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Emma oder Emma 30. April, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Ich habe ja vermutlich schon darüber geschrieben, dass ich in meiner Junglehrerzeit eine begeisterte „Emma“-Leserin war. Emma brachte ganz neue Gedanken zur Stellung der Frau in der Gesellschaft ins Spiel. Das gefiel mir. Mehrere Jahre hatte ich Emma abonniert. Irgendwann aber war ich des feministischen Kampfes überdrüssig geworden, er entsprach nicht (mehr) meiner Lebenswirklichkeit, ich hatte und habe, so glaube ich zumindest, meine Rolle im privaten wie gesellschaftlichem Leben gefunden und meine Energie reichte so gerade eben aus, ihr im Alltag gerecht zu werden. Mehr an Aufwand für meine Rolle als eigenständige Frau konnte ich nicht leisten – und für den allgemeinen Kampf der Frauen um Gleichberechtigung und ähnlich wichtige Themen auch nicht. Hinzu kam, dass manche der Themen, die Alice Schwarzer in ihrer „Emma“ diskutierte, an meiner eigenen Einstellung grundsätzlich vorbeigingen und gehen, als Beispiel mag hier nur die Debatte um Abtreibung gelten, in der ich absolut NICHT die Emma-Position vertreten kann und will.

Der Ukraine- Konflikt aber hat „Emma“ auf eine ganz andere Weise ins Spiel gebracht, allerdings ist damit nicht die Emma Alice Schwarzers gemeint, sondern die Emma einer Frau, die gut 200 Jahre früher auf ihre Weise ein Recht für sich in Anspruch nahm, das bis dahin den Männern vorbehalten schien. „Schien“ schreibe ich deshalb, weil es vermutlich kein Rechtsgrundsatz war, dass Frauen KEINE Romane schreiben dürfen, vielmehr lag es vermutlich an den Frauen, dass sie sich nicht zutrauten, Bücher zu schreiben und darum in der Folge auch nicht mit ihren Büchern auf den von Männern dominierten Markt strebten. Jane Austen, diese wunderbare Autorin spitzfindig-kritischer und herrlich selbstironischer Bücher über Frauen, die sich doch mehr oder weniger allesamt dem Diktat der gesellschaftlichen Normen freiwillig beugten, hatte aus Sorge, man könne die Bücher einer Frau verschmähen, zunächst auch unter einem männlichen Synonym geschrieben. Bis es ihr der Erfolg ihrer Bücher erlaubte, ihre wahre Identität als AutorIN preiszugeben.

Ich hatte auch früher schon „Emma“, Jane Austens Emma, gelesen. Vor einigen Wochen wurde ich auf den Film aufmerksam, der nicht nur dem Namen nach mit diesem Roman in Einklang steht, sondern eine unterhaltsam moderne Version bietet und dennoch an dem stilvollen Gepräge in wunderbarer Ausstattung und Kleidung der damaligen Zeit festhält.

Sehr sehenswert ist dieser Film und er war (und ist) wohltuender Balsam (weil pure Ablenkung) für meine von der aktuellen Situation des Ukrainekonflikts erschütterte Seele. Es ist ja nicht nur der furchtbare Krieg selbst, der mich zutiefst berührt, es ist auch die mir oft unerträglich scheinende Berichterstattung der Journalisten und der damit einhergehende, unmerkliche „Sog des Krieges“, dem auch die verantwortlichen Politiker kaum entrinnen können.

Ich muss sicher nicht auf meine diversen Einlassungen zu diesem Thema hinweisen.

Dass ich nun wieder dazu Stellung nehme, liegt an dem kritischen Beitrag eines anderen Bloggers, der sich heftig und – wie ich finde – unerhört unanständig mit einem „offen Brief“ der anderen „Emma“-Autorin auseinandersetzt. (Den Blogger will ich hier nicht verlinken und ihm auch hier keine Bühne bieten!)

Alice Scharzer hat – gemeinsam mit anderen Unterzeichnern – Olaf Scholz angeschrieben.

Und so ist es für mich Zeit, der „Schwarzer-Emma“ heute den Vorzug vor der „Austen-Emma“ zu geben.

