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Wie manche Journalisten denken… 30. März, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Manchmal bin ich höchst erstaunt, wenn ich Texte von Journalisten lese, die sich mit der aktuellen Situation Deutschlands und der Welt beschäftigen.

Wenn ich – als ganz einfacher Bürger dieses Landes – darüber nachdenke, mit welchen Problemen die „neue“ Regierung es gerade zu tun hat, kann ich nur bewundernd feststellen, mit welcher Ruhe und Konzentration der Kanzler, der dieser Regierung vorsteht, ganz offensichtlich seine Arbeit erledigt. Es gefällt mir, dass er nicht als Kanzlerdarsteller durch sämtliche TV-Quasssselbuden tourt und salbungsvolle Schwafelarbeit leistet. Eine Ausnahme machte er am Sonntag bei Anne Will – deren Sendung ich seit mindestens 8 Jahren zum ersten Mal wieder gesehen habe – und er machte einen sehr souveränen und auf die Probleme des Ukraine-Krieges gut fokussierten Eindruck, der erkennen ließ, dass er sich genauestens mit allen nur denkbaren Konsequenzen für unser Land, unsere Sicherheit, unser Wirtschaftssystem auseinandergesetzt hat und es fortwährend mit den ihm zur Verfügung stehenden Beratern immer noch tut.

Journalisten mögen das anders sehen und sich der – in den Vordergrund drängenden – Ökonomie-Experten annehmen wollen, die vom Kanzler (noch) nicht hinzugezogen wurden und deshalb als beleidigte Leberwürste auftreten und mit ihren Computermodellen wedeln, dass es eine Pracht ist.

Von einem ungeheuren Sendungsbewusstsein hinsichtlich der Belehrung des Kanzlers, scheint auch der Journalist getrieben zu werden, der diesen unsäglichen Text für die SZ verfasste.

Ich stelle den Artikel hier ungekürzt ein… die Arroganz des Schreibers ist unerträglich, unerträglicher, als die von ihm behauptete Arroganz, die der Kanzler angeblich an den Tag lege:

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„Olaf Scholz gefällt sich als einer, der immer recht hat – und wehe, jemand widerspricht. Nicht mal Wissenschaftler sind dann sicher vor ihm, wie der Streit um russisches Öl und Gas zeigt.

Kommentar von Marc Beise 

Bundeskanzler Olaf Scholz hat einen der härtesten Jobs, die es in Deutschland gerade gibt: Als Regierungschef die Bundesrepublik stabil zu halten zwischen Kriegsgefahr, Augenmaß und eigener Energieversorgung, nebenbei noch die Klimawende voranzutreiben und die nächste Stufe der Pandemie zu orchestrieren, das alles und manches mehr erfordert ein brutales Pensum. Wahrscheinlich ist die schier unheimliche Ruhe, die Scholz bei seinen öffentlichen Auftritten und gerade wieder eine Stunde lang bei Anne Will an den Tag gelegt hat, ebenso eine Form der Stressbewältigung wie seine manchmal schwer zu ertragende Arroganz.

„Der Kanzler macht alles richtig, sagt der Kanzler“, titelte die SZ am Montag, und diese Formulierung enthält das nötige Quäntchen Spott, zu dem der Mensch Scholz eigentlich immer fähig war, das er inzwischen aber kaum noch zeigen mag. So viel Selbstbeherrschung ist verständlich, schade nur, dass Scholz nicht wirklich um die Menschen wirbt, die er auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft mitnehmen muss.

Anne Will

Der Kanzler macht alles richtig, sagt der Kanzler

„Nein, das ist falsch, was Sie sagen“: Olaf Scholz widerspricht energisch dem Eindruck, er sei in der Ukraine-Krise führungsschwach. Als es um russische Soldaten geht, wird er persönlich.   Von Josef Kelnberger

Die vielleicht aus Selbstschutz zur Schau gestellte Attitüde des „Ich mache alles richtig – schon immer, und jetzt auch“ kann sich rächen. Das hat man beim letzten SPD-Kanzler Gerhard Schröder gesehen, der den Bürgern mit der Agenda 2010 Zumutungen auferlegte, ohne diese jemals wirklich zu erklären. Damit hat er dieser im Kern richtigen und übrigens auch erfolgreichen Arbeitsmarktreform von Anfang an schweren Schaden zugefügt, ebenso seiner Partei und am Ende auch sich selbst.

Regelrecht ärgerlich wird es dann, wenn Besserwisser Scholz wichtige Akteure einfach aus dem Spiel nimmt, aktuell trifft es deutsche Ökonomen. Wenn einige von diesen „mit mathematischen Modellen“ vorrechneten, dass Deutschland sich ein Öl- und Gasembargo leisten könne, dann ist dies für Scholz einfach falsch, sogar „unverantwortlich“. Scholz braucht keine mathematischen Modelle, natürlich nicht, er weiß einfach, was richtig ist: Wenn „von einem Tag auf den anderen diese Importe ausblieben, würde das dazu führen, dass ganze Industriezweige ihre Tätigkeit einstellen müssten“, und es gehe um „unglaublich viele Arbeitsplätze“ – ganz so, als habe der Staat nicht beispielsweise mit dem Kurzarbeitergeld die Möglichkeit zu helfen, und als habe sich nicht gerade die deutsche Wirtschaft immer wieder in Krisen als besonders anpassungsfähig erwiesen. Die Unternehmen sind ja gerade dabei, sich auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen, und manche Veränderung ist einfach eine Frage des Geldes. Es wird teuer, ja, schmälert den Gewinn, schadet – aber es ist eben auch Krieg, ein Weiter so kann es nicht geben.

