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Die Männerwelt am Hindukusch… 19. August, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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WARUM

Warum ist nach dem Abzug der NATO-Truppen das mühsam aufgebaute „neue“ Afghanistan so schnell und so gründlich zusammengebrochen? Wie kann es sein, dass nahezu ohne erkennbaren Widerstand durch die reguläre Armee Afghanistans die Taliban in kürzester Zeit eine Region nach der anderen „eroberten“ und nun in Kabul die Macht für sich und ihre Herrschaft reklamieren?

Von Säumnissen bei der Zahlung des Solds ist die Rede, von mangelnder Versorgung der Angehörigen der Streitkräfte. Das ist vermutlich alles richtig, aber doch ebenso vermutlich nur die halbe Wahrheit.

Wenn ich die Bilder sehe und die Berichte verfolge, entdecke ich doch noch eine ganz andere Wahrheit. Es sind vor allen Dingen die Frauen, die von der „Erneuerung“ der gesellschaftlichen Ordnung profitiert haben. Sie sind es, die die neuen Freiheiten ergriffen und für sich genutzt haben, und sie sind es auch, die den einzigen erkennbaren Widerstand gegen die Taliban leisteten unter der höchsten Gefahr für Leib und Leben.

Die jungen und wehrfähigen Männer dagegen verschaffen sich mit größtem Körpereinsatz die so bitter umkämpften Fluchtmöglichkeiten. Es hat mich unglaublich wütend gemacht, als ich gestern einen Bericht sah, in dem ein junger Afghane in die Kamera sagen durfte, er leide unsagbar darüber, dass er seine Frau und seine Kinder habe zurücklassen müssen. Warum, um Himmels willen, ist er nicht bei ihnen geblieben, um sie zu schützen? War seine Frau, waren seine Kinder es nicht wert, für sie zu kämpfen?

Warum haben die vielen und sicher auch gut ausgebildeten jungen Männer keine Gegenwehr geleistet? Am fehlenden Sold und mangelnder Versorgung wird es sicher nicht gelegen haben. Viel eher – und hier spricht nun der Küchenpsychologe in mir – liegt es doch an den patriarchalischen Strukturen einer alten Stammesgesellschaft, in denen Männer das Sagen haben und Frauen seit Urzeiten für „Haus und Hof“ zuständig waren und bis heute – von wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen – in dieser Zuständigkeit gehalten werden sollen. Vermutlich waren die vielen Männer doch durchaus einverstanden mit den Restriktionen, die die Taliban mit der Machtübernahme in den 90er Jahren den Frauen auferlegten und damit die Errungenschaften der Neuzeit, in denen Frauen zu höchsten Ämtern und Ehren aufsteigen konnten, zurückdrehten in eine rückständig anmutende Gesellschaftsordnung. Es gab sie doch, die mutigen und starken Führungspersönlichkeiten unter den Frauen Afghanistans, „bevor Sharia spoiled everything“, wie eine Gruppe mit diesem Slogan bei Facebook an die vielen Frauen erinnert, die vor dem Aufkommen eines restriktiven Islam in Afghanistan, in Persien/Iran, Irak, der Türkei im öffentlichen Leben nicht nur sichtbar waren, sondern auch einen großen Anteil in Wissenschaft, Forschung, Verwaltung und Kunst des jeweiligen Landes hatten.

Es waren und sind die Männer, die mit religiösen Bestimmungen die Frauen wieder unter die Knute des Patriarchats zwingen wollen und zwingen.

Und darum, so meine stille Befürchtung, haben die vielen jungen Männer in Afghanistan ganz im Sinne der alten Ordnung nichts aber auch gar nichts dafür getan, die Frauen zu unterstützen und vor den Extremisten ihrer Religion schützen. Dass sie damit aber auch sich selbst aller Freiheiten berauben würden, die ein moderner Lebensstil mit sich brachte, das ist gleichsam der Hohn dieser Geschichte.

Es ist die bittere Erkenntnis, dass mit dem Verlust der Freiheit für die Frauen auch der Verlust der Freiheit einer ganzen Gesellschaft einhergeht, die eben nicht nach demokratischen Gesetzen wie wir sie verstehen handelt und lebt, sondern sich an denen der schwärzesten Phase ihrer Religion orientiert, dem Steinzeit-Islam.