Hier der Link zu dem Brief, den ich in ganzer Länge in den ersten Kommentar unter diesem Text kopiere.

Ich empfehle diese „Emma“ in jeder Hinsicht zu unterstützen.

In Israel heulten heute die Sirenen… 28. April, 2022

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In ISRAEL heulten heute die Sirenen.

Eigentlich ist das ein beinahe täglich ertönendes Signal, das Unheil ankündigt, dem es auszuweichen gilt.

Die Menschen suchen Schutz in Sheltern neben der Straße, auf Schulgeländen und Kindergärten, sie eilen in Bunker oder bergen sich im Schutzraum ihrer Wohnung.

Wenn heute die Sirenen heulten, galt das nicht einer Gefahr, vor der man sich schützen sollte.

Es galt einer tödlichen Gefahr, vor der es für Juden im Herrschaftsbereich der deutschen Nationalsozialisten kein Entrinnen gab.

Israel gedenkt heute der  SECHS-MILLIONEN Menschen, die im Holocaust gnadenlos, organisiert und bestialisch ermordet wurden, weil sie JUDEN waren, aus keinem anderen Grund.

Die Sirenen heulen – und das Land steht zwei Minuten lang vollkommen still.

Yom HaShoah

Niemals werde ich vergessen.

Die stille Flamme in Yad Vashem

Die Gräber in Bergen-Belsen

Die Halle der Kinder

Das Dokumentationshaus, das Auskunft gibt über die Gräuel der Nazis.

Vom schleichenden Gift der antijüdischen Propaganda in den frühen 30er Jahren, bis hin zum stolzen Brief eines Ortsvorstehers, der dem Führer verkündete, der Ort sei „judenrein“.

„Judenrein“  – Juden ausgelöscht, der Vernichtung preisgegeben.

Putin macht, was er will! 28. April, 2022

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Putin macht, was er will.
Er droht, er wütet, er macht gar keine Anstalten, auch nur einen mm von seinem Weg abzuweichen.


Dumm ist nur, dass wir hier im „Westen“ offenbar gar keine Ahnung hatten und auch immer noch nicht haben, wohin dieser Weg führt.

Sein Navi ist mit unseren Weltkarten offenbar nicht kompatibel.

Seine Mittel stehen im Widerspruch zu unseren Werten.

Sein Verständnis vom friedlichen Zusammenleben der Völker beruht auf einer völlig anderen Vorstellung von „friedlich“ ebenso wie von „Zusammenleben“.

Es ist eine Vorstellung, in der Russland den Takt vorgibt und die Noten bereitstellt, zu der Melodie, die Putin hören will.
Ich habe leider gar keine Ahnung, wie dem allen zu begegnen ist, aber meine Sorge oder Angst vor einem noch viel schrecklicheren Krieg wächst beständig.


Vielleicht sind Ironie und Sarkasmus das Mittel, mit dem Wahnsinn zumindest sprachlich umzugehen… Viel mehr bleibt uns in unserer Ohnmacht als einfache Bürger dieses Landes gar nicht…

Oder?

BETEN !

„Frieren für die Ukraine“ 28. April, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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„Frieren für die Ukraine“, so oder so ähnlich lautet die Überschrift eines Beitrags bei SPON. Aber es geht mir nicht um den Artikel, der zudem online nur mit Zusatzkosten lesbar ist.

Frieren?

Das wäre zwar, so denke ich, auch nicht nett, aber im Verhältnis zu den Ankündigungen, die unüberhörbar aus Russland sogar in unsere öffentlich-rechtlichen Sender dringen, doch die leichteste Übung, die wir ohne große Kraftanstrengung bewältigen können. Einen Pullover und eine Strickjacke mehr der Zwiebeltechnik hinzugefügt, warme Socken an die Füße und ein „Knietuch“ gegen kalte Beine… so what.