Merkel hatte den klareren Blick: Sie glaubte Managern erst mal gar nichts

Und dann lässt Scholz noch den verräterischen Satz fallen, woher er das alles so genau weiß: von „Wirtschaftsvertretern“ nämlich, die sich in der Realität auskennen, sagt er. Das müssen so eine Art Supermänner sein (Frauen erfahrungsgemäß eher selten), auf deren Wort man sich verlassen kann, da braucht es also keine zweite Meinung. Scholz übernimmt damit eine schlechte Übung, die es auch in den TV-Talks zu beobachten gibt: Wenn es darum geht zu erklären, was wirtschaftspolitisch, steuerpolitisch, arbeitsmarktpolitisch sinnvoll ist, dann werden gerne Unternehmer und Manager als vermeintliche Experten eingeladen. In Wirklichkeit sind sie in erster Linie Interessenvertreter ihres Unternehmens, dort kennen sie sich aus, und vorrangig dessen Wohl liegt ihnen – völlig zu Recht – am Herzen.

Natürlich wird es für viele Unternehmen schwierig, mit weniger Energie auszukommen, und natürlich warnen sie vor dieser Situation, jede Woche, in diversen Runden mit der Bundesregierung. Scholz‘ Vorgängerin Angela Merkel machte sich über den Wert solcher Klagen und Forderungen keine Illusionen. Sie glaubte erst mal gar nichts, sondern sicherte sich mehrfach ab, indem sie sich eben auch von Wissenschaftlern beraten ließ.

Übrigens kann man über die von Scholz genannten Berechnungen mancher Ökonomen durchaus streiten, und das geschieht in der Zunft auch. Die Debatte dient der Schärfung der Argumente. Scholz könnte mit Gewinn zuhören. Stattdessen kanzelt er die Wissenschaft in einer Art und Weise pauschal ab, die unter seinem Niveau ist.“

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In einem anderen Chat kommentierte ich diesen Artikel so:

Die Arroganz der Journalisten, die OHNE JEDE VERANTWORTUNG vom hohen Ross argumentieren, geht mir schon lange auf den Geist.
Ich empfehle dringend, den Amtseid, den der Kanzler geleistet hat, genau zu studieren.
Da steht nichts von Verantwortung für die Nachbarländer, sondern ganz eindeutig die Formulierung, „Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“.
Diese journalistischen Besserwisser ohne Regierungsverantwortung sollten sich gründlich damit befassen.


Ich habe mir Anne Will zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder angetan. Und wäre es nicht Scholz gewesen, den sie zu grillen beabsichtigte, hätte ich mit Sicherheit nicht eingeschaltet. In dieser Krise machen die Journalisten einen erbärmlich schlechten Job. Können sie sich nicht, wie ich als einfacher Bürger dieses Landes, denken, dass es höchst unklug wäre, die politischen Strategien öffentlich bei den schrecklichen Quasssssselrunden im TV auszuplaudern? Diplomatie hat doch schon immer ein hohes Maß an Verschwiegenheit benötigt, um zu einigermaßen erfolgreichen Kompromissen zu kommen. Und was die Wissenschaftler angeht, die sich jetzt beleidigt fühlen, weil sie nicht ausreichend gewürdigt und zurate gezogen fühlten, da kann ich nur noch müde drüber lächeln. Spätestens Corona hat mir endgültig klargemacht, dass jeder noch so gut redende Quacksalber für sich das Recht in Anspruch nimmt, genauso ernst genommen zu werden, wie die Leute, die in der Forschung (und in den Arztpraxen und Kliniken) die Knochenarbeit an der Basis verrichten. Jedes blinde Suppenhuhn mag mal ein Korn gefunden haben, aber damit war es das auch schon… Mehr, als die Suppeneinlage, hat es nicht zu bieten, erst recht nicht, wenn es um wesentliche Erkenntnisse geht.

Leider wiederholt sich gerade diese Strategie auf der Ebene der Ökonomie, bei der Wissenschaftler am Computer mit Modellen hantieren, die aber mit der tatsächlichen Realität gar nicht Schritt halten können. Gerade der Energiemarkt ist ein extrem variabler und ständig schwankender Bereich, der von sehr vielen Faktoren abhängig ist, die sich zudem von Tag zu Tag ändern können. Und wenn die führenden Unternehmer dringend vor einem Energiekollaps warnen, so ist mir ein Scholz, der in ständigem Kontakt mit den Verantwortlichen an der Basis, wie auch mit den Diplomaten und Regierungschefs anderer Länder steht, hinsichtlich seiner Kompetenz allemal lieber, als Lanz, Will, Illner und ihre Kollegen von der quatschenden und schreibenden Zunft.

Fast schäme ich mich…. 29. März, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Ja, fast schäme ich mich dafür, dass ich eine Woche voller Sonne, Weite und Frieden auf der Wiese verbracht habe.

Aber ist das etwas, dessen ich mich schämen muss?

Oder ist hier nicht ein anderes Gefühl eher angebracht, eines, das die Dankbarkeit für das eigene ruhige Leben nicht entkoppelt von dem Mitleid, das ich für die Menschen in Not empfinde, so etwas wie Erbarmen? Erbarmen mit den Menschen in der Ukraine, mit den Flüchtlingen. Unser Erbarmen als Voraussetzung für jede Hilfe. „Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung deren ich nicht wert..“ sangen wir früher oft in den Gottesdiensten meiner Gemeinde im Bewusstsein, dass wir Gottes Erbarmung erfahren. ‚Mir geht es gut, aber es ist nicht mein Verdienst‘, so könnte man die Aussage übersetzen. Es ist nicht mein Verdienst, dass ich in diesem Land geboren wurde, aufwuchs und in Freiheit und relativer Sicherheit lebe. Ich weiß das, es ist mir bewusst – und dafür bin ich dankbar.

Muss ich mich dafür rechtfertigen, dass ich die Wiese genieße, meinen Ruhestand, die sichere finanzielle Versorgung, die Liebe meines Mannes, die Freude an meinen Kindern?

Nein, glaube ich, nein, ich muss mich dafür nicht rechtfertigen, aber ich nehme das alles auch nicht als gegeben oder als Selbstverständlichkeit an. Mir ist klar, dass sich alles sehr schnell sehr ändern kann.

Darum, und nur darum nehme ich jeden Tag dankbar als ein Geschenk an und genieße das, was er mir bringt.

