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Das Lied von der Zweistaatenlösung 11. Februar, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Wieso, so frage ich mich schon seit Jahren, glaubt alle Welt, sich intensiv in die Belange des Staates Israel ungefragt einmischen zu müssen – von „dürfen“ ist ja nicht einmal die Rede.

Nun also auch Frau Baerbock, die – laut Pressemitteilung – zum zweiten Mal Israel einen Besuch abstattete, zum ersten Mal als Außenministerin der Bundesrepublik Deutschland.

Wie alle ihre Vorgänger sang auch sie das Lied von dem unumstößlichen Existenzrecht Israels, das auch für sie nicht verhandelbar sei.

Hat man jemals bei einem politisch motivierten Besuch eines anderen Landes vernommen, das Existenzrecht dieses gerade besuchten Landes sei „nicht verhandelbar“? Ist eigentlich noch niemandem der begleitenden und berichtenden Pressemeute aufgefallen, dass allein schon in der Formulierung und Behauptung vom „Existenzrecht Israels“ so etwas wie eine unausgesprochene Vermutung des Gegenteils enthalten ist? Wenn ich ausdrücklich etwas, was doch „eigentlich“ ganz selbstverständlich ist, solchermaßen betone, schwingt immer auch die Möglichkeit mit, es könne ganz anders sein und darum müsse stets und ständig das „eigentlich Selbstverständliche“ hervorgehoben und betont werden.

Warum man aber in dem betroffenen Land selbst zu dieser Formulierung greift, statt sie in den Ländern deutlich zu machen, die ja tatsächlich Israels Existenz bedrohen und bei Kundgebungen die Auslöschung des Staates fordern, ist mir nicht ganz klar. Dabei bieten sich doch sehr viele Gelegenheiten in den unzähligen Gegebenheiten auf kulturellen wie wirtschaftlichen Feldern, den Gegnern Israels die Leviten zu lesen, an vorderster Front dem Iran und seinen Mullahs, die nicht müde werden, die Vernichtung Israels zu fordern, wie seinen türkischen und arabischen und leider auch deutschen Sympathisanten hier in Deutschland, die gerne in machtvollen Demonstrationen ihre Absicht kundtun, das „Gebilde“ zwischen Mittelmeer und Jordan umwandeln zu wollen in ein „judenfreies Palästina“. Natürlich muss man das Recht Israels in Gesprächen mit allen Staaten wieder und wieder betonen, die mehr oder weniger unverhohlen Israel die Gegnerschaft ansagen.

Damit das Lied vom „Existenzrecht Israels“ aber bei Israels Gegnern nicht zu großen Unmut auslöste, so meine Vermutung, sang Frau Baerbock auch noch das Lied von der „Zweistaatenlösung“, die sie, getreu dem deutschen Narrativ vom Frieden in Nahost, für die einzige sinnvolle Lösung hält. Um diese Erzählung glaubwürdig weitersagen zu können, muss aber auch Frau Baerbock, wie alle ihre Vorgänger, die Augen ganz fest vor der Tatsache verschließen, dass es neben Herrn Abbas in Ramallah auch die Hamas in Gaza gibt. Das ist natürlich nichts Neues, neu ist auch nicht, dass die Hamas schon vor vielen Jahren eine Charta verabschiedete, in der sie alle Muslime der Welt zum Kampf gegen Israel auffordert und dabei ganz klarmacht, dass dieser Kampf so lange geführt werde, wie Israel als Staat existiere. Man kann das nachlesen. Es gibt keine Revision der Charta, die auf die Auslöschung Israel verzichten würde.

Bei ihrem Besuch in Ramallah hat Frau Baerbock vermutlich nicht das Arbeitszimmer des ewigen Präsidenten Abbas betreten. Sonst hätte sie sehen können, dass Herr Abbas nämlich gar kein Interesse an einer Zweistaatenlösung hat. Der große Präsident des nicht existierenden Volkes der Palästinenser läßt sich nämlich gerne vor einer Landkarte in seinem Arbeitszimmer ablichten, die nur einen einzigen Staat zwischen Mittelmeer und Jordan zeigt:

„Palästina“

Ein Staatsgebiet „Palästina“ ganz ohne irgendein Israel!

Aber das, Israel, müsste rein theoretisch, wenn es um die friedliche Zweistaatenlösung ginge, auch auf der Landkarte des Herrn Abbas, zwischen dem Mittelmeer und einem – in welchen Grenzen auch immer vorhandenem – „Palästina“ liegen.

Allein schon deshalb halte ich das Lied von der Zweistaatenlösung, das unsere Politiker immer anstimmen, wenn es um den angeblichen Friedensprozess geht, für eine einzige, große, lügenhafte Märchenerzählung.