Gar nicht „so what“ will mir über die Lippen kommen oder über die Tastatur gehämmert werden, wenn ich an die Drohungen denke, die ja jetzt nicht zum ersten Mal ausgesprochen wurden und die klipp und klar besagen, dass Russland darüber entscheidet, was es als „Einmischung“ in seine militärische Spezialaktion in der Ukraine verstehen wird, und weil damit eben nicht nur tatsächliche militärische Aktionen mit Truppen der Nato gemeint sind, sondern jegliche Hilfen an die Ukraine, die deren militärische Stärke entscheidend verbessern wird, muss man auch die Lieferung „schwerer Waffen“ als „Einmischung“ betrachten und mit den angedrohten Konsequenzen rechnen.

Ich jedenfalls nehme die Drohungen aus Putins Reich durchaus ernst.

Andere gehen locker darüber hinweg und verbuchen die Ansage als „Propaganda“, geradeso als habe Putin in der Vergangenheit nur „Propaganda“ von sich gegeben, als er die Krim als „russisches Gebiet“ bezeichnete und diese Behauptung völlig folgenlos für die Ukraine und die Krim erscheinen ließ —- und   dann das genaue Gegenteil passierte, die Krim wurde annektiert. .

Mit seiner Anerkennung der ostukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk als autonome und eigenständige „Staaten“, deren Bevölkerung mehrheitlich russischer Abstammung seien, schuf er die Voraussetzung, den „Russen“ mit der „Spezialaktion“ zur Hilfe zu kommen. Er hat es angekündigt und umgesetzt. Ich habe mich lange, praktisch bis zum 24. Februar, geweigert, diese Umsetzung auch nur in Erwägung zu ziehen – und wurde eines Besseren, das sich als schlechter, viel schlechter herausstellte, belehrt.

Das brutale Vorgehen der russischen „Spezialkräfte“ gegen die zivile Bevölkerung der Ukraine, kann doch nun wirklich nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass Putins Drohungen und Ankündigungen ernst gemeint sind. An keiner Stelle hat er erkennen lassen, mit dem Handeln seiner Soldaten nicht einverstanden zu sein, es ist die Peitsche, die sichtbar und spürbar ist, von einem Zuckerbrot dagegen ist weit und breit nichts zu sehen. Kein Entgegenkommen, keine Verhandlungsbereitschaft, keine Furcht, wegen Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt zu werden. Der Herr im Kreml ist sich so sehr seiner Sache und Mission sicher, dass nichts und niemand ihn von seinem Weg des Unheils abbringen kann.

Wie Anton Hofreiter dazu kommt zu meinen, die Drohungen müsse man nicht ernst nehmen, ist mir darum ein großes Rätsel. Ausgerechnet einer der grünsten Grünen überhaupt, der für jede Biene und  gegen jedes Mikrogramm-CO2 unverdrossen in die Schlacht ziehen würde, der gegen jedes Atomkraftwerk, das in Deutschland noch arbeitet, laut und vernehmlich seine Stimme erhebt, hält die Androhung eines Atomschlags als Antwort auf die „Einmischung“ des Westens für Propaganda!!! Sollten ihm nicht die Ohren klingeln, müsste er sich nicht die ungepflegten Haare raufen und wie „Rasputin“ vor dem Untergang der Welt warnen?

Nein, der Anton hält die Drohung für pure Propaganda, die uns davon abhalten soll, die Ukraine militärisch mit schweren Waffen zu unterstützen.  Für ihn ist es nicht die wichtigste Angelegenheit, der Welt den Frieden zu bewahren. Er will der Ukraine um jeden Preis Hilfe zukommen lassen.

Mir ist, ehrlich gesagt, der Preis eines Atomschlags zu groß.

Mir ist, ehrlich gesagt, die Verhinderung eines weltumspannenden Krieges wichtiger als die Befreiung der von Russland besetzten Ostukraine oder der Krim, wie es Selenskyj als Zielsetzung seiner Verteidigung gegen Russland formuliert und für deren Durchsetzung er unablässig schwere Waffen fordert.