Auch Geschenke hat man nicht „verdient“, sie stehen einem nicht zu, es ist nichts, auf das ich einen Anspruch erheben könnte. Aber es ist wunderschön, wenn sie eintreffen und sich ein Tag wie ein Geschenk ereignet…

An einem dieser wunderbaren Tage auf der Wiese wachte ich morgens früh auf, die Morgendämmerung ging schon in helles Tageslicht über und hinter den Windrädern auf dem Feld jenseits der Straße, die zur Wiese führt, ging die Sonne auf.

„Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HEERN“

An einem solchen Tag ist das ganz leicht …. der Krieg weit weg …

Und die Bitte um Frieden umso eindringlicher…

Aus kühnen Träumen erwacht…. 21. März, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Sehr viel schneller, als ich es je für möglich gehalten hätte, ist die vormalige „Grüne Führungsspitze“ um Habeck und Baerbock aus kühnen grünen Zukunftsträumen erwacht.

Überaus tragisch ist es allerdings, dass das nicht aus eigener Einsicht geschah, sondern dem furchtbaren Krieg geschuldet ist, den Putin gegen die Ukraine führt.

Die klimafreundliche Außenpolitik, die Frau Baerbock anstrebte, musste unversehens der dringend notwendigen „Sicherheitspolitik“ weichen. Nicht der Schutz des Klimas steht derzeit im Fokus, sondern der Schutz der Souveränität eines von Putin angegriffenen Landes und damit auch der Schutz der eigenen europäischen Sicherheit, die eben nicht nur auf militärischem Gebiet bedeutsam ist, sondern, wie sich zeigt, auch extreme Auswirkungen auf zivile und wirtschaftliche Bereiche hat. Die Energieversorgung Deutschlands, die weitgehend von russischen Energieträgern in Form von Erdöl, Erdgas, Kohle, ja sogar Uran abhängig ist, ist in höchstem Maße gefährdet und droht im weiteren Verlauf der Kampfhandlungen vollständig zum Erliegen zu kommen, da die Verschärfung der Sanktionen gegen Russland wohl unausweichlich sind, will man Putin doch noch zum Einlenken und zur Aufgabe der kriegerischen Handlungen gegen die Ukraine zwingen, ohne militärische Mittel anwenden zu müssen.

Der grüne Wirtschaftsminister, zuständig auch für den Klimaschutz, muss erkennen, dass „wir“ weit davon entfernt sind, unseren ungeheuren Energiebedarf aus „Bordmitteln“ decken zu können. Weder sind Wind- oder Sonnenkraft, noch Wasserstoff in der Lage, uns auch nur annähernd sicher mit Energie zu versorgen. Schon ist die Rede davon, die ungeliebten Kohlekraftwerke länger laufen zu lassen als geplant und zunächst noch leise, aber immer lauter werdend, wird darüber nachgedacht, auch die AKW nicht wie geplant vom Netz zu nehmen, sondern ihnen einige weitere Jahre zu gewähren.

Neben diesen Überlegungen muss aber für einen schnellen Ersatz der russischen Erdgaslieferungen gesorgt werden. Und so reist der Wirtschaftsminister nicht mit forsch-fordernden Klimaschutzkonzepten zu den Gaslieferanten der arabischen Halbinsel, sondern als Bittsteller.

Dabei muss er nicht nur den Klimaschutz auf die lange Bank schieben, sondern auch eine – in meiner Sicht – bedeutsamere Kröte schlucken, nämlich die der Aussetzung der Forderung von Demokratie und Menschenrechten an die Staaten, die jetzt als Energielieferanten in die Bresche springen sollen.

Wollten die Grünen und mit ihnen auch die Koalitionäre der Ampel die Welt nicht zu einem „besseren Ort“ machen, in allen Ländern „unseren Werten“ Gültigkeit verschaffen zum Wohle der Menschen? Auch von diesem hehren Ziel muss man sich angesichts der brutalen Realität verabschieden.

Und so klingt es eigentlich wie eine Bankrotterklärung, wenn Habeck Folgendes zu Protokoll gibt:

„Aus Sicht von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kann Deutschland zur Deckung des Energiebedarfs auch künftig nicht nur mit Demokratien zusammenarbeiten. „Viele Opec-Staaten sind problematisch“, sagte Habeck der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vor seinem Besuch in Katar und den Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). „Aber zwischen einem nicht demokratischen Staat, bei dem die Situation der Menschenrechte problematisch ist, und einem autoritären Staat, der einen aggressiven, völkerrechtswidrigen Krieg vor unserer Tür führt, gibt es noch mal einen Unterschied. Wir können nicht alle Länder von Lieferungen ausschließen.“

Nachlesen kann man es hier

Natürlich hat er mit der Aussage recht, ein „nicht demokratischer Staat“ sei nicht so übel wie einer, der ein anderes Land angreift, das ist gar keine Frage. Aber die Aussage macht gleichzeitig mehr als deutlich, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit grüner Politik selten so eine riesige Lücke klaffte, wie in dieser Situation und Zeit. Sie zeigt ebenfalls, wie wenig wir ausrichten und an guten Vorsätzen umsetzen können, wenn das „nackte Überleben“ auf dem Spiel steht. Es ist beschämend einzugestehen, dass der unrühmliche Satz im übertragenen Sinn auch heute noch gilt: „Zuerst kommt das Fressen und dann kommt die Moral“.

Alle unsere Bemühungen um nichtmilitärische Hilfe für die Ukraine, für die Zivilisten, für die Flüchtlinge, die es in den Westen schaffen, können nicht davon ablenken. Die Sicherheit Deutschlands und Europas geht vor Menschenrechte und tätige Solidarität mit der Ukraine – weder dürfen wir, darf die Nato militärisch eingreifen, noch können wir von heute auf morgen die Sanktionen drastisch erhöhen und die Energiezufuhr aus Russland komplett einstellen. Wir sind Staaten ausgeliefert, die in keiner Weise dem entsprechen, was wir für menschenwürdig oder gesellschaftlich erwünscht halten.