Ich hoffe, dass wir irgendwann in nächster Zukunft endlich, endlich zu den eigentlichen Ursachen und Gründen der Verheerung in radikal-islamischen Ländern kommen werden und darüber reden können, wie wir als freie Gesellschaft dem ideologischen System namens ISLAM begegnen wollen und können, das scheinbar (oder tatsächlich) mit den Werten einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft nicht in Einklang zu bringen ist:

Zuvor aber müssen wir alle Kräfte bündeln, um den Frauen und Kindern Afghanistans einen Weg der Rettung zu ermöglichen.

NACHTRAG

Mit diesem sehr lesenswerten Bericht der NZZ wird das Verhängnis deutlich, das mit dem Aufkommen des „Steinzeit-Islam“ in Afghanistan begann:

Afghanistan: Minirock statt Burka während der goldenen Ära (nzz.ch)

Daraus diese Einleitung: „Afghanistans König Mohammed Sahir Shah (1914–2007), der von 1933 bis 1973 im Amt war, förderte die Rechte der Frauen. Im Jahr 1959 wurde der Zwang zum Tragen von Tschador und Schleier abgeschafft. 1963 erhielten die Frauen das Wahlrecht. Die folgenden Bilder zeigen ein Land auf dem Weg in die Moderne. 1973 putschte sich ein Cousin des Königs mit Hilfe der Militärs an die Macht. Sahir Shah dankte ab. Die Ära der Modernität war in Afghanistan zu Ende.“

Seitdem regiert in Afghanistan in unterschiedlicher Besetzung eine religiös-fundamentalistisch dominierte Männerclique, die alle Bestrebungen für Frauenrechte und Freiheit zunichte gemacht hat.

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Von meinem Schreibtisch aus kann ich die Welt nicht retten… 16. August, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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So gerne ich bei den heutigen fürchterlichen Nachrichten zur Retterin der Welt, zumindest aber der Frauen in Afghanistan werden würde, so wenig habe ich eigentlich das Recht, mich über die zu erheben, die ersichtlich fehlerhaft gehandelt haben.

Eigentlich. ABER!

Wie bei viel zu vielen Situationen, in denen ich das Verhalten der Regierung nicht mehr nachvollziehen kann, frage ich mich auch jetzt, welche Informationen die Verantwortlichen hatten oder haben, die ihr Handeln in derartig seltsamer Weise bestimmt haben, so dass dieses Chaos, das „Lieschen Müller“ an ihrem Küchentisch schon vor einigen Wochen klar voraussah, nun eintreffen konnte.

Wie ein beim Klauen ertappter kleiner Dieb steht Frau Kramp-Karrenbauer vor der Presse und stammelt ihren Plan zur Rettung der zivilen Angestellten des Bundes, die in Kabul an der Botschaft ihren Dienst tun, herunter; von einer Luftbrücke ist die Rede, die man nun aufbauen wolle, einem „Hub“ nennt sie das, an dem alle Personen gesammelt werden sollen, die man noch rechtzeitig aus Kabul evakuieren konnte oder kann, einschließlich der „Ortskräfte“, die in den zurück liegenden Jahren die Bundeswehr mit verschiedensten Aufträgen unterstützten, sei es als Dolmetscher, Kraftfahrer, Ortskundige, ohne die selbst im Zeitalter von GPS kein Mensch in einem fremden Land sinnvoll arbeiten kann, weil es ja mehr als geografische Probleme sind, auf die man in Krisenzeiten in fremden Ländern trifft. All das kann sich doch ein logisch denkender Mensch an den Fingern einer Hand abzählen, dazu brauche ich noch nicht mal die Hilfe von Claus Kleber und schon gar nicht die Erkenntnisse der Geheimdienste. Das ist ganz einfache Verhaltensforschung und Psychologie.

Als vor wenigen Wochen die letzte Transportmaschine der Bundeswehr mit Soldaten und Gerät an Bord in Wunstorf landete und damit die Afghanistan-Mission als beendet erklärt wurde, fragte ich mich schon, was denn nun mit den zivilen afghanischen Helfern geschehe, die doch unweigerlich ins Visier der Taliban geraten würden oder bereits geraten waren und nun in akuter Gefahr waren. Nichts! schien die Antwort zu sein. Man wolle prüfen, wie hoch die Gefährdungslage der einzelnen Personen und ihrer Familien einzuschätzen sei. Nun, die Prüfung dauerte selbst da noch an, als die Taliban erkennbar erfolgreich eine Region nach der anderen „eroberten“, allein durch ihre schiere Anwesenheit, will es mir, aus der Entfernung betrachtet, erscheinen. Und auch dann noch, als die größeren Provinzstädte in die Hände der Extremislamisten fiel, rührte sich ganz offenbar in Deutschland keine Hand und keine Seele. (Dass das dem Wahlkampf geschuldet ist, möchte ich als Ausrede zwar annehmen, aber damit keinesfalls entschuldigen.) Weder die zuständige Ministerin, die ja sicher auch für die zivilen Helfer der Bundeswehr in der Verantwortung steht, noch unser agiler Außenminister, der doch immer an vorderster Front steht, wenn es darum geht, gute Ratschläge fremden Regierungschefs zu erteilen, haben erkennbar einen Plan entwickelt, wie man zur Not die Helfer aus der Gefahrenzone bringen könne.