Mir ist, ehrlich gesagt, ein Kanzler, der sich für sein besonnenes Handeln den Vorwurf anhören muss, er sei ein Zauderer oder habe Angst, allemal lieber, als ein Friedrich Merz, der aus reiner Profilierungslust so redet, als wolle er morgen höchst persönlich in den Krieg ziehen, aber doch sicher ganz dankbar ist, dass er die Altersgrenze längst überschritten hat, unterhalb derer man ihn noch als Reservist betrachten würde, und die Zeiten des Volkssturms sind ja – dem Himmel sei Dank – auch seit dem 8. Mai 1945 vorbei. Hat er eigentlich Kinder oder Enkel, die er bereitwillig opfern würde, wenn Putin sein Versprechen wahrmacht, mit einem tödlichen Schlag auf jegliche Einmischung des Westens zu antworten?  Seine Rede im Bundestag kann ich nur als Unverschämtheit betrachten und die Schulterklopfer zu seiner  blinden Agitation als Kriegstreiber ansehen.

Aber in Anbetracht der Tatsache, dass auch wir einst nur durch die Hilfe der Alliierten zur Kapitulation und zur Einstellung des entsetzlichen und völlig sinnlosen Krieges gezwungen wurden, ist es möglicherweise  nicht ganz fair, wenn ich etwas salopp sage, dass mir das Hemd näher ist als die Jacke und ich nicht mit einer Politik einverstanden bin, die zwar die Freiheit der Ukraine zum Ziel haben mag, uns aber alle – nicht nur in Europa, sondern weltweit –  der Katastrophe eines Atomkrieges von Tag zu Tag näher bringt.

Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass Putin nicht derjenige sein wird, der ohne jeden „Gewinn“  nachgeben wird und der darüber hinaus auch seine Ankündigungen hinsichtlich Transnistriens oder des Baltikums, ja sogar in Bezug auf Finnland und Schweden nicht als Drohgebärde verstanden wissen will.

Aber NOCH besteht doch die Chance auf eine Beilegung des Konflikts und damit auch darauf, dass uns ein ungleich schrecklicheres Kriegsszenario erspart bleibt. (Ja, es würde zulasten der Ukraine gehen, aber „Verhältnismäßigkeit“ ist mehr als nur ein Wort!)

Es mag zwar stimmen, dass Russland den Westen erpresst. Aber haben wir tatsächlich die Macht in der Hand, der Erpressung zu widerstehen, ohne einen Eintritt in einen neuen großen Krieg zu hinzunehmen?

Ich fürchte nein.

Mein Mann  – mit dem ich immer wieder neu den unauflöslich scheinenden „gordischen Knoten“ betrachte und bedenke – sieht die Gefahr, dass Putin so oder so nicht von seinem Weg abzubringen ist und der mögliche große Krieg auch ohne unsere Einmischung stattfinden könnte, weil Putins eigentliches Ziel gar nicht die Annektion der Ukraine war oder ist…

Dann wäre ohnehin all unser Tun oder unser bewusstes Unterlassen umsonst …

 

Sehenswert dazu dieser Kommentar:  „Baerbock schließt einen Atomkrieg nicht aus

Atomkrieg – nein danke! 26. April, 2022

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Eine ganz einfache Frage fehlt in der Diskussion um die Waffenlieferung an die Ukraine:

Sollte der Westen einen Atomkrieg mit Russland riskieren, um die Ostgebiete der Ukraine aus russischer Belagerung zu befreien?

Daraus ergibt sich eine zweite Frage: Wie viele der Journalisten, die jetzt so sehr auf die Waffenlieferungen an die Ukraine drängen, werden die Lieferung auch dann noch begrüßen und unterstützen, wenn sie davon ausgehen, dass die atomaren Drohgebärden Russlands nicht nur reine Propaganda ist?

Und die dritte Frage schließt sich ebenfalls an: Wie groß ist die Unterstützung der deutschen Bevölkerung für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine, wenn die deutsche Bevölkerung davon ausgehen muss, dass Putin mit Atomschlägen auch gegen die EU und gegen Deutschland antwortet?

Und meine ganz speziellen Fragen:

Warum werden diese Fragen nicht offen von deutschen Journalisten gestellt?

Was hält sie davon ab?

Warum bezichtigen sie Scholz der Zögerlichkeit oder gar Feigheit?