Wir werden schuldig – so oder so – an den Menschen, die wir verraten und schuldig auch an unseren eigenen Ansprüchen.

Selbstbestimmt leben mit Corona…. 18. März, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Das – so scheint es mir – ist der fromme Wunsch, den vor allen Dingen die Bundestagsabgeordneten der FDP bewegt haben mag, als sie mit Nachdruck mehr (die totale) Freizügigkeit in einer Phase der Pandemie forderten, in der sämtliche Zahlen zeigten, dass wir nach wie vor unter hohem Infektionsdruck stehen, nach wie vor die Impfstrategie nicht aufgegangen ist, nach wie vor Menschen jegliche Impfung gegen Corona verweigern und nach wie vor TAG FÜR TAG MEHRERE HUNDERT MENSCHEN AN CORONA STERBEN!

Was ist in sie gefahren, frage ich mich mit fassungslosem Unverständnis für die Lockerung der bisherigen Regelungen zum Schutz gegen Corona!

Was hat Herrn Prof. Dr. Lauterbach dazu bewogen, einem Nichtmedizinfachmann in der Kabinettsriege klein beizugeben und das Recht auf Freiheit höher zu achten als das Recht auf Schutz der Gesundheit und des Lebens? Gelten plötzlich die Aussagen der Virologen nichts mehr? Haben Juristen nun das letzte Wort über Krankheiten und die notwendigen Verordnungen, ihnen zu begegnen?

Ich muss zugeben, dass ich das nicht verstehe.

Um aber auf Überschrift und Ausgangssatz zurückzukommen, glaubt denn die Mehrheit derjenigen, die dem Antrag im BT zugestimmt haben, die Vernunft würde sich in jedem Fall durchsetzen, Menschen würden mehrheitlich und freiwillig die immer noch notwendigen Maßnahmen ergreifen und die durchaus nicht kleine Menge derjenigen, die das freiwillig noch nie getan haben und auch in Zukunft nicht freiwillig tun würden, könne man getrost vernachlässigen? Hat die viel beschworene Eigenverantwortung in diesem Land jemals wirklich funktioniert? (Ein Blick auf die Straßenverkehrsordnung müsste genügen). Lehrt uns nicht das gesamte Spektrum der Gesetzgebung, dass Gesetze nicht deshalb erlassen werden, weil sich die Menschen vernünftig verhalten, sondern vielmehr deshalb, weil sie unvernünftig, selbstsüchtig, auf ihren Vorteil bedacht sind und man NUR durch Gesetze zumindest den Rahmen bieten kann, ja bieten MUSS, innerhalb dessen das gesellschaftliche Miteinander geregelt wird und funktionieren kann?

Wir handeln in aller Regel vor allem nach eigenen Bedürfnissen und nach eigenem Gutdünken – und solange das Handeln innerhalb des gesetzlichen Rahmens stattfindet (schon die 10 Gebote geben seit tausenden Jahren den Rahmen vor) – kommen wir gut mit Bauchgefühl, moralischem Bewusstsein und erlernten Verhaltensregeln klar.

In der Pandemie zeigte sich aber auf erschreckende Weise, dass Bauchgefühl und Gutdünken bei vielen Leuten einem falschen Kompass folgen, weshalb strenge Anweisungen strikt zu befolgen waren – und meiner Meinung nach immer noch nötig sind.

Da gab und gibt es die Gruppe derjenigen, die die Gefahr, die von Corona ausgeht, gering achten und sich darum gegen jede Form der angeblichen Bevormundung durch den Staat wehren. Es gibt die Gruppe von Leuten, die sich aus unerklärlichen Gründen für unverletzbar halten und deshalb die Vorsorgeregelungen locker flockig ablehnen. Es gibt die Gruppe von Menschen, die den Aussagen von Schamanen, Gurus und selbsternannten Experten mehr trauen als den Wissenschaftlern, die von Beginn an mit Hochdruck in den Forschungseinrichtungen an der Entschlüsselung des Virus arbeiteten und aus ihrem jeweiligen Erkenntnisstand die nötigen Maßnahmen ableiteten, die Menschen dieser Gruppe verweigern sich allen Erkenntnissen zum Trotz jeder der gebotenen Regelungen ebenso wie den so dringend empfohlenen Impfungen. Und dann gibt es noch die Gruppe der Radikalverweigerer, die aus religiösen oder ideologischen Gründen alles ablehnen, was die Politik bisher vorgegeben hat, die einen beziehen sich auf Gott, der allein Hilfe senden kann, die anderen befürchten, seltsame Verschwörungsmythen hätten Einzug in unser Gesellschaftssystem genommen, um es gänzlich zu verändern.

UND NUN DAS !

Der Bundestag hebt alle bisherigen Maßnahmen auf und verkündet die große persönliche Verantwortung und Freiheit, obwohl alle Zahlen dagegen sprechen.

Da könnte ich glatt selber zum Verschwörungsexperten werden und Theorien entwickeln, was Herrn Lauterbach und seine Kabinettskollegen bewogen haben könnte, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.

Wenn die Juristen unter den Kabinettsmitgliedern in medizinischen Fragen obsiegen, ist etwas faul. Und wenn den vielen medizinischen Laien im Bundestag selbst der gesunde Menschenverstand abhandengekommen ist, möchte man nur noch verzweifeln an der Fähigkeit der Parlamentarier, in solch entscheidenden Fragen Verordnungen und Gesetze beurteilen und auf den Weg bringen zu können.