Und ich frage mich, ob sie allen Ernstes wirklich daran glauben oder es sich beim Absingen dieses Lügenliedes nicht doch nur um reine Propaganda zugunsten des Friedens in Deutschland handelt. Immerhin leben in Deutschland genug Leute,

die der in der Charta der Hamas genannten Ummah angehören …

genug Leute, die mit der FATAH und ihrem militärischen Arm der PLO immer schon geliebäugelt haben, gar eine strategische Partnerschaft mit ihr anstreben, wie weiland die Jusos unter Andrea Nahles, oder, wenn wir noch weiter zurückdenken, die den vielen Sympathisanten und Unterstützern der RAF angehörten und / oder als aktive Kämpfer der RAF mit den Terroristen des Yasser Arafats gemeinsame Sache in den Ausbildungslagern der Terrororganisation der PLO machten …

genug Leute, die noch von der Nahost-Doktrin der ehemaligen DDR beeinflusst sind …

ganz abgesehen von denjenigen, die immer noch oder schon wieder antisemitischen Grundsätzen folgend, Juden an sich und Israel insbesondere ablehnen. BDS lässt auch an dieser Stelle grüßen und vergessen wir doch bitte nicht die unrühmliche Rolle, die Grüne bei der Abstimmung im Bundestag über das Verbot von BDS gespielt haben.

All das bedeutet für mich, zusammengefasst, dass Frau Baerbock, frisch im Amt und ohne jede Erfahrung auf dem Gebiet der Außenpolitik, doch bitte zunächst einmal den Mund halten sollte, bevor sie große Töne spuckt und meint, sie sei berufen, einen wie auch immer gearteten Friedensprozess wieder neu anzukurbeln.

Meiner unmaßgeblichen Meinung nach sind deutsche Politiker ohnehin die völlig falschen, Israel irgendwelche Vorschläge zu machen, wie Israel mit seinen Nachbarn und Feinden umgeht. Vor 80 ACHTZIG JAHREN beschlossen Deutsche in der Wannseekonferenz, die Juden Europas rigoros der Endlösung anheimzugeben, der Vernichtung auszuliefern, der Auslöschung. Bis 1945 setzten sie diesen Beschluss konsequent um. Es kostete SECHSMILLIONEN Menschen das Leben. Abertausende, die dem Horror der Vernichtungslager entkamen, waren traumatisiert und für ihr Leben gezeichnet.

Ich denke, wir haben nicht darüber zu befinden, was Israel tun oder lassen soll.

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Kommentare»

1. Schaschlik | abseits vom mainstream - heplev - 13. Februar, 2022

[…] Kollaborateure– Das Personal hinter der Diffamierungskampagne von Amnesty gegen Israel– Das Lied von der Zweistaatenlösung– Soll in Yad Vashem an den Mufti von Jerusalem erinnert werden?– Baerbock in Israel: […]

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2. Rika - 14. Februar, 2022

Dieser Kommentar wurde mir – ohne Namensnennung – zugeschickt.
Ich reiche ihn hier mit meiner ausdrücklichen Zustimmung weiter:

„Fassen wir Frau Baerbocks Besuch in Israel doch mal kurz zusammen:

Nachdem sie in Yad Vashem ihre Betroffenheit über 1,6 Mio. ermordete jüdische Kinder in die Mikrofone gestammelt hatte, ging es schnurstracks zum Holocaustleugner Mahmoud Abbas, der gerade das 16. Jahr seiner vierjährigen Amtszeit begeht. Herr Abbas finanziert mit deutschen Steuergeldern den Terror gegen jüdische Familien. Zu allem Überfluss lässt sie sich mit ihm unter einem Bild des Felsendoms ablichten.

Derweil setzt ihr Team ein schönes Strandfoto mit dem Hinweis ab, dass Yad Vashem ganz schön traurig war, jetzt aber wieder die Sonne scheine.

Während sie den israelischen Außenminister öffentlich für den Siedlungsbau schulmeistert (der eine Folge, nicht aber die Ursache des Konflikts ist), verliert sie kein Wort über den Terror der Fatah gegen Israel. Vielmehr dient sie unser Land per Twitter der Fatah als „verlässlichen Partner“ an.

Das stellt alles in den Schatten, was sich deutsche Politiker bislang in Israel geleistet haben. Ich bewundere die Höflichkeit und Freundlichkeit, mit der die Israelis auf all das reagieren.“

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3. Rika - 20. Februar, 2022

Unbedingt lesenswert – lesen:
https://www.mena-watch.com/von-yad-vashem-nach-ramallah/

Zitat: „Diplomatie ist, wenn man an einem Tag die ermordeten Juden in Yad Vashem beweint, und am nächsten dem Mann die Hand schüttelt, der an Judenmörder Renten zahlt.“

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