Welche tatsächlichen Beweggründe haben die USA, Scholz zur Lieferung schwerer Waffen zu drängen?

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Lieferung an die Ukraine Putin zu einem atomaren Gegenschlag bewegt?

Was veranlasst Herrn Scholz, die Befürchtung offen auszusprechen?

Warum stellt das Parlament diese Fragen nicht nur an den Kanzler, sondern vor allem an die Abgeordneten, die sich so vehement für die Lieferung von Panzern oder gepanzerten Fahrzeugen an die Ukraine stark machen?

UM ANTWORT WIRD GEBETEN

Frühlingsblau und sonnengelb… 25. April, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Ich bin wieder zu Hause – nicht, dass das Wiesenhaus nicht auch Zuhause wäre – und mein Blick aus dem Fenster am Schreibtisch zeigt einen etwas trüben Tag, der dennoch unverkennbar Frühling bedeutet.

Die Birken im Nachbargarten hinter der Mauer tragen frisches Grün, der Kirschbaum blüht strahlend weiß und das Fachwerkhaus verschwindet mehr und mehr hinter dem Blättervorhang der Bäume und wird erst im Herbst wieder sichtbar.

Das Gärtchen schmückt sich frühlingsblau mit blühenden Traubenhyazinthen und Vergissmeinnicht,

wie hin getupft leuchten Tulpen mit geradezu unverschämtem Rot.

In der Nacht hat es geregnet und zarte Tropfen liegen auf den Blütenblättern der Tulpen und sammeln sich in den offenen Kelchen…

Das Gärtchen ist noch österlich geschmückt, mit vielen bunten Eiern, die die liebste Tochter an die Zweige der Büsche und Bäumchen hängte oder an der Mauer und im Gras „versteckte“…

 

Im Efeu an der Mauer ist ein alter, zerbrochener Spiegel, den ich vor vielen Jahren dort anbrachte und der immer wieder zu Sinnestäuschungen verleitet… mal einen Vogel, der in seinem Spiegelbild einen Rivalen sieht, mal Menschen, die zum ersten Mal im Gärtchen zu Besuch sind und meinen, ein Fenster zum Nachbargarten sei in die Mauer eingelassen… manchmal reizt es mich, in den Spiegel einen Blick zu werfen… wie ich es heute auch mit einem weiteren Spiegelobjekt an der Mauer getan habe…

Gleich, wenn ich diesen Beitrag beendet habe, werde ich den Osterschmuck einsammeln und ihn sorgsam für das nächste Jahr verstauen, das uns ein besseres, weil friedlicheres Fest bescheren möge. Denn die Gedanken an den Krieg lassen sich ja nur für kurze Zeit ausblenden.

Wir verbrachten die Tage nach Ostern auf der Wiese in solch einer friedlichen Atmosphäre und wunderbaren Natur, dass der Kontrast zu dem Geschehen in der Ukraine nicht größer und auch kaum grausamer sein könnte.

Das Feld neben der Wiese leuchtete im strahlenden Gelb – nahezu grell in der Mittagssonne, mild und warm am späten Nachmittag, wenn sich schon der Abend ankündigte.

Wie ich mich freue über diese Orgie, dieser Rhapsodie in Gelb, über die ich schon einmal vor ein paar Jahren schrieb. Der Energiehunger und der Hunger der Welt sind seither nicht weniger geworden, eher hat sich die Lage deutlich zugespitzt. Das Rapsfeld neben unserer Wiese mag dazu beitragen, die Versorgung zu gewährleisten, ob nun als Lieferant für die Nahrungsmittelindustrie oder doch als „Futter“ für eine Biogasanlage…  Es ist mir darüber hinaus gleichzeitig ein Sinnbild für die Vergänglichkeit: Jetzt ist es wunderbar anzusehen, in ein paar Wochen werden sich die Samen gebildet haben, die das Öl liefern, die Blätter werden verdorren, die Stängel braun und unansehnlich sein… ähnlich dem Mais, der in manchen Jahren auf dem Feld steht…

Und ich denke mit leisem Seufzen, dass nichts so wunderbar ist – ob im Frühjahr oder im Sommer oder kurz vor der Ernte – wie ein Getreidefeld, wenn der Wind darüber streicht und die Halme ein wogendes Meer bilden…

Am Meer waren wir natürlich auch…

Und auch in den Salzwiesen blüht es….