Es wundert mich dann auch nicht mehr, dass es gestern zu der beschämenden Situation im Bundestag kam. Ich mache mir aber Sorgen darüber, was noch in eigener laienhafter Erkenntnis der Abgeordneten und dem gutwilligen Befolgen dessen, was von „Vordenkern“ als Antrag formuliert wird, beschlossen werden mag…

ZEIT – Dokument 17. März, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Dieses „Zeit-Dokument“, das tatsächlich dem Zeit-Magazin zugeordnet gehört, stelle ich hier ungekürzt ein. Es ist sinnvoll, von Zeit zu Zeit Originalbeiträge zu übernehmen, um sie auch noch problemlos in ein paar Wochen, Monaten oder gar Jahren nachlesen zu können. In der Anfangszeit meines Bloggens habe ich oftmals nur den Link weitergereicht – und verlor so den eigentlichen Text, da irgendwann die Zeit für die Speicherung im Netz abgelaufen war.

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt uns alle. Und er fordert uns alle heraus, Stellung zu beziehen. Ich höre viele Stimmen, die sagen, die Bundesregierung sei zu zögerlich in ihren Entscheidungen. Würde die Bundesregierung nicht alle Fakten und Faktoren in ihren Entscheidungen berücksichtigen und nur auf Mitgefühl oder Bauchgefühl achten und hören, würden vermutlich sehr viele Stimmen sagen, die Bundesregierung habe nicht sorgfältig genug alle Fakten und Faktoren geprüft und unser Land mit einer vorschnellen Entscheidung in ein großes Risiko manövriert.

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen. So oder so kommen wir an einen Punkt, an dem wir (unsere Verantwortlichen und damit auch wir) Fehler machen und schuldig werden. Ich möchte weder in der Haut des Kanzlers noch der Minister und aller Berater stecken, die in jeder nur anzunehmenden Weise mit der Problematik befasst sind.

Wir machen uns schuldig, der Ukraine nicht militärisch geholfen zu haben.

Würden wir militärisch eingreifen und Putin damit einen Grund liefern, auf seine Atomwaffen zu setzen und die Nato-Staaten damit anzugreifen, trügen wir schwer an der Schuld, Europa und die Welt in den Krieg verwickelt zu haben.

Sollte Putin – und die Befürchtung hegen viele Menschen – auch ohne den beschriebenen Grund „den Westen“ angreifen, träfe uns damit die Schuld, ihm nicht viel schneller die Grenzen aufgezeigt und ihn gestoppt zu haben.

Größer kann ich mir das gegenwärtige Dilemma nicht vorstellen.

Ich halte es dennoch für klug, einen kühlen Kopf zu bewahren und weiterhin zu versuchen, mit diplomatischen Mitteln die Kampfhandlungen zu einem Ende zu bringen und die Ukraine gleichzeitig mit allen nur möglichen zivilen Mitteln zu unterstützen.

Was das Dilemma unserer Energieversorgung angeht, so zeigt sich nun in aller Deutlichkeit, dass es ein grundsätzlicher Fehler war und ist, in einem solch sensiblen Bereich, der Auswirkungen auf nahezu das gesamte wirtschaftliche wie private Leben in Deutschland hat, auf die Abhängigkeit von anderen Ländern zu setzen, seien sie nun „Freunde“ oder schlicht nur Geschäftspartner.

Es war ein Fehler, die großen Energieversorger zu kappen, bevor die Erneuerbaren deren Gesamtleistung übernehmen konnten oder können – es ist ja leider keineswegs sicher, dass das jemals so sein wird.

Von der Abhängigkeit russischer und ukrainischer Erzeugnisse der Landwirtschaft will ich nicht auch noch reden. Noch wiegen wir uns in trügerischer Sicherheit, ein modernes und reiches Land zu sein.

Wir könnten uns auch darin gewaltig irren.

Aber nun genug der Einleitung, hier die Kopie des Textes aus ZEIT-Online:

„“Helfen Sie uns, diesen Krieg zu stoppen“

Vor dem Bundestag hat der ukrainische Präsident Selenskyj Deutschland vorgeworfen, vor Kriegsausbruch nicht genug getan zu haben. Eindringlich warb er um Unterstützung.

Von Ulrike Tschirner

In seiner Videoansprache an die Bundestagsabgeordneten hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr Hilfe für sein Land gefordert. „Es fällt uns schwer, ohne Unterstützung der Welt zu leben, ohne eure Hilfe die Ukraine und Europa zu verteidigen“, sagte er in seiner rund 20-minütigen Ansprache, für die er live aus Kiew in den Bundestag zugeschaltet war. Die Menschen in seinem Land wollten frei leben und sich nicht einem anderen Staat unterwerfen, sagte Selenskyj. Doch Russland bombardiere seit drei Wochen das Land und „zerstört alles“. „Wieder versucht man in Europa, das ganze Volk zu vernichten. Warum?“, sagte Selenskyj.

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Der Bundesregierung warf der Präsident vor, nicht genug getan zu haben, um den Krieg zu verhindern. Sein Land habe immer vor dem inzwischen gestoppten Pipeline-Projekt Nord Stream 2 gewarnt und es als „Waffe“ bezeichnet, sagte Selenskyj. In Deutschland sei die Gasleitung zwischen Russland und Deutschland aber lange Zeit als reines Wirtschaftsprojekt angesehen worden. Zudem sei die Ukraine mit ihren Bitten um präventive Sanktionen gegen Russland auf Widerstand gestoßen und bei ihren Bemühungen um einen Nato-Beitritt nur schwer vorangekommen. Nun werde bei dem angestrebten Beitritt zur Europäischen Union gezögert. 

All dies habe dabei geholfen, eine neue „Mauer in Europa“ zu errichten und die Ukraine Russland auszuliefern, schlussfolgerte der Präsident. Er zitierte den früheren US-Präsidenten Ronald Reagan mit dessen historischen Worten „Tear down this wall!„, die sich auf die deutsch-deutsche Grenze bezogen, und sagte, dass auch die – unsichtbare – Mauer um die Ukraine niedergerissen werden müsse. „Lieber Herr Bundeskanzler Scholz, zerstören Sie diese Mauer! Unterstützen Sie uns! Bitte helfen Sie uns, diesen Krieg zu stoppen!“, sagte Selenskyj.