Nun ist die Not groß. Größer, als Heiko und Annegret es sich überhaupt vorstellen konnten und größer auch, als Horst Seehofer angenommen hat, der ja sogar in den zurück liegenden Tagen, als der Himmel sich schon verdunkelte, Abschiebungen nach Afghanistan anordnete.

Es ist darüber hinaus höchst befremdlich, dass die oberste Krisenmanagerin der Republik, die Kanzlerin persönlich, dem Treiben, bzw. der Untätigkeit ihrer Minister ungerührt zusah, bis die öffentliche Kritik an diesem Aussitzen eines riesigen Problems nicht mehr zu überhören war.

Was haben sie alle gemacht in den letzten Wochen oder gar Monaten? Ängstlich auf die Umfrageergebnisse zur anstehenden Wahl geschaut und darüber vergessen, was an Tagespolitik absolute Priorität hatte, bzw. haben musste?

„Nichts ist gut in Afghanistan!“ predigte einst eine bekannte Bischöfin von der Kanzel und erntete dafür nicht nur Zustimmung. Die Idee mit den Taliban zu beten wurde ihr als naives Wunschdenken ausgelegt, nicht machbar und auch gar nicht erwünscht, jedenfalls mit Sicherheit nicht von den Taliban gut geheißen.

Aber vielleicht hätte man zumindest das „Reden mit den Taliban“ solange fortsetzen sollen, bis die Abzugsmodalitäten der Europäer und Amerikaner in trockenen Tüchern gewesen wären, stattdessen kam es zum Abbruch der Gespräche, die von Trump initiiert, aber von Biden nicht unbedingt bevorzugt wurden. Die Streitkräfte rückten ab.

Ich bin kein Politiker, kein Diplomat und auch kein Militärstratege, aber selbst mir ist doch klar, dass ein ungeordneter Rückzug vor allen Dingen eines bedeutet: Triumpf für den Gegner und Chaos für die eigene Truppe und ihre Verbündeten.

Uns bleibt nun nichts als Beten, dass möglichst viele Menschen aus der unhaltbaren Situation gerettet werden können….

… und die unendliche Trauer darüber, dass wir so unglaublich viele, einst hoffnungsvolle Menschen ihrem ungewissen, nein, ihrem schrecklichen Schicksal überlassen. Es wird vor allen Dingen die jungen Mädchen und Frauen betreffen, die wieder neu unter die unmenschlichen Strukturen einer archaischen und knechtenden Stammeskultur und Diktatur gezwungen werden.

Volkes Stimme aus dem Netz gefischt… 16. August, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Unter einem Beitrag der NZZ zu den flotten Ideen der Grünen um die Kandidatur zum Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, fand ich einen – wie ich finde – wunderbaren Kommentar, der mich davon entbindet, eigene Sätze zu formulieren.

Der nachstehende Text stammt nicht von mir, gibt aber im Wesentlichen das wieder, was ich auch zu dem Bericht der NZZ sagen würde:

„R. D. M.

