen seine, des Vaters Meinung setzen ließ in unendlich vielen Gesprächen am Abendbrottisch, an dem sich die Familie Tag für Tag traf. Unser „alter Herr“ liebte den Disput, so wie auch wir.

 

 

 

 

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