Selenskyj verwies darauf, dass die Sanktionen gegen Russland „vielleicht zu wenig“ seien, um den Krieg zu beenden. Zudem gebe es weiter Unternehmen, die an ihren Geschäften mit Russland festhielten. Er machte erneut auf die dramatische Lage in der belagerten Hafenstadt Mariupol aufmerksam: Diese werde vom russischen Militär „dem Erdboden gleichgemacht“. Die russischen Soldaten „zerstören alles, den ganzen Tag, 24 Stunden“, sagte er. Die Menschen dort lebten ohne Wasser, Essen und Strom. 

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt hatte der Ukraine vor der Rede Solidarität zugesichert. „Die Welt steht der Ukraine bei. Auch Deutschland steht an Ihrer Seite“, sagte sie. Russlands Präsident Wladimir Putin habe mit seinem Krieg „auch unsere Friedensordnung angegriffen“, sagte die Grünenpolitikerin und forderte ein sofortiges Ende der Angriffe und den Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine. „Dieser Krieg muss beendet werden“, sagte sie.

Selenskyj war vor dem Sitzungsbeginn in den Bundestag zugeschaltet worden. Im Publikum saß auch der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk. Dass im Anschluss an die Rede die Sitzung regulär begann und eine Debatte über die Gesetzentwürfe zur Impfpflicht anstand, war bereits in den vergangenen Tagen heftig kritisiert worden. Die Union und auch Melnyk hatten zudem eine Regierungserklärung von Scholz zum Krieg in der Ukraine gefordert.“


Was die Forderung Melnyk angeht, so denke ich, dass sich nicht nur der Kanzler sehr gradlinig zu der Problematik geäußert hat, auch die Stellungnahmen der Außenministerin und des Wirtschaftsministers sind an Deutlichkeit kaum misszuverstehen. Mir scheint daher diese Forderung nur dazu vorgetragen zu werden, um generell den Druck auf Deutschland zu erhöhen. Dass die Union ins gleiche Horn tutet, ist vermutlich dem Wahlkampf geschuldet oder der Tatsache, dass Herrn Merz wenig bis nichts in die Hand gegeben ist, mit dem er als Oppositionsführer in dieser Lage punkten könnte. Opposition um jeden Preis, quasi Fundamentalopposition aus der (erkennbar günstigen Lage) keine Regierungsverantwortung in diesen schwierigen Zeiten tragen zu müssen…

Schade. Ich hätte Friedrich Merz mehr politischen Verstand und daraus resultierende Verantwortung zugetraut.

Auch diesem Druck ist standzuhalten …. siehe meine Einlassung oben.

NACHTRAG

Am Ende dieses Tages – meine Uhr zeigt 23.34h – ist es wohl nötig, noch einen Satz zur Debatte im Bundestag zu schreiben.

„Beschämend“ sei die Sitzung gewesen, sagt Frau Güler bei Lanz.

Beschämend aber nicht, wie ich meine, wegen der ausgebliebenen Zusagen des Kanzlers an Herrn Selenskyj, beschämend vor allem wegen der völlig empathielosen Abwicklung der Tagesordnung. Das hätte in dieser emotional so aufgeladenen Situation und angesichts der schrecklichen Lage der Ukraine anders geregelt werden müssen. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass alles vermieden werden muss, was eine Ausdehnung des Krieges auf Europa begünstigen würde, aber es hätte sicher andere Signale als das gegeben, nach dem anklagenden Appell des ukrainischen Präsidenten („Nie wieder!“ sei „einfach nichts wert“. Nord Stream 2 sei kein wirtschaftliches Projekt, sondern eine „Waffe“ und der „Zement der Mauer“, die mit deutscher Hilfe in Europa errichtet werde.) so sang- und klanglos die Geschäftsordnung abzuarbeiten.

Leider muss man sagen, dass Frau Göring-Eckardt diesem Amt wenig gewachsen ist. Niemand im Parlament, da kann man ziemlich sicher sein, hätte eine halbstündige Pause vor der weiteren Sitzung abgelehnt, wenn die Vizepräsidentin mit warmen Worten, die ihr sonst so locker über die Lippen gehen, dafür geworben und entsprechend die Sitzung unterbrochen hätte.

Um Frieden beten 17. März, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Es ist nicht meine Idee und es ist nicht mein Text.

Mir wurde der Link zugeschickt und ich reiche ihn lediglich weiter. Die ursprüngliche Quelle und der Urheber des Textes sind mir nicht bekannt.

Dennoch bitte ich darum, das Folgende zu lesen, ernst zu nehmen und umzusetzen:

„Während des Zweiten Weltkriegs organisierte ein Berater des Premierministers Winston Churchill eine Gruppe von Menschen, die jede Nacht zu einer bestimmten Zeit innehielten, was auch immer sie taten, um in der Gemeinschaft für den Frieden, die Sicherheit und die Sicherheit der (ansässigen) Menschen in England zu beten.
Das taten sie jeden Tag, und es war, als würde die Stadt stillstehen, so groß war die Macht des Gebets.
Das Ergebnis war so überwältigend, dass die Bombardierungen nach kurzer Zeit eingestellt wurden!
Jetzt organisieren wir uns wieder, eine Gruppe von Menschen verschiedener Nationalitäten, um eine Minute lang für die Sicherheit unserer Länder zu beten, für ein Ende der Probleme, die uns unterdrücken und bedrücken, und dafür, dass Gott die Entscheidungen unserer Regierenden leitet.
Wir werden uns zu folgenden Zeiten treffen:

Deutschland 16:00 Uhr
Österreich 16:00 Uhr
Spanien 16:00 Uhr
Portugal 15:00 Uhr
Ukraine 17:00uhr 🇺🇦
Kanarische Inseln 15:00 Uhr
Costa Rica 20 Uhr
Kolumbien 19:00 Uhr
Nicaragua 20:00 Uhr
Russland 18:00 Uhr
Ecuador 19:00 Uhr
Guatemala 20:00 Uhr
Mexiko 20 Uhr
Panama 19 Uhr
Honduras 18 Uhr
El Salvador 20:00 Uhr
Venezuela 18 Uhr
Uruguay 17 Uhr
Paraguay 17 Uhr
Brasilien 18 Uhr
Argentinien 17 Uhr
Chile 17 Uhr
Italien 16.00 Uhr