Jetzt holen die Barbocks und Habecks die ganz große Keule raus. Besonders, was die Kosten ihres wahnwitzigen „Dekarbonisierungs“- Programms betrifft, brechen alle Dämme: Es wird nicht mehr in Milliarden, nur noch in hunderten Milliarden, auf EU-Ebene in Billionen, gerechnet. Die zusätzlichen Belastungen der vergangenen zwanzig Jahre (Ökosteuer, EEG-Umlage, CO2-„Bepreisung“, absurde neue Bauvorschriften, Fahrverbote etc. etc.) : Sie reichen den grünen Weltverbesserern noch nicht. Noch mal rauf mit der Einkommenssteuer, noch mal hoch mit Heiz- und Benzinkosten (CO2-Abgabe), noch mehr Einschränkungen für Industrie und Gängelung der Landwirte, und generell noch mehr Verbote und Eingriffe in das persönliche Leben derer, die all das mit ihren Steuern bezahlen sollen. Und jede Menge neue Arbeitsplätze für die Heerscharen halb- und ungebildeter Politologen, Sozialpädagogen, Kultur- und Medienwissenschaftler, „Gender“-Forscher, „Diversitäts“-Beauftragter etc. durch die Schaffung eines neuen Ministeriums und unzähliger Überwachungsstellen. In der Tat: In diesem Programm, welches eher dem Vorspann zu einem Horrorfilm gleicht, ist wirklich „alles drin“ (so der grüne  Wahlslogan). Nichts, was das Leben der Menschen teurer, komplizierter und weniger selbstbestimmt macht, ist ausgelassen. Wenigstens sind sie ehrlich, die selbsternannten Klimaretter. Wenn sie anfangen werden, ihr Programm in die Wirklichkeit umzusetzen, kann keiner, der sie gewählt hat, behaupten, er habe es nicht gewusst.“

Das hübsche Gesicht der einen und die wohlfeilen Worte des anderen „Grünen“ können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie eine Politik betreiben wollen – und auch werden, so wir sie denn lassen -, die mit unserem bisherigen Verständnis von Demokratie und Freiheit nicht mehr viel gemein hat.

Demokratie, die Herrschaft des Volkes, bedeutet für mich nichts anderes, als das jeder Einzelne in unserer Gesellschaft Verantwortung zunächst für sein eigenes Handeln übernimmt im Rahmen der gegebenen Gesetze und Vorschriften, die nun einmal für ein funktionierendes Gemeinwesen unumgänglich sind und sich darüber hinaus auch verantwortlich dem Gemeinwesen gegenüber entscheiden und verhalten. Werden aber Gesetze und Vorschriften so ausgelegt, dass sie zu einem nicht mehr erträglichen Gängelband in allen Bereichen des Lebens werden, wird die Freiheit des Einzelnen derartig eingeschränkt, dass jede noch so kleine Abweichung von den (durch die angeblich wohlmeinend Guten des Landes) vorgegebenen Standards bereits als Straftat gewertet wird, obwohl die Gesetzeslage dies (noch) nicht hergibt, ist Widerstand geboten, und sei es auch nur in der Form, den Grünen Allmachtsfantasien einen Riegel vorzuschieben, indem man 1. ihr Programm als das offenlegt, als das es auftritt – nämlich der Weg in die Ökodiktatur zu sein – und 2. die Wahl dieser Partei kategorisch abzulehnen.

Was ich hiermit bekräftige. GRÜNE kann und sollte man nicht wählen.

Die Freuden eines Sommertages… 14. August, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Von den Freuden eines Sommertages soll hier die Rede sein, der ein wenig anders verlaufen ist, als man es sich sonst so unter Sommerfreuden vorstellen mag….

Was soll das bedeuten, mag man sich fragen. Nun, es ist der Kartenausschnitt, der uns gestern fehlte.. 🙂

Tante und Onkel hatten die beiden Neffen und die Nichte eingeladen, drei Tage mit ihnen am Dreetzsee zu verbringen, wo sie ihren schönen Wohnwagen auf einem kleinen und feinen Campingplatz für 2 Wochen abgestellt haben.

Natürlich waren meine Enkel Feuer und Flamme und der junge Vater hatte auch keine Einwände und sagte zu -, ohne jedoch vorher einen Blick auf die Karte geworfen und dabei festgestellt zu haben, dass der Dreetzsee näher an der Oder als an Hannover liegt…

So kann es gehen.

Aber nun war er im Wort und bereit, tatsächlich die Mühen der langen Fahrten auf sich zu nehmen. Bei unserem Ausflug zum Mühlenmuseum in der vergangenen Woche kam das geplante Abenteuer zur Sprache und der Liebste bot sich an, ihn zu begleiten, um ihn streckenweise am Steuer ablösen zu können. „Ich will auch mit!“ war meine schnelle Reaktion und so kam es, dass wir gestern frohgemut gen Nordosten starteten.