So dankbar für diese Tage des Friedens…. weit weg von allem Unheil, das uns so bedrohlich nahezukommen scheint.

Gebe Gott, dass Einsicht, Vernunft und die Sehnsucht nach Frieden größer und größer werde und das Handeln der verantwortlichen Politiker und ihrer Unterstützer bestimme.

Feiertage und Wünsche 16. April, 2022

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Angehörige der drei monotheistischen Religionen begehen in diesen Tagen ihre hohen religiösen Feste.

Für Muslime beginnt der Ramadan

Juden feiern Pessach

Christen erinnern an den Tod Jesu und feiern mit dem morgigen Osterfest seine Auferstehung

Ich wünsche uns allen, die wir unserem Glauben gemäß feiern, frohe Festtage im Kreis der Familie und Gemeinde.

Der ganzen Welt und allen Menschen wünsche ich Gottes guten Segen und

F R I E D E N

Unsensibel und selbstkritisch 14. April, 2022

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Ich habe in den zurückliegenden Tagen teilweise heftig und auch unsensibel aus einem grimmigen Bauchgefühl heraus geschrieben. Sicher könnte ich Ängste vor den Folgen des Ukraine-Krieges anführen, die mich zu dieser Heftigkeit getrieben haben.

Dabei ist aber ein Tatbestand beinahe völlig untergegangen:

Wir sind in der Karwoche.

Mein Augenmerk sollte sich dem zuwenden, was ich mit „himmel“ in meinem Blog meine.

Ich werde darum bis Ostern keine Beiträge mehr schreiben, die sich in irgendeiner Form mit „erde“ und den fürchterlichen Zuständen auf selbiger befassen und auch nicht über Politik und Politiker klagen, obwohl ich jetzt schon weiß, dass es mehr als einen Grund zur Klage geben wird.

Meine Seele sehnt sich nach Frieden… in mir …. und für die Menschen dieser Welt.

Auf die Spitze getrieben und vorgeführt…. 13. April, 2022

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Das ist wirklich eine Frechheit!

Nur einen Tag nachdem Selenskyj dem Präsidenten der Bundesrepublik den Besuch in der Ukraine verweigert, erhält der Bundeskanzler des gleichen Staates eine Einladung zu einem eben solchen Besuch.

Damit wird Olaf Scholz in erpresserischer und gleichzeitig ehrabschneidender Weise vorgeführt.

Jeder Mensch muss doch die Absicht erkennen, die mit dieser Einladung verbunden ist.

Während der Präsident entsprechend seinem Amt keinerlei Befugnisse hat, etwas Konkretes für die Ukraine zu tun, Selenskyj ihm aber nicht den gebührenden Respekt erweisen wollte, der dem Präsidenten eines der wichtigsten Geberländer zusteht, wird nun der Kanzler mit diesem Streich geradezu zu Selenskyjs Handpuppe degradiert. Der ehemalige Schauspieler, der im Film  so perfekt den treuen Präsidenten mimte,  zieht jetzt im realen Präsidentenamt die Fäden und man kann ruhig fragen, wer das Drehbuch zum „Steinmeier-Stück“ geschrieben hat…

Folgt Scholz der Einladung, fällt er damit nicht nur dem Bundespräsidenten in den Rücken, er wird gleichsam auch gezwungen, das Gastgeschenk mitzubringen, das der Präsident der Ukraine eigensinnig und unnachgiebig und mit Unterstützung deutscher Journalisten einfordert, der Bundespräsident aber nicht geben kann: schwere Waffen.

Nun zeigt es sich, wie verheerend Baerbocks Vorpreschen mit ihrer Forderung nach schwereren Waffen an die Ukraine war. Scholz soll – auch mithilfe der Öffentlichkeit in Form der berichtenden Journalisten –  gezwungen werden, mehr Waffen zu liefern, koste es, was es wolle, selbst wenn es in Purins Sicht den Eintritt in den Krieg bedeuten wird.

Nimmt Scholz die Einladung Selenskyjs jedoch nicht an, werden sich die hiesigen Nachrichtenleute wie hungrige Wölfe auf ihn stürzen, um ihn und seine Politik in der Luft zu zerreißen. Ich sehe schon die Schlagzeilen vor mir…. einmal mehr wird Scholz zum Zauderer, Bremser, Schwächling erklärt, der angeblich seiner Führung als Kanzler nicht gerecht werde.

Ein ebenso geschickter, wie hinterhältiger Schachzug Selenskyjs.

Man kann es drehen und wenden wie man will, Selenskyj erpresst den Kanzler mit dieser Einladung, es ist ein über alle Maßen giftiges Willkommen.

So geht man nicht mit dem Staat und der Regierung des Staates um, von dem man sich Waffen und Geld oder Geld und Waffen erhofft. Hier handelt kein um jede Zuwendung ringender Verteidiger seines Landes, hier herrscht ein eiskalter Taktiker, der mal die Tränendrüsen und mal die Zwangsjacke als Mittel zum Zweck einsetzt. (Selenskyj hätte Steinmeier ja auch klarmachen können, dass er jeden Einfluss auf Scholz nutzen müsse, um der Ukraine zu helfen.)

Ich kann nur immer wieder hoffen, dass der Bundeskanzler sein Amt als Regierungschef und die damit einhergehende Verantwortung für unser Land – aber auch für sich selbst – ebenso ernst und wichtig nimmt, wie den Beistand, den er namens des deutschen Volkes zu geben imstande und bereit ist.

Selenskyj hat den Bogen überspannt, hat seine empörende Verachtung für Deutschland nun endgültig auf die Spitze getrieben. So entsetzlich der Krieg ist, den Putin der Ukraine aufgezwungen hat, diese Form von Zuckerbrot und Peitsche wird aber dem Umgang miteinander, der an pragmatischen Mitteln orientierten Politik demokratischer Staaten, nicht gerecht.

Er wird Scholz möglicherweise mit dieser Taktik vorführen und sein Ziel, noch mehr Waffen zu erhalten, erreichen, aber er wird ganz sicher auf keinerlei Gegenliebe stoßen, erst recht nicht, wenn der Schaden für uns unübersehbar sein wird und am Ende des Tages die Kosten für dieses Handeln auf dem Tisch liegen werden.

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Stimmen  deutscher Politiker werden laut, die Selenskyj scharf kritisieren, so auch Wolfgang Kubicki.

Wo bleibt das Selbstbestimmungsrecht ? 13. April, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Ich bin in diesen Tagen einigermaßen erschüttert darüber, wie die Presse der Ukraine jedes Selbstbestimmungsrecht zusagt (mit Recht!!!) aber gleichzeitig das Selbstbestimmungsrecht aller anderen Völker diesem unterordnet.

Hat nicht auch die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland ein Recht darauf, von ihrer Regierung geschützt zu werden? Ist der Kanzler der Bundesrepublik nicht in erster Linie den Menschen verpflichtet, die als Staatsbürger in diesem Land leben und ihren Anteil zum allgemeinen Wohlstand in Form von Arbeit und Steuern und auch ehrenamtlicher Arbeit erbringen?

Hat der Kanzler, hat die Regierung nicht die Pflicht, die politische Situation sorgsam abzuwägen und aufgrund der Informationen – öffentlich zugänglichen wie den geheimen – die Entscheidungen zu treffen, die beides berücksichtigen, das eigene gesellschaftliche Wohlergehen (ja, darum geht es auch) wie die Solidarität mit der Ukraine in Form aller möglichen materiellen wie ideellen Unterstützung?

Folgt man den Journalisten, so glauben diese, den Kanzler zum Jagen tragen zu müssen. Aber wer von den „Restles und Slomkas“ trägt denn tatsächlich die Verantwortung oder ist bereit, für die von ihnen täglich neu erhobenen Forderungen auch geradezustehen? Wie würden die „Restles“ wohl tatsächlich vorgehen, wenn sie persönlich für alle getroffenen Maßnahmen den Kopf hinhalten müssten?

Ich finde es inzwischen unerträglich, wie „unsere“ Journalisten mit „unserer“ Regierung umgehen und sich in der Attitüde des Kümmerers vollkommen kritiklos den Forderungen Selenskyjs nicht nur anschließen, sondern mit ihm auch den Präsidenten dieses Landes zur Unperson erklären.

Manchmal wünschte ich Trump zurück, nicht weil ich dessen Wirken besonders vermisste, sondern weil den Journalisten ganz offensichtlich eine Person fehlt, an der sie täglich ihr Mütchen kühlen konnten und können und sich vermutlich nun darum auf die eigene Regierung stürzen wie die Geier auf das Aas.

Hat denn niemand von denen, die jetzt in Steinmeier nur den „Privatmann“ sehen wollen, der den Journalisten zufolge zurecht von Selenskyj beleidigt wird, daran gedacht, dass Steinmeier niemals als „Privatmann“ irgendetwas in osteuropäischer Außenpolitik gedacht, geschrieben, verhandelt hat, sondern immer als Teil der Regierung Deutschlands? Wie kann man nun hingehen und sagen, Selenskyj meine ja nicht den Präsidenten, sondern nur den Herrn Steinmeier? Was ist das denn für eine Logik? War denn Frau Merkel jemals eine „Privatperson“ gerade in der Politik in Bezug auf Russland? Ist irgendein Kabinettsmitglied, das sich öffentlich über politisch relevante Themen äußert, eine Privatperson? Wie wenig das Private in der Politik zur Ausrede taugt, sieht man doch gerade an Frau Spiegel, die Privatangelegenheiten als Ausrede für ihr Fehlverhalten in der Hochwasserkatastrophe angab und damit kläglich scheiterte – man versteht zwar den privaten Druck, aber das Amt hat Vorrang vor dem Privaten, es sei denn, man ließe das Amt öffentlich ruhen, wie es Steinmeier bei der Erkrankung seiner Frau tat, oder Frau Schwesig oder Franz Müntefering.

Die Zurückweisung Steinmeiers durch Selenskyj zielt auf den Kanzler und damit auf die Regierung Deutschlands.

Es ist schon eine ziemlich dreiste Haltung: Man brüskiert den Präsidenten, um Scholz zu mehr Waffenlieferungen zu erpressen.

Ich kann nur hoffen, dass sich die Mehrheit der Politiker und der Journalisten der Einschätzung Theo Kolls anschließen, der gestern in den heute-Nachrichten sagte, dass Scholz auf absehbare Zeit nicht in die Ukraine reisen könne, wolle er damit seinem Präsidenten nicht in den Rücken fallen.

Wenn unsere Freiheit, wie es immer wieder zu hören ist, in der Ukraine auf dem Spiel steht und verteidigt wird, so muss diese Regierung nicht blindlings in die Schlacht ziehen, sondern mit größter Besonnenheit die Opfer bedenken, die sie unserer Bevölkerung auferlegen will und muss.

Und es ist auch die Sache der Journalisten, diese Opfer klar zu benennen und die Frage zu stellen, ob „wir“ – diese Gesellschaft – diese Opfer bereitwillig tragen wollen oder nicht.

Gestern bei Lanz, den ich mir seit der Krise ab und zu zumute, war eine kluge Professorin der Universität Siegen, die mit wenigen Sätzen allein die Auswirkungen des Krieges auf ihren fachlichen Bereich (Bau und Bauwirtschaft) darlegte. Ähnliches können vermutlich Fachleute aus allen Teilen der Wirtschaft und Landwirtschaft zum besseren Verständnis der Gesamtsituation beitragen.

Der Begeisterung vieler Journalisten für eine mehr als nur indirekte Kriegsbeteiligung Deutschlands müsste eigentlich angesichts solcher Argumente der Riegel vorgeschoben werden.

Jedem von uns muss doch klar sein, wie hoch das Risiko für uns alle ist, wenn Scholz dem Druck der öffentlich-rechtlichen Pressemeute nachgeben und sich ihrem Diktat beugen würde.

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