Bitte unterstützen Sie uns bei dieser Initiative. Wir werden jeden Tag zu den festgesetzten Zeiten eine Minute innehalten, um für den Frieden in der Welt zu beten, für ein Ende der Konflikte und für die Wiederherstellung der Ruhe in allen Völkern der Erde, und dafür, dass die Familien auf Gott für ihre Sicherheit und ihr Heil schauen.
Wenn wir die enorme Macht des Gebets verstehen würden, wären wir erstaunt.
Wenn Sie diese Bitte an Ihre Kontakte weiterleiten können, können wir mit unserem Gebet ein Wunder bewirken.
Stellen Sie den Wecker auf Ihrem Handy jeden Tag zu der für Ihr Land eingestellten Zeit und beten Sie eine Minute lang für den Frieden.“

Fremde Feder – kommentiert 11. März, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Diesen Text, den ich ungekürzt hier einstelle, entdeckte ich eher per Zufall durch die großzügige Bereitschaft meines Telefons, mich mit den neuesten Nachrichten zu versorgen.

„Die EKD sendet das fatale Signal, es gebe Wichtigeres“

So titelt Lucas Wiegelmann, Ressortleiter Forum bei „WELT-online“ und schreibt:

lucas_wiegelmann_WELT

„Entgegen dem Klischee, dass Verlautbarungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) grundsätzlich vorhersehbar und sterbenslangweilig sind, ist die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus am Mittwoch immerhin auf eine originelle Idee gekommen, wie man die neueste evangelische Kirchenstatistik kommentieren könnte. Die Zahlen sind schlimm, 280.000 Austritte im Jahr 2021, so viele wie nie zuvor. Und Kurschus erklärte dazu, sie wolle diese Zahlen „nicht als gottgegeben hinnehmen“. Der liebe Gott steckt demnach also wenigstens nicht persönlich hinter dem Niedergang der Kirchen – das ist doch wenigstens mal eine theologische Fachauskunft, die Mut macht.

Bleibt die Frage: Woran liegt es dann? Auch darauf liefert die Krisen-PR der EKD Anknüpfungspunkte, wenn auch eher unfreiwillig. Darin fällt zum Beispiel die protestantisch-strenge Vermeidung jeglicher Selbstkritik ins Auge: Statt über eigene Versäumnisse nachzudenken, verweist man lieber auf „die im Corona-Jahr erhöhten Sterbefälle (360.000)“, eine Formulierung hart an der Grenze zur Irreführung, so viele Corona-Tote gab es ja glücklicherweise in ganz Deutschland konfessionsübergreifend nicht.

Zugleich nimmt die Ratsvorsitzende das schiere Faktum des Massenexodus beneidenswert leicht: Die Ausstrahlungskraft der Kirche hänge, erklärt sie, „nicht allein an der Zahl der Mitglieder, die ihr formal angehören“. Und sendet so das fatale Signal: Es gibt Wichtigeres.“

————— so weit zunächst der Text —————

Und dies mein Kommentar:

Aus Sicht der Ratsvorsitzenden und vieler ihrer Pastoren-Kollegen in der EKD gibt es vermutlich sehr viel Wichtigeres, aber was könnte das sein?

Mir fällt da vor allen Dingen die „Bewahrung der Schöpfung“ ein, mit ihren Unterabteilungen a) Umweltschutz, b) Naturschutz, c) Klimaschutz, d) Klimarettung.

Dass die Kirche damit aber die Kernthemen und Kernkompetenzen der Grünen zu ihren eigenen macht und dafür ihre eigene und eigentliche Kernkompetenz, nämlich die „Beziehungspflege zwischen Gott und den Menschen“, mit den Unterabteilungen a) Gebet, b) Lobpreis, c) Dankgebet, d) Fürbitte, e) Seelsorge, f) Bibelverständnis und, biblische Unterweisung, g) Diakonie, h) Evangelisation und Mission, mit dem Schwerpunkt G O T T schmählich vernachlässigt, das ist etwas, was ich noch nie verstanden habe und auch nie verstehen werde.

Sollte es den Kirchen nicht in erster Linie um das Seelenheil der Menschen gehen, darum, Sinn für ihr irdisches Leben und Hoffnung auf das ewige Leben zu vermitteln?

Aber auch das, Sinnfindung und Sinngebung überlässt man heute viel lieber den Anbietern spiritueller Events, den Gurus, die mit allen meditativen Wassern gewaschen sind und zielsicher zu hantieren verstehen. Esoterisch-spirituell auftretende Selbsthilfegruppen zur Selbstfindung in allen Lebenslagen, unterstützt mit Heil verkündenden Mantras und Klangschalentherapie haben großen Zulauf. Der Mensch kann sich aus jeder misslichen Lage selbst befreien, die Erlösung durch (einen nicht sichtbaren) Gott scheint nun endlich überholt und überflüssig zu sein. WIR haben es in der Hand, uns glücklich zu machen. So wie wir es in der Hand haben, den Planeten und die ganz Welt zu retten.

—————— so weit mein Kommentar —————-

Weiterhin beschreibt Herr Wiegelmann die Situation der Kirchen so:

„Vor allem aber ist und bleibt es die große Schwäche der Kirchen und vor allem der evangelischen Kirche, dass sie sich über das eigene Selbstverständnis, die eigene Daseinsberechtigung immer mehr im Unklaren sind. Warum sollte man noch Kirchenmitglied sein? Es gehe „um nichts Geringeres, als mit unseren grundlegenden Werten eine Welt in Frieden und Freiheit mitzugestalten“, findet laut Pressemitteilung vom Mittwoch die andere hohe Repräsentantin des deutschen Protestantismus, die Präses der EKD-Synode Anna-Nicole Heinrich.

Grundlegende Werte? Die Welt mitgestalten? Das kann doch nicht im Ernst der einzige Anspruch einer Religionsgemeinschaft sein, und wenn er es doch ist, ist es kein Wunder, dass sie sich die Menschen guten Willens künftig mit all den Parteien und NGOs teilen muss, die sich ähnlich weltliche Glaubenssätze gegeben haben. Man wolle künftig „umso unverzagter an unseren Reformen“ weiterarbeiten, teilte Präses Heinrich noch mit. Es klingt wie eine Drohung.“

————- ———————

Das, eine Drohung, empfinde ich schon lange angesichts der Ausrichtung der Kirchen.

Zu dem „unverzagten Arbeiten an Reformen“, so befürchte ich, gehören dann so wesentliche und wichtige Entscheidungen wie das Einführen von Gendersternen in Bibel, Gebetbüchern und hörbar auch in den Predigten, oder der zensierende Umgang mit alten Schriften aus der Geschichte der Kirchen, die geschlechtergerecht korrigiert und von allen rassistischen Formulierungen befreit werden. Eine geschlechtergerechte Umarbeitung der Bibel mit der „Göttin“ genannten göttlichen Macht, hat ja bereits Fahrt aufgenommen. Cancel Culture in der Kirche dürfte eine der nächsten wichtigen Reformen sein, mit denen die Kirche versuchen wird, sich der heutigen Lesart des gesellschaftlich „richtigen“ Umgangs miteinander anzupassen.

„What would Jesus do?“ war vor einigen Jahren eine wichtige Frage, die man – um sich daran zu erinnern – als Bändchen am Handgelenk trug. Wir können nicht über Jesus verfügen, aber, so scheint es mir, wir haben heute eine Antwort Jesu offenbar vergessen, nämlich die, dass er nicht gekommen sei, eine Revolution anzuzetteln oder das Gesetz zu verändern, er kam, um es zu erfüllen. Kein Jota und kein Tipfelchen sollte gestrichen oder verändert werden.

Wir machen uns heute daran, die biblischen Aussagen passend zu unserer Zeit umzuschreiben – ganz im Sinne von „Sollte Gott gesagt haben?“, wie laut Genesis 3, 1 schon zu Beginn der Menschheit die zweifelnde Frage durch die Schlange in die Welt kam.

Ich meine aber mit dieser Anmerkung ausdrücklich nicht die Auslegungen der Schrift, wie sie seit Jahrtausenden durch theologisch geschulte Schriftgelehrte, Priester, Rabbiner, „Missionare der ersten Christen“, Pastoren, Pfarrer und Prediger vorgenommen wird oder durch vom Geist Gottes bewegte Laien.

Damit meine ich die zunehmende Selbstvergewisserung der Menschen – gerade auch in den Kirchen – dass WIR es in der Hand haben, darüber zu entscheiden, was zu tun und zu lassen ist, OHNE dem Wirken Gottes ausreichend Raum geben zu müssen, zu können oder zu wollen.

Jesus first – war gestern, so meine resignierende Folgerung… Heute stellt sich und steht der Mensch ins / im Zentrum der Erkenntnis.

Niemals war der Turmbau zu Babel höher und niemals war er irrsinniger und gefährlicher.

An der Hybris des Menschen scheitert die Menschheit.

(Siehe bitte dazu auch den Kommentar unter diesem Beitrag.)

Frauen und Kinder zuerst…. 8. März, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Tausende Flüchtlinge sind unterwegs, um dem Schrecken und der Bedrohung durch die Gefahren des Krieges zu entkommen.

Menschen auf der Flucht. Sie verlassen ihr Land. Suchen Zuflucht bei den Nachbarn.

In den letzten Jahren haben wir viele solcher Bilder und Filme flüchtender Menschen gesehen.

Kann man sich daran gewöhnen? Wird man irgendwann gleichgültig gegenüber dem Leid der anderen Menschen? Blendet man die Gedanken daran einfach aus?

Wohl kaum, wenn man die große Hilfsbereitschaft gegenüber den Flüchtlingen aus der Ukraine sieht.

Aber in einem unterscheiden sich die Bilder von denen, die so lange die Nachrichten beherrschten.

Es kommen vor allem Frauen mit ihren Kindern…

Das war 2015 so ganz anders.

Damals blieben die Frauen und Kinder in den Kriegsgebieten und die jungen Männer flohen – als Vorhut und Türöffner für die Familie, die man später nachholen wollte, hieß es.

Heute bleiben die Männer, junge wie ältere, im Kriegsgebiet und kämpfen. Kämpfen um ihr Land, für ihre Freiheit, um ihr Leben.

Frauen und Kinder zuerst – diese Forderung, die zuerst bei der Rettung Schiffbrüchiger zu Beginn des letzten Jahrhunderts aufkam, gilt auch jetzt, wobei das Zurückbleiben der Männer sicher nicht nur ganz freiwillig geschieht. Die Regierung der Ukraine hat alle wehrfähigen Männer zur Verteidigung des Landes aufgerufen, befohlen, müsste es wohl eher heißen.

Den Schwächsten gilt unsere Hilfe, den Kindern und ihren Müttern und Großmüttern.

Meine Gedanken sind aber auch bei den kämpfenden Männern – und ich erinnere mich mit Furcht und Schrecken an die Erzählungen meines Vaters vom Krieg. Er war noch keine 20 als er zu den Fallschirmjägern kam – und war noch 22 als „die Engländern“ ihn gegen Ende des Krieges in Italien gefangen nahmen und ihn in ein POW-Camp in Ägypten nicht weit vom Suezkanal verbrachten. Im Oktober 1948 war er einer der letzten Gefangenen, die von Port Said aus die Heimreise in ein zerstörtes Land antraten.

Nie habe ich mir vorstellen können, dass in Europa wieder ein Krieg beginnt, der die ganze Welt in Flammen setzen kann. Putin macht das Undenkbare – einen weltumspannenden Krieg – mit seinem Krieg in der Ukraine wahrscheinlicher, als man es jemals für möglich gehalten hätte.

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