Die Familienkutsche, die uns 6 samt Gepäck transportierte, hat ein wunderbares Navi, das auch prompt Alarm schlug, weil auf der Ringautobahn um Berlin herum ein Stau entstanden war, der uns 20 Minuten Zeit gekostet hätte. Das schlaue Navi schlug eine Nebenstrecke vor und trotz meines kleinen Einwands, dass mein Telefon den Stau nicht so dramatisch fand, nahm der junge Vater der Drei das Angebot an. So fuhren wir also durch die herrliche brandenburgische Landschaft auf kleinen Sträßchen und durch kleine Örtchen. Dann, nach vielen Kilometern, plötzlich eine lange Schlange vor uns, verschiedenste Fahrzeuge standen am Straßenrand – die Straße war mehr ein Feldweg -, Leute spazierten hin und her. Wir wunderten uns und schauten etwas genauer auf die Karte, die das Navi auch bereithielt: Vor uns lag die Havel und die war nur mithilfe einer Fähre zu überwinden.

Das Bild entstand an dem diesseitigen Ufer, an dem wir geduldig mehr als eine Stunde auf die Abfertigung warteten. Jeweils 6 PKW finden auf der Fähre Platz, wenn aber eines der ebenfalls wartenden Wohnmobile die Havel queren will, oder gar ein Gespann aus Auto und Wohnwagen, reduziert sich natürlich die Anzahl der beförderten Fahrzeuge…. Ich habe es nicht gezählt, aber es warteten mindestens 20 Fährwillige vor uns in der Schlange.

Eine kurze Diskussion unter uns Erwachsenen ergab, dass wir dem Dilemma nicht ausweichen konnten, das darin bestand, nicht zu wissen, wie lange es dauern würde, bis wir zurück auf der Autobahn sein und dort durch den Stau kommen würden und ob es darum nicht klüger sei, den Stau vor der Fähre auszuhalten. Ihr werdet es erraten, wir entschieden uns für die Fähre. Der Opa spazierte mit den Enkeln bis zum Ufer, der junge Vater und ich hielten zunächst Wache im Auto und schlossen uns dann den Spaziergängern an. Der älteste der Enkel meinte zu einem der gleichfalls wartenden Autofahrer, man würde ja auf diese Weise sehr nette Leute kennenlernen… Ich fand (und finde) diese Einstellung einfach nur prima. Und so vergingen die eineinhalb Stunden doch wie im Fluge. Wir setzten mit der Fähre in nur 3 Minuten Fährzeit über. Das Navi führte uns im großen Bogen zurück auf die Autobahn und auch im weiteren Verlauf sicher bis zum Campingplatz, der genau auf der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern liegt.

Der Wohnwagen leuchtete uns unter den hohen Kiefern entgegen, die erwartungsfroh wartende Tante der Drei hatte leckere Sachen gekocht, das Gepäck der Kinder wurde ausgeladen, wir genossen die gute Mahlzeit und machten uns nach einer Stunde wieder auf die Rückfahrt, die der Liebste als erster Fahrer bestritt und sich erst ablösen ließ, als es zu dämmern begann.

Gänzlich ohne Stau und mit einer nur kleinen Aufregung über eine mit tiefen Schlaglöchern übersäte und somit eigentlich nicht befahrbare Waldstraße, auf die uns das Navi als „schnellste Verbindung“ geführt hatte, erreichten wir die heimatlichen Gefilde, froh und dankbar für diesen wunderschönen Tag und auch ein bisschen stolz darauf, uns noch auf so ein verrücktes Abenteuer eingelassen zu haben.

Schade nur, dass ich den See gar nicht zu Gesicht bekam! Zu einem Spaziergang über den Platz und bis zum Ufer hatte die Zeit einfach nicht gereicht, denn wir wollten unbedingt um 17.00 Uhr die Rückreise antreten, und auch die Zugabe von 30 Minuten war nicht genug, nähere Erkundigungen der Gegend anzustellen… Die Enkel, das muss unbedingt noch gesagt werden, waren total begeistert. Ihre Tante schrieb, dass sie noch im See gebadet hatten und danach wohlversorgt mit Tee und Schmankerln sehr zufrieden den Abend verbrachten. Um 22.00 herrscht absolute Ruhe auf dem Platz, so wurde uns gesagt, und ich gehe davon aus, dass die Drei auch sofort einschliefen, der Älteste im Zelt mit dem Onkel, der das Zelt gleich bei unserer Ankunft aufgebaut hatte und die beiden anderen mit ihrer Tante im Wohnwagen.

Es war ein wunderbarer Tag. Heute fahren die Eltern der Drei zum Urlaub auf die Wiese – und holen morgen die Kinder wieder ab. Die Fahrt von der Wiese zum Dreetzsee ist zwar noch länger, aber es liegt keine Fähre auf der Strecke… 